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Weltraumbestattung

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Datei:Taurus-2210 GFO.jpg
Start einer Celestis-Weltraumbestattungskapsel auf einer Taurus-2210-Rakete am 10. Februar 1998

Als Weltraumbestattung wird das Verbringen von Teilen der Asche eines kremierten Verstorbenen in den Weltraum bezeichnet. Die eigentliche Bestattung findet dabei oft nicht im Weltraum statt, da die Urnen bei preiswerteren Angeboten mitsamt Inhalt wieder zurück zur Erde fallen beziehungsweise in der Atmosphäre verglühen. Manche Anbieter sprechen heute nicht mehr von einer Bestattung, sondern von einem memorial (Gedenken).

Die erste bekannte Weltraumbestattung fand von 1997 bis 2002 im Auftrag des US-Unternehmens Celestis statt. 24 Miniurnen befanden sich während dieses Zeitraums an einer ausgebrannten Pegasus-Raketenstufe in einer Erdumlaufbahn.

Durchführung

Wegen der hohen Transportkosten wird nach der Kremation nur ein Teil der Asche ins Weltall transportiert. Die Urne verlässt dann entweder auf einer Fluchtbahn die Erde und verbleibt dauerhaft im Weltraum, oder sie wird in eine Erdumlaufbahn gebracht und verglüht früher oder später wie eine Sternschnuppe in der Erdatmosphäre, oder sie befindet sich an Bord eines suborbitalen Flugs nur kurz im All.

Der Preis für „Bestattungen“ in einer niedrigen Erdumlaufbahn wurde im Jahr 2013 von kommerziellen Anbietern mit 11.000 Euro angegeben, bei einer Bestattung auf dem Mond mit 25.000 Euro.<ref name="vdi03-2013">VDI nachrichten 18. Januar 2013: Emissionsarm auf die letzte Reise. Seite 3</ref> Seitdem haben sich die Preise in etwa halbiert; die Beförderung in eine Erdumlaufbahn wird teils auch schon für wenige tausend Euro angeboten.<ref>Websites der Anbieter Celestis und Elysium Space, abgerufen am 12. September 2019.</ref>

Chronik der Weltraumbestattungen

Prominente, deren Asche mitgeführt wurde, sind unter den jeweiligen Flügen aufgelistet. Aufgeführt sind nur Flüge, die eine Erdumlaufbahn erreichen oder die Erde auf einer Fluchtbahn verlassen sollten. Die grün markierten Bestattungsflüge befinden sich mit Stand April 2026 immer noch im Weltraum, die blauen erreichten die Mondoberfläche. Alle übrigen fielen inzwischen wieder zurück zur Erde. Für Satelliten, die noch die Erde umkreisen, ist jeweils deren Cospar-ID angegeben.

Kritik

Nach den ethischen Grundsätzen der International Cremation Federation (ICF) gilt: „Die Asche einer Person ist grundsätzlich unteilbar.“ Dies widerspricht der Praxis, nur Teile der Asche eines Verstorbenen in den Weltraum zu bringen.<ref name="vdi03-2013" />

Gegen die beiden Mondbestattungen protestierte jeweils der Präsident des Indianerreservats Navajo Nation. Der Mond sei für die Navajo heilig; seine Nutzung als Friedhof sei für sie und für viele andere Indianervölker verstörend und inakzeptabel.<ref>Navajo Nation’s objection to landing human remains on the moon prompts last-minute White House meeting. CNN, 6. Januar 2024, aktualisiert am 8. Januar.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />