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House of Lords Act 1999

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Der House of Lords Act 1999 ist ein am 11. November 1999 vom britischen Parlament beschlossenes Gesetz. Zwei Jahre zuvor war nach 18-jähriger Regierungszeit der Konservativen (Tories) die Labour-Partei an die Regierung gekommen. Premierminister Tony Blair und sein Kabinett betrieben eine Verfassungsreform (siehe auch New Labour). Es änderte das politische System des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, indem es die Zusammensetzung des House of Lords (auch 'britisches Oberhaus' genannt) grundlegend veränderte.

Jahrhundertelang waren mehrere hundert Sitze im House of Lords erblich.
Der House of Lords Act 1999 reduzierte die Zahl der erblichen Oberhaussitze auf 92.<ref>Lords reform: Latest news. In: BBC News. 29. Juni 1999, abgerufen am 11. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese 92 Personen sind:

  • Die Inhaber der Ämter des Earl Marshal und des Lord Great Chamberlain, zwei der Great Officers of State, behielten ihr erbliches Recht auf einen Sitz, um ihren zeremoniellen Funktionen im Parlament nachkommen zu können.<ref name=":0">End of the line for peers. In: BBC News. 5. November 1999, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Dezember 2025; abgerufen am 11. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Der britische Erbadel wählt, nach Parteizugehörigkeit getrennt, aus seiner Mitte 75 Mitglieder des House of Lords. Sie werden dadurch Mitglieder auf Lebenszeit.<ref name=":0" />
  • Das ganze House of Lords wählt 15 weitere Personen aus dem Kreis des erblichen Adels als 'stellvertretende Sprecher' (Deputy Speakers).<ref name=":0" />

Das Gesetz hat bewirkt, dass heute im House of Lords ganz überwiegend Life Peers sitzen, also Personen, die auf Lebenszeit zu nicht-erblichen Baronen ernannt wurden. Viele von ihnen sind aktive oder im Ruhestand befindliche Parteipolitiker. Im September 2024 hatte das House of Lords 805 Mitglieder, davon 668 Life Peers, 91 besetzte Sitze der erblichen Peers und 26 Bischöfe der Church of England. Diese Bischöfe sind als sogenannte Lords Spiritual kraft Amtes Mitglieder des Oberhauses.<ref>Lords membership – by peerage, abgerufen am 16. September 2024.</ref>

Sechs erbliche Peers sind Life Peers geworden.<ref>Snowdon leads Lords converts. In: BBC News. 2. November 1999, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Dezember 2015; abgerufen am 11. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Reform war eine Kompromisslösung. Eine Königliche Kommission unter Vorsitz von John Wakeham hatte noch weitergehende Änderungen empfohlen, etwa eine Ernennung von Mitgliedern auf Grundlage eines regionalen Proporzes sowie eine grundsätzliche Trennung von Adelstitel und Mitgliedschaft im House of Lords auch für die Life Peers.<ref>Summary of Conclusions and Recommendations, abgerufen am 16. September 2024.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />