Zum Inhalt springen

Begonien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Januar 2026 um 11:52 Uhr durch imported>Ayyur (+Kat).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Begonien
Datei:Begonie.jpg

Begonia microsperma

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Schiefblattgewächse (Begoniaceae)
Gattung: Begonien
Wissenschaftlicher Name
Begonia
L.

Begonien (Begonia), auch Schiefblatt genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Schiefblattgewächse (Begoniaceae). Zur Gattung Begonia gehören mehr als 1800 Arten (Stand 2018),<ref name="Tian2018" /> damit gehört sie zu den artenreichsten Pflanzengattungen.

Viele Arten und Sorten der Gattung Begonien (Begonia) werden wegen ihres farbenprächtigen Laubes oder ihrer eindrucksvollen Blüten als Zierpflanzen in Räumen oder als Beet- und Balkonpflanzen gepflegt.

Beschreibung

Datei:Begonia angularis.jpg
Illustration von Begonia angularis

Vegetative Merkmale

Begonia-Arten wachsen selten als einjährige, meist als ausdauernde krautige Pflanzen und seltener als Halbsträucher bis Sträucher, die Wuchshöhen von nur wenigen Zentimetern bis zu 3 Metern erreichen. Viele Arten sind mehr oder weniger sukkulent. Viele Arten bilden Rhizome oder Knollen aus. Die Stängel können aufrecht, kriechend oder hängend sein; manchmal sind sie auch sehr kurz und die Blätter stehen mehr oder weniger in grundständigen Rosetten. Selten klettern sie mit Adventivwurzeln oder bilden Stolonen aus.

Die Nebenblätter umhüllen Blattstiel und Stängel. Die wechselständigen und spiralig oder zweizeilig, grundständig oder am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt und brechen oft leicht. Sie besitzen in der Regel asymmetrische Blattspreiten, die meist einfach, selten zusammengesetzt sind. Der Blattrand kann unregelmäßig gesägt oder manchmal glatt sein. Die Blattspreiten sind fiedernervig.

Generative Merkmale

Begonien sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), es gibt also weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze. Die Blüten sind fünfzählig. Die Blütenhüllblätter sind gleichgestaltet, also nicht in Kelch und Krone getrennt (Tepalen). In den männlichen Blüten sind nur zwei oder vier Blütenhüllblätter (wobei die äußeren zwei deutlich größer sind als die inneren) und meist viele Staubblätter vorhanden. In den weiblichen Blüten sind zwei bis fünf (bis zehn) Blütenhüllblätter vorhanden. Zwei bis fünf (selten bis sieben) Fruchtblätter sind zu einem geflügelten, unterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Sie bilden meist Kapselfrüchte, die oft asymmetrisch geflügelt sind und sehr viele, sehr kleine Samen enthalten. Die feinen Samen werden vom Wind verbreitet. Einige Arten bilden beerenartige Früchte, die von Tieren gefressen werden.

Verbreitung

Begonia-Arten lassen sich weltweit in feuchten tropischen und subtropischen Regionen finden. Die meisten Begonia-Arten sind in Südamerika beheimatet. Nur eine Art, Begonia grandis, gedeiht in gemäßigten Breiten in den westlichen Hügeln in der Nähe von Peking und ist auch in Mitteleuropa an geschützten Stellen winterhart.

Datei:Begonia acutifolia3073316230.jpg
Ilexblättrige Begonie (Begonia acutifolia)
Datei:Syukaido 07c4548.jpg
Winterharte Begonie (Begonia grandis subsp. grandis)
Datei:Begonia luxurians (1).jpg
Palmblättrige Begonie (Begonia luxurians)
Datei:Gardenology.org-IMG 1177 rbgs10dec.jpg
Seerosenblättrige Begonie (Begonia peltata)

Systematik

Der Gattungsname Begonia ehrt Michel Bégon, Intendant der Französischen Antillen im 17. Jahrhundert. Der Name wurde durch Charles Plumier geprägt, der auf den Antillen sechs Arten gesammelt hatte, die 1700 erstmals durch Joseph Pitton de Tournefort veröffentlicht wurden. Mit der Übernahme durch Carl von Linné 1753 wurde Begonia zum bis heute gültigen Namen der Gattung.<ref>M. S. M Sosef: Refuge begonias: Taxonomy, phylogeny, and historical biogeography of Begonia sect. Loasibegonia and sect. Scutobegonia in relation to glacial rain forest refuges in Africa (Studies in Begoniaceae). Wageningen Agricultural University, Wageningen Agricultural University 1994, ISBN 90-6754-336-5 (wur.nl).</ref> Typusart ist Begonia obliqua <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Tropicos" />

2025 umfasste die Gattung über 2100 Arten,<ref name="WCSP" /> die in 66 Sektionen gegliedert sind. Zu folgenden Arten existieren eigene Artikel:

Nutzung

Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen in Parks, Gärten, Balkonen und Räumen verwendet. Bei vielen Sorten sind die dekorativen Blüten der Grund für ihre Verwendung und bei einigen anderen die interessanten Laubblätter.<ref name="Botanica2003" /> Neben den Hybriden werden Sorten beispielsweise der Arten Fuchsien-Begonie (Begonia fuchsioides), Winterharte Begonie (Begonia grandis subsp. grandis) auf Grund der Blüten angepflanzt. Zu den sogenannten „Blattbegonien“ gehören beispielsweise: Weißgefleckte Begonie (Begonia ×albopicta = Begonia maculata × Begonia olbia), Wimpern-Begonie (Begonia bowerae) Engelsflügel-Begonie (Begonia coccinea), Kidney-Begonie (Begonia ×erythrophylla = Begonia hydrocotylifolia × Begonia manicata), Ordens-Begonie (Begonia masoniana), Metallische Begonie (Begonia incarnata Link & Otto, Syn.: Begonia metallica W.G.Sm.), Rex-Begonie oder Königs-Begonie (Begonia-Rex-Hybriden).<ref name="Botanica2003" /><ref name="Zander2008" />

Weit verbreitet als Zierpflanzen sind verschiedene Gruppen von Hybriden:<ref name="Botanica2003" />

Literatur

  • L. L. Forrest, P. M. Hollingsworth: A recircumscription of Begonia based on nuclear ribosomal sequences. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 241, 2003, S. 193–211.
  • Laura Lowe Forrest, Mark Hughes, Peter M. Hollingsworth: A phylogeny of Begonia using nuclear ribosomal sequence data and non-molecular characters. In: Systematic Botany, Volume 30, 2005, S. 671–682: Online. (PDF; 481 kB)
  • Shahina Ghazanfar, Parveen Aziz: Begoniaceae.: Begonia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
  • Cuizhi Gu, Ching-I Peng & Nicholas J. Turland: Begoniaceae.: Begonia, S. 153 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007. ISBN 978-1-930723-59-7 (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Begonia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Tian2018"> </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 135–137. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Begonien (Begonia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien