(939) Isberga
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| Asteroid (939) Isberga | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2.24791 AE |
| Exzentrizität | 0.176375 |
| Perihel – Aphel | Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE |
| Neigung der Bahnebene | 2.58317 ° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | Vorlage:Str round° |
| Argument der Periapsis | Vorlage:Str round° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Siderische Umlaufperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | Vorlage:Str round km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 10,4 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,23 |
| Rotationsperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Absolute Helligkeit | Vorlage:Str round mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Karl Wilhelm Reinmuth |
| Datum der Entdeckung | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Andere Bezeichnung | 1920 TD, 1930 QP, 1957 QE, 1957 UU |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien
(939) Isberga ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 4. Oktober 1920 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 12,8 mag entdeckt wurde. Er wird von einem kleinen Begleiter umkreist.
Karl Reinmuth entdeckte so viele Kleinplaneten, dass es ihm oft schwerfiel, Namen für die nummerierten zu finden. Daher verwendete er häufig Mädchennamen aus dem Kalender „Lahrer Hinkender Bote“. Diese Namen müssen keine Verbindung zu seinen Zeitgenossen haben.
Wissenschaftliche Auswertung
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (939) Isberga zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 11,0 km bzw. 0,21.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).</ref> Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 10,4 km bzw. 0,23 korrigiert.<ref>J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).</ref> Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 8,2 km bzw. 0,48 angegeben, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.<ref>C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Masiero, J. Bauer, R. M. Cutri, T. Grav, E. Kramer, S. Sonnett, R. Stevenson, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year One: Preliminary Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 814, Nr. 2, 2015, S. 1–13, doi:10.1088/0004-637X/814/2/117 (PDF; 1,07 MB).</ref>
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 24. Februar bis 4. März 2006 am Calvin-Rehoboth Observatory in New Mexico. Aus der während sechs Nächten aufgezeichneten Lichtkurve ließ sich für jede einzelne Nacht ohne Umstände eine kurze Rotationsperiode von 2,9173 h bestimmen. Außerdem wurde in den Daten eine sekundäre Periode von 26,8 h gefunden, die als die Umlaufperiode eines Begleiters interpretiert wurde. Eine genaue Analyse erbrachte darüber hinaus in den Lichtkurven von vier Nächten Hinweise auf Verfinsterungen. Insgesamt wurde dies als starke Beweislage für die Existenz eines Satelliten angesehen.<ref name="molna">L. A. Molnar, M. J. Haegert, C. N. Beaumont, M. J. Block, T. H. Brom, A. R. Butler, P. L. Cook, A. G. Green, J. P. Holtrop, K. M. Hoogeboom, J. J. Kulisek, J. S. Lovelace, J. S. Olivero, A. Shrestha, J. F. Taylor, K. D. Todd, J. D. Vander Heide, S. O. Van Scoter: Lightcurve Analysis of a Magnitude Limited Asteroid Sample. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 35, Nr. 1, 2008, S. 9–12, bibcode:2008MPBu...35....9M (PDF; 616 kB).</ref>
Weitere photometrische Beobachtungen erfolgten am gleichen Ort im Dezember 2008/Januar 2009, von März bis Juni 2010 und im September 2011. Zusammen mit Beobachtungen an zahlreichen weiteren Observatorien aus dem Zeitraum August 2011 bis Januar 2012 konnten dabei während insgesamt 101 Nächten Lichtkurven aufgezeichnet werden, die in einer Untersuchung von 2015 zu einer Rotationsperiode von 2,9170 h ausgewertet wurden.<ref name="carry">B. Carry, A. Matter, P. Scheirich, P. Pravec, L. Molnar, S. Mottola, A. Carbognani, E. Jehin, A. Marciniak, R. P. Binzel, F. E. DeMeo, M. Birlan, M. Delbo, E. Barbotin, R. Behrend, M. Bonnardeau, F. Colas, P. Farissier, M. Fauvaud, S. Fauvaud, C. Gillier, M. Gillon, S. Hellmich, R. Hirsch, A. Leroy, J. Manfroid, J. Montier, E. Morelle, F. Richard, K. Sobkowiak, J. Strajnic, F. Vachier: The small binary asteroid (939) Isberga. In: Icarus. Band 248, 2015, S. 516–525, doi:10.1016/j.icarus.2014.11.002 (arXiv-Preprint: PDF; 585 kB).</ref> Neue Messungen gab es noch einmal vom 20. bis 28. Mai 2017 während drei Nächten am Etscorn Campus Observatory in New Mexico, aus denen auch eine Periode von 2,917 h abgeleitet wurde.<ref>D. K. Klinglesmith III, S. Hendrickx, C. Kimber: Asteroids Observed from Estcorn Observatory. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 44, Nr. 4, 2017, S. 345–348, bibcode:2017MPBu...44..345K (PDF; 1,09 MB).</ref>
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 für den Asteroiden eine prograde Rotation mit einer Periode von 2,91701 h berechnet.<ref>J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).</ref> Aus den gleichen Daten konnte dann in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 2,91702 h bestimmt werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref>
Isberga und ihr Satellit
Nachdem 2006 durch photometrische Messungen von (939) Isberga ihre wahrscheinliche Binarität festgestellt worden war (siehe oben),<ref name="molna" /> wurden eine Reihe von Beobachtungen mit verschiedenen Techniken durchgeführt: Es wurden zahlreiche optische Lichtkurven über einen langen Zeitraum von 2006 bis 2012 an verschiedenen Observatorien aufgezeichnet (siehe oben), am 22. August 2011 erfolgten spektroskopische Beobachtungen in nahen Infrarot mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi und am 7. und 10. Oktober 2011 gab es interferometrische Messungen im mittleren Infrarot mit dem Very Large Telescope Interferometer (VLTI) am Paranal-Observatorium in Chile mit einer Basislinie von 57 m, was eine räumliche Auflösung von etwa 10 km am Ort des Asteroiden ermöglichte. Ziel dieser Untersuchungen war die Charakterisierung der Oberflächenzusammensetzung, der Umlaufbahn, der Größe, der Masse und der Dichte des Doppelasteroidensystems. Die Auswertung aller Daten erbrachte folgende Ergebnisse:<ref name="carry" /><ref>W. R. Johnston: (939) Isberga. In: Asteroids with Satellites Database – Johnston’s Archive. 15. Juni 2022, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Der Primärkörper, der Asteroid (939) Isberga, besitzt einen volumenäquivalenten Durchmesser von etwa 12,4 km, eine Masse von 3,5∙1015 kg und (mit einiger Porosität) eine Dichte von 2,9 g/cm³ sowie Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells von 1,3:1,1:1.
- Der Sekundärkörper, der (noch unbezeichnete) Satellit, ist etwa 3 ½-mal kleiner, er besitzt einen volumenäquivalenten Durchmesser von etwa 3,6 km, bei gleicher angenommener Dichte eine Masse von 0,1∙1015 kg und Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells von 1,1:1:1. Alle Angaben zu Massen und Dichten besitzen jedoch hohe Unsicherheiten.
- Der Satellit umläuft seinen Zentralkörper sehr eng auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn mit einer Großen Halbachse von etwa 33 km und einer Umlaufzeit von 26,6304 h. Die Bahn ist nur wenig gegen die Ebene der Ekliptik geneigt, so dass von der Erde aus ständig Bedeckungen und Verfinsterungen beobachtbar sind.
- Für die Spektralklasse von (939) Isberga wurde eine taxonomische Klassifizierung als S- oder Sq-Typ getroffen mit einer Oberflächenzusammensetzung aus gewöhnlichem Chondrit mit hohem Eisengehalt und einer Albedo im sichtbaren Bereich von 0,14.
Siehe auch
Weblinks
- (939) Isberga beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (939) Isberga in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (939) Isberga in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
Einzelnachweise
<references />