Cypherpunk
Cypherpunks (gebildet aus Cipher (englisch für: Chiffre), Cyber und Punk) bezeichnet eine Gruppe von technisch versierten Menschen, die sich für die weitere Verbreitung des Datenschutzes in der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) einsetzen. Dieses Ziel soll durch Verschlüsselung von Daten und Kommunikationskanälen realisiert werden. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe findet, wenn nicht öffentlich in Diskussionsforen des Usenet, meist in Mailinglisten statt.
Name
Der Begriff des Cypherpunks wurde ursprünglich von Jude Milhon geprägt.
Die Autoren um Julian Assange beschrieben den Begriff in Cypherpunks: Unsere Freiheit und die Zukunft des Internets als „eine Verschmelzung der englischen Wörter cipher (chiffrieren), cyber und punk“.<ref></ref>
Ziele
Die wichtigsten Ziele sind:<ref>Craig Jarvis: Crypto Wars. The Fight for Privacy in the Digital Age. CRC Press 2021, S. 34 f.</ref>
- unbegrenzter Zugang zur Verschlüsselung für alle, frei von staatlichen Regulierungen
- Anonyme Kommunikation
- Kryptowährungen
- Whistleblowing-Plattformen
Damit wollte man Massenüberwachung verhindern und das Machtverhältnis zwischen Regierung und Bürger umkehren.<ref>Jarvis: Crypto Wars. S. 38.</ref> Vor allem Kryptowährungen hielt man essenziell zur Erlangung der Krypto-Anarchie.<ref>Jarvis: Crypto Wars. S. 37.</ref>
Ideale
Cypherpunks sind zumeist gegen das Establishment eingestellt.<ref>Jarvis: Crypto Wars. S. 41.</ref> Die Cypherpunks stehen politisch dem Libertarismus nahe und fordern das strikte Offenlegen von öffentlichem Wissen (Wissen über die Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft) und Verbergen von privatem Wissen (Wissen über ein Individuum, persönliches Wissen). Daraus folgt, dass jede Form von privatem Wissen der Öffentlichkeit verborgen, das öffentliche Wissen aber für jeden zugänglich sein soll. Dieses Ideal wird von Datenschützern sehr befürwortet, führt aber häufig in den Interessenkonflikt mit Staat und Wirtschaft.
Quelle des Misstrauens waren Überwachungsoperationen wie Project Shamrock oder COINTELPRO.<ref>Jarvis: Crypto Wars. S. 54 ff.</ref> In dem Wettkampf gegen die als schwerfällig und anachronistisch empfundene Regierung glaubten Cypherpunks agil und innovativ zu sein.<ref>Jarvis: Crypto Wars. S. 41.</ref>
Werkzeuge
Cypherpunks schaffen und nutzen bei der Umsetzung ihrer Ziele verschiedene Werkzeuge. Das sind beispielsweise Web-Anonymisierer, Verschlüsselungsprogramme und Remailer. Damit soll ein gewisses Maß an Anonymität im Internet erreicht werden.
Literatur
- Steven Levy: Crypto. How the code rebels beat the government. Saving privacy in the digital age. Viking, New York NY 2001, ISBN 0-670-85950-8.
Weblinks
- Ideologische Grundlagen (1993)
- THE CYPHERNOMICON: Cypherpunks FAQ and More (1994)
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schieb jetzt irgendwas Großes in meine Exon ( vom 16. Januar 2005 im Internet Archive) – Zensurversuche und Befreiungstechnologien.
Einzelnachweise
<references />