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Rauchabsauger

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Februar 2026 um 23:25 Uhr durch imported>HobbyAstronaut (Geschichte).
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Datei:Rauchabsauger Leo 2A4.jpg
Rauchabsauger eines Leopard 2 A4 mit GFK-Ummantelung
Datei:PZM Munster Rheinmetall Rauchabsauger.jpg
Rauchabsauger ohne Ummantelung des Rohrs

Ein Rauchabsauger ist ein Teil moderner Geschütze, der verhindert, dass eine erhebliche Menge der beim Schuss entstehenden Verbrennungsgase das Geschützrohr durch den nach dem Schuss zu öffnenden Verschluss verlassen. Rauchabsauger werden üblicherweise nur bei Geschützen eingesetzt, deren Verschluss sich in einem geschlossenen Kampfraum befindet, um die Besatzung vor gesundheitlichen Problemen (wie Atembeschwerden oder Augenreizungen) und vor Explosionen zu schützen.

Geschichte

Datei:T34 heavy Tank in U.S. Army Armor & Cavalry Collection 2021.jpg
Nach einem scharfen Schuss eines T34-Prototyps erlitten Besatzungsmitglieder Rauchvergiftungen. Das Hinzufügen eines Rauchabsaugers war eine kostengünstige Lösung des Problems.

Bevor Rauchabsauger eingesetzt wurden, kam – z. B. bei deutschen Panzern im Zweiten Weltkrieg – eine Rohrausblasvorrichtung zum Einsatz, die verbleibende Verbrennungsgase mittels Druckluft aus dem Rohr beförderte.<ref name="D2061/1">D 2061/1 8,8 cm Kampfwagenkanone 43 (L/71) Beschreibung; Berlin, 2. September 1944; Oberkommando des Heeres, Heereswaffenamt, Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung.</ref> Dies ist auch beim Leclerc der Fall.

Die ersten mit Rauchabsaugern ausgestatteten Panzer waren die M26A1, die nach dem Zweiten Weltkrieg (1948) mit der 90-mm-Kampfwagenkanone M3A1 nachgerüstet wurden.<ref>Steven J. Zaloga: T-34-85 vs M26 Pershing: Korea 1950. Abgerufen am 29. Juni 2016.</ref> Der erste serienmäßig mit einem Rauchabsauger ausgestattete amerikanische Panzer war der ab 1951 in Serie produzierte M41 Walker Bulldog,<ref></ref> ihm folgte der M47 Patton.<ref>Robert Icks: The Patton Tank M47. In: pattonhq.com. Abgerufen am 29. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der erste sowjetische Panzer mit einem Rauchabsauger war der T-54A, der 1955 in Serienproduktion ging.<ref>Stefan Kotsch: Vom T-54 zum T-90 - Geschichte des sowjetischen Panzerbaus. In: Kampfpanzer im Detail. kotsch88.de, abgerufen am 17. Mai 2016.</ref> Bei diesen ersten Anwendungen des Rauchabsaugers in Kampfpanzern wurden sie nahe der Mündung angeordnet. Ab der nächsten Generation (T-62, Panzer mit Royal Ordnance L7) wanderten die Rauchabsauger in die Rohrmitte. Bei neueren westlichen Panzern ist der Rauchabsauger exzentrisch oberhalb der Rohrachse angebracht, bei sowjetischen/russischen Modellen liegt er konzentrisch in der Rohrachse.

Ein Schnellfeuergewehr mit einem Rauchabsauger ist das Primary Weapons Systems UXR.

Wirkungsweise

Datei:Rauchabsauger.gif
Animation eines Rauchabsaugers

Bei einigen Rauchabsaugern befinden sich in den vorderen (hier: linken) Bohrungen Rückschlagventile.<ref>"Engineering Design Handbook; Guns Series, Muzzle Devices", AD838748, US Army, PDF-Seite 93</ref>
Datei:Australian M1 Abrams fires.jpg
Ausströmender Rauch nachdem das Geschoss den Lauf verlassen hat
Datei:M1 abrams loading the main gun-2.jpg
Der nach vorne ausströmende Rauch gelangt damit nicht in den Kampfraum des Panzers.

Der Rauchabsauger besteht als technisches Gerät aus einem Hohlkörper aus Stahl in Form einer Hülse von etwa 50 bis 70 cm Länge, der über das Geschützrohr geschoben und dort gasdicht fixiert wird. Innerhalb des Bereichs dieser Hülse befinden sich (in der Regel vier) von außen nach innen schräg nach vorn gerichtete Bohrungen in der Wand des Geschützrohres. Durch den Treibladungsabbrand bildet sich zwischen Geschoss und Verschlussboden ein Überdruck, der sich – nachdem das Geschoss die Bohrungen passiert hat – auch im Hohlraum des Rauchabsaugers aufbaut. Nachdem das Geschoss das Rohr verlassen hat, fällt dort der Druck schneller ab als im Rauchabsauger, der dort so für kurze Zeit entstehende Überdruck lässt die im Rauchabsauger verbliebenen Rauchgase durch die Bohrungen zurück ins Rohr zur Mündung hin strömen. Da während dieses Strömungsvorganges der Verschluss geöffnet ist, werden im Rohr verbliebene Verbrennungsgase in Richtung Mündung gesaugt und aus dem Rohr transportiert. Die Wirkung beruht auf der Funktionsweise der Strahlpumpe.<ref></ref>

Weblinks

Commons: Rauchabsauger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Thomas Enke: Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik. Walhalla Fachverlag, 4., aktualisierte Auflage, Regensburg, 2023, ISBN 978-3-8029-6198-4, S. 178 f.
  • Raimund Germershausen, E. Schaub et al.: Waffentechnisches Taschenbuch. Hrsg.: Rheinmetall. 3. Auflage. Düsseldorf, 1977, S. 319 f., PDF

Einzelnachweise

<references />