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Laminariales

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Laminariales
Datei:Laminaria hyperborea - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-214.jpg

Palmentang (Laminaria hyperborea), Illustration aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen

Systematik
Domäne: Eukaryoten (Eukaryota)
ohne Rang: Diaphoretickes
ohne Rang: Sar
ohne Rang: Stramenopile (Stramenopiles)
ohne Rang: Braunalgen (Phaeophyceae)
ohne Rang: Laminariales
Wissenschaftlicher Name
Laminariales
Mig.
Datei:Laminariales024.jpg
Illustration des Lebenszyklus
Datei:Eckloniopsis radicosa - National Museum of Nature and Science, Tokyo - DSC06917.JPG
Eckloniopsis radicosa, Naturwissenschaftliches Museum, Tokio

Die Laminariales sind ein Taxon der Braunalgen, deren Mitglieder unter Wasser im klaren, flachen Meer Tangwälder bilden. Im Deutschen werden sie, wie auch vielzellige Rot- und Grünalgen, allgemein als Tang bezeichnet, mehrere Gattungen auch mit dem aus dem Englischen übernommenen Wort Kelp. Zu diesen gehört der Riesentang (Macrocystis pyrifera), welcher mit dem Sporophyten eine Länge von bis zu 60 Metern erreicht.

Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft hat die Gattung Laminaria, die zu den Laminariales zählt, 2007 zur ersten Alge des Jahres gekürt.<ref>Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft: Seetang Laminaria ist Alge des Jahres 2007. Deutsche Botanische Gesellschaft, Pressemitteilung 2007.</ref>

Merkmale

Die Laminariales zeigen einen heteromorphen Generationswechsel: Die Sporophyten sind ansehnliche bis sehr große, thallöse Algen (Tange). Die Gametophyten dagegen bestehen aus mikroskopisch kleinen, verzweigten Zellfäden. Bei den weiblichen Gametophyten sind auch die vegetativen Zellen deutlich größer als bei den männlichen, dafür ist ihre Anzahl geringer (bis hin zu einzelligen weiblichen Algen), sodass man von sekundären Geschlechtsmerkmalen sprechen kann.<ref>Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 31. Auflage 1978, S. 584ff.</ref>

Der große Sporophyt der Laminariales (Makrothallus) hat eine thallöse Struktur und besteht aus dem Rhizoid, Cauloid und Phylloid. Das Rhizoid ist vergleichbar mit der Wurzel einer Pflanze, dient allerdings als reines Haftorgan. Bei den Laminariales besteht es aus sogenannten Hapteren (Krallen) mit deren Hilfe der Sporophyt sich an Steinen anheftet. Das Cauloid (vergleichbar mit der Sprossachse bei Pflanzen) bildet einen Stiel, von dem ein oder mehrere blattähnliche Wedel (Phylloide) ausgehen. Am Ende des Cauloids einiger Arten findet man Gasblasen, sogenannte Pneumatocysten (auch als Aerocysten bezeichnet), die für Auftrieb sorgen. Bei Arten der Gattung Nereocystis der Familie Laminariaceae bildet sich am Cauloid jeweils eine einzelne Gasblase, während man bei der zur gleichen Familie zählenden Gattung Macrocystis mehrere findet. Der Sporophyt der Laminariales besitzt zudem ein Leitgewebe, auch wenn die Laminariales nicht mit den Gefäßpflanzen verwandt sind. Dies ist ein Beispiel von konvergenter Evolution.

Wachstum

Das Wachstum geht bei dem Gametophyten von der apikalen Meristemzelle aus. Der Sporophyt hingegen besitzt ein sehr komplex organisiertes Gewebe, das interkalare Wachstum des Cauloids geht von einem teilungsfähigen Abschlussgewebe (Meristem) aus, welches man bei den Laminariales als Meristoderm bezeichnet. An der Basis des Phylloids findet sich ein weiteres Meristem, ebenfalls auch auf der Oberfläche der Rhizoiden.

Unterschiede zu anderen Braunalgen

Im Gegensatz zum heteromorphen Generationswechsel der Laminariales tritt bei anderen Braunalgen auch ein isomorpher Generationswechsel auf, z. B. bei den Ectocarpales (Gattung Ectocarpus) und bei den Dictyotales (Gattung Dictyota). Bei der Gattung Cutleria der Cutleriales ist im Gegensatz zu den Laminariales der Gametophyt weitaus ausgeprägter als der hierbei mikroskopisch kleine Sporophyt. Vertreter der Fucales hingegen kann man als diplont bezeichnen. Bereits der Sporophyt bildet die Gameten, ein Gametophyt ist somit nicht vorhanden.

Systematik

Datei:Laminaria hyperborea.jpg
Palmentang (Laminaria hyperborea)
Datei:CAS Macrocystis 4.JPG
Riesentang (Macrocystis pyrifera)
Datei:CAS Nereocystis 1.JPG
Nererocystis luetkeana
Datei:Postelsia palmaeformis 5.jpg
See-Palme (Polstelsia palmaeformis)
Datei:Laminaria saccharina Helgoland.JPG
Zuckertang (Saccharina latissima) auf Helgoland

Die Laminariales wurden 1909 von <templatestyles src="Person/styles.css" />Walter Migula aufgestellt (In: Kryptogamen-Flora von Deutschland, Deutsch-Österreich und der Schweiz. Band II. Algen. 2. Teil. Rhodophyceae, Phaeophyceae, Characeae. pp. i-iv, 1-382, 122 (41 col.) pls. Gera: Verlag Friedriech von Zezschwitz). Sie wird in 34 Gattungen und etwa 129 Arten gegliedert (nach Guiry 2014).

  • Agaraceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Postels & Ruprecht (syn. Costariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />C. E. Lane et al.), mit 3 Gattungen und 9 Arten:
    • Agarum <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumortier, mit 6 Arten
    • Costaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Greville, mit der einzigen Art:
      • Costaria costata <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.Agardh) de A.Saunders
    • Dictyoneurum <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit 2 Arten
  • Akkesiphycaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai & H. Sasaki: mit der einzigen Art
  • Alariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Gardner: 7 Gattungen mit 21 Arten:
    • Alaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Greville: 12 Arten, darunter der
      • Flügeltang (Alaria esculenta <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Greville)
    • Eualaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit der einzigen Art:
      • Eualaria fistulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Postels & Ruprecht) M. J. Wynne
    • Lessoniopsis Reinke, mit der einzigen Art:
      • Lessoniopsis littoralis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Farlow & Setchell ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Tilden) Reinke
    • Pleurophycus <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Saunders ex <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Tilden, mit der einzigen Art:
      • Pleurophycus gardneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Saunders ex <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Tilden
    • Pterygophora <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit der einzigen Art:
    • Undaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Suringar, mit 4 Arten, darunter:
    • Undariella <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. P. Petrov & O. G. Kusakin, mit der einzigen Art:
  • Aureophycaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai & L. M. Ridgway mit der einzigen Art:
    • Aureophycus aleuticus <templatestyles src="Person/styles.css" />H. Kawai, T. Hanyuda, Lindeberg & S. C. Lindstrom
  • Chordaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumortier: mit der einzigen Gattung
    • Chorda <templatestyles src="Person/styles.css" />Stackh., 4 Arten, darunter die
      • Meersaite (Chorda filum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Stackh.)
  • Laminariaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Bory: 10 Gattungen mit 56 Arten:
    • Arthrothamnus <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit 2 Arten
    • Cymathere <templatestyles src="Person/styles.css" />J. Agardh, mit 2 Arten
    • Laminaria <templatestyles src="Person/styles.css" />J. V. Lamour., perennierende Gattung (25 Arten), bekannte Vertreter sind der
    • Macrocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />C. Agardh, mit der einzigen Art
      • Riesentang (Macrocystis pyrifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C. Agardh)
    • Nereocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />Postels & Ruprecht, mit der einzigen Art:
    • Pelagophycus <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit der einzigen Art:
    • Postelsia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht, mit der einzigen Art
      • See-Palme (Postelsia palmaeformis) <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruprecht
    • Pseudolessonia <templatestyles src="Person/styles.css" />G. Y. Cho, N. G. Klochkova, T. N. Krupnova & Boo, mit der einzigen Art
      • Pseudolessonia laminarioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Postels & Ruprecht) G. Y. Cho, N. G. Klochkova, T. N. Krupnova & Boo
    • Saccharina <templatestyles src="Person/styles.css" />Stackh.: mit 21 Arten, beispielsweise
      • Zuckertang (Saccharina latissima <templatestyles src="Person/styles.css" />C. E. Lane et al.)
      • Japanischer Blatttang (Saccharina japonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aresch.) C. E. Lane et al.)
    • Streptophyllopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kajimura, mit der einzigen Art
  • Lessoniaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Setchell & Gardner: 5 Gattungen mit 31 Arten
    • Ecklonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Horn., mit 9 Arten
    • Eckloniopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Okamura, mit der einzigen Art
    • Egregia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit 3 Arten
    • Eisenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Aresch., mit 7 Arten
    • Lessonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bory de Saint-Vincent, mit 11 Arten
  • Pseudochordaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Kawai & Kurogi: mit der einzigen Gattung
    • Pseudochorda <templatestyles src="Person/styles.css" />Yamada, Tokida & Inagaki, mit 2 Arten
  • Familienzuordnung noch unklar (Laminariales familia incertae sedis):
    • Costulariella <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Kloczcova & T. A. Kloczcova, mit der einzigen Art
      • Costulariella kurilensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Petrov & Gussarova) N. G. Kloczcova & T. A. Kloczcova
    • Feditia <templatestyles src="Person/styles.css" />Yu. Petrov & I. Gusarova, mit der einzigen Art
    • Phyllariella <templatestyles src="Person/styles.css" />Y. E. Petrov & Vozzhinskaja, mit der einzigen Art
    • Tauya <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Klochkova & T. N. Krupnova, mit der einzigen Art
      • Tauya basicrassa <templatestyles src="Person/styles.css" />N. G. Klochkova & T. N. Krupnova

Nutzung

Kombu, wie Laminarien auf Japanisch heißen, wird in der japanischen Küche sehr häufig verwendet. Auch die russische Küche kennt diese als salatartige Beilage mit Öl-Dressing.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Laminariales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien