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(530) Turandot

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Asteroid
(530) Turandot
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Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database
Epoche: Vorlage:JD (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3.19156 AE
Exzentrizität 0.216783
Perihel – Aphel Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 8.56132 °
Länge des aufsteigenden Knotens Vorlage:Str round°
Argument der Periapsis Vorlage:Str round°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Siderische Umlaufperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit Vorlage:Str round km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 84,9 km ± 2,6 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden.
Absolute Helligkeit Vorlage:Str round mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
F
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate
Andere Bezeichnung 1904 GB, 1911 QF, 1934 JK, 1934 NE1, 1949 DD, 1966 DS
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Vorlage:Infobox Asteroid/Kategorien

(530) Turandot ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 11. April 1904 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,6 mag entdeckt wurde.

Der Asteroid ist benannt nach einer Märchenfigur, die seit Carlo Gozzis Theaterstück Turandot (1762) als chinesische Prinzessin in Erscheinung tritt. Konkret wird als Namensgeber zwar die gleichnamige Oper Giacomo Puccinis angegeben,<ref>L. D. Schmadel: (530) Turandot. In: Dictionary of Minor Planet Names. Springer, Berlin/Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-29925-7, S. 56, doi:10.1007/978-3-540-29925-7_531 (online).</ref> die allerdings erst 1926, und somit 20 Jahre nach der Benennung des Asteroiden durch den Entdecker uraufgeführt wurde.<ref>M. Wolf: Benennung von kleinen Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 172, Nr. 4128, 1906, Sp. 389–392, doi:10.1002/asna.19061722412 (PDF; 181 kB).</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (530) Turandot, für die damals Werte von 84,9 km bzw. 0,05 erhalten wurden.<ref>E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).</ref> Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 85,6 km bzw. 0,05.<ref>J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, C. Nugent, M. S. Cabrera: Preliminary Analysis of WISE/NEOWISE 3-Band Cryogenic and Post-cryogenic Observations of Main Belt Asteroids. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 759, Nr. 1, L8, 2012, S. 1–8, doi:10.1088/2041-8205/759/1/L8 (PDF; 3,27 MB).</ref>

Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (530) Turandot eine taxonomische Klassifizierung als C- bzw. Cb-Typ.<ref>D. Lazzaro, C. A. Angeli, J. M. Carvano, T. Mothé-Diniz, R. Duffard, M. Florczak: S3OS2: the visible spectroscopic survey of 820 asteroids. In: Icarus. Band 172, Nr. 1, 2004, S. 179–220, doi:10.1016/j.icarus.2004.06.006 (arXiv-Preprint: PDF; 3,49 MB).</ref>

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 13. bis 28. Juli 1986 am La-Silla-Observatorium. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 10,77 h abgeleitet.<ref>M. Di Martino, E. Dotto, A. Cellino, M. A. Barucci, M. Fulchignoni: Intermediate size asteroids: Photoelectric photometry of 8 objects. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 112, 1995, S. 1–7, bibcode:1995A&AS..112....1D (PDF; 184 kB).</ref> Dies war aber offenbar eine Fehlauswertung, denn neue Beobachtungen vom 31. Mai bis 30. Juni 2014 während 16 Nächten am Organ Mesa Observatory in New Mexico wurden zu einer Rotationsperiode von 19,960 h ausgewertet. Alle anderen Periodizitäten zwischen 8 und 48 h konnten dagegen sicher ausgeschlossen werden, darunter auch die doppelte Periode.<ref>F. Pilcher: Rotation Period Determiniations for 24 Themis, 65 Cybele, 108 Hecuba, 530 Turandot, and 749 Malzovia. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 41, Nr. 4, 2014, S. 250–252, bibcode:2014MPBu...41..250P (PDF; 314 kB).</ref> Dieses Ergebnis wurde auch durch Messungen vom 11. August bis 15. September 2020 an sechs Observatorien der argentinischen Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) mit einem Wert von 19,94 h bestätigt.<ref>M. Colazo, A. Stechina, C. Fornari, M. Santucho, A. Mottino, E. Pulver, R. Melia, N. Suárez, D. Scotta, A. Chapman, J. Oey, E. Meza, E. Bellocchio, M. Morales, T. Speranza, F. Romero, M. Suligoy, P. T. Passarino, M. Borello, R. Farfán, F. Limón, J. Delgado, R. Naves, C. Colazo: Asteroid Photometry and Lightcurve Analysis at GORA Observatories. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 48, Nr. 1, 2021, S. 50–55, bibcode:2021MPBu...48...50C (PDF; 1,92 MB).</ref>

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (530) Turandot, für die in einer Untersuchung von 2021 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 19,9537 h berechnet wurde.<ref>J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).</ref>

Weitere photometrische Beobachtungen erfolgten vom 1. bis 29. November 2021 während zehn Nächten wieder am Organ Mesa Observatory, wo nun eine Rotationsperiode von 19,961 h bestimmt wurde,<ref>F. Pilcher: Lightcurves and Rotation Periods of 330 Adalberta, 494 Virtus, 530 Turandot, 784 Pickeringia, and 1009 Sirene. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 2, 2022, S. 122–124, bibcode:2022MPBu...49..122P (PDF; 1,12 MB).</ref> sowie vom 3. bis 26. November 2021 während 10 Nächten am Deep Sky West Observatory in New Mexico (abgeleitete Periode 19,955 h).<ref>E. V. Dose: Lightcurves of Seventeen Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 2, 2022, S. 141–148, bibcode:2022MPBu...49..141D (PDF; 2,20 MB).</ref> Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 19,954 h bestimmt werden.<ref>J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).</ref>

Um die Kenntnis über Rotation, Form und Größe der unter den Asteroiden vorkommenden langsamen Rotatoren zu verbessern, wurden in einem Projekt photometrische Daten gesammelt und die Lichtkurven zur Erstellung von 3D-Modellen für eine Anzahl Asteroiden benutzt. Eventuell auftretende Mehrdeutigkeiten wurden durch die Einbeziehung von Daten aus Sternbedeckungen eliminiert. Für (530) Turandot konnten in einer Untersuchung von 2023 aus Beobachtungsdaten der Jahre 1986 bis 2019 dreidimensionale Gestaltmodelle für zwei alternative Positionen der Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 19,9523 h berechnet werden. Ein Vergleich mit Beobachtungsdaten von drei Sternbedeckungen in 2006, 2019 und 2020 ermöglichte eine Bevorzugung für eine der Rotationsachsen. Für den Durchmesser wurde ein Wert von 89 ± 6 km bestimmt. Eine zum Vergleich durchgeführte Anwendung der Methode All-Data Asteroid Modelling (ADAM) führte zu nahezu identischen Ergebnissen mit gleicher Periode und einem Durchmesser von 89 ± 2 km, ebenfalls mit noch deutlicherer Bevorzugung der bereits zuvor ausgewählten Achse.<ref>A. Marciniak, J. Ďurech, A. Choukroun, J. Hanuš, W. Ogłoza, R. Szakáts, L. Molnár, A. Pál, F. Monteiro, E. Frappa, W. Beisker, H. Pavlov, J. Moore, R. Adomavičienė, R. Aikawa, S. Andersson, P. Antonini, Y. Argentin, A. Asai, P. Assoignon, J. Barton, P. Baruffetti, K. L. Bath, R. Behrend, L. Benedyktowicz, L. Bernasconi, G. Biguet, M. Billiani, D. Błażewicz, R. Boninsegna, M. Borkowski, J. Bosch, S. Brazill, M. Bronikowska, A. Bruno, M. Butkiewicz-Bąk, J. Caron, G. Casalnuovo, J. J. Castellani, P. Ceravolo, M. Conjat, P. Delincak, J. Delpau, C. Demeautis, A. Demirkol, M. Dróżdż, R. Duffard, C. Durandet, D. Eisfeldt, M. Evangelista, S. Fauvaud, M. Fauvaud, M. Ferrais, M. Filipek, P. Fini, K. Fukui, B. Gährken, S. Geier, T. George, B. Goffin, J. Golonka, T. Goto, J. Grice, K. Guhl, K. Halíř, W. Hanna, M. Harman, A. Hashimoto, W. Hasubick, D. Higgins, M. Higuchi, T. Hirose, R. Hirsch, O. Hofschulz, T. Horaguchi, J. Horbowicz, M. Ida, B. Ignácz, M. Ishida, K. Isobe, E. Jehin, B. Joachimczyk, A. Jones, J. Juan, K. Kamiński, M. K. Kamińska, P. Kankiewicz, H. Kasebe, B. Kattentidt, D.-H. Kim, M.-J. Kim, K. Kitazaki, A. Klotz, M. Komraus, I. Konstanciak, R. Könyves-Tóth, K. Kouno, E. Kowald, J. Krajewski, G. Krannich, A. Kreutzer, A. Kryszczyńska, J. Kubánek, V. Kudak, F. Kugel, R. Kukita, P. Kulczak, D. Lazzaro, J. Licandro, F. Livet, P. Maley, N. Manago, J. Mánek, A. Manna, H. Matsushita, S. Meister, W. Mesquita, S. Messner, J. Michelet, J. Michimani, I. Mieczkowska, N. Morales, M. Motyliński, M. Murawiecka, J. Newman, V. Nikitin, M. Nishimura, J. Oey, D. Oszkiewicz, M. Owada, E. Pakštienė, M. Pawłowski, W. Pereira, V. Perig, J. Perła, F. Pilcher, E. Podlewska-Gaca, J. Polák, T. Polakis, M. Polińska, A. Popowicz, F. Richard, J. J. Rives, T. Rodrigues, Ł. Rogiński, E. Rondón, M. Rottenborn, R. Schäfer, C. Schnabel, O. Schreurs, A. Selva, M. Simon, B. Skiff, M. Skrutskie, J. Skrzypek, K. Sobkowiak, E. Sonbas, S. Sposetti, P. Stuart, K. Szyszka, K. Terakubo, W. Thomas, P. Trela, S. Uchiyama, M. Urbanik, G. Vaudescal, R. Venable, Ha. Watanabe, Hi. Watanabe, M. Winiarski, R. Wróblewski, H. Yamamura, M. Yamashita, H. Yoshihara, M. Zawilski, P. Zelený, M. Żejmo, K. Żukowski, S. Żywica: Scaling slowly rotating asteroids with stellar occultations. In: Astronomy & Astrophysics. Band 679, A60, 2023, S. 1–43, doi:10.1051/0004-6361/202346191 (PDF; 14,0 MB).</ref>

Trivia

Der Name des Asteroiden wurde 1945 verwendet für die Taufe des US-amerikanischen Angriffsfrachtschiffs (Attack Cargo Ship) der Artemis-Klasse USS Turandot (AKA-47).

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />