Peter Thiel
Peter Andreas Thiel (* 11. Oktober 1967 in Frankfurt am Main)<ref>Peter Thiel in der Notable Names Database, abgerufen am 9. September 2015 (englisch)</ref> ist ein US-amerikanischer Investor, paläolibertärer Tech-Unternehmer und Milliardär deutscher Herkunft.
Gemeinsam mit Max Levchin gründete er den Online-Bezahldienst PayPal und war zeitweise Geschäftsführer des Unternehmens. Thiel war der erste externe Kapitalgeber des damals unter dem Namen Facebook gegründeten Social-Media-Unternehmens Meta Platforms und an der Gründung diverser weiterer Unternehmen beteiligt, darunter Mithril Capital Management, Valar Ventures – wo er auch Vorstandsvorsitzender ist – wie auch Palantir Technologies. Thiel fungiert als Partner des Risikokapital-Unternehmens Founders Fund in San Francisco und als Präsident des Hedgefonds Clarium Capital.
Thiel unterstützt Politiker wie Donald Trump und JD Vance finanziell und lehnt Demokratie als Staatsform ab. Er befürwortet wirtschaftliche Monopole, die er als „Fortschrittsmotoren“ sieht; freien Wettbewerb hält er für ineffizient. Neuerdings begründet er sein Denken und Handeln zunehmend christlich-fundamentalistisch<ref name=":5">Die Peter Thiel Story (1/6) – Willkommen im Thielverse. In: deutschlandfunk.de. 27. Mai 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref>.
Leben
Thiel wurde am 11. Oktober 1967 in Frankfurt am Main als Sohn von Klaus und Susanne Thiel geboren.<ref name="immigrantentrepreneurship">Meghan O’Dea: Peter Thiel. Biographie. In: immigrantentrepreneurship.org. 22. August 2018, abgerufen am 7. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Vater war Chemiker.<ref>Sind Sie ein Wahrsager? Interview mit Investor Peter Thiel – HAZ – Hannoversche Allgemeine. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. September 2016; abgerufen am 12. November 2016.</ref> Als Peter Thiel ein Jahr alt war, wanderten seine Eltern in die Vereinigten Staaten aus<ref>Jörg Burger: Und wie ging es weiter für … Peter Thiel, Risikokapitalgeber. Zeit Online, 10. Dezember 2007, abgerufen am 1. April 2011.</ref> und ließen sich zunächst in Cleveland, Ohio, nieder. Wegen wechselnder Arbeitsorte des Vaters zog die Familie immer wieder um. Thiel wurde in Johannesburg in Südafrika eingeschult und besuchte dann eine deutsche Schule in Swakopmund im damals südafrikanisch besetzten Südwestafrika, wo sein Vater als Bergbaubeamter in einer Uranmine arbeitete.<ref>Amy Goodman: Elon Musk Was Raised Under Racist Apartheid Laws in South Africa. What Does He Believe Now? In: Democracy Now! 11. Februar 2025, abgerufen am 2. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Interview mit Chris McGreal). Mit Verweis auf: Henry Kamm: South‐West Africa City Remains ‘More German Than Germany’. In: The New York Times. 30. Oktober 1976, abgerufen am 2. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Stimmungsbild aus Swakopmund 1976).</ref> 1977 ließ die Familie sich im kalifornischen Foster City nieder.<ref name="immigrantentrepreneurship" />
Ein Philosophie-Studium an der Stanford University schloss Thiel 1989 mit einem Bachelor of Arts ab. 1992 erlangte er an der Stanford Law School den Juris Doctor. Anschließend arbeitete Thiel in New York – zunächst für einen Bundesrichter und dann in der Anwaltskanzlei Sullivan & Cromwell LLP. Bereits nach weniger als einem Jahr wechselte er als Derivate-Händler zur Credit Suisse. 1996 kehrte er nach Kalifornien zurück und gründete dort seinen eigenen Anlagefonds Thiel Capital Management.<ref>On Innovation, Entrepreneurialism, and Law. In: Stanford Lawyer. Stanford Law School, 31. Mai 2011, abgerufen am 2. November 2016.</ref>
Investor
1998 lernte Thiel den Informatiker Max Levchin kennen. Im Dezember 1998 gründete er zusammen mit Levchin und Luke Nosek in Palo Alto, Kalifornien, das Unternehmen Confinity. Im März 2000 wurde von Confinity zusammen mit Elon Musks Firma X.com das Start-up-Unternehmen PayPal gegründet. Thiel investierte 280.000 US-Dollar und wurde Chief Executive Officer (CEO) des Unternehmens. 2002 brachte Thiel PayPal an die Börse. Mit dem Erlös von 55 Millionen US-Dollar aus der Übernahme von PayPal durch eBay im selben Jahr gründete Thiel Clarium Capital Management, einen Global-Macro-Hedgefonds, der Anfang 2007 ungefähr 2,1 Milliarden US-Dollar verwaltete. 2003 war Thiel Mitbegründer von Palantir Technologies, das von der CIA durch deren Risikokapitalgesellschaft In-Q-Tel mit aufgebaut wurde. Das Unternehmen entwickelt Datenanalyse-Software, die von der US-amerikanischen Regierung unter anderem für Geheimdiensttätigkeiten und die Terrorbekämpfung eingesetzt wird.<ref>Christian Bergmann, Christian Fuchs: SAP arbeitet für die NSA. Zeit Online, 10. März 2015, abgerufen am 11. März 2015.</ref> Gleichzeitig ist er Vorsitzender und seit Ende 2014 größter Anteilseigner dieser Firma.<ref>Ryan Mac: Palantir Aiming To Raise $400 Million In New Round. Forbes, 11. Dezember 2014, abgerufen am 11. März 2015.</ref> Im Juni 2004 stieg Thiel als erster Investor mit einem Darlehen von 500.000 US-Dollar bei Facebook ein. Später wandelte er es in 7-Prozent-Anteile an Facebook um. Beim Facebook-Börsengang im Mai 2012 verkaufte Thiel 16,8 Millionen Facebook-Anteile im Wert von 640 Millionen US-Dollar. Nach dem Ende der Haltefrist für Investoren am 16. August verkaufte er weitere 20 Millionen Aktien für rund 400 Millionen US-Dollar.<ref>„Facebooks erster Investor Peter Thiel verabschiedet sich“, Depotagent, 21. August 2012</ref> Seit Anfang des Jahres 2015 investiert Thiel in den wachsenden Cannabismarkt der USA.<ref>Internet-Milliardär Peter Thiel investiert in Marihuana. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Januar 2015, abgerufen am 15. Februar 2016.</ref> Seit März 2020 beteiligt er sich am jungen Biotech-Unternehmen AbCellera. Im März 2024 schied er aus persönlichen Gründen aus dem Aufsichtsrat von AbCellera aus.<ref>Mark Böschen: Peter Thiel Start-up Abcellera verdreifacht Börsenwert beim Handelsstart. In: manager magazin. Abgerufen am 21. Dezember 2020.</ref><ref>MarketScreener: AbCellera Biologics Inc. kündigt Änderungen im Vorstand an – MarketScreener. 23. Februar 2024, abgerufen am 6. Januar 2025.</ref> Zu seinen weiteren Investitionen gehören FinTech-Unternehmen wie Deposit Solutions und nextmarkets, das börsennotierte Medizintechnik-Unternehmen MagForce sowie die Biotech-Firma Compass Pathways.<ref>Gemeinsame Investments mit Thiel – Business Insider</ref> Außerdem investierte Thiel ab 2021 in die Website Rumble, eine kanadische Videoplattform, der Desinformation vorgeworfen wird und die in Verbindung zu Truth Social von Donald Trump steht.<ref>Andrew Colin: Trump and Trumpism: The Destructive Politics of American Fascism. Lexington, Lanham 2023, ISBN 978-1-66695-037-3, S. 105.
Keach Hagey: Peter Thiel, J.D. Vance Invest in Rumble Video Platform Popular on Political Right. In: wsj.com, 19. Mai 2021, abgerufen am 29. Dezember 2025.</ref>
Neben seiner Tätigkeit als Finanzmanager engagierte sich Thiel vielfältig. So finanzierte er als sogenannter Executive Producer die satirische Filmkomödie Thank You for Smoking. Zudem fördert Thiel gezielt junge Gründer im Technologiebereich. Im Jahr 2011 vergab er Stipendien an zwanzig Studenten in den USA im Wert von jeweils 100.000 US-Dollar.<ref>Yvonne Ortmann: Peter Thiel: Medienscheuer Star-Investor im Porträt. t3n, 24, 13. Dezember 2011. Abgerufen am 3. April 2012.</ref> Bei der Republican National Convention 2016 war Thiel Delegierter für Donald Trump,<ref name="NYT2016-26-05">Andrew Ross Sorkinmay: Peter Thiel, Tech Billionaire, Reveals Secret War With Gawker. In: The New York Times. 25. Mai 2016, abgerufen am 14. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Peter Thiel’s latest bet. Abgerufen am 14. Dezember 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Peter Thiel Rede auf dem Republican National Convention im Wortlaut).</ref> für dessen Wahlkampf er 1,25 Millionen US-Dollar gespendet haben soll.<ref>Thiel spendet für Trump. In: FAZ, 18. Oktober 2016, S. 23 (Ausgabe D1).</ref>
Politik
Haltung zur Demokratie
Seine Haltung zur Demokratie wird als demokratie-skeptisch,<ref name="lemonde1">Raphaëlle Bacqué, Damien Leloup, Alexandre Piquard: Peter Thiel, the libertarian billionaire waging war on government. In: Le Monde. 22. Juli 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder als antidemokratisch<ref>Dietrich Karl Mäurer: Sorge vor Missbrauch bei Software des US-Unternehmens Palantir. In: tagesschau.de. 4. August 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> oder postdemokratisch beschrieben.<ref>Patrick Zarrelli: Peter Thiel Isn't Anti-Democracy, He's Post-Democracy. In: South Florida Media. 26. August 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> In der Berichterstattung wird er unter anderem als „Ayn-Rand-Libertärer“,<ref>Haydn Belfield: There's no libertarian approach to preventing the end of the world. In: Vox. 7. März 2023, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> „plutokratisch-reaktionär“,<ref name="Heer 06302025">Jeet Heer: The Billionaires Are Abandoning Humanity. In: The Nation. 30. Juni 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> „militaristisch-technolibertär“<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Intercept, 17. November 2024 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> oder „libertär-autoritaristisch“ bezeichnet.<ref>Oliver Nachtwey, Carolin Ailinger: The new authoritarian personality. In: New Statesman. 7. Dezember 2023, abgerufen am 23. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Laut dem französischen Ökonomen Yann Algan prägten unter anderem Thiel und Elon Musk die Vorstellung einer libertären KI-Herrschaft, die vor allem von US-amerikanischen Tech-Giganten vertreten wird. Darin ist Künstliche Intelligenz das Werkzeug für eine radikal dezentralisierte, von Algorithmen gesteuerte Demokratie. KI und dezentralisierte autonome Organisationen (DAO) könnten traditionelle Herrschaftsstrukturen ersetzen und die Rolle staatlicher Institutionen mindern. Dieses Modell, das Effizienz und individuelle Freiheit über demokratische Schutzmechanismen stellt, werfe die Fragen auf, wer Fairness und Verantwortlichkeit sicherstelle, wo die demokratische Kontrolle sei und ob dieses Drängen nach einer „Liquid Democracy“ schließlich die Hoheit der Demokratie schwäche.<ref>Yann Algan, Gillett Babinet: AI Must Be Governed Democratically to Preserve Our Future (englisch), HEC Paris, 14. Februar 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref>
Thiel bekennt sich zum Paläolibertarismus – einer politischen Philosophie, die persönliche Freiheit über staatlichen Einfluss stellt. Den freien Markt lehnt er ab, da freier Wettbewerb Profite senke. Wettbewerb sei „eine Ideologie, […] die unsere Gesellschaft pervertiert und unser Denken zerstört“. Freiheit und Demokratie hält Thiel für unvereinbar.<ref name="standard20211230" /> Wettbewerb sei etwas für Verlierer, weshalb er Firmengründern rät, durch innovative Technologien Monopole aufzubauen, die er entgegen der klassischen Sichtweise als Fortschrittsmotoren propagiert. Dabei unterscheidet er zwischen „kreativen Monopolen“ und „illegalen Tyrannen oder Lieblingen der Regierung“, die keine Monopolrenten verdient hätten. Seine Thesen wirkten als intellektuelle Rückendeckung für Technologiekonzerne, die eine marktbeherrschende Stellung anstrebten, indem sie Konkurrenten kaufen oder vernichten. Dies gelte insbesondere für die Gedankenwelt des Silicon Valley, die Thiel mit seinen Ideen entscheidend geprägt hat. Hierzu zählt auch die von ihm gelobte Praxis, Behörden gegenüber zu lügen, um sich deren Einfluss zu entziehen, da aus seiner Sicht „Firmen über Staaten“ stünden. Laut Thiel „lügen Monopolisten, um sich zu schützen. Ihnen sei bewusst, dass das Angeben mit ihrem Monopol sie zu Überprüfungen, Kontrollen und Angriffen zwingt. Da sie unbedingt wollten, dass ihre Monopolgewinne ungestört weiterfließen, täten sie alles, um ihr Monopol zu verbergen – in der Regel, indem sie die Macht – nicht vorhandener – Konkurrenz übertrieben.“<ref>Alexander Fanta: Peter Thiel – Ein Idol fürs Monopol. Netzpolitik.org vom 3. Oktober 2021, abgerufen am 23. Oktober 2025.
Peter Thiel: Competition Is for Losers. The Wall Street Journal vom 12. September 2014.
Peter Thiel: How to Start a Startup: Competition is for Losers. Vortrag an der Stanford University im Autumn Quarter 2014/2015.</ref>
Unternehmen würden besser geführt als Regierungen, weil an ihrer Spitze ein alleiniger Entscheider mit quasi diktatorischer Vollmacht stehe, der keiner demokratischen Legitimation bedürfe. Aus ähnlichen Gründen sieht er das Frauenwahlrecht kritisch, obwohl man es seiner Einschätzung nach nicht abschaffen sollte: Beteiligung von Frauen sei – wie Wahlen und demokratische Partizipation überhaupt – kein erfolgversprechender Weg zur Steuerung einer freien Gesellschaft.<ref>Nils Kögler, Steve Haak: Er hat Milliarden und hasst den Staat. In: T-Online. 9. Februar 2022, abgerufen am 13. August 2022.</ref>
Thiel werden Kontakte zur neoreaktionären Bewegung (NRx) und deren geistigem Vordenker Curtis Yarvin nachgesagt. So investierte Thiel in dessen dezentralisierte Server-Computerplattform Urbit. Yarvin hatte sich auf seinem privaten Blog für die Abschaffung der Demokratie und ihre Ersetzung durch als private Aktiengesellschaften geführte absolutistische und quasi-monarchistische Regime ausgesprochen.<ref>Park MacDougald: Why Peter Thiel Wants to Topple Gawker and Elect Donald Trump. In: Intelligencer. 14. Juni 2016, abgerufen am 10. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Corey Pein: The Moldbug Variations. In: The Baffler. 9. Oktober 2017, abgerufen am 10. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Yarvins politische Agenda hält er für nicht praktikabel, da sie letztlich für Wissenschaft und Technik nicht „akzelerationistisch“ sei, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die individuellen Rechte und bürgerlichen Freiheiten. Es werde aussehen wie China unter Xi Jinping oder Wladimir Putins Russland.<ref>Barton Gellman: Peter Thiel Is Taking a Break From Democracy. In: The Atlantic. 9. November 2023, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> Menschen sollten weniger Zeit darauf verwenden, „das System verändern zu wollen“. Stattdessen sollten sie „Dinge außerhalb davon schaffen“.<ref name="Schuessler">Jennifer Schuessler: Still No Flying Cars? Debating Technology's Future. In: The New York Times. 21. September 2014, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref>
Thiel war einer der Investoren der von Patri Friedman gegründeten Privatstadt Próspera in Honduras, deren Bau 2021 nach Plänen von Patrik Schumacher begann.<ref>Laurie Clarke: A crypto-libertarian paradise just lost an existential battle with Honduras. In: restofworld.org. 11. Mai 2022, abgerufen am 19. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>New York Times: The For-Profit City That Might Come Crashing Down, Artikel vom 28. August 2024, aufgerufen am 19. März 2025.</ref><ref>n-tv: Tech-Milliardäre planen „Freiheitsstädte“ ohne Regeln, Artikel vom 11. März 2025, aufgerufen am 19. März 2025.</ref>
Seine politische Orientierung zeichnete sich bereits während des Studiums ab: 1987 gründete er die libertäre wöchentlich erscheinende Campuszeitung The Stanford Review. Schon im Wahlkampf 2008 unterstützte er den libertär eingestellten Ron Paul für die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Im Präsidentenwahlkampf 2012 war er Pauls größter Einzelspender, er spendete 2,6 Millionen US-Dollar in Pauls Super-PAC, und auch die Tea-Party-Bewegung erhielt Geld von ihm.<ref>Matthias Kolb, Washington: Millionen für die Kandidaten – Finanziers der US-Republikaner. In: sueddeutsche.de. 27. Februar 2012, abgerufen am 12. Juni 2025.</ref> In einem Aufsatz von 2009 bezeichnete er Freiheit und Demokratie als miteinander unvereinbar („Most importantly, I no longer believe that freedom and democracy are compatible“).<ref name="cato">Friedman, Education of a Libertarian, Blog des Cato Institute, 2009.</ref> Er unterstützt Patri Friedman mit seinem Projekt Seasteading, ein anti-nationales, libertäres Vorhaben von Siedlungen auf See außerhalb von Nationalstaaten.<ref name="cato" /><ref name=":0">Andreas Kemper: Privatstädte Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus. 1. Auflage. Münster 2022, ISBN 978-3-89771-175-4, S. 62 ff.</ref> 2020 investierte er weitere Millionen Dollar in Friedmans Privatstadt-Fund Pronomos Capital.<ref>Private Städte – exklusiv und antidemokratisch. In: Frankfurter Rundschau. 2. Februar 2022, abgerufen am 31. März 2022.</ref><ref name=":0" />
Thiel ist Mitglied im Steering Committee der Bilderberg-Konferenz.<ref>Steering Committee. In: Bilderberg Meetings. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Mai 2014; abgerufen am 16. Oktober 2010.</ref>
Sein zusammen mit Garri Kasparow und Max Levchin geschriebenes Buch The Blueprint von 2012 diagnostiziert eine Stagnation des technologischen Fortschritts und plädiert für umfassendere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um den globalen Wohlstand zu erhöhen.
Nach Trumps erster Wahl zum US-Präsidenten wirkte er als einer seiner Berater.<ref>Sie nennen ihn den „Schattenpräsidenten“. In: FAZ, 27. Juni 2017.</ref>
In einem Interview 2019 mit der Neuen Zürcher Zeitung sprach Thiel von der „Gleichschaltung der Köpfe“ im Silicon Valley. Das sei der Grund für seinen Umzug nach Los Angeles. Beobachter hatten seine Entfremdung vom Silicon Valley dagegen auf die Außenseiterposition zurückgeführt, in die er infolge seiner Unterstützung von Donald Trump in diesem Umfeld geraten sei.<ref>Thorsten Schröder: Dem Establishment zum Trotz. In: Die Zeit. 1. November 2016, abgerufen am 13. August 2022.</ref> Das Handeln des amerikanischen Präsidenten nannte er in dem Interview 2019 „viel zu wenig disruptiv“, dennoch wolle er ihn weiterhin unterstützen. Die populistische Bewegung in den USA, aber auch in Europa, führt er auf eine ökonomische Stagnation zurück, die seit Jahrzehnten anhalte und von den Leuten empfunden, von der Ökonomie und der Politik aber geleugnet werde.<ref>René Scheu, Los Angeles: Peter Thiel: «Donald Trump handelt für mich zu wenig disruptiv». In: nzz.ch. 5. April 2019, abgerufen am 29. Januar 2024.</ref>
Thiel förderte nach Trumps Wahlkampf 2020 jüngere, dem rechtspopulistischen Trump nahestehende Republikaner,<ref>Frank Herrmann: Peter Thiel, der Spendenkaiser der US-Populisten. In: derstandard.de. 16. Februar 2022, abgerufen am 31. Mai 2022: „Wie aus dem kreativen Freigeist ein Geldgeber der populistischen Rechten mit ihren autoritären Neigungen werden konnte, darauf versucht Max Chafkin in der Biografie The Contrarian Antworten zu geben“</ref> unter anderen Blake Masters, den Mitautor von Zero to One, der Präsident der Thiel-Stiftung ist und 2022 als Kandidat für das Amt des Senators für den Bundesstaat Arizona antrat, jedoch unterlag, Josh Hawley, Senator für den Bundesstaat Missouri, und JD Vance, der 2022 als Senator für Ohio kandidierte und gewann.<ref>Süddeutsche Zeitung, 3. Januar 2022, Seite 9.</ref> Masters und Vance erhielten von ihm je 10 Millionen Dollar für ihre Wahlkampagnen.<ref name=":1">Roland Lindner: Peter Thiel verlässt Facebook – für Trump. FAZ.NET, 8. Februar 2022</ref>
Im Februar 2022 erklärte Thiel, sich aus dem Verwaltungsrat von Meta Platforms zurückziehen zu wollen und bei der kommenden Aktionärsversammlung nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten, weil er sich laut US-Medienberichten anlässlich der US-Kongresswahlen 2022 politisch stärker engagieren und sich für Trumps Agenda einsetzen wolle.<ref name=":1" /><ref>Diana Dittmer: Wer ist Peter Thiel? Der Mann, der Trump wieder an die Macht bringen will, n-tv.de, 12. Februar 2022</ref>
Die von ihm abgelehnte sogenannte „Woke-Bewegung“ führt er auf das Christentum zurück, weil dieses immer Partei für die Opfer ergreife.<ref>Isaac Schorr: Billionaire GOP Donor Peter Thiel Blames Christianity for ‘Wokeness’: ‘It Always Takes the Side of the Victim’. mediaite.com, 1. August 2024; Robert Misik: Immer im Krieg. In: taz vom 17. August 2024, S. 10.</ref>
Haltung zur Religion
Thiel ist ein bekennender Christ mit einer ausgeprägten apokalyptischen Weltanschauung, der christliche Werte mit libertären und politischen Zielen verbindet, indem er biblische Prophezeiungen ernst nimmt. Dies zeigt sich in seinen Investitionen in religiöse Tech-Unternehmen wie die Gebets-App Hallow, die eine neue Bewegung im US-Konservatismus prägt.<ref name=":3" />
In seiner apokalyptischen Weltanschauung greift er auf das biblischen Wort Katechon aus Vorlage:Bibel/Link zurück. Er verbreitet seine Thesen nur in Einzelgesprächen<ref name=":3">Christian Schiffer: Peter Thiels apokalyptischer Plan für Amerika. Bayerischer Rundfunk, 19. Juni 2025, abgerufen am 3. Januar 2026.</ref> und Interviews oder in Vorträgen vor ausgesuchtem Publikum,<ref name=":4">Nicolas Killian: Peter Thiel: Warum die Welt bald untergeht. In: Die Zeit. 13. November 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 4. Januar 2026]).</ref><ref>Theologe fordert Auseinandersetzung mit Tech-Milliardär Peter Thiel. 11. Dezember 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> das er zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nach Thiel ist das Katechon das, was Gesellschaften wehrhaft mache und Innovationen vorantreibe. Es stehe für den Prozess des technischen Fortschritts. Die Tech-Nerds betrachtet Thiel als die personalisierten Aufhalter (= Katechon) der drohenden Apokalypse und des Antichrist; politisch seien das derzeit die USA.<ref name=":2">Florian Baab: Peter Thiel und die Apokalypse. Oder: Ideologiekritik als Aufgabe der Theologie. In: Feinschwarz. 1. Januar 2026, abgerufen am 3. Januar 2026.</ref><ref name=":5" />
Hier liege, so der katholische Theologe Florian Baab, eine Schnittmenge dieser „reaktionären Silicon-Valley-Ideologie“ zur Bewegung des Trumpismus. Und hier bestehe auch eine Überschneidung zu der ultranationalistischen Philosophie Alexander Dugins. Für beide seien der Antichrist transnationale Allianzen wie die Europäische Union, die UNO und die NATO; sie würden letztlich eine bürokratisch überlastete, innovationsfeindliche und überwachende Weltregierung herbeiführen, die die Welt in den Untergang, die Apokalypse, trieben.<ref name=":2" /><ref>Bernard Mallmann: Wir sollten uns mehr um den Antichrist sorgen …: Eine kleine Erzählung von Peter Thiel. In: Communio. Herder-Verlag, abgerufen am 3. Januar 2026.</ref> Angesichts des Umstandes, dass Thiels Reichtum gerade auf dem erfolgreichen Geschäft mit Überwachungssoftware seiner Firma Palantir beruht, führten seine Befürchtungen vor einem weltweiten Überwachungsstaat zu der Frage, ob Thiel nicht selbst das sei, was er anderen vorwirft zu sein, nämlich der Antichrist.<ref>BR24: Ist US-Tech-Milliardär Peter Thiel der Antichrist? | Possoch klärt | BR24. 3. Juli 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref>
„Gerade in Krisenzeiten greifen Menschen auf die Figur des Antichristen zurück“, sagt Wilhelm Guggenberger, der Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, den Peter Thiel 2025 für zwei Tage zu einer privaten Tagung an der Fakultät aufsuchte. „Das hat im Christentum durchaus Tradition, obwohl der Antichrist in der Bibel ein absolutes Randthema ist.“<ref name=":4" /> Dass Menschen ihre Gegner als Antichrist verunglimpfen, sei so alt wie der christliche Glaube, so der Zeit-Journalist Nicolas Killian, der eine vertrauliche Vortragsreihe Thiels 2025 in San Francisco besuchte. „Vieles in Thiels Welt klingt widersprüchlich. Aus diesem Potpourri an Quellen formuliert der Milliardär seine Theorien, auf der Jagd nach den „Agenten des Antichrist“, die dessen Aufstieg beschleunigen könnten. Als hochverdächtig gilt ihm die 22-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg, die laut Thiel eine Art Ökodiktatur errichten will.“<ref name=":4" />
Der Jesuit Klaus Mertes wirft Thiel vor, „die Geschichten der Bibel zu missbrauchen“; aus Mangel an theologischer Bildung seien insbesondere kirchenferne Menschen für solche Art von Fundamentalismus anfällig. Bei Thiel stehe dahinter die Angst, mit seinem riesigen Vermögen von internationalen Regelwerken gebändigt und beherrscht zu werden; als Oligarch fühle er sich als Opfer dieser Regeln. Daher lade er seinen Kampf apokalyptisch auf.<ref>Gespräch mit Klaus Mertes: „Ich misstraue Menschen, die im Namen Gottes auftreten“. In: Die Zeit. Nr. 1 – 2026, 30. Dezember 2025, S. 14.</ref><ref>Klaus Mertes: Die Aufhaltung des Antichrist. Irrlichternde Paulus-Exegese heute. Abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> Überhaupt stelle sich die Frage, „ob Thiels Weltbild sein Handeln antreibt oder ob die Figur des Antichrist nicht ein Weg ist, seine Entscheidungen zu rechtfertigen“-<ref name=":4" />
Im März 2026 reiste Thiel nach Rom, um dort private Vorlesungen über den Antichrist zu halten. Auch zuvor hatte er sich schon in Schriften und Reden mit dem Antichrist beschäftigt und dort formuliert, dass dieser nicht notwendigerweise eine Person sein müsse, sondern auch in Form eines Regierungssystems erscheinen könne und Macht erlange, indem er die Ängste von Menschen ausbeute, beispielsweise vor Künstlicher Intelligenz, dem Klimawandel oder einem Atomkrieg.<ref>Peter Thiel’s secret lectures on Antichrist in Rome spark debate. In: CNN, 16. März 2026. Abgerufen am 17. März 2026.</ref>
Privates
Auch als Schachspieler war Thiel aktiv, allerdings sind seit Ende Juli 2003 keine Turnierpartien mehr verzeichnet. Mit der Elo-Zahl von 2199, die er während zwei Turnieren in San Francisco 2003 erzielte, zählte er zu den tausend besten Schachspielern in den USA.
Mitte Oktober 2017 heiratete er in Wien seinen Lebenspartner Matt Danzeisen, mit dem er bereits seit zehn Jahren liiert war.<ref>Regina F. Graham: PayPal co-founder Peter Thiel ties the knot with longtime boyfriend during ceremony held in Austria. In: Daily Mail Online. 18. Oktober 2017, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref> Dieser war als Investmentbanker zunächst bei Bank of America Securities, dann bei BlackRock tätig.<ref>Matt Danzeisen | Career, Personal Life, and Public Profile, markmagazine.co.uk</ref> 2017 wurde Danzeisen Leiter für private Investitionen bei Thiel Capital, mit Schwerpunkt auf Nordamerika und Asien. Bis 2021 war er Vorsitzender der Investmentfonds Bridgetown 1 und Bridgetown 2, gesponsert von Thiel Capital und Richard Lis Pacific Century Group.<ref>Peter Thiel, Major U.S. Political Donor, Is Said to Pursue Maltese Citizenship, New York Times, 2022</ref>
Sie haben zwei Töchter, die durch eine Leihmutterschaft gezeugt wurden.<ref>Mit Facebook machte Peter Thiel ein Vermögen – seinen eigenen Kindern erlaubt er nur 1,5 Stunden Bildschirmzeit pro Woche, businessinsider.de</ref>
Thiel lebte ab 1977 mit seinen Eltern in Kalifornien, während seiner Studienzeit in Stanford, beruflich dann einige Jahre in New York, ab 1996 wieder in San Francisco. 2018 zog er nach Los Angeles, wo seine private Vermögensverwaltung Thiel Capital ihren Sitz hat, während seine Fonds Founders Fund und Clarium Capital offiziell in San Francisco gemeldet blieben. Palantir hat seinen Sitz in Denver, Colorado. Seinen privaten Wohnsitz verlegte Thiel 2021 aus Steuergründen nach Miami in Florida, wo er mit seiner Familie auf Fisher Island lebt.<ref>Peter Thiel tells Joe Rogan his next move is either to Nashville or Miami to avoid California taxes, fortune.com, 19. April 2024</ref><ref>Peter Thiel buys $18M Miami estate once featured in MTV’s ‘The Real World’, foxbusiness.com, 21. Januar 2021</ref>
Thiel besitzt seit 2011 auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft.<ref>Hannes Vogel: Peter Thiel ist auch Neuseeländer In: n-tv.de, 25. Januar 2017 (abgerufen im April 2017)</ref><ref>Christoph Rottwilm: Peter Thiels zweite Staatsbürgerschaft, Gestatten: Investor, Trump-Freund – und heimlich „Kiwi“. In: manager-magazin.de. 1. Februar 2017, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref>
Thiel interessiert sich für Kryokonservierung und sicherte sich einen Platz bei der Alcor Life Extension Foundation in Arizona, um seinen Körper im Kälteschlaf konservieren zu lassen;<ref>Courtney Weaver: Inside the weird world of cryonics. In: Financial Times. 18. Dezember 2015, abgerufen am 22. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> er sehnt sich stark danach, ewig zu leben.<ref>(en) Interview mit Barton Gellman 2023: PETER THIEL IS TAKING A BREAK FROM DEMOCRACY The Atlantic, abgerufen am 21. Januar 2025</ref> Im August 2016 wurde bekannt, dass er sich zur Verjüngung Blut von jungen Spendern spritzen lassen möchte.<ref>Christoph Drösser: Peter Thiel: Lieber ewig wahnsinnig als normal und sterblich. In: Zeit Online. 4. August 2016, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref><ref>Thilo Jahn, Anne-Katrin Eutin: Peter Thiel will „blutjung“ werden. In: Deutschlandfunk Nova. 6. August 2016, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref> Er unterstützte die Arbeiten von Aubrey de Grey zur Überwindung der Alterungsprozesse beim Menschen mit mehreren Millionen US-Dollar.<ref>Anna Gielas: Der Milliardär, ohne den es Facebook nicht gäbe. Cicero, 27. März 2012.</ref>
Im Jahr 2021 wurde bekannt, dass er Versuche, ausgestorbene Wollhaarmammuts wiederzubeleben, finanziell unterstützt. Der Molekularbiologe George Church erhielt mindestens 100.000 US-Dollar von Thiel, um im Zwischenschritt „Mammut-Elefanten-Hybride“ durch eine genetische Kreuzung mit asiatischen Elefanten und schließlich die vor etwa 10.000 Jahren ausgestorbene Spezies neu zu erschaffen.<ref>Andrew Dunn: Wie Harvard-Genetiker George Church mithilfe einer Biotech-Firma das ausgestorbene Wollhaar-Mammut wiederbeleben will. In: Business Insider. 15. September 2021, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref>
Im Jahre 2007 wurde er durch den US-Klatschblog Gawker als homosexuell geoutet.<ref>Owen Thomas: Peter Thiel is totally gay, people. In: Gawker. Abgerufen am 26. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Prozess des ehemaligen Wrestlers Hulk Hogan gegen das Online-Portal übernahm er Hogans Anwaltskosten in Höhe von 10 Millionen US-Dollar. Gawker hatte ein Sex-Video des Ex-Profisportlers veröffentlicht und wurde zu einem Schadenersatz von 115 Millionen US-Dollar verurteilt. Infolgedessen musste Gawker sein Erscheinen einstellen.<ref>Patrick Bernau: Peter Thiel gegen Gawker: Rache, jahrelang geplant. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. Mai 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. Mai 2016]).</ref><ref>Willi Winkler: Glotzt doch!, in: Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2016, S. 32</ref> Nachdem dies bekannt geworden war, teilte Thiel in einem Interview mit, dass er mehrere Prozesse gegen Gawker finanziert und ein eigenes Anwaltsteam damit beauftragt habe, Mandanten für Prozesse gegen Gawker zu gewinnen; Thiel bezeichnete dieses Vorgehen als „Philanthropie“.<ref name="NYT2016-26-05" /><ref>Ryan Mac: This Silicon Valley Billionaire Has Been Secretly Funding Hulk Hogan's Lawsuits Against Gawker. In: Forbes. 24. Mai 2016, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref> Am 22. Juli 2016 hielt Thiel auf dem Parteitag der Republikaner in Cleveland unter Applaus der Teilnehmer eine Rede, in der er Trump als Retter der Nation präsentierte und äußerte: „Ich bin stolz, schwul zu sein. Ich bin stolz, ein Republikaner zu sein. Vor allem bin ich stolz, Amerikaner zu sein“ (“I am proud to be gay. I am proud to be a Republican. But most of all, I am proud to be an American”).<ref>Frank Schmiechen: Parteitagsrede, Peter Thiel: „Ich bin stolz, schwul zu sein“. In: Business Insider, 22. Juli 2016.</ref><ref>Bewegende Rede von Star-Investor Peter Thiel: „Ich bin stolz, schwul zu sein“. In: Business Insider, 22. Juli 2016.</ref>
Im Dezember 2021 wurde bekannt, dass der zurückgetretene österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz als Global Strategist für Thiel arbeitet,<ref>Alexandra Föderl-Schmid: Kurz wechselt zu Trump-Unterstützer Thiel. In: sueddeutsche.de. 30. Dezember 2021, abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref><ref name="standard20211230">Hans Rauscher: Freiheit vs. Demokratie. Die Philosophie des Peter Thiel, des neuen Chefs von Sebastian Kurz. In: Der Standard. Wien 30. Dezember 2021 (derstandard.at [abgerufen am 3. Dezember 2024]).</ref><ref>Stephan Löwenstein: Kurz und der Kronzeuge. Plant Österreichs früherer Kanzler ein Comeback trotz laufender Verfahren? FAZ, 3. Dezember 2024, abgerufen am 3. Dezember 2024.</ref> die Tätigkeit endete spätestens 2025.<ref>Daniel Hüfner: Wie Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz zum Start-up-Millionär wurde. In: Capital.de, 19. Februar 2025.</ref> Im Zuge der Enthüllungen aus den Epstein-Akten geriet auch Thiels enge persönliche Freundschaft und geschäftliche Zusammenarbeit mit Jeffrey Epstein in den Fokus der Öffentlichkeit.<ref>Philipp Kollenbroich: So nah standen sich Epstein und der deutsche Unternehmer Thiel. In: Der Spiegel. 16. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.</ref>
Vermögen
Im Februar 2022 schätzte Forbes sein Privatvermögen auf 2,6 Milliarden US-Dollar.<ref>Zachary Snowdon Smith: Peter Thiel Leaving Meta Board To Focus On Pro-Trump Politics. 7. Februar 2022, abgerufen am 21. Februar 2022: „Thiel, whose net worth stands at $2.6 billion, plans to step down at Meta’s 2022 Annual Meeting of Stockholders, the company announced.“</ref> Bloomberg schätzte sein Privatvermögen im Mai 2022 auf 7,8 Milliarden US-Dollar.<ref>Peter Thiel. In: Bloomberg.com. (bloomberg.com [abgerufen am 1. Mai 2022]).</ref> Laut Forbes belief sich sein Privatvermögen im April 2026 auf 27,3 Milliarden US-Dollar.<ref>Peter Thiel. Abgerufen am 10. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In Neuseeland besitzt er unter anderem ein 193 Hektar großes Grundstück am Lake Wānaka.<ref>Peter Thiel: Umweltschützer protestieren gegen Anwesen von Facebook-Investor in Neuseeland – manager magazin. Abgerufen am 23. Januar 2022.</ref>
Thiel gründete 2005 die Thiel Foundation, die im Jahr 2023 ein Stiftungsvermögen von 44 Millionen US-Dollar verwaltete.<ref>Andrea Suozzo, Alec Glassford, Ash Ngu, Brandon Roberts: The Thiel Foundation – Nonprofit Explorer. 9. Mai 2013, abgerufen am 20. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Stiftung spendete unter anderem für Seasteading, Lebensverlängerung und KI-Sicherheit.
Schriften
- mit David Sacks: The Diversity Myth: Multiculturalism and the Politics of Intolerance at Stanford. Independent Institute, Oakland 1996, ISBN 0-945999-42-9.
- The Education of a Libertarian. Cato Institute, 13. April 2009. Archiviert vom Original am 16. April 2014.
- mit Garri Kasparov, Max Levchin: The Blueprint: Reviving Innovation, Rediscovering Risk, and Rescuing the Free Market. W. W. Norton & Company, New York 2012, ISBN 0-393-08147-8.
- mit Blake Masters: Zero to One: Wie Innovation unsere Gesellschaft rettet. Campus-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3-593-50160-4.
Auszeichnungen
- 2013: Crunchie Award als Venture Capitalist des Jahres von TechCrunch<ref>Congratulations Crunchies Winners! GitHub Wins Best Overall Startup, TechCrunch (31. Januar 2013) – abgerufen am 30. Juli 2015.</ref>
- 2021: Frank-Schirrmacher-Preis<ref>DeutschlandRadio, abgerufen am 6. Oktober 2021.</ref><ref>Interview mit Peter Thiel: Die Leute sind risikoscheu, FAZ.net (7. Oktober 2021).</ref>
Rezeption in der Populärkultur
In David Finchers Spielfilm The Social Network (2010), das die Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerks Facebook thematisiert, wird Thiel vom Schauspieler Wallace Langham verkörpert.<ref>Debanjali Bose: 'The Social Network,' a fictionalized version of Facebook's founding story, is 10 years old. Here's where the people behind the characters are now. Abgerufen am 7. Januar 2021.</ref>
Thiel war eine Inspiration für die Figur des Tobias Erkner in Jonas Lüschers Roman Kraft (2017).<ref>Trend-Autor Jonas Lüscher: «Die Reichen werden unsterblich und der grosse Rest überflüssig». In: bz Basellandschaftliche Zeitung. 15. April 2017 (basellandschaftlichezeitung.ch [abgerufen am 17. Februar 2018]).</ref>
In dem Song Right Time to Thiel (2022) von Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale werden Thiels politische Äußerungen im Stil eines James-Bond-Titelliedes satirisch thematisiert.<ref>Jan Böhmermann – „Right Time to Thiel“ | ZDF Magazin Royale. Abgerufen am 11. Februar 2022.</ref>
In der Miniserie The Playlist (2022), welche die Entstehungsgeschichte von Spotify erzählt, wird Thiel vom Schauspieler Orlando Wells verkörpert.
Literatur
- Max Chafkin: Peter Thiel. Wie der Pate des Silicon Valley die Welt beherrscht. FinanzBuch, München 2021, ISBN 978-3-95972-330-5 (mit Anmerkungen).
- Max Chafkin: The Contrarian: Peter Thiel and Silicon Valley’s Pursuit of Power. Bloomsbury, London 2021, ISBN 978-1-5266-1956-3 (englische Originalausgabe).
- Thomas Rappold: Peter Thiel. Facebook, PayPal, Palantir. Wie Peter Thiel die Welt revolutioniert. Die Biografie. FinanzBuch, München 2017, ISBN 978-3-95972-051-9.
- George Packer: Die Abwicklung. Eine innere Geschichte des neuen Amerika. Fischer, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-596-03025-5 (Taschenbuchausgabe; die deutsche Erstausgabe erschien 2014 bei S. Fischer).
- Jimmy Soni: The founders: Elon Musk, Peter Thiel and the company that made the modern internet, Atlantic Books, London 2022, ISBN 978-1-78649-828-1.
- Peter Thiel im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Profil von Peter Thiel im Forbes-Magazine.
- Peter Thiel bei Founders Fund, von Thiel mitgegründetes Risikokapital-Unternehmen.
Dokumentationen und Podcast
- Vorlage:Mediathek
- Die Peter Thiel Story. In: Deutschlandfunk, 2025 (6 Teile).
- Peter Thiel & Gene & Evie Mag Pt. 2. (Kritik und Einordnungen zum Deutschlandfunk-Podcast Die Peter Thiel Story ab 1:04:30). In: Feminist Shelf Control, 1. August 2025.
- Peter Thiel – „politisch entfesselter Neoreaktionär“ In: Deutschlandfunk, 12. Juni 2025.
- The U.S. Economy with Peter Thiel. Video auf YouTube (Interview).
- Peter Thiel | Cambridge Union Video auf Youtube aus dem Jahr 2024.
Einzelnachweise
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thiel, Peter |
| ALTERNATIVNAMEN | Thiel, Peter Andreas (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Investor deutscher Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 11. Oktober 1967 |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main, Deutschland |
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