Chondrosarkom
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| C41.9 | Bösartige Neubildung: Knochen und Gelenkknorpel, nicht näher bezeichnet |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Ein Chondrosarkom ist ein maligner Knochentumor, dessen Zellen Knorpelmatrix, jedoch im Gegensatz zum Osteosarkom keine Knochensubstanz (Osteoid) bilden. Anders als das Chondrom weist das Chondrosarkom ein größeres Zellreichtum, Pleomorphie und Kernatypien auf.<ref name="jundt">G. Jundt: Knochen in W. Böcker, H. Denk, Ph. U. Heitz, H. Moch: Pathologie, 4. Auflage, München, 20908 S. 1081f</ref>
Epidemiologie
Das Chondrosarkom ist der zweithäufigste bösartige Knochentumor. Sein Auftreten nimmt mit dem Alter zu und erreicht um das 6. Lebensjahrzehnt seinen Gipfel. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen. Bevorzugt tritt der Tumor in den Beckenknochen und am rumpfnahen Femur auf.<ref name="jundt" />
Das Chondrosarkom verursacht kaum Schmerzen. Metastasen treten spät auf. Das Risiko von Metastasen korreliert mit dem Grad der Entdifferenzierung. G1-Tumoren metastasieren sehr selten.<ref name="jundt" />
Therapie
Die Therapie ist eine Domäne der Chirurgie und besteht in der Resektion des Tumors. Amputationen sind allenfalls bei entdifferenzierten (hochmalignen) Formen und bei Gelenkbefall nötig. Die moderne Tumorendoprothetik kann auch in solchen Fällen helfen.<ref>Orthopädische Klinik und Poliklinik der Universität München: Tumorendoprothetik, abgerufen am 4. November 2012.</ref> Bei Inzisionsbiopsien muss der Biopsiekanal entfernt werden, da sonst Implantationsmetastasen drohen.<ref name="jundt" />
Da der Tumor in der Regel nur wenig strahlenempfindlich ist,<ref name="grifka">Jürgen Krämer, Joachim Grifka: Orthopädie, 7. Auflage, Heidelberg, 2005, S. 101f.</ref> sind weder Chemotherapien noch Strahlentherapien aussichtsreiche Optionen. Wenn die in der Regel differenzierten Chondrosarkome vollständig reseziert sind, bleibt die Lebenserwartung unverändert. Bei optimaler Therapie beträgt die Fünfjahresüberlebensrate rund 50 %.<ref name="grifka" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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