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Thioacetamid

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Strukturformel
Struktur von Thioacetamid
Allgemeines
Name Thioacetamid
Andere Namen
  • TAA
  • Thioessigsäureamid
Summenformel C2H5NS
Kurzbeschreibung

farbloser, nach faulen Eiern riechender, kristalliner Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-541-4
ECHA-InfoCard 100.000.493
PubChem 2723949
ChemSpider 2006126
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 75,13 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

1,37 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

113–114 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

leicht in Wasser (163 g·l−1)<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.000.493">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350​‐​302​‐​315​‐​319​‐​412
P: 201​‐​273​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

301 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="merck" />

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−71,7 kJ/mol<ref name="CRC90_5_22">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-22.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Thioacetamid ist das Amid der Thioessigsäure. Es besitzt die Summenformel C2H5NS und ist strukturell eng verwandt mit Acetamid.

Herstellung

Thioacetamid kann aus Acetamid und Phosphorpentasulfid mit Benzol als Lösungsmittel hergestellt werden.<ref>George Schwarz: 2,4-DIMETHYLTHIAZOLE [Thiazole, 2,4-dimethyl-]. In: Organic Syntheses. 1945, doi:10.15227/orgsyn.025.0035.</ref>

Vorlage:Formel

Verwendung

Beim Erwärmen in wässriger Lösung zerfällt es zu Schwefelwasserstoff und Ammoniumacetat. Deshalb wird es im klassischen Kationentrennungsgang sowie in der gravimetrischen Kupferbestimmung zur In-situ-Erzeugung von Schwefelwasserstoff benutzt.

Vorlage:Formel

Datei:Thioacetamide by Danny S. - 001.jpg
Thioacetamid auf einer Uhrglasschale

Vorteilhaft gegenüber dem direkten Einsatz von Schwefelwasserstoffgas ist die sehr bequeme Dosierung und Anwendung, der günstige Verlauf der homogenen Fällung und vor allem die Tatsache, dass kein giftiges H2S-Gas gelagert und eingesetzt werden muss.

Thioacetamid ist giftig und karzinogen, aber gut zu handhaben, da es sich um einen Feststoff handelt. Im Labor ist es meist die bessere Alternative, in der Technik wird nach wie vor das wesentlich preiswertere Schwefelwasserstoffgas verwendet.

TAA spielt auch eine Rolle als profibrogene Substanz zur Erforschung der Fibrose von Organen, speziell Leberfibrose und Zirrhose. Hier wird es zur Induktion von Leberschäden in Tiermodellen eingesetzt.<ref>Pauline Heizer: Desoxyribose nuclei acid (DNA) content and size of rat liver nuclei during thioacetamide intoxication and recovery. In: Chromosoma 7: 281–327, 1955.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein