Laminariales
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| Datei:Laminaria hyperborea - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-214.jpg
Palmentang (Laminaria hyperborea), Illustration aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen | ||||||||||||
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| Mig. |
Die Laminariales sind ein Taxon der Braunalgen, deren Mitglieder unter Wasser im klaren, flachen Meer Tangwälder bilden. Im Deutschen werden sie, wie auch vielzellige Rot- und Grünalgen, allgemein als Tang bezeichnet, mehrere Gattungen auch mit dem aus dem Englischen übernommenen Wort Kelp. Zu diesen gehört der Riesentang (Macrocystis pyrifera), welcher mit dem Sporophyten eine Länge von bis zu 60 Metern erreicht.
Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft hat die Gattung Laminaria, die zu den Laminariales zählt, 2007 zur ersten Alge des Jahres gekürt.<ref>Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft: Seetang Laminaria ist Alge des Jahres 2007. Deutsche Botanische Gesellschaft, Pressemitteilung 2007.</ref>
Merkmale
Die Laminariales zeigen einen heteromorphen Generationswechsel: Die Sporophyten sind ansehnliche bis sehr große, thallöse Algen (Tange). Die Gametophyten dagegen bestehen aus mikroskopisch kleinen, verzweigten Zellfäden. Bei den weiblichen Gametophyten sind auch die vegetativen Zellen deutlich größer als bei den männlichen, dafür ist ihre Anzahl geringer (bis hin zu einzelligen weiblichen Algen), sodass man von sekundären Geschlechtsmerkmalen sprechen kann.<ref>Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 31. Auflage 1978, S. 584ff.</ref>
Der große Sporophyt der Laminariales (Makrothallus) hat eine thallöse Struktur und besteht aus dem Rhizoid, Cauloid und Phylloid. Das Rhizoid ist vergleichbar mit der Wurzel einer Pflanze, dient allerdings als reines Haftorgan. Bei den Laminariales besteht es aus sogenannten Hapteren (Krallen) mit deren Hilfe der Sporophyt sich an Steinen anheftet. Das Cauloid (vergleichbar mit der Sprossachse bei Pflanzen) bildet einen Stiel, von dem ein oder mehrere blattähnliche Wedel (Phylloide) ausgehen. Am Ende des Cauloids einiger Arten findet man Gasblasen, sogenannte Pneumatocysten (auch als Aerocysten bezeichnet), die für Auftrieb sorgen. Bei Arten der Gattung Nereocystis der Familie Laminariaceae bildet sich am Cauloid jeweils eine einzelne Gasblase, während man bei der zur gleichen Familie zählenden Gattung Macrocystis mehrere findet. Der Sporophyt der Laminariales besitzt zudem ein Leitgewebe, auch wenn die Laminariales nicht mit den Gefäßpflanzen verwandt sind. Dies ist ein Beispiel von konvergenter Evolution.
Wachstum
Das Wachstum geht bei dem Gametophyten von der apikalen Meristemzelle aus. Der Sporophyt hingegen besitzt ein sehr komplex organisiertes Gewebe, das interkalare Wachstum des Cauloids geht von einem teilungsfähigen Abschlussgewebe (Meristem) aus, welches man bei den Laminariales als Meristoderm bezeichnet. An der Basis des Phylloids findet sich ein weiteres Meristem, ebenfalls auch auf der Oberfläche der Rhizoiden.
Unterschiede zu anderen Braunalgen
Im Gegensatz zum heteromorphen Generationswechsel der Laminariales tritt bei anderen Braunalgen auch ein isomorpher Generationswechsel auf, z. B. bei den Ectocarpales (Gattung Ectocarpus) und bei den Dictyotales (Gattung Dictyota). Bei der Gattung Cutleria der Cutleriales ist im Gegensatz zu den Laminariales der Gametophyt weitaus ausgeprägter als der hierbei mikroskopisch kleine Sporophyt. Vertreter der Fucales hingegen kann man als diplont bezeichnen. Bereits der Sporophyt bildet die Gameten, ein Gametophyt ist somit nicht vorhanden.
Systematik
Die Laminariales wurden 1909 von <templatestyles src="Person/styles.css" />Walter Migula aufgestellt (In: Kryptogamen-Flora von Deutschland, Deutsch-Österreich und der Schweiz. Band II. Algen. 2. Teil. Rhodophyceae, Phaeophyceae, Characeae. pp. i-iv, 1-382, 122 (41 col.) pls. Gera: Verlag Friedriech von Zezschwitz). Sie wird in 34 Gattungen und etwa 129 Arten gegliedert (nach Guiry 2014).
- Agaraceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Postels & Ruprecht (syn. Costariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />C. E. Lane et al.), mit 3 Gattungen und 9 Arten:
- Agarum <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumortier, mit 6 Arten
- Costaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Greville, mit der einzigen Art:
- Costaria costata <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.Agardh) de A.Saunders
- Dictyoneurum <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit 2 Arten
- Akkesiphycaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai & H. Sasaki: mit der einzigen Art
- Akkesiphycus lubricum <templatestyles src="Person/styles.css" />Yamada & Tak.Tanaka
- Alariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Gardner: 7 Gattungen mit 21 Arten:
- Alaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Greville: 12 Arten, darunter der
- Flügeltang (Alaria esculenta <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Greville)
- Eualaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit der einzigen Art:
- Eualaria fistulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Postels & Ruprecht) M. J. Wynne
- Lessoniopsis Reinke, mit der einzigen Art:
- Lessoniopsis littoralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Farlow & Setchell ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Tilden) Reinke
- Pleurophycus <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Saunders ex <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Tilden, mit der einzigen Art:
- Pleurophycus gardneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Saunders ex <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Tilden
- Pterygophora <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit der einzigen Art:
- Pterygophora californica <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht
- Undaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Suringar, mit 4 Arten, darunter:
- Wakame (Undaria pinnatifida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Harvey) Suringar)
- Undariella <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. P. Petrov & O. G. Kusakin, mit der einzigen Art:
- Undariella kurilensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. P. Petrov & O. G. Kusakin
- Alaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Greville: 12 Arten, darunter der
- Aureophycaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai & L. M. Ridgway mit der einzigen Art:
- Aureophycus aleuticus <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai, T. Hanyuda, Lindeberg & S. C. Lindstrom
- Chordaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumortier: mit der einzigen Gattung
- Laminariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Bory: 10 Gattungen mit 56 Arten:
- Arthrothamnus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit 2 Arten
- Cymathere <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Agardh, mit 2 Arten
- Laminaria <templatestyles src="Person/styles.css" />J. V. Lamour., perennierende Gattung (25 Arten), bekannte Vertreter sind der
- Fingertang (Laminaria digitata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Huds.) J. V. Lamour.) und der
- Palmentang (Laminaria hyperborea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gunnerus) Foslie), die dichte Tangwälder bilden, z. B. im Felswattbereich von Helgoland oder der Atlantikküste der Bretagne.
- Macrocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />C. Agardh, mit der einzigen Art
- Riesentang (Macrocystis pyrifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C. Agardh)
- Nereocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />Postels & Ruprecht, mit der einzigen Art:
- Nereocystis luetkeana (Mertens) <templatestyles src="Person/styles.css" />Postels & Ruprecht
- Pelagophycus <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit der einzigen Art:
- Pelagophycus porra <templatestyles src="Person/styles.css" />(Léman) Setchell
- Postelsia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit der einzigen Art
- See-Palme (Postelsia palmaeformis) <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht
- Pseudolessonia <templatestyles src="Person/styles.css" />G. Y. Cho, N. G. Klochkova, T. N. Krupnova & Boo, mit der einzigen Art
- Pseudolessonia laminarioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Postels & Ruprecht) G. Y. Cho, N. G. Klochkova, T. N. Krupnova & Boo
- Saccharina <templatestyles src="Person/styles.css" />Stackh.: mit 21 Arten, beispielsweise
- Zuckertang (Saccharina latissima <templatestyles src="Person/styles.css" />C. E. Lane et al.)
- Japanischer Blatttang (Saccharina japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aresch.) C. E. Lane et al.)
- Streptophyllopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kajimura, mit der einzigen Art
- Streptophyllopsis kuroshioense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Segawa) Kajimura
- Lessoniaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Gardner: 5 Gattungen mit 31 Arten
- Ecklonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Horn., mit 9 Arten
- Eckloniopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Okamura, mit der einzigen Art
- Eckloniopsis radicosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kjellm.) Okamura
- Egregia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit 3 Arten
- Eisenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit 7 Arten
- Lessonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bory de Saint-Vincent, mit 11 Arten
- Pseudochordaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Kawai & Kurogi: mit der einzigen Gattung
- Pseudochorda <templatestyles src="Person/styles.css" />Yamada, Tokida & Inagaki, mit 2 Arten
- Familienzuordnung noch unklar (Laminariales familia incertae sedis):
- Costulariella <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Kloczcova & T. A. Kloczcova, mit der einzigen Art
- Costulariella kurilensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Petrov & Gussarova) N. G. Kloczcova & T. A. Kloczcova
- Feditia <templatestyles src="Person/styles.css" />Yu. Petrov & I. Gusarova, mit der einzigen Art
- Feditia simuschirensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Yu. Petrov & I. Gusarova
- Phyllariella <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. E. Petrov & Vozzhinskaja, mit der einzigen Art
- Phyllariella ochotensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Petrov & Vozzhinskaja
- Tauya <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Klochkova & T. N. Krupnova, mit der einzigen Art
- Tauya basicrassa <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Klochkova & T. N. Krupnova
- Costulariella <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Kloczcova & T. A. Kloczcova, mit der einzigen Art
Nutzung
Kombu, wie Laminarien auf Japanisch heißen, wird in der japanischen Küche sehr häufig verwendet. Auch die russische Küche kennt diese als salatartige Beilage mit Öl-Dressing.
Literatur
- Christian van den Hoek, Hans M. Jahns, David G. Mann: Algen. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 1993, ISBN 3-13-551103-0
- Günter Throm: Biologie der Kryptogamen. Band II: Algen - Moose. Haag und Herchen Verlag, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3-86137-581-8
- Michael D. Guiry, G.M Guiry: Laminariales. In: AlgaeBASE - World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway, abgerufen am 7. November 2014 (Abschnitt Systematik)
Einzelnachweise
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