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Narsarsuaq

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Narsarsuaq
(Narssarssuaĸ)
Flughafen Narsarsuaq vom Signal Hill – ein Flugzeug im Landeanflug
Flughafen Narsarsuaq vom Signal Hill – ein Flugzeug im Landeanflug
Flughafen Narsarsuaq vom Signal Hill – ein Flugzeug im Landeanflug
Kommune Kommune Kujalleq
Distrikt Narsaq
Einwohner 139 (1. Januar 2026)
Siedlungsstatus 1941–1958: Militärbasis
ab 1966: mind. de facto Dorf (heute Dorf)
Demonym
(Plural; Singular mit -mioq/-miu)
Narsarsuarmiut
Postleitzahl 3923
Zeitzone UTC-2
Koordinaten 61° 9′ 38″ N, 45° 25′ 49″ WKoordinaten: 61° 9′ 38″ N, 45° 25′ 49″ W
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Lage in Grönland
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Lage in der Kommune Kujalleq

Narsarsuaq [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˌnɑˈsːɑsːuɑq] (nach alter Rechtschreibung Narssarssuaĸ) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Narsaq in der Kommune Kujalleq.

Lage

Narsarsuaq gehört zu den Orten Grönlands, die am weitesten vom Ozean entfernt sind. Der Ort liegt im Tal des Gletschers Kiattuut Sermiat am Fjord Tunulliarfik. 5 km westlich liegt am gegenüberliegenden Ufer Qassiarsuk.<ref>Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.</ref>

Geschichte

Die Siedlung wurde 1941 von der United States Army als Militärbasis Bluie West One gegründet, eine wichtige Zwischenstation zwischen den USA und Europa. Zeitweise waren hier bis zu 3000 Soldaten stationiert. Die meisten der heutigen Gebäude stammen aus dieser Zeit, ebenso der Flughafen. Das Lazarett wurde während des Koreakrieges (1950–1953) vergrößert, seine Bettenzahl stieg von 250 auf 1000.<ref name="sb">Sabine Barth: Grönland. 4. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7701-7307-5, S. 120 ff.</ref> 1958 wurde der Stützpunkt schließlich aufgegeben und von Dänemark übernommen und teils zivil, aber nach dem Untergang der Hans Hedtoft auch als Seenotrettungsbasis und Eisbergmeldestation genutzt.<ref>Einar Lund Jensen, Helge Schultz-Lorentzen, Peter A. Friis: Narsarsuaq. Den Store Danske.</ref><ref>Ove Hermansen: Bluie West One. Den Store Danske.</ref> Zu diesem Zweck wurde Narsarsuaq stark ausgebaut. 1959 wurde ein Kraftwerk errichtet. 1970 gab es zwei Hotels im Ort, die zusammen Platz für knapp 220 Gäste boten, während der Ort selbst nur rund 100 Einwohner hatte.<ref>Pie Barfod: Flyvepladsen Narssarssuaq. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 420.</ref> Seit 1978 wird der Flughafen für internationalen Luftverkehr genutzt.<ref name="plan">Narsarsuaq. Kommunalplan der Kommune Kujalleq (2017–2028).</ref> Seit 1987 steht er unter Obhut der grönländischen Regierung.<ref name="sb"/>

Nachdem man bereits seit einigen Jahrzehnten in Südgrönland versuchsweise Bäume gepflanzt hatte, wurden 1976 auch einige Bäume an den Berghängen des Suuluaqqap Qaqqaa gepflanzt, der direkt an Narsarsuaq anschließt. Von diesen starben die meisten nach kurzer Zeit und erst nach mehreren Jahren Vorbereitung wurden ab 1988 neue Bäume gepflanzt. Diese Anpflanzung auf einer Fläche von 15 ha trägt den Namen Arboretum groenlandicum wurde vor allem von Kenneth Høegh vorangetrieben und umfasst etwa 20.000 Bäume aus 110 verschiedenen Baumarten. Es wird vom Institut für Geowissenschaft und Naturverwaltung der Universität Kopenhagen als Forschungsobjekt genutzt.<ref>The Greenlandic Arboretum in Narsarsuaq. Københavns Universitet.</ref>

Wirtschaft

Der Flughafenbetrieb bildet den Großteil der Ökonomie von Narsarsuaq. Der Tourismus spielt daher auch eine übergeordnete Rolle im Ort. Es gibt beispielsweise ein Hotel und ein Wandererheim und Boote fahren Touristen in die umliegenden Dörfer. Narsarsuaq hat zudem landwirtschaftliches Potential.<ref name="plan"/> Angesichts des Baus eines internationalen Flughafens in Nuuk und eines Regionalflughafens für Südgrönland in Qaqortoq wurde im März 2022 beschlossen, den Flughafen zu schließen und 2025 in einen Heliport umzuwandeln. Ohne den Flughafen würde dem Dorf die wirtschaftliche Grundlage entzogen, was zur Absiedlung führen würde. So würde die Einwohnerzahl bei einer Schließung laut einer Prognose wohl auf 21 Einwohner sinken.<ref>Thomas Munk Veirum: Paviasen: Borgerne har fået besked om Narsarsuaq - den lukkes for fly. Sermitsiaq.AG (31. März 2022).</ref>

Infrastruktur und Versorgung

Der Flughafen Narsarsuaq ist der zweite internationale Flughafen Grönlands neben dem Flughafen Kangerlussuaq und damit der wichtigste Flughafen Südgrönlands. Es gibt zudem einen Hafen, der etwas weiter südlich liegt. Eine Schotterpiste führt um den Fjord herum und verbindet Narsarsuaq über die Schäfersiedlungen Kiattuut, Arnannguit, Qinngua Kangilleq, Qinngua, Qorlortoq und Qorlortup Itinnera mit Qassiarsuk.

Nahezu alle Gebäude sind wegen der US-amerikanischen Vergangenheit an das Strom-, Wasser- und Abwassernetz angeschlossen. Es wird erwogen, Narsarsuaq über ein Wasserkraftwerk am Motzfeldtip Tasia mit Strom zu versorgen.<ref name="plan"/>

Bebauung

Narsarsuaq hat eine Schule, die von der 1. bis zur 9. Klasse unterrichtet und in einem Schulgebäude von 2001 untergebracht ist. Das alte Schulgebäude wird heute als Kindergarten genutzt.

Ein Gebäude von 1943 wird heute als Museum genutzt und ist als schützenswert eingestuft. Das Museum behandelt die Geschichte von Narsarsuaq, aber auch die Grænlendingar und die südgrönländische Schafzucht.<ref name="plan" />

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Sport

In Narsarsuaq wurde 2011 der Fußballverein FC Bluie Narsarsuaq gegründet, wobei der Name des Vereins an die ehemalige Militärbasis angelehnt ist.<ref>Greenland - List of Foundation Dates. Abgerufen am 20. Juni 2024.</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl von Narsarsuaq unterliegt großen Schwankungen und ist in den letzten 40 Jahren mehrfach gestiegen oder gesunken, aber auf lange Sicht relativ gleich geblieben.<ref>Einwohnerzahl Narsarsuaq seit 1977. Grønlands Statistik.</ref>

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Weblinks

Commons: Narsarsuaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Folgende Orte gehörten der 1950 gebildeten Gemeinde Narsaq an (Schäfersiedlungen kursiv):

Bewohnte Orte: Arnannguit | Attarnaatsoq | Eqaluit Iluat | Igaliku | Igaliku Kujalleq | Inneruulalik | Ipiutaq | Issormiut | Kangerlua | Narsaq (Stadt) | Narsarsuaq | Nunataaq | Qassiarsuk | Qinngua | Qorlortoq | Qorlortup Itinnera | Sillisit | Tasiusaq | Timerliit | Uummannartuuaraq

Verlassene Siedlungen: Iterlak († 2009) | Itilleq Kangilleq († 2007) | Itilleq Killeq († 2009) | Kiattuut († ?) | Narsarsuaaraq († ?) | Niaqornaq († 1954) | Qarmat († 1953) | Qimarnuffik († 2012) | Qinngua Kangilleq († 2009)

Für vor 1950 aufgegebene Siedlungen, siehe Kategorie:Ort im Distrikt Narsaq. Vorlage:Klappleiste/Ende

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