Zum Inhalt springen

SUSE S.A.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. März 2026 um 23:27 Uhr durch imported>RuhigesKätzchen (Versuch einer sprachlichen Ausbesserung: "bei dem Gemeinschaft..." --> "bei der die Gemeinschaft...").
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
SUSE S.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | suse-white-logo-green.svg
Rechtsform Société Anonyme
ISIN LU2722255754
Gründung 1992<ref name="geschichte">History. SUSE, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>
Sitz Luxemburg
Leitung Dirk-Peter van Leeuwen (CEO)<ref name="Marke">SUSE S.A. appoints Dirk-Peter van Leeuwen as new CEO. Abgerufen am 22. März 2023.</ref>
Mitarbeiterzahl 2500 (2024)<ref>For this software CEO, championing open-source drives innovation. 26. Juli 2024, abgerufen am 8. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 658 Mio. $<ref>2022 Annual Report. (PDF) Abgerufen am 8. Mai 2025.</ref>
Branche Software
Website www.suse.com
Datei:Suse Linux GmbH.jpg
Unternehmensgebäude SUSE in Nürnberg (2007)
Unternehmensgebäude SUSE in Nürnberg, 2025
Unternehmensgebäude SUSE in Nürnberg, 2025
Datei:Suse-systems-10-2000.jpg
Messestand der SuSE Linux AG, Systems 2000
Datei:Novell SuSE.jpg
Novell / SUSE auf dem LinuxTag 2004

Die SUSE S.A. ist ein international tätiges Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg, dessen Hauptprodukte die gleichnamige Linux-Distribution und der dazugehörige Kundendienst sind. Nach mehreren Umfirmierungen handelt es sich wieder um eine eigenständige Geschäftseinheit, die der schwedische Finanzinvestor EQT Partners von Micro Focus übernahm.<ref>Alexandra Kleijn: Linux- und Open-Source-Spezialist SUSE wieder eigenständig. In: iX. Heise Verlag, 2. Juli 2018, abgerufen am 2. Juli 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="EQT-Heise">Tilman Wittenhorst: SUSE-Übernahme durch Investor EQT abgeschlossen. 18. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.</ref>

Unternehmensgeschichte

Im September 1992 gründeten Roland Dyroff, Burchard Steinbild, Hubert Mantel und Thomas Fehr die „Gesellschaft für Software und Systementwicklung mbH“. Der Name S.u.S.E. stand dabei als Akronym für Software- und System-Entwicklung. Als erstes eigenes Linux-Produkt wurde dabei eine Erweiterung der Linux-Distribution Slackware vertrieben, die auf 40 Disketten ausgeliefert wurde. Das Unternehmen übersetzte die Distribution in einer Kooperation mit dem Slackware-Gründer Patrick Volkerding ins Deutsche. Der Kern der Distribution blieb jedoch Slackware, bis SuSE im Mai 1996 die erste eigene Distribution, basierend auf der Jurix-Distribution von Florian La Roche, veröffentlichte.<ref name="ix">André von Raison: 20 Jahre deutsche Linux-Geschichte. In: iX. heise online, September 2012, abgerufen am 9. März 2021.</ref>

1997 eröffnete S.u.S.E. ein Büro in Oakland.<ref>SuSE entlässt US-Mitarbeiter. In: tecchannel.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. März 2021.</ref> 1998 wurde der Hauptsitz von Fürth nach Nürnberg verlegt; im Dezember 1998 wurde der Unternehmensname (Firma) von S.u.S.E. in SuSE geändert.<ref name="ix" /> Im Laufe der folgenden Zeit eröffnete SuSE dann insgesamt sechs nationale und vier internationale (USA, Tschechien, Großbritannien und Italien<ref>Christian Egle: SuSE gründet Niederlassung in Italien. In: Pro-Linux. 5. Januar 2000, abgerufen am 10. März 2021.</ref>) Niederlassungen.<ref>Thomas Tjiang: Der Pinguin fühlt sich wohl in Mittelfranken. In: ihk-nuernberg.de. wIHK Nürnberg für Mittelfranken, abgerufen am 10. März 2021.</ref> Am 25. November 2002 wurde Richard Seibt Geschäftsführer von SuSE.<ref>Interview mit dem neuen SuSE-CEO Richard Seibt. In: linux-magazin.de. Abgerufen am 9. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Eigentumsgeschichte

Am 4. November 2003 gab Novell die Übernahme der SuSE LINUX AG zum Preis von 210 Millionen US-Dollar bekannt.<ref name="hb-2283396">Novell schluckt Suse Linux. In: handelsblatt.com. 4. November 2003, abgerufen am 16. Februar 2015.</ref> Im August 2005 wurde mit dem Launch des openSUSE-Community-Projekts begonnen, die Weiterentwicklung von SUSE Linux für externe Benutzer und Entwickler zu öffnen. Novell schlug damit einen ähnlichen Weg wie Red Hat mit dem Fedora-Projekt ein. Novells zukünftige Linux-Varianten werden dann mit Hilfe der openSUSE-Community entwickelt.<ref>OpenSUSE kommt. In: pro-linux.de. Pro-Linux, 6. August 2005, abgerufen am 9. März 2021.</ref> 2011 trat das Unternehmen dem Beirat der Document Foundation bei.<ref>Document Foundation besetzt Advisory Board. In: golem.de. Abgerufen am 17. März 2021.</ref>

Der Firmensitz von SUSE wurde nach der Übernahme durch Novell von Nürnberg nach Massachusetts in den USA verlagert. Im Zuge der Übernahme Novells durch die Attachmate Group im Jahr 2011 wurde der Firmensitz nach Nürnberg zurückverlegt.<ref>Neue Führungskräfte für Suse und Novell. In: golem.de. 2. Mai 2011, abgerufen am 9. März 2021.</ref>

Die SUSE Linux GmbH war ein Tochterunternehmen von Novell, das organisatorisch dem Novell-Hauptsitz in den USA zugeordnet war und nicht zur deutschen Novell GmbH. Der Grund dafür war, dass bei SUSE Linux mit Stand Dezember 2005 in Nürnberg unter anderem 250 Entwickler beschäftigt waren, die in die weltweite Produktentwicklung eingebunden waren, die von den USA aus gesteuert wurde. Die deutsche Novell GmbH war dagegen für den Vertrieb und die Vermarktung der Novell-Produkte, darunter auch SUSE-Linux-Produkte, in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig. Im Zuge der Übernahme von Novell durch Attachmate im Mai 2011 ist SUSE von Novell getrennt und als eigene Geschäftseinheit SUSE wieder ausgegründet worden.<ref>Novell-Übernahme abgeschlossen – heise open. In: heise.de. 28. April 2011, abgerufen am 16. Februar 2015.</ref><ref>Umfangreiche Entlassungen bei Novell und Suse – heise open. In: heise.de. 3. Mai 2011, abgerufen am 16. Februar 2015.</ref><ref name="Börsengang">Peter Köhler: Suse-Aktien kommen mit 29 bis 34 Euro an die Börse Artikel vom 5. Mai 2021 auf der Webseite handelsblatt.com. Abgerufen am 6. Mai 2021.</ref>

Nach der Übernahme von Attachmate durch Micro Focus International im Jahr 2014 blieb die SUSE LLC unter dem neuen Eigentümer weiterhin eigenständig.<ref>Heise News:Suse und Opensuse: Keine Änderungen trotz Übernahme von Attachmate (abgerufen am 30. Juni 2015).</ref>

Im Juli 2018 wurde SUSE an die schwedische Investitionsgruppe EQT Partners AB für 2,5 Milliarden US-Dollar weiterverkauft.<ref name="EQT-Heise" /><ref>Suse-Chefin will Red Hat das Fürchten lehren. In: datacenter-insider.de. Abgerufen am 9. März 2021.</ref> Formaler Eigentümer ist hierbei eine neu gegründete Gesellschaft „Marcel BidCo GmbH“ mit Sitz in München, inzwischen wird die Nürnberger SUSE-Adresse als operative Geschäftsadresse angegeben.<ref>Micro Focus Announces Sale Of SUSE Business For $2.535 Bln - Quick Facts. In: RTTNews. Abgerufen am 3. Juli 2018.</ref><ref>Handelsregisterauszug von Blitz 18-679 GmbH aus München (HRB 241711). Abgerufen am 3. Juli 2018.</ref>

Ende 2020 gab SUSE die Übernahme des Kubernetes-Spezialisten Rancher Labs bekannt.<ref>Suse-Chefin will Red Hat das Fürchten lehren. In: datacenter-insider.de. Abgerufen am 9. März 2021.</ref>

Im 2. Quartal 2021 gab SUSE die Absicht bekannt, in eine Aktiengesellschaft umzufirmieren und Anteile an die Frankfurter Börse zu bringen. Als Tag der Erstnotiz wurde der 19. Mai 2021 gewählt.<ref name="Börsengang" /> Der Erstausgabepreis der Aktie betrug 30 Euro.<ref>heise online: SUSE: Börsengang geglückt. Abgerufen am 19. Mai 2021.</ref> Der Erlös aus dem Börsengang belief sich auf 1,12 Milliarden Euro. Auch nach dem Börsengang besitzt EQT noch rund drei Viertel der Anteile an SUSE, neue Großinvestoren beim Börsengang waren Capital Research Global Investors sowie GIC Private Limited.<ref>SUSE-IPO: Börsengang von SUSE durchwachsen – Aktie mittlerweile fester. In: finanzen.net. Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>

Ende Oktober 2021 hat SUSE das auf Container-Sicherheit spezialisierte Unternehmen NeuVector für 130 Millionen US-Dollar übernommen.<ref>Übernahme von NeuVector: Suse kauft Spezialisten für Sicherheitssoftware. In: CIO DE. Abgerufen am 16. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Aktienkurs des Unternehmens brach seit dem Börsengang um 71 % ein.<ref>SUSE Aktie verliert zweistellig nach massiven Gewinneinbrüchen. In: Finanznachrichten.de. Abgerufen am 17. August 2023.</ref> Im August 2023 gab EQT bekannt, Aktien von SUSE rückzukaufen und ein Delisting der Aktie einzuleiten.<ref>Peter Köhler: Finanzinvestor : EQT nimmt Softwarefirma Suse von der Börse. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 17. August 2023.</ref> Kleinsparern wurde ein Angebot zum Rückkauf gemacht, die Teile des dramatischen Kursverlustes ausglichen.<ref>Jonas Volkert: 16 Euro pro Aktie: SUSE-Hauptinvestor unterbreitet Angebot an Kleinaktionäre. In: iX Magazin. 18. August 2023, abgerufen am 16. August 2025.</ref> In dem Zuge wurde auch CEO Melissa Di Donato durch Dirk-Peter van Leeuwen ersetzt.<ref>Katharina Jochum: Hauptinvestor will Suse von der Börse nehmen. In: Inside IT. Abgerufen am 16. August 2025.</ref>

2024 übernahm man StackState, die sich auf die Systemüberwachung von Kubernetes-Clustern spezialisiert hatten.<ref>Niklas Dierking: SUSE kauft die Observability-Plattform StackState. In: c't Magazin. 18. Juni 2024, abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Im Februar 2026 übernahm man Losant, einen führenden Anbieter für industrielle Internet-of-Things-Plattformen (IIoT).<ref>SUSE: SUSE Acquires Losant to Modernize Industrial IoT with a Full-Stack Open Process Automation Platform at the Edge. 20. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Produkte

In den frühen 90ern vertrieb man zunächst Betriebssysteme auf Datenträgern zusammen mit gedruckten Handbüchern im Fach- und Buchhandel. Zunächst eine ins Deutsche übersetzte Version von Softlanding Linux System. 1994 folgte vertrieb man als S.u.S.E. 1.0 (auf dem zuvor freigegebenen Kernel 1.0) eine lokalisierte Version von Slackware, LST und DLD auf zwei CD-ROM. Im Mai 1996 folgte SuSE Linux auf Basis jurix mit vereinfachter ISDN-Konfiguration. In einer Kooperation mit Siemens Nixdorf wurde SuSE Linux als Dual-Boot-Option in den Workstations ausgeliefert. 1998 fokussierte man sich mit S.u.S.E. Business Linux auf den Geschäftsbereich. In Kooperation mit Transtec wurde es auf deren Workstations vorinstalliert.<ref name="ix" /> Mit SuSE Advance Linux Technology (SALT) bot man maßgeschneiderte Lösungen für 19-Zoll-Racks an.<ref>André von Raison: SuSE steigt ins Cluster-Geschäft ein. In: heise online. 3. Februar 1999, abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Datei:SUSE Linux Enterprise Server 11 installation DVD 20100429.jpg
DVD-Datenträger von SLES 11

Später wurde mit dem openSUSE-Projekt eine Basis geschaffen, bei der die Gemeinschaft Pakete beisteuern kann und das auch als eigenständige Linux-Distribution fungiert.<ref>Oliver Diedrich: Novell gründet OpenSuse-Team. In: heise online. 12. August 2009, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Davon abgegrenzt sind die proprietären Lösung, die fortan als SUSE Linux Enterprise Server (SLES) und SUSE Linux Enterprise Desktop (SLED) an Firmenkunden vermarktet wurden und deutlich längere Unterstützungszeiträume bieten.<ref>Alexandra Kleijn: Suse Linux Enterprise 10 ist da. In: heise online. 17. Juli 2006, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Zudem sind SAP zertifizierte Varianten Teil des Portfolios.<ref>Mirko Dölle: Suse Linux Enterprise Server für SAP-Anwendungen. In: heise online. 30. Oktober 2013, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Auch bei AWS ist man eine offizielle Option.<ref>Hans-Joachim Baader: SUSE Linux Enterprise Server 10 und 11 auf Amazon-Web-Diensten. In: Pro-Linux. Abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Bis 2004 bot man im Groupware-Segment kommerzielle Unterstützung für den Open-Xchange Server an.<ref>Thomas Leichtenstern: Novell streicht SuSEs Open-XChange Server. In: tecchannel.de. 10. Dezember 2004, abgerufen am 20. Mai 2021.</ref> Ebenso gab man seine Supportverträge für LibreOffice an Collabora ab.<ref>Kommerzieller Support für LibreOffice. In: heise online. 3. September 2013, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Der Open School Server war ein angepasster SLES für Schulen, der jedoch auch aufgegeben und an die Extis GmbH ausgelagert wurde.<ref>Marcel Hilzinger: Open School Server exklusiv auf Heft-CD. In: Linux-Magazin. Abgerufen am 16. August 2025.</ref> Etwa 7 Jahre lang bot man das IaaS Produkt OpenStack Cloud an.<ref>Moritz Förster: SUSE stellt seine OpenStack Cloud ein. In: iX Magazin. 9. Oktober 2019, abgerufen am 16. August 2025.</ref> 2021 wurde SUSE Enterprise Storage (SES) auf Basis von Ceph aus dem Programm genommen.<ref>Andy Muthmann: Tschüss, SUSE Enterprise Storage! 17. Mai 2021, abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Nach der Übernahme von Rancher Labs bietet SUSE auch Kubernetes-Plattformen für SAP-Anwendungen sowie eine eigene agentenbasierte KI-Lösung an.<ref>Udo Seidel: Rancher für SAP: Kubernetes-Plattform von SUSE mit SAP-Zertifizierung gestartet. In: iX Magazin. 19. März 2025, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Mit dem SUSE Multi-Linux Manager (vormals SUSE Manager) bietet eine Administrationslösung für heterogene IT-Landschaften.<ref>Ulrich Bantle: Suse Multi-Linux Manager kennt mehr Distributionen. In: Linux-Magazin. 7. August 2025, abgerufen am 16. August 2025.</ref> 2024 präsentierte man mit SLE Micro eine optimierte Variante zur Containervirtualisierung und mit SUSE Edge eine IoT-Plattform für das industrielle Umfeld.<ref>Wolf Hosbach: Viele Neuerungen für Suse Rancher, SLE Micro und Suse Edge (IIoT). In: Developer. 7. November 2023, abgerufen am 16. August 2025.</ref> Zudem bietet man eine Variante SUSE Edge for Telco speziell für Telekommunikationsanbieter an.<ref>Ulrich Bantle: Suse Edge for Telco 3.2: Update mit neuen Funktionen. In: Linux-Magazin. 3. März 2025, abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 27′ 33″ N, 11° 4′ 56″ O

 {{#coordinates:49,459166666667|11,082222222222|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}

Vorlage:Hinweisbaustein