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Solang der alte Peter

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Datei:Solang der alte Peter (Postkarte).jpg
Solang der alte Peter, Postkarte (um 1910)

Das Volkslied Solang der alte Peter ist bekannt als „Stadthymne“ Münchens. „Alter Peter“ ist die volkstümliche Bezeichnung für den Turm der Peterskirche am Petersbergl, einem der Wahrzeichen der Stadt München.

Entstehung und Rezeption

Datei:Solang der alte Peter - Volksweise - Tegernseer Ländler - Kapelle Moar Jr. (1929).ogg
Solang der alte Peter, Gesangsaufnahme (um 1929)

Die Melodie komponierte der Wiener Volkssänger Wilhelm Wiesberg auf den Text „Der Himmel voller Sterne“.<ref name="BR">Ulli Wenger: Vom Alten Peter zum schnellen Sigi. Bayerischer Rundfunk, 24. Juli 2014, abgerufen am 16. September 2014</ref> Carl Lorens, ein anderer Wiener Volkssänger, verfasste auf die Melodie den Text „Solang der alte Steffel am Stephansplatz noch steht“.<ref name="BR" /> Der Text bezog sich bei Lorens auf die Domkirche St. Stephan zu Wien. Die heute gesungene <phonos file="Solang der alte Peter.mid">Melodie</phonos>/? unterscheidet sich allerdings wesentlich von Lorens’ Wiener Singweise: von 40 Takten stimmen nur 24 mit dem Original überein; der Ursprung der „Münchener“ Melodiefassung ist ungeklärt.<ref>Eva Becher, Wolfgang A. Mayer (Hrsg.): Münchner Liederbuch. So lang der Alte Peter am Petersbergl steht. Noten und Lieder (= Jochen Wiegandts Liedertafel. 4). Dölling und Galitz, München 2008, ISBN 978-3-937904-23-8, S. 396 f.</ref> Der Münchner Volkssänger Michl Huber<ref>Huber, Michl im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)Vorlage:BMLO/Wartung/Verwendung von Parameter 2</ref> dichtete um 1880 den Text des Wiener Lieds auf Münchner Verhältnisse um, wobei er den Wiener „Steffel“ durch den Münchner „Alten Peter“ ersetzte.<ref>Volker D. Laturell: Herkunft und Geschichte des Münchner Couplets. In: Sänger- und Musikantenzeitung, 1991, S. 301–311.</ref>

Am 13. Januar 1948 wurden die ersten Takte des Liedes zum Pausenzeichen des Bayerischen Rundfunks, wobei der Ton für die letzte Silbe „-ter“ fehlte, um auf die im Krieg zerstörte gleichnamige Kirche Sankt Peter hinzuweisen. Nach dem Wiederaufbau der Kirche versammelte sich am 28. Oktober 1951 die Münchner Bevölkerung auf dem Marienplatz und stimmte gemeinsam das Lied an. Seit diesem Tag spielt der Bayerische Rundfunk sein Pausenzeichen vollständig inklusive des Tones für die letzte Silbe.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/swrmediathek.deSWR2 Wissen:Tonspuren – eine deutsche Rundfunkgeschichte (3) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. Tondokument ab Timecode 00:26:28</ref> Seit 1971 ist es außerdem in verschiedenen Varianten als Pausenjingle für die Verkehrsdurchsagen des Rundfunksenders Bayern 3 zu hören.<ref name="BR" />

Das Motiv der ersten Liedtakte weist Ähnlichkeit mit dem Lied In München steht ein Hofbräuhaus von Wilhelm „Wiga“ Gabriel aus dem Jahr 1935 auf, das von Solang der Alte Peter inspiriert sein soll.<ref name="BR" />

Text

<poem style="margin-left:2em; font-style:italic; ">Solang der alte Peter am Petersbergerl steht, solang die grüne Isar durchs Münchner Stadterl geht. Solang da drunt am Platzl noch steht das Hofbräuhaus, so lang stirbt die Gemütlichkeit in München niemals aus, so lang stirbt die Gemütlichkeit in München niemals aus. </poem>

Rezeption

Der Komponist Ulrich Sommerlatte schuf Variationen über „Der alte Peter“ für Sinfonieorchester im Stil barocker Musik am Fürstenhof, von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Richard Strauss, Carl Orff und der Münchener Musica-Viva-Konzerte.<ref>Bayerischer Rundfunk: BR Franken: Mittagsmusik | BR-Klassik. 28. Mai 2021, abgerufen am 16. Januar 2025.</ref><ref>Musikalische Eskapaden. Nordwest Deutsche Philharmonie, Peter Falk auf YouTube</ref>

Literatur

  • Eva Becher, Wolfgang A. Mayer (Hrsg.): Münchner Liederbuch. So lang der Alte Peter am Petersbergl steht. Noten und Lieder (= Jochen Wiegandts Liedertafel. 4). Dölling und Galitz, München 2008, ISBN 978-3-937904-23-8, S. 396 f.
  • Claudia Preis: Volkssängerei in München 1870–1930. Zur Produktion von Unterhaltungskultur in der Stadt. Dissertation, LMU München 2010 (online; PDF; 849 kB; zu dem Münchner Volkssänger Michl Huber).
  • Claudia Preis: „Münchner Volksleben in Lied und Wort.“ Volkssänger-Unterhaltung in München. In: Johannes Moser, Eva Becher (Hrsg.): München-Sound: urbane Volkskultur und populäre Musik (= Münchner ethnographische Schriften, Band 11). Herbert Utz Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8316-4035-5, S. 71–78, hier S. 72 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />