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Ludwig Manfred Lommel

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Manfred Ludwig Heinrich Lommel (* 10. Januar 1891 in Jauer/Niederschlesien; † 19. September 1962 in Bad Nauheim) war ein deutscher Humorist.

Werdegang

Lommel wuchs in Neukirch an der Katzbach als Sohn eines Tuchfabrikanten auf. Ab 1908 lebte er in Bremen, um Erfahrungen in der väterlichen Branche zu sammeln. Lommel aber zog es mehr zum Theater. Er nahm heimlich Schauspielunterricht, worauf er zur Strafe zu Geschäftsfreunden nach Manchester geschickt wurde. Trotz dieser Aufsicht debütierte er auf der Bühne im Prince-Theater in Shanklin auf der Isle of Wight unter dem Pseudonym „Charles Holmes“, worauf ihm sein Vater die Zuwendungen strich. Als Vertreter „in Ölen und in Fetten“<ref>in seinem Coupletvortrag „Und mein früherer Beruf“ nimmt er später darauf Bezug, vgl. Homocord 4-3128 (T.C.964), anzuhören und Text mitzulesen beiyoutube.com</ref> kehrte er zurück nach Deutschland.

Im Ersten Weltkrieg war er Reserveoffizier und imitierte zum Vergnügen seiner Untergebenen die Geräusche von Flugzeugmotoren. Eine Begegnung mit einem schlesischen Bauern in Landestracht inspirierte ihn damals zu seiner später so erfolgreichen Rollenfigur „Paul Neugebauer“.<ref name="meurer">so Meurer in Titanic 1/2007</ref>

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Lommel, wie viele aus der Armee Entlassene ohne erlernten Beruf, ›Weinreisender‹.<ref name="meurer" /> Da er hierbei erfolglos war, wandte er sich als Komiker erneut der Schauspielerei zu. Berühmt wurde er durch Solotourneen sowie im Rundfunk bei der “Schlesischen Funkstunde”,<ref>vgl. Künstler im Rundfunk IV, S. 41 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive); Titelseite der Rundfunkzeitung “Schlesische Funkstunde” bei welt-der-alten-radios.de, Werbung für die Zeitschrift bei <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> durch zahlreiche Couplets, vor allem aber durch seine „Geschichten aus Runxendorf“ mit den Hauptfiguren Paul und Pauline Neugebauer. Bis zu 12 verschiedene Personen innerhalb einer Szene konnte er stimmlich parodieren, dazu die nötigen Geräusche von der Zimmermannssäge bis zum Zahnarztbohrer glaubhaft nachahmen. Bei seinen Vorträgen wurde er meist von den Pianisten und Komponisten Siegfried Klupsch und Werner König am Flügel begleitet.<ref>Siegfried Klupsch (links) und Ludwig Manfred Lommel in dem Sketch „Pauline im Wohlfahrtsamt“ in der Berliner Scala 1937. In: grammophon-platten.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025.</ref><ref>Werner König: Rückblick. Nemeter-Verlag, Speyer 2004, S. 62–64.</ref>

In der späten Weimarer Zeit erreichte Lommel den Gipfel seiner Popularität; er trat erfolgreich in mehreren, heute verschollenen Filmen auf, Schallplatten seiner humoristischen Vorträge verkauften sich in enormen Auflagen. Im Nationalsozialismus war Lommel einer der populärsten Rundfunkkomiker.

1938 war er für ein Jahr Direktor am Großen Lustspielhaus in der Friedrichstraße.

Gelegentlich arbeitete er mit der Schnellsprech-Komikerin Gisela Schlüter zusammen.<ref>Kostprobe von 1941 unter titanic-magazin.de<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 13. September 2014 im Internet Archive; mp3)</ref> Mit ihr wurde er noch 1942 für einen Werbekurzfilm der Sparkasse verpflichtet. Lommel stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.<ref>Lommel, Ludwig-Manfred. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Arndt, Kiel 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 322</ref>

Nach 1945 ließ er sich in Bad Nauheim nieder und engagierte sich für verschiedene wohltätige Projekte zugunsten der Heimatvertriebenen. Dafür wurde Lommel 1956 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und diversen anderen Auszeichnungen bedacht. In den 1950er Jahren kamen seine Beiträge (Paul und Pauline) regelmäßig im Hessischen Rundfunk.

1914 heiratete er in Breslau in erster Ehe Elisabeth Hentschel (* 1892 Jauer). Die Ehe wurde 1939 geschieden.<ref>Standesamt Breslau IV. Heiratsurkunde Nr. 479 vom 2. August 1914</ref> Ab September 1944 war er mit Karla Lommel verheiratet. Lommel hatte fünf Kinder:

Filmografie

“Der Film der 1930er Jahre sicherte sich die enorme Beliebtheit des Parodisten, Dialekt- und Stimmenimitators Ludwig Manfred Lommel ...”.<ref>Vom Bildschirm auf die Leinwand - Die deutsche Filmkomödie zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf Filmportal.de, abgerufen am 29. Juni 2021</ref> Er war in fünf abendfüllenden Filmen und in acht Kurzfilmen zu sehen:<ref>Ludwig Manfred Lommel. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 29. Juni 2021.

</ref><ref>Ludwig Manfred Lommel</ref>

(kursiv: Rolle)

Diskographie

Erste Aufnahmen entstanden 1928 auf den Labeln Vox und Odeon. Den Großteil seiner Schallplatten machte Lommel für Homocord in den Jahren von 1929 bis 1931. Sie wurden später auch auf Gloria veröffentlicht. Von 1936 bis 1938 folgen schließlich Titel auf Kristall.<ref>Manfred Weihermüller: Discographie der deutschen Kleinkunst. Band 3 (= Deutsche National-Discographie, Serie 1). Birgit Lotz Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-9802656-3-3.</ref>

Wiederveröffentlichungen:

  • Das Neueste aus Runxendorf (Doppel-LP, als CD wieder aufgelegt)
  • Hier spricht der Sender Runxendorf (10-Inch-Vinyl-Schallplatte, Bertelsmann Schallplattenring Nr. 33037)

Weblinks

Abbildungen

Einzelnachweise

<references />

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