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Bilbao-Effekt

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Datei:Guggenheim-bilbao-jan05.jpg
Das Guggenheim-Museum in Bilbao mit der Ria des Nervión in der Innenstadt Bilbaos

Der Begriff Bilbao-Effekt oder Guggenheim-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten und geht auf die Entwicklung der nordspanischen Stadt Bilbao im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim-Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry zurück.<ref>Martin Dahms: Bilbao und der Guggenheim-Effekt – Ein Museum feiert silbernes Jubiläum. RND Redaktionsnetzwerk Deutschland, 22. Oktober 2022, abgerufen am 19. Februar 2024.</ref>

Auslöser war die Entscheidung der in New York ansässigen Guggenheim-Stiftung im Jahr 1981, die Europa-Filiale ihres Museums in der heruntergekommenen Industriestadt zu eröffnen, um Bilbao kulturell zu beleben. Joseba Arregui, von 1987 bis 1995 Kulturminister des Baskenlandes, erinnert sich: "Ich wusste sofort, dass das Guggenheim den gordischen Knoten zerschlagen würde".<ref>Karin Finkenzeller: Mal guggen. Die Zeit, 3. Oktober 2007, abgerufen am 19. November 2022.</ref>

Vom Bilbao-Effekt sprach der Journalist, Fotograf und Theologe Nicolas van Ryk in einer Veröffentlichung der Tageszeitung „Welt“ anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Guggenheim-Museums in Bilbao.<ref>Niklas van Ryk: Der Bilbao-Effekt. Die Welt, 6. Oktober 2007, abgerufen am 14. Dezember 2020.</ref> Er beschrieb den Effekt, der die Stadt vor der Bedeutungslosigkeit bewahrt habe: „Bilbao hat sich zu einem sehenswerten Wirtschaftszentrum mit künstlerischen Ambitionen gemausert.“ Im Jahr der Eröffnung des Museums war die Stadt Bilbao dagegen noch als „verwesende Industrieleiche […] im Schwefelhauch […] weitab von den großen Entwicklungspolen [der EU]“ bezeichnet worden.<ref>Jörg-Uwe Albig: Der Palast der zerbrochenen Formen, In: Geo 11/1997, S. 150.</ref>

Im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft benutzte Wolfgang Maennig diesen Begriff im Jahre 2010: Er sagte, dass er in Südafrika keine Aussicht auf einen „Bilbao-Effekt“ infolge der Modernisierungen im Ausrichterland sehe, da dafür am Kap die vier Prämissen nicht erfüllt seien, nämlich:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung (Memento vom 29. Juni 2021 im Internet Archive), abgerufen am 14. September 2012</ref>

  • zentrale Lage
  • in der Umgebung von Gewässern
  • mit innovativer, oft aber auch wenig funktionaler (oder gar unpraktischer) Architektur,
  • die zugleich provokativ und spektakulär wirkt.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />