Taubenkropf
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| Taubenkropf | ||||||||||||
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| Datei:Cucubalus baccifer.jpg
Taubenkropf (Silene baccifera) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Silene baccifera | ||||||||||||
| (L.) Roth |
Der Taubenkropf (Silene baccifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Roth, Syn.: Cucubalus baccifer <templatestyles src="Person/styles.css" />L.), auch Hühnerbiss bzw. Großer oder Schwarzer Hühnerbiss<ref name="Pritzel1882" /> genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Er ist in Eurasien verbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Taubenkropf wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 150 (bis 200) Zentimetern. Alle Pflanzenteile sind kurz flaumig behaart. Der Stängel ist dünn, sparrig verzweigt, stark knotig und oft spreizkletternd.<ref name="MeuselWerner1979" /> Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die Blätter sind kurz gestielt und ganzrandig.<ref name="MeuselWerner1979" /> Die einfache Blattspreite ist länglich-eiförmig mit zugespitztem oberen Ende.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die end- oder seitenständigen Blüten sind lang gestielt. Die Blüte ist radiärsymmetrisch und zwittrig. Der Kelch ist 8 bis 15 Millimeter lang, weit glockig ausgebreitet und zur Fruchtzeit mehr oder weniger zurückgeschlagen.<ref name="MeuselWerner1979" /> Er ist ungleich fünfzähnig.<ref name="MeuselWerner1979" /> Die grünlich-weißen Kronblätter sind zweispaltig und schmal zungenförmig. Sie sind 14 bis 17 Millimeter lang. Die Nebenkrone ist kurz.<ref name="MeuselWerner1979" /> Jede Blüte hat 10 Staubblätter und 3 Griffel.<ref name="MeuselWerner1979" />
Die Frucht ist eine kugelige, schwarz-glänzende (Schein-)Beere. Sie hat einen Durchmesser von 6 bis 8 Millimetern und ist innen grün.<ref name="MeuselWerner1979" /> Die Samen sind glänzend schwarz.<ref name="MeuselWerner1979" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="Oberdorfer2001" />
Giftigkeit
Vorlage:Hinweisbaustein Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem aber die Beeren. Die Hauptwirkstoffe sind ätherische Öle.
Vergiftungserscheinungen: die Beeren können eine Gastroenteritis bewirken. Durch die verlockenden Beeren sind besonders Kinder gefährdet.
Vorkommen
Silene baccifera ist in Süd-, Mittel- und Osteuropa bis ins gemäßigte Asien mit Indien, Nepal und Bhutan weitverbreitet.<ref name="GRIN" /> Er ist ein gemäßigt-kontinentales Florenelement. In Österreich kommt der Hühnerbiss in Auwaldgebüschen und Waldschlägen zerstreut bis selten vor, in der Schweiz ist er selten zu finden.
Der Taubenkropf ist in Deutschland selten im Bereich der großen Flusstäler zu finden. Im Norden nur im Elbegebiet, im Nordwesten fehlend; südwestlich und südlich bis zum Rhein- und Donaugebiet vorkommend.
Der Taubenkropf wächst in Mitteleuropa im Saum von Auenwäldern und Auengebüschen. Er gedeiht am besten in sickernassen, zeitweise überfluteten, nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Lehm- und Schlickböden. Er ist eine sommerwärmeliebende Stromtalpflanze. Der Taubenkropf ist eine Charakterart des Senecionetum fluviatilis, kommt aber auch in anderen Pflanzengesellschaften der Ordnung Convolvuletalia oder des Verbands Salicion albae vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Cucubalus baccifer durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 414. Die Neukombination zu Silene baccifera wurde 1789 durch Albrecht Wilhelm Roth in Tentamen Florae Germanicae, 2, 1, S. 491 veröffentlicht.<ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" />
Wegen der abweichenden Fruchtform blieb diese Art bei einigen Autoren in der eigenen Gattung Cucubalus. Andere Autoren rechnen sie zur Gattung Silene.<ref name="GRIN" />
Literatur
- Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Ulmer Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-3366-0.
- Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7 (Nachdruck von 1994). (Abschnitt Giftigkeit)
Weblinks
- Silene baccifera (L.) Durande, Hühnerbiss. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Silene baccifera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Cucubalus baccifer L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 366. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 119. (eingescannt). </ref> <ref name="MeuselWerner1979"> In: Gustav Hegi et al. 1979: Cucubalus. In: .</ref> </references>