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Western Digital

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Western Digital Corporation

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Rechtsform Corporation
ISIN US9581021055
Gründung 23. April 1970
Sitz San José, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Leitung
  • Kris Sennesael (CFO)<ref name="ar" />
  • Ahmed Shihab (CPO)<ref name="ar" />
  • Martin I. Cole (COB)<ref name="ar2025">Form 10K. (PDF) Western Digital Corporation. SEC, 13. August 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mitarbeiterzahl 40.000 (2025)<ref name="ar2025" />
Umsatz 9,52 Mrd. US-$ (2025)<ref name="ar2025" />
Branche Computerhardware
Website westerndigital.com

Western Digital Corporation (Markenname: WD, NasdaqWDC) ist ein US-amerikanischer Hersteller von Festplattenlaufwerken und Speicherprodukten mit Hauptsitz in San José (Kalifornien).

Firmengeschichte

1970er

Das Unternehmen wurde am 23. April 1970 als General Digital gegründet und war zuerst ein Hersteller von Testgeräten für MOS-Halbleiter. Schnell wurde es zu einem spezialisierten Halbleiter-Hersteller. Im Juli 1971 erhielt sie ihren heutigen Namen und der Unternehmenssitz wurde nach Newport Beach in Kalifornien verlegt. Kurze Zeit später kam mit dem UART WD1402A das erste eigene Produkt auf den Markt.

Während der 1970er-Jahre verdiente WD sein Geld hauptsächlich mit dem Verkauf von Chips für Taschenrechner und war 1975 deren größter unabhängiger Hersteller. Durch die Ölkrise und den Konkurs des größten Kunden Bowmar Instrument verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens dramatisch, so dass 1976 sogar Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet werden musste. WD konnte sich aber aus der misslichen Lage befreien und brachte mit der MCP-1600-CPU und dem WD1771-Laufwerks-Controller mehrere Meilensteine auf den Markt.

1980er

Datei:Western-Digital-F000-REV-X0-Top.jpg
ATA-Controller WD42C22 (1988)

Seit Anfang der 1980er-Jahre stellt WD Festplattencontroller her und lieferte mit dem WD1003 den Controller für den IBM PC AT. Dieser Chip wurde 1986 die Basis für die ATA-Schnittstelle, die WD zusammen mit Compaq und der MPI-Abteilung von Control Data (nun zu Seagate gehörend) entwickelte.

Ebenfalls 1986, mit dem Kauf des Grafikkartenherstellers Paradise Systems, stieg WD in den Grafikkartenmarkt ein. Dazu passend wurden auch eigene Grafikchips entwickelt. Außerdem war WD noch im Chipsatz-Markt (durch den Kauf von Faraday 1987) und im Netzwerk-Markt tätig.

Alle diese Geschäftsfelder liefen gut, aber der Haupt-Umsatzlieferant blieben die Controller-Chips. So brachte WD 1986 mit dem WD33C93 den ersten Single-Chip-SCSI-Controller auf den Markt, der auch für den ersten 16-Bit-Bus-Mastering-SCSI-Controller WD7000 „FASST“ benutzt wurde. 1987 kam mit dem WD37C65 der erste Single-Chip-Controller für PC/AT-Diskettenlaufwerke auf den Markt, der als Urvater der heutigen Super-I/O-Chips gilt. Bereits 1988 folgte mit dem WD42C22 „Vanilla“ der erste Single-Chip-ATA-Controller.

Mit der Übernahme der Festplattensparte von Tandon 1988 änderte sich die Ausrichtung von WD. Kurze Zeit später wurden die Centaur-Festplatten auf den Markt gebracht.

1990er

1995 wurde Paradise Systems an Philips verkauft.

2000er

Datei:Hard disk WD 400.jpg
Western Digital WD400 mit 40 GB und 7.200 min−1

2001 brachte WD die ersten Mainstream-Festplatten mit 8 MB Cache auf den Markt. 2003 wurde mit der Raptor WDC360GD – ein SATA-Laufwerk mit 10.000 min−1 und 36 GB Speicher – eine Festplatte für Low-Cost-Server und Workstations vorgestellt, die, was Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit angeht, im Bereich zwischen deutlich teureren SCSI-Laufwerken und Standard-Laufwerken liegt. Anfang 2008 brachte WD mit der VelociRaptor eine Festplatte mit nochmals gesteigerter Leistung auf den Markt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens gab es die Laufwerke WD1500HLFS und WD3000GLFS/ WD3000HLFS mit Kapazitäten von 150 und 300 GB. Die Geschwindigkeit mit 10.000 min−1 und der Cache mit 16 MB sind jeweils identisch zu den älteren Raptor-Laufwerken. Die Übertragungsraten liegen in der Spitze bei ca. 125 MB/s (Lesen) und 120 MB/s (Schreiben).

2010er

Im März 2011 übernahm Western Digital Hitachi GST für 4,3 Milliarden US-Dollar.<ref>Western Digital übernimmt Hitachi GST für 4,3 Milliarden Dollar, MacTechNews am 7. März 2011</ref>

Im Oktober 2015 gab Western Digital bekannt, den Flash-Speicher-Spezialisten SanDisk für 19 Milliarden US-Dollar in Aktien und bar zu kaufen.<ref>https://winfuture.de/news,89359.html</ref><ref>Meldung von finanzen.net vom 21. Oktober 2015.</ref> Nachdem das Handelsministerium der Volksrepublik China die Übernahme gebilligt hatte, wurde SanDisk am 12. Mai 2016 von Western Digital Technologies, Inc., einer WD-Tochter übernommen.<ref>SanDisk Announces Final Regulatory Approval for Acquisition by Western Digital. Acquisition expected to close on May 12, 2016. Business Wire, 10. Mai 2016, abgerufen am 23. Mai 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass Western Digital sich bei der Firma Esperanto Technologies des SPARC-Entwicklers und Transmeta-Gründers Dave Ditzel eingekauft hat. Die Chips mit der offenen Prozessorarchitektur RISC-V, auf die Esperanto sich spezialisiert hat, sollen in Festplatten- und SSD-Controllern von Western Digital Einsatz finden.<ref>Western Digital entwickelt RISC-V-Controller für Festplatten mit Transmeta-Gründer. heise.de, 1. Dezember 2017, abgerufen am 4. Dezember 2017.</ref>

Im Oktober 2018 gab Western Digital im Rahmen der Vorstellung seiner Quartalszahlen bekannt, dass die Wafer-Produktion 2019 um 10 bis 15 Prozent reduziert werden soll. Grund für die Produktionseinschränkungen sei der starke Preisverfall von Flash-Speichern.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flash-Speicher: WD will Produktion einschränken.] heise.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Oktober 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Gegenwart

Datei:Western Digital Ultrastar.jpg
Western Digital Ultrastar mit 11 Scheiben (2025)

2025 trennte sich Western Digital wieder von SanDisk und gliederte das Flash-Speicher-Geschäft aus. Sandisk ist damit ein eigenständiges Unternehmen.<ref>Swiss IT Media GmbH: Western Digital und Sandisk trennen sich wieder. Abgerufen am 2. Juli 2025.</ref> Western Digital richtet seinen Fokus auf Festplatten (HDDs).<ref>Michael Günsch: Trennung vollzogen: SanDisk und Western Digital sind wieder eigenständig. 24. Februar 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.</ref> Aufgrund des Booms generativer ‚KI‘ und Rechenzentren machten Privatkunden und KMU im Geschäftsjahr lediglich noch 5 Prozent des Gesamtumsatzes aus.<ref>Ingo Pakalski: Western Digital hat Festplatten für 2026 fast ausverkauft. In: Golem. 15. Februar 2026, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref>

Innovationen

Western Digital ist für einige Innovationen verantwortlich, unter anderem:

  • 1971: WD1402A, der erste Single-Chip-UART
  • 1976: WD1771, der erste Single-Chip-Diskettenlaufwerkscontroller
  • 1981: WD1010, der erste Single-Chip-ST506-Controller
  • 1983: WD1003-Festplattencontroller, Vorläufer von ATA
  • 1986: ATA wird zusammen mit Compaq und Control Data entwickelt
  • 1986: WD33C93, einer der ersten SCSI-Chips
  • 1987: WD7000, der erste Bus-Mastering-ISA-SCSI-Controller
  • 1987: WD37C65, der erste Single-Chip-PC/AT-Diskettenlaufwerkscontroller
  • 1988: WD42C22, der erste Single-Chip-ATA-Festplattencontroller
  • 2001: Die ersten Mainstream-Festplatten mit 8 MB Cache
  • 2003: Das erste SATA-Laufwerk mit 10.000 min−1
  • 2012: WD Red-Serie als Festplatten für NAS-Speicher
  • 2013: Erste Helium-HDD Ultrastar He6 mit 7 Magnetscheiben und 6 TB für Rechenzentren<ref>heise online: Erste 6-Terabyte-Festplatte kommt mit Helium-Füllung. 4. November 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025.</ref>

Interne und externe Festplatten

Western Digital unterscheidet seine Produkte mit verschiedenen Farben und Bezeichnungen, damit sie den verschiedenen Einsatzgebieten zugeordnet werden können. Während die Festplatten für Heimanwender früher noch die Bezeichnung Caviar, bzw. bei 2,5″-Laufwerken Scorpio trugen, finden sich heutzutage nur noch die Farbbezeichnungen (z. B. WD Blue).

Farbe / Branding Anwendung Garantie
(Jahre)
MTBF
(Stunden)<ref>Datenblätter Western Digital Produkte. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>
  WD Blue General Computing 2 1,5 Mio.
  WD Purple Überwachung 3 1 Mio.
  WD Purple Pro Überwachung 5 2,5 Mio.
  WD Red Plus Kleine und mittelständische Unternehmen, Network Attached Storage (NAS) und RAID 3 1 Mio.
  WD Red Pro High-Performance Network Attached Storage 5 2,5 Mio.
  WD_Black High-Performance und Gaming 5 1,75 Mio.
  WD Gold Enterprise 5 2,5 Mio.
  Ultrastar Datacenter 5 2,5 Mio.

Externe Festplatten werden unter den Brands My Passport, My Book, WD Elements und Easystore geführt.

Kritik

Im Mai 2020 wurde Western Digital in Kalifornien verklagt.<ref>Jim Salter: Western Digital gets sued for sneaking SMR disks into its NAS channel. 29. Mai 2020, abgerufen am 1. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gemäß der Klage habe das Unternehmen die Kunden bewusst getäuscht, indem es SMR-Festplatten für den Einsatz im NAS bewarb. In der Klage wurde behauptet, dass die SMR-Technologie nicht für die beworbene Verwendung der Laufwerke in einer RAID-Konfiguration geeignet sei. Sie verfolgte das Ziel, jegliche Verwendung von SMR in für den NAS-Einsatz gedachten Laufwerken zu beenden.<ref>Hattis Law's class action lawsuit. Abgerufen am 1. Juli 2021.</ref> Festplatten mit SMR-Technik müssen bei Schreiboperationen benachbarte Spuren ebenfalls neuschreiben und sind daher in ihrer Schreibgeschwindigkeit und Haltbarkeit eingeschränkt. Zudem werten Controller, die nicht dafür vorbereitet sind, diese Wartezeiten teilweise als Defekt. Auch für die Datenwiederherstellung stellen SMR-Festplatten aufgrund der internen Arbeitsweise eine besondere Herausforderung dar.<ref>Datensicherheit bei SMR Festplatten von Western Digital. In: 030-datenrettung.de. 1. Juli 2021, abgerufen am 1. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Western Digital einigte sich mit den Anwälten der Sammelklage auf die Auszahlung von 2,7 Millionen US-Dollar und verpflichtete sich im Rahmen der Einigung, die verwendete Aufzeichnungstechnik bei allen WD-Red-Festplatten anzugeben.<ref>heise online: WD-Red-HDDs mit SMR-Technik: Western Digital zahlt 2,7 Millionen US-Dollar. 17. Juni 2021, abgerufen am 1. Oktober 2025.</ref> Zudem führte das Unternehmen die Produktreihe WD Red Plus ein, die garantiert auf CMR-Techologie basiert.<ref>heise online: NAS-Festplatten: Western Digital führt WD Red Plus für CMR-Garantie ein. 24. Juni 2020, abgerufen am 1. Oktober 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Western Digital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Adobe Inc. | Advanced Micro Devices | Airbnb | Alnylam Pharmaceuticals | Alphabet | Amazon | American Electric Power | Amgen | Analog Devices | Apple | Applied Materials | AppLovin | ARM Holdings | ASML Holding | Autodesk | Automatic Data Processing | Axon Enterprise | Baker Hughes | Booking Holdings | Broadcom Inc. | Cadence Design Systems | Charter Communications | Cintas | Cisco Systems | Coca-Cola Europacific Partners | Cognizant Technology Solutions | Comcast | Constellation Energy | Copart | CoStar Group | Costco Wholesale | Crowdstrike | CSX | Datadog | Dexcom | Diamondback Energy | DoorDash | Electronic Arts | Exelon | Fastenal | Ferrovial | Fortinet | GE Healthcare | Gilead Sciences | Honeywell International | IDEXX Laboratories | Insmed | Intel | Intuit | Intuitive Surgical | Keurig Dr Pepper | KLA Corporation | The Kraft Heinz Company | Lam Research | Linde | Marriott International | Marvell Technology Group | MercadoLibre | Meta Platforms | Microchip Technology | Micron Technology | Microsoft | Mondelez International | Monolithic Power Systems | Monster Beverage | Netflix | Nvidia | NXP Semiconductors | Old Dominion Freight Line | O’Reilly Auto Parts | Paccar | Palantir Technologies | Palo Alto Networks | Paychex | PayPal | PepsiCo | Pinduoduo | Qualcomm | Regeneron Pharmaceuticals | Roper Technologies | Ross Stores | SanDisk | Seagate Technology | Shopify | Starbucks | Strategy | Synopsys | Take 2 Interactive | Tesla | Texas Instruments | Thomson Reuters | T-Mobile US | Verisk Analytics | Vertex Pharmaceuticals | Walmart | Warner Bros. Discovery | Western Digital | Workday | Xcel Energy | Zscaler

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