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Fasia Jansen

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Fasia Jansen (* 6. Juni 1929 in Hamburg; † 29. Dezember 1997 in Oberhausen) war eine deutsche politische Liedermacherin und Friedensaktivistin.

Leben

Fasia Jansen war die uneheliche Tochter des deutschen Zimmermädchens Elli Jansen und des liberianischen Generalkonsuls Momolu Massaquoi, des Großvaters des Journalisten und Schriftstellers Hans-Jürgen Massaquoi (1926–2013). Obwohl beide in Hamburg aufwuchsen, kannten sie sich nicht persönlich.

Sie erlebte schon früh Hänseleien und Ausgrenzung sowohl aufgrund ihrer Hautfarbe als auch wegen ihrer nichtehelichen Geburt. Die im Hamburger Arbeiterviertel Rothenburgsort aufgewachsene Jansen durchlebte in der Zeit des Nationalsozialismus die Probleme eines offensichtlich „nichtarischen“ Menschen. Ihre an Josephine Baker orientierte Hoffnung, ihr Leben mit Musik und Tanz zu bestreiten, wurde vorerst zerstört, als sie mit elf Jahren laut Schulleiterin „aus Gründen ihrer Rasse“ aus der Tanzschule geworfen wurde.<ref name=":0">Ursula Trüper: Friedensbewegung: Lieder gegen die Bombe. In: junge welt. 19. April 2025, abgerufen am 23. April 2025.</ref> Drei Jahre später wurde sie „dienstverpflichtet“ und musste in einer Suppenküche arbeiten, die auch Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg belieferte.<ref>Marina Achenbach: Fasia - geliebte Rebellin. Oberhausen 2004, S. 24–29.</ref> Die Fünfzehnjährige erlebte sowohl die Brutalität der SS als auch die Verzweiflung der Häftlinge – Erlebnisse, die ihr Leben entscheidend prägten. Während dieser Zeit zog sie sich ein Herzleiden zu, unter dem sie den Rest ihres Lebens litt.

In der Nachkriegszeit versuchte Jansen, die Erfahrungen aus dem Lager zu verarbeiten und das Andenken der Toten und ihrer Ideale aufrechtzuerhalten. Sie begann wieder mit der Musik, zuerst im Hamburger Chor „Kulturgruppe Dreiklang“<ref name=":0" />, später auch mit eigenen Liedern. Sie zog ins Ruhrgebiet und engagierte sich in den politischen Kämpfen der Zeit. 1951 trat sie bei den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ost-Berlin vor etwa 30.000 Menschen auf.<ref name=":0" /> Sie hatte auch Auftritte bei zahlreichen Ostermärschen, unter anderem 1966 zusammen mit Joan Baez, spielte bei den großen Streiks vor den Werkstoren von Krupp, Hoesch oder Thyssen und bei der Weltfrauenkonferenz der UNO in Nairobi und trat auf den Burg-Waldeck-Festivals auf und engagierte sich in der Frauenbewegung, in der Umweltbewegung und gegen die Stationierung der US-amerikanischen Mittelstreckenraketen „Pershing II“.<ref name=":0" /> Sie erhielt zahlreiche Strafbefehle wegen Volksverhetzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, aber immer wieder auch Angebote, Schlager zu singen und somit kommerziell erfolgreich zu werden.

Fasia Jansen hatte ihre Wahlheimat in Oberhausen gefunden, eng verbunden mit dem dort ansässigen Assoverlag.<ref>Michaela Wiegand: Das Archiv des Fritz-Hüser-Instituts – Wie aus Engagement ein Archiv entstand in: Historischer Verein für Dortmund: Schreiben über Arbeit - Heimat Dortmund - 50 Jahre Hüser-Institut, Dortmund 2023, Heft 1/2023, S. 35</ref>

Der Nachlass Fasia Jansens wurde im Mai 2022 von der Fasia Jansen Stiftung an das Fritz-Hüser-Institut übergeben und ein Findbuch wird zur Zeit erstellt.<ref>Nordstadtblogger-Redaktion: Der Nachlass von Fasia Jansen liegt jetzt im Archiv des Fritz-Hüser-Instituts in Dortmund. In: Nordstadtblogger. 25. Mai 2022, abgerufen am 19. Juni 2023.</ref>

Zu ihrem 25. Todestag am 29. Dezember 2022 initiierten Die Grenzgänger gemeinsam mit der Fasia-Jansen-Stiftung ein Konzert mit ihren Liedern in Oberhausen.

In Hamburg wurde am 27. April 2024 im Rahmen der 21. Dokumentarfilmwoche erstmals die Neufassung des Films „Fasia - Von trutzigen Frauen und einer Troubadora“ von Re Karen gezeigt.<ref>Flyer des Kinos Metropolis über die Welturaufführung</ref>

Ehrungen

Literatur

  • Marina Achenbach: Fasia – geliebte Rebellin. Asso-Verlag, Oberhausen 2004, ISBN 3-921541-94-8

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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