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Ludwig Lesser (Landschaftsarchitekt)

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Ludwig Lesser (* 3. Februar 1869 in Berlin; † 25. Dezember 1957 in Vallentuna, Schweden) war ein deutscher Landschaftsarchitekt.

Leben

Ludwig Lesser, Enkel des gleichnamigen Schriftstellers, erhielt unter anderem im Palmengarten in Frankfurt am Main eine Ausbildung als Gärtner und arbeitete später als Obergärtner in verschiedenen Städten des In- und Auslands. Ab 1903 war er der erste selbstständige Gartenarchitekt in Berlin. 1908 wurde Lesser zum Gartendirektor der Berliner Terrain-Centrale und der Zehlendorf-West-Terrain-AG des Fürsten von Donnersmarck berufen. Die Terraingesellschaften verfolgten zu dieser Zeit große Siedlungsprojekte, zum Beispiel den Bau der Gartenstadt Frohnau, wo seit 1958 auch eine Parkanlage, der Ludwig-Lesser-Park, nach ihm benannt ist. Weiterhin gehen sowohl der Bebauungsplan für Bad Saarow (entwickelt gemeinsam mit dem Architekten Emil Kopp) als auch die Planung und Gestaltung der Garten- sowie Grünflächen der Gartenstadt Staaken, der Gartenstadt Falkenberg und der Weißen Stadt in Reinickendorf auf Ludwig Lesser zurück. Letztere beiden wurden im Juli 2008 als eine der sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Daneben war Lesser mit landschaftsarchitektonischen Aufträgen zahlreicher Gemeinden, Garten- und Friedhofsverwaltungen betraut. Ab 1913 war er Dozent für Gartenkunst und Gartenbau an der Freien Hochschule Berlin. Lesser war Vorkämpfer für die Anlage von Volksparks und Sportfreiplätzen innerhalb städtischer Siedlungsräume. Hier sollten vor allem Kinder, Jugendliche und ganze Familien schattige und sonnige Plätze zum Ballspielen und zur Erholung finden. Sitzbänke, Spielplätze und Planschbecken für Kinder sollten den Aufenthalt für alle angenehm gestalten.<ref name="Schmidl Lesser">Karin Schmidl: Gärten fürs Volk in Berliner Zeitung vom 21. August 2003; abgerufen am 8. Juli 2014</ref> Im Jahr 1923 wurde Lesser Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft und 1931 Ehrenmitglied der Österreichischen Gartenbaugesellschaft. Er war außerdem Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB).<ref>Mitgliederverzeichnis des Deutschen Werkbunds vom April 1928, S. 65</ref>

Ludwig Lesser war verheiratet mit Anna, geb. Steinmeister. Das Ehepaar hatte drei Söhne: Richard, Lutz und Rudolf. Der älteste Sohn, Richard, wurde ebenfalls Gartenarchitekt und war in seinem Steglitzer Planungsbüro angestellt. In der NS-Zeit erhielt Lesser wegen seiner jüdischen Abstammung zunächst Berufsverbot. 1939 emigrierte er nach Schweden zu seinem Sohn Rudolf. Die Urenkelin Katrin Lesser wurde später ebenfalls Landschaftsarchitektin und ist in Berlin tätig.<ref name="Schmidl Lesser"/> Gemeinsam mit ihrem Mann Ben Buschfeld erhielt sie 2013 für „Tautes Heim“ den höchsten Europäischen Denkmalpreis, den Europa-Nostra-Preis.

2013 wurde Ludwig Lesser von der Deutschen Gartenbaugesellschaft, die ihn 1933 aus dem Amt des Präsidenten entlassen hatte, posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt. Inzwischen sind je eine Straße in Potsdam, Hennigsdorf und Bad Saarow nach ihm benannt.

Realisierte Anlagen (Auswahl)

Schriften

  • Mein Staudenbuch. Ein Buch vom Pflanzen und Pflegen winterharter Blütenstauden und ihrer Gartengenossen. Rudolf Bechtold & Comp., Wiesbaden o. J. (um 1930).
  • 100 Ratschläge für die häusliche Blumenpflege. Bechtold, Wiesbaden 1935.
  • 100 Ratschläge für den Gemüsegarten. Erdbeeren sind auch dabei. (neu bearbeitet von Richard L. Lesser) A. Weber Verlag, Singen (Hohentwiel) 1947.

Literatur

  • Lesser, Ludwig. In: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. K. G. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 223.
  • Katrin Lesser-Sayrac: Ludwig Lesser (1869–1957), erster freischaffender Gartenarchitekt in Berlin, und seine Werke im Bezirk Reinickendorf. Kulturbuch-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-88961-152-4.<ref>Informationen zur Publikation auf der Homepage der Verfasserin</ref>
  • Irene A. Diekmann, Bettina L. Götze: Vom Schutzjuden Levin zum Staatsbürger Lesser. Das preußische Emanzipationsedikt von 1812. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2012, ISBN 3-942476-28-2, S. #.
  • Stefanie Hennecke: Volksparke heute und morgen? Zur Zukunftsfähigkeit von Ludwig Lessers Volksparkidee. In: Die Gartenkunst, Neue Folge, 27. Jahrgang 2015, Heft 1, S. 165–172.

Weblinks

Commons: Ludwig Lesser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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