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Kaliumhexacyanidoferrat(III)

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Strukturformel
3 Kaliumion Strukturformel des Hexacyanidoferrat(III)-Ions
Allgemeines
Name Kaliumhexacyanidoferrat(III)
Andere Namen
  • Kaliumhexacyanoferrat(III)
  • Kaliumhexacyanidoferrat(3−)
  • Kaliumferricyanid
  • Ferricyankalium
  • Rotes Blutlaugensalz
  • Rotkali
Summenformel K3[Fe(CN)6]
Kurzbeschreibung

rubinrote, monokline Kristalle<ref name=roempp>Eintrag zu Hexacyanidoferrate. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 237-323-3
ECHA-InfoCard 100.033.916
PubChem 26250
ChemSpider 19957218
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 329,26 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name=roempp />

Dichte

1,85 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 300 °C<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit
  • gut in Wasser (464 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS"/>
  • schlecht in Ethanol<ref name=roempp/>
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 319​‐​411
EUH: 032
P: 264​‐​273​‐​280​‐​305+351+338​‐​337+313​‐​391<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

2970 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS"/>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kaliumhexacyanidoferrat(III) ist ein Salz mit der Formeleinheit K3[Fe(CN)6]. Innerhalb der Cyanide handelt es sich um eine Komplexverbindung. Es wird auch als Kaliumferricyanid, Ferricyankalium, Rotes Blutlaugensalz, oder Rotkali bezeichnet; nach älterer Nomenklatur der IUPAC auch noch als Kaliumhexacyanoferrat(III). Die wässrige Lösung besitzt eine gelbe Farbe und zersetzt sich im Licht unter Bildung von Eisen(III)-hydroxid (Fe(OH)3).

Herkunft des Namens

Der Name Blutlaugensalz rührt von der Herstellungsweise durch Alchemisten. Sie erhitzten Blut mit Knochen, Horn und anderen proteinhaltigen Substanzen in Gegenwart von Pottasche. Der Rückstand wurde mit Wasser ausgelaugt. Daraus kristallisierte anschließend ein Salz aus, welches, je nachdem, wie viel Luft man beim Erhitzen zuließ, rot (Rotes Blutlaugensalz) oder gelb (Gelbes Blutlaugensalz) war.

Herstellung

Die Herstellung erfolgt durch Oxidation von Kaliumhexacyanidoferrat(II) (K4[Fe(CN)6]) mit Wasserstoffperoxid (H2O2) oder elektrochemisch.

Verwendung

Das Salz wird als mildes Oxidationsmittel bei organischen Synthesen eingesetzt. In der Analytik wird es zum Nachweis von Eisen(II)-Ionen verwendet. Dabei entsteht das sogenannte Berliner Blau.

<math>\mathrm{Fe^{2+} + [Fe(CN)_6]^{3-} \ \rightleftharpoons \ Fe^{3+} + [Fe(CN)_6]^{4-}}</math>

Cyanotypien werden mit Kaliumhexacyanidoferrat(III) und mit grünem Ammoniumeisen(III)-citrat (Ammoniumferrizitrat) oder Ammoniumtrioxalatoferrat(III) (Ammoniumeisen(III)-oxalat) (neue Formel) hergestellt.<ref>Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren/ EIN ALCHEMISTISCHES (ONLINE-)WERKSTATTBUCH MIT TIPPS, REZEPTUREN + ANLEITUNGEN AUS 500 JAHREN, Cyanotypie</ref> Aufgrund der Färbung wird umgangssprachlich auch von Blaupausen gesprochen.<ref>Matthias Ducci, Marco Oetken: Chemische Unterhaltungen: Pop-Art-Labor. In: spektrum.de. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> Außerdem wird es in der Färberei, als Stahlhärtungsmittel, als Holzbeize und in der Analogfotografie verwendet, z. B. als Teil des Farmerschen Abschwächers.

Bei unsachgemäßem Umgang kann sich aus Kaliumhexacyanidoferrat(III) durch Abspaltung die sehr giftige Blausäure (Cyanwasserstoff) bilden.<ref>Karlheinz Lohs, Peter Elstner, Ursula Stephan: Fachlexikon Toxikologie. Springer-Verlag, 2008, ISBN 978-3-540-27337-0, S. 118.</ref> Diese Gefahr ist insbesondere bei Reaktionen mit starken Säuren unter Wärmeeinwirkung gegeben. Auch beim Kontakt mit starken Säuren in der Kälte kann unter ungünstigen Umständen Blausäure freiwerden, da Kaliumhexacyanidoferrat(III) im Gegensatz zu Kaliumhexacyanidoferrat(II) einen schwachen Ligandenaustausch von Wasser und Cyanid zeigt.

Einzelnachweise

<references />