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Wasserversorgung

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Datei:Drinking water.jpg
Trinkwasser aus einem Perlator eines Wasserhahns
Datei:WaterTruckCropped.JPG
Wasser aus dem Tanklaster – wenn aus der Leitung nicht genug kommt
Datei:Tennessee Valley Authority, Tenessee Housing, Fentress Co., Wilder, Tennessee, "The sole water supply of this section... - NARA - 195812.tif
Wasserversorgung per Handpumpe (1942)
Datei:Wasserversorgung in Namibia.webm
Wasserversorgung in Namibia
Datei:SRF Wissen - Wie funktioniert die Wasserversorgung in der Schweiz?.webm
Wie funktioniert die Wasserversorgung in der Schweiz?

Wasserversorgung ist die Erschließung und Bereitstellung von Trinkwasser für die Bevölkerung und Betriebswasser für Gewerbe und Industrie.

Technik und Organisation

Die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung ist ein Teil der Daseinsfürsorge<ref>Daseinsvorsorge – Begriff und Rechtsgrundlagen. (PDF; 337 kB) In: www.bundestag.de. Deutscher Bundestag – Wissenschaftliche Dienste, 12. Juni 2024, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref> und muss auf kommunaler Ebene für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Träger der Aufgabe sind meist Regiebetriebe oder kommunale Zweckverbände.

In technischer Hinsicht ist die Aufgabe der Wasserversorgung der Bau und der Betrieb von Anlagen

In organisatorischer Hinsicht müssen die entsprechenden Strukturen für die Abwicklung dieser Maßnahmen geschaffen werden. Dies können Unternehmen oder juristische Personen sein. Zudem wurden in einzelnen Staaten besondere Konstruktionen zur Gewährleistung der öffentlichen Wasserversorgung eingeführt. In Deutschland übernehmen diese Aufgaben die Kommunen oder Wasserverbände bzw. privatrechtlich organisierte Versorgungsunternehmen, die zumeist mehrheitlich in Kommunalbesitz sind, in Österreich die Wassergenossenschaften und Wasserverbände. In der Schweiz liegt die Wasserversorgung in der Kompetenz der Kantone. Diese delegieren den Versorgungsauftrag weiter an die Gemeinden und räumen ihnen diesbezüglich erhebliche Entscheidungsfreiheiten ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trinkwasser Schweiz: Wiege des Lebens – Wiege der Kultur (Memento vom 12. März 2005 im Internet Archive)</ref>

Das Mischen von unterschiedlichen Wässern in Wasserversorgungsnetzen kann Probleme verursachen.<ref>Studie zur Mischbarkeit von Wässern. In: tzw.de. Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), abgerufen am 15. August 2025.</ref>

Der technische Rahmen der Wasserversorgung basiert in Deutschland auf dem DVGW-Regelwerk, in der Schweiz auf dem SVGW-Regelwerk und in Österreich auf dem ÖVGW-Regelwerk. Ein Water Safety Plan kann den Wasserversorger sowohl bei der Risikoanalyse und Risikobewertung unterstützen als auch zur Qualitätssicherung im Betrieb anregen.

In küstennahen Trockengebieten trägt auch die Meerwasserentsalzung zur Wasserversorgung bei.

Eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung hat sich nicht bewährt, da mit der monopolartigen Unternehmensform notwendige Investitionen in die Infrastruktur zur Gewinnmaximierung unterbleiben. Beispielhaft mussten die Berliner Wasserwerke wieder zurückgekauft werden.<ref>Von der Teilprivatisierung zum Volksentscheid. In: berliner-wasserbuerger.de. Abgerufen am 8. Mai 2025.</ref> In England sind durch die Privatisierung die Kosten für Trinkwasser extrem angestiegen und erfordern öffentliche Mittel zum Weiterbetrieb.<ref>30 Jahre nach Privatisierung will Labour Englands Wassersektor verstaatlichen. In: www.lebensraumwasser.com. Siegfried Gendries, abgerufen am 8. Mai 2025.</ref><ref>Explodierende Wasserpreise in England! In: www.lebensraumwasser.com. Siegfried Gendries, abgerufen am 8. Mai 2025.</ref>

Geschichte

Über antike bis mittelalterliche Wasserversorgung siehe Wasserkunst und Schöpfräder.

In Deutschland erhielt die Hansestadt Hamburg im Jahr 1848 die erste moderne Wasserversorgung, Berlin folgte 1855, Magdeburg 1859. Die meisten weiteren Städte folgten in den 1860er und 1870er Jahren. In England wurde eine Wasserversorgung bereits in den 1840er Jahren eingerichtet, Wien erhielt im Jahr 1873 eine erste Hochquellenleitung aus dem Gebiet des Schneebergs. Eine zweite Hochquellenleitung aus dem Gebiet des Hochschwabs folgte von 1900 bis 1910. Dieses Aquädukt hat eine Länge von rund 170 km.<ref>NN: Die Stadt Graz – herausgegeben aus Anlaß der Achthundertjahrfeier 1928 im Selbstverlag der Stadtgemeinde Graz. S. 272.</ref> Durch das Vorhandensein einer Wasserversorgung konnte die Brandbekämpfung über die Wasserentnahme aus Hydranten wesentlich schneller und mit geringerem Aufwand vorgenommen werden.<ref>Franz-Josef Sehr: Der Bau der ersten Wasserleitung für Obertiefenbach. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 1999. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 1998, S. 274–276.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Hanns-Peter Mederer: Das Beste ist gerade gut genug. Wie die Münchner an ihr quellfrisches Wasser kommen. In: Charivari 3–4. 1999, S. 35–37.
  • Hans-Jürgen Leist: Wasserversorgung in Deutschland – Kritik und Lösungsansätze. oekom Verlag, München 2007, ISBN 978-3-86581-078-6.
  • Hanno Trurnit: Geschichte(n) hinterm Hahn – Von Wasserkunst und Wasserwerk. Frank Trurnit & Partner Verlag GmbH, Ottobrunn 2006, ISBN 3-9806986-6-1.
  • Shahrooz Mohajeri und Noyan Dinckal: Zentrale Wasserversorgung in Berlin und Istanbul. Einrichtung, Diffusions- und Akzeptanzprozesse im Vergleich. In: Technikgeschichte, Band 69 (2002), H. 2, S. 113–147.

Weblinks

Wiktionary: Wasserversorgung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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