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Mainzlar

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Mainzlar
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1730)&title=Mainzlar 50° 40′ N, 8° 44′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1730) 50° 39′ 36″ N, 8° 44′ 27″ O
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Höhe: 184 (183–234) m ü. NHN
Fläche: 5,54 km²<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Zahlen Daten Fakten“ (Memento vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) In: Webauftritt der Stadt Staufenberg, abgerufen im Januar 2017.</ref>
Einwohner: 1730 (Juni 2019)<ref>Haushaltsplan 2020, Vorbericht: Bevölkerungsentwicklung In: Webauftritt der Stadt Staufenberg, abgerufen im Juli 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35460
Vorwahl: 06406
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Mainzlar ist ein Stadtteil von Staufenberg im mittelhessischen Landkreis Gießen. Das Straßendorf liegt am rechten Ufer der Lumda.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die Ersterwähnung von Mainzlar erfolgte in dem berühmten Kopiar Codex Eberhardi des Reichsklosters Fulda: „... in his locis Masceléren, Hachenstat, (spätere Wüstung), Cruftdorf ...“<ref>Edmund Ernst Stengel: Fuldisches Urkundenbuch. Nr. 425, S. 470.</ref> In der Amtszeit des Abtes Baugulf zwischen 780 und 802 schenkte die Sanktimoniale Gunderat ihr Eigengut an das Kloster Fulda. Eine weitere Schenkung an das Kloster erfolgte unter Abt Ratgar zwischen 802 und 817, als die Geschwister Buricho und Adalbirc ihren Besitz „... in villa Mancilere ...“, nämlich „... unam aream et iugera XII ...“ (ein Hof und 12 Morgen) übertrugen.<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 6, Nr. 92, S. 38.</ref> Das Kopiar, in dem die frühmittelalterlichen Erwähnungen Mainzlars enthalten sind, wurde um 1160 verfasst.

In späteren Urkunden spiegelt sich der Wandel des Ortsnamens Mainzlar wider. Im Jahr 1286 wird ein „... Sifridus de Manzelere, cives Wetflaria ...“ (Sifrid von Mainzlar, Wetzlarer Bürger) erwähnt.<ref>Meinhard Sponheimer (Bearbeiter): Urkundenbuch der Stadt Wetzlar. Band 1. Nr. 304, S. 133. Marburg 1943 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 8,2. </ref> „... de Mancelar...“ heißt es 1314.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 476, S. 330.</ref> Ein Jahr später wird „... Rolo de Manzilar, cives in Gruninberg ...“ genannt.<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 450, S. 303.</ref> Schließlich heißt es 1507 in einem Kopiar aus dem Jahre 1590: „... zu Mantzlar ...“.<ref>Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG), N. F. 40 (1955), S. 21.</ref>

Der Ortsname ist eine Zusammensetzung aus dem mhd. Grundwort hlar = Hürde, Pferch, wie etwa bei Birklar und einem Personennamen. Hier wird der Rufname Manzo angenommen.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 245 f, S. 246.</ref>

Neuzeit

Die Mainzlarer Kirche wurde 1566 im Salbuch von Kirchberg erstmals genannt. Sie wurde 1654 grundlegend renoviert.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Mainzlar:

„Mainzlar (L. Bez. Giessen) evangel. Filialdorf; liegt an der Lumda 112 St. von Giessen; hat 92 Häuser und 517 Einwohner, die außer 1 Katholiken und 19 Juden evangelisch sind. In der Gemarkung sind Torfgräbereien, die einen guten Sumpftorf liefern. – Mainzlar kommt ziemlich frühe unter dem Namen Mancilerc vor Der Ort gehörte zum Gericht Kirchberg, das mit Nassau gemeinschaftlich war, nachdem aber durch den Vertrag von 1585 diese Gemeinschaft aufgehoben wurde, so kam Mainzlar mit diesem Gericht ausschließend an Hessen.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Begünstigt durch die Quarzitvorkommen in der Gemarkung und den Bau der Bahnlinie, siedelte sich zwischen 1903 und 1907 die Schamottfabrik Scheidhauer und Gießing, heute RHI Magnesita Deutschland, im Ort an.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Mainzlar kraft Landesgesetz zum 1. Juli 1974 mit der Stadt Staufenberg und den Gemeinden Mainzlar und Treis an der Lumda zur neuen Stadt Staufenberg zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 2 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Ein Ortsbezirk wurde für „Treis an der Lumda“ sowie ein gemeinsamer Ortsbezirk für die Stadtteile Staufenberg, Mainzlar und Daubringen eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 27 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Staufenberg, abgerufen im Juli 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Mainzlar angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Mainzlar das „Landamt Gießen“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. „Landgericht Gießen“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Mainzlar zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen Land- und Stadtgerichte im Großherzogtum Hessen aufgehoben und durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, ebenso verfuhr man mit den als Obergerichten fungierenden Hofgerichten, deren Funktion nun die neu errichteten Landgerichte übernahmen. Die Bezirke des Stadt- und des Landgerichts Gießen wurden zusammengelegt und bildeten nun zusammen mit den vorher zum Landgericht Grünberg gehörigen Orten Allertshausen und Climbach den Bezirk des neu geschaffenen Amtsgerichts Gießen, welches seitdem zum Bezirk des als Obergericht neu errichteten Landgerichts Gießen gehört.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“, der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mainzlar 1665 Einwohner. Darunter waren 147 (8,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 270 Einwohner unter 18 Jahren, 741 zwischen 18 und 49, 357 zwischen 50 und 64 und 300 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 738 Haushalten. Davon waren 225 Singlehaushalte, 222 Paare ohne Kinder und 225 Paare mit Kindern, sowie 48 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 138 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 522 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1502: 0010 Männer<ref name="lagis" />
• 1577: 0037 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1630: 0001 dreispännige, 5 zweispännige, 9 einspännige Ackerleute, 17 Einläuftige, 6 Witwen, 5 Vormundschaften<ref name="lagis" />
• 1669: 0149 Seelen<ref name="lagis" />
• 1742: 0001 Geistliche/Beamter, 78 Untertanen, 23 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/Juden
• 1791: 397 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 398 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 438 Einwohner, 84 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 517 Einwohner, 92 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 499 Einwohner, 80 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Mainzlar: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2019
Jahr  Einwohner
1791
  
397
1800
  
398
1806
  
438
1829
  
517
1834
  
475
1840
  
474
1846
  
500
1852
  
468
1858
  
418
1864
  
443
1871
  
465
1875
  
440
1885
  
433
1895
  
451
1905
  
509
1910
  
572
1925
  
665
1939
  
755
1946
  
1.227
1950
  
1.441
1956
  
1.402
1961
  
1.388
1967
  
1.483
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.665
2016
  
1.705
2019
  
1.730
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Staufenberg<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1830: 497 evangelische, ein römisch-katholischer, 19 jüdische Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 952 evangelische, 418 römisch-katholische Einwohner<ref name="lagis" />

Erwerbstätigkeit

• 1961: Erwerbspersonen: 116 Land- und Forstwirtschaft, 385 Prod. Gewerbe, 79 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 62 Dienstleistungen und Sonstiges.<ref name="lagis" />

Politik

Für Staufenberg, Daubringen und Mainzlar besteht ein gemeinsamer Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Details siehe Stadt Staufenberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Infrastruktur

Bildung

Verkehr

Datei:Lumdatalbahn (7).jpg
Bahnsteig des Bahnhofs Staufenberg-Mainzlar. Links die parallel verlaufende Didierstraße

Schienenverkehr

Der Ort hat einen Bahnhof an der Lumdatalbahn (LollarLondorfGrünberg), die 1902 erbaut und in Teilen 1963 und 1981 stillgelegt wurde. Im Abschnitt, in dem Mainzlar liegt, findet heute noch Güterverkehr statt. Seit 1993 gibt es regelmäßig Sonderfahrten (u. a. zum Schmaadleckermarkt in Lollar), die seit 1997 in Mainzlar beginnen bzw. enden. Das aus der Ursprungszeit noch erhaltene Empfangsgebäude befindet sich in Privatbesitz.

Straßenverkehr

Im Westen liegt die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 3. In Mainzlar treffen sich die Landesstraßen 3059, 3144, 3356 und 3475. Die Ortsumfahrung im Zuge der Landesstraße 3146 wurde im Oktober 2010 freigegeben.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Daubringen – Mainzlar. Spuren der Geschichte zweier oberhessischer Dörfer und ihrer Bevölkerung, hrsg. v. Stadt Staufenberg, bearb. v. Volker Hess u. Gerhard Felde, Staufenberg 1993, ISBN 3-9803410-0-3.
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Mainzlar (Staufenberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Mainzlar, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 2. September 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW"> Einwohnerzahlen der Stadt Staufenberg: 2016, 2019 </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 170 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 180 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 220 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 413 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 4 und 44, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein