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Arktische Oszillation

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Datei:North america polar vortex january 2019.webm
Grafische Animation des Nordoplarwirbels und der arktischen Oszillation zwischen 24. und 29. Januar 2019: Die Ausdehnung und Ausstülpung führt zu sehr kalten Temperaturen bis in die Mitte Nordamerikas<ref>Arctic Weather Plunges into North America. 29. Januar 2019, abgerufen am 7. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Arktische Oszillation (AO) (engl. auch Northern Hemispheric Annular Mode (NAM)) ist Ausdruck des Luftdruckgegensatzes zwischen den arktischen und den mittleren Breiten auf der Nordhemisphäre. Arktische und antarktische Oszillation sind große Systeme der Telekonnektion der Erde, s. a. Polarwirbel.

Grundlagen

Die Arktische Oszillation entsteht durch die großen Temperaturunterschiede zwischen den extrem kalten Polarregionen und den gemäßigten mittleren Breiten. Die sich dadurch entwickelnden Winde werden aufgrund der Corioliskraft nach Osten abgelenkt. Sie ist eng mit der Nordatlantischen Oszillation (NAO) verbunden, die die atlantische Komponente dieser Dynamik des Klimasystems genauer beschreibt. Zugrunde liegen Oszillationen im Verlauf des Jetstreams, der manchmal gleichmäßig im Westwindgürtel verläuft, manchmal aber selbst zu oszillieren beginnt und dann weit in Norden und Süden schwingt (Rossby-Wellen der Westwinddrift). Daher wirkt sich die Arktische Oszillation auf die Großwetterlagen der gesamten Nordhalbkugel aus.

AO- und AAO-Index

Datei:Season.JFM.ao.gif
1950 bis 2010: "Standardisierter jahreszeitlicher und gemittelter AO-Index"
Blau: Januar, Februar, März-Werte
Schwarz: Fünfjahres-Mittelwert
Die
Datei:Jetstream - Rossby Waves - N hemisphere.svg
Rossby-Wellen in der nördlichen Hemisphäre und der Jetstream bei stabilem Polarwirbel. Verschiebung warmer und kalter Luftmassen (Kaltlufttropfen)

Die Ausprägung und Stärke der (Ant)Arktischen Oszillation wird mit dem AO- bzw. AAO-Index gemessen.<ref name="cpc.ncep.noaa">Teleconnection Pattern Calculation Procedures: 2. North Atlantic Oscillation / Pacific - North American pattern (NAO/PNA). cpc.ncep.noaa.gov > Monitoring Weather & Climate > Teleconnections;
und Technique for Identifying the Northern Hemisphere Teleconnection Patterns. cpc.ncep.noaa.gov > Monitoring and Data > Oceanic & Atmospheric Data > Northern Hemisphere Teleconnection Patterns (beide abgerufen am 25. November 2017).</ref>

AO-Index

Dieser bezieht sich auf drei meteorologische Aktionszentren:

Ersteres ist die Nordkomponente des Nordpazifikhochs, zweiterer die Atlantikkomponente des Polarwirbels und dritteres die Nordostkomponente des Azorenhochs, drei permanente Grundcharakteren des Klimasystems.<ref name="wetterprognose-wettervorhersage.de">Was ist der AO-Index Wert? wetterprognose-wettervorhersage.de</ref>

Zur Berechnung wird das langjährige Monatsmittel der 1000-hPa-Höhenanomalie ab 20° nördlicher Breite bis zum Nordpol gebildet, dann eine statistische Hauptkomponentenanalyse für die mittlere Lage der Luftmassen durchgeführt (Empirical Orthogonal Function, EOF), und darüber die Varianz ermittelt. Diese wird noch bereinigt und gewichtet. Der AO-Index ist die mittlere tägliche Abweichung von diesem monatlichen Basiswert. Diese Methodik berücksichtigt auch die Einflüsse aller anderen bekannten Telekonnektionsmuster.

Phasen der AO und Folgen für Umwelt und Klima

Datei:Nao+ao~variance.gif
Varianz der monatlichen Basiswerte für AAO und AO (NOAA; 1950–2000)<ref name="cpc.ncep.noaa"/>

Wie alle Strömungen lässt sich auch die AO in zwei Phasen einteilen:<ref name="wetterprognose-wettervorhersage.de" />

  • In der positiven Phase treiben im Winter starke Westwinde die warme Atlantikluft nach Nordeuropa und Sibirien sowie die Polregionen. Dies hat direkte negative Auswirkungen auf die dortige Eisdicke<ref>Markus Becker: Kann das Polareis dem wachsenden Treibhauseffekt standhalten? (PDF; 27 kB) Dezember 2000, abgerufen am 10. Mai 2010.</ref><ref>I. G. Rigor, J. M. Wallace und R. L. Colony: Response of sea ice to the Arctic oscillation. J. Clim. 15 (2002), S. 2648–2663</ref>.
  • In der negativen Phase kann kalte Polarluft weiter nach Süden vordringen. Die Folge daraus können kühlere Temperaturen in Europa sein (mit höherer Wahrscheinlichkeit über die Wintermonate).

Die Varianz der monatlichen AO-Basis-Indizes ist im Winter groß (um 2), im Sommerhalbjahr klein (um 0,5).<ref name="cpc.ncep.noaa"/> Das stellt die Stabilität der Wetterlagen dar.

Besondere Wetterereignisse im Zusammenhang mit der AO (Auswahl)

Siehe auch

Weblinks

Commons: Polarwirbel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />