Shanakdakheto
Shanakdakheto (oder auch Sanakadakhete) war eine nubische Königin des kuschitischen Reiches im Norden des heutigen Sudan, die im ersten Jahrhundert v. Chr. oder am Anfang des ersten Jahrhunderts n. Chr. regierte.<ref>Kuckertz: Meroe and Egypt, in UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles. 2021 [1], S. 12</ref>
Belege
Shanakdakheto ist mit ihrem Namen auf zwei Türpfosten des vermutlich von ihr erbauten Tempels 500 in Naqa belegt.<ref>Karl Richard Lepsius: Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien nach den Zeichnungen der von Seiner Majestät dem Könige von Preußen Friedrich Wilhelm IV. nach diesen Ländern gesendeten und in den Jahren 1842–1845. ausgeführten wissenschaftlichen Expedition auf Befehl Seiner Majestät herausgegeben und erläutert. 13 Bde. Berlin: Nicolaische Buchhandlung 1849, Abtheilung V. Band X, Tafel 68d.</ref> Die ältere Forschung vermutete als ihren Bestattungsort die Pyramide Beg N11 unter den Pyramiden von Meroe, da dort ein Prinz erscheint, der auch in Naqa im Kontext der Königin genannt wird. Diese Pyramide wird heute aber der Nahirqo zugeordnet, während Shanakdakheto wahrscheinlich eher in Beg N 21 begraben wurde.<ref>Kuckertz: Meroe and Egypt, in UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles. 2021 [2], S. 5.</ref>
Ihr Name auf den Türpfosten in Naqa ist in meroitischer Schrift verfasst, während der Rest der Inschrift noch in ägyptischen Hieroglyphen ausgeführt ist.<ref>Claudia Näser, In: Der Antike Sudan, S. 43.</ref> Die hieroglyphischen Zeichen deuten eher auf eine Datierung der Inschrift um Christi Geburt hin.<ref>Claude Rilly: Meroitic Writing. In Andréas Stauder and Willeke Wendrich (eds.), UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles, 2022 ISSN 2693-7425, S. 4 [3].</ref> Im hieroglyphischen Text wird sie als Tochter des Re und Herrin der beiden Länder bezeichnet.<ref>Die weiblichen grammatischen Endungen fehlen, eigentlich steht dort: Sohn des Re, und Herr der beiden Länder.</ref>
Eine Statue aus Meroe (einst in Kairo, heute im Aswan Museum) zeigt eine Krönung und wurde lange Zeit Shanakdakheto zugeschrieben. Wahrscheinlich ist aber Königin Nahirqo dargestellt.<ref>Kuckertz: Meroe and Egypt, in UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles. 2021 [4], S. 12.</ref>
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Pyramide Beg N 21
Siehe auch
Literatur
- László Török: Fontes historiae Nubiorum : textual sources for the history of the Middle Nile region between the eight century BC and the sixth century AD. 3, From the first to the sixth century AD (= Fontes Historiae Nubiorum. Band 2). University of Bergen, Bergen 1996, ISBN 82-91626-01-4, S. 660–662.
- Claudia Näser: Das Dekorationsprogramm der Kultkammerwestwand der Pyramide Nr. 11 von Begrawiya Nord (Meroe). In: Der Antike Sudan. Mitteilungen der Sudanarchäologischen Gesellschaft zu Berlin e. V. (MittSAG) Nr. 5, September 1996, S. 28–45 (Volltext als PDF-Datei).
- Josefine Kuckertz: Meroe and Egypt. In Wolfram Grajetzki, Solange Ashby, and Willeke Wendrich (eds.), UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles. 2021 ISSN 2693-7425 [5]
Weblinks
- Die Türpfosten (d) nach Lepsius
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Meroitic Palaeography as a Tool for Chronology: Prospects and Limits" ( vom 6. Februar 2008 im Internet Archive), in: Arkamani. Sudan Journal of Archaeology and Anthropology, September 2004, auf arkamani.org, Stand: 6. Februar 2008, im Internet Archive auf archive.org, gesehen am 21. August 2010 (englisch)
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shanakdakheto |
| KURZBESCHREIBUNG | nubische Königin |
| GEBURTSDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | zwischen 50 v. Chr. und 50 |