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Hypallage

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Die Hypallage [<templatestyles src="IPA/styles.css" />hypalaˈgeː, hyˈpalage] (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine rhetorische Figur, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der (gemeinte) inhaltliche Bezug eines Wortes von seinem (formulierten) grammatischen Bezug abweicht, genauer gesagt der semantische vom syntaktischen Bezug. Damit ist die Beziehung zwischen den Wörtern einer Aussage quasi „verschoben“, sodass die Aussage doppeldeutig wird. Bei idiomatisierten Hypallagen wird diese Doppeldeutigkeit im alltäglichen Sprachgebrauch häufig nicht wahrgenommen.

Die häufigste Form der Hypallage ist die Zuordnung eines attributiven Adjektivs zum falschen Substantiv, die gewollt oder unfreiwillig komisch wirken kann. Auch wenn Grammatiken und Stillehren von solchen „reitenden Artilleriekasernen“ abraten und sie wegen eigentlich regelwidriger Bezugnahme als „falsche Fügungen“ bezeichnen,<ref name="Heuer">Walter Heuer, Max Flückiger, Peter Gallmann: Richtiges Deutsch. Vollständige Grammatik und Rechtschreiblehre. 32. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2017, S. 503 f.</ref> tritt diese Form der Hypallage auch im schriftlichen Sprachgebrauch auf.

Hypallagen können auf ganz unterschiedliche Weise Verfremdungseffekte bewirken, von kaum bemerkbaren Abweichungen von der sprachlichen Norm über verblüffende Paradoxien bis zu schlankweg widersinnigen Formulierungen. In ihren kühneren Formulierungen werden sie bevorzugt von manieristischen Dichtern verwendet, in der Antike vor allem denen der Silbernen Latinität.<ref name="HWRh 107">Sonia Branca-Rosoff, Thomas Zinsmaier: Hypallage. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 4, Max Niemeyer, Tübingen 1998, Sp. 106–110, hier Sp. 107.</ref>

Unterscheidung von anderen Stilmitteln

In den antiken Lehrbüchern der Rhetorik und Grammatik, die im Mittelalter die weiteste Rezeption erfuhren, wird die Hypallage nicht als eigene Stilfigur beschrieben. Daher wird das Wort seitdem gelegentlich synonym mit Enallage und Metonymie verwendet.<ref>Sonia Branca-Rosoff, Thomas Zinsmaier: Hypallage. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 4, Max Niemeyer, Tübingen 1998, Sp. 106–110, hier Sp. 107 f.</ref>

  • Bei der Enallage [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ɛnʔalaˈgeː, ɛnˈʔalage] (von altgriechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) führt die grammatische Zuordnung des Attributes zu einem Wort oder Wortbestandteil, zu dem es inhaltlich nicht gehört. Herders Conversations-Lexicon (1854) bezeichnet die Enallage als Vertauschung von Wörtern der gleichen Wortklasse auch als Heterosis und unterscheidet davon die von Wörtern unterschiedlicher Wortklassen als Allöosis.<ref>Herders Conversations-Lexicon 1854</ref> Wahrigs Deutsches Wörterbuch sieht jedoch wenig Unterschied zwischen Hypallage und Enallage: Dort wird die Enallage als „Verschiebung der Beziehung von Wörtern zueinander“ definiert, die Hypallage als „Veränderung der Beziehungen von Wörtern zueinander, Veränderung und Vertauschung von Satzteilen“.<ref>https://educalingo.com/de/dic-de/hypallage</ref>
  • In einer Metonymie werden nicht syntaktische und semantische Bezüge, sondern logische Verbindungen vertauscht. So wird das Teil statt des Ganzen, der Autor statt des Werks oder das Material statt des daraus gefertigten Gegenstand genannt.<ref>Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur (= Kröners Taschenausgabe, Band 231). 4., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 1964, S. 288 und 424.</ref> Die Bezeichnung Hypallage für Metonymie findet sich beispielsweise bei Cicero.<ref>Gerd Ueding, Bernd Steinbrink: Grundriß der Rhetorik. Geschichte – Technik – Methode. 2. Auflage. Metzler, Stuttgart 1986, ISBN 3-476-00557-7, S. 272.</ref> Im Deutschen ist die Abgrenzung deutlicher als im Lateinischen, denn die Metonymie ersetzt gewisse Wörter durch Wörter mit verwandten Bedeutungen, während die Hypallage Beziehungen zu nicht gemeinten Wörtern eines Satzes enthält.

Beispiele

  • Vergil, Georgica IV, 429f.: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „als Proteus seine gewohnte Grotte aufsuchte und aus den Fluten stieg […]“). Das Partizip consueta drückt grammatisch aus, dass die Grotte sich daran gewöhnt hat, dabei ist es eigentlich Proteus.<ref>E. Adelaide Hahn: Source of Vergilian Hypallage. In: The Vergilian Digest 1957, No. 3, S. 12 ff., hier S. 12.</ref>
  • Vergil, Aeneis, VI, 268: Von den Toten in der Unterwelt: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „Dunkel gingen sie in einsamer Nacht durch den Schatten“). Hier liegt eine doppelte Hypallage vor, da sich semantisch dunkel auf den Schatten und einsam auf die Toten bezieht.<ref name="HWRh 107" />
  • Ovid, Metamorphosen, I, 1 f.: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „Der Geist drängt mich, von den in neue Körper verwandelten Formen zu sprechen“). Näherliegend wären „in neue Formen verwandelte Körper“ gewesen.<ref name="HWRh 107" />
  • Marcus Annaeus Lucanus, De bello civili V, 326: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „Diese Waffen werden Hände finden“). Julius Caesar droht mit diesen Worten meuternden Soldaten, dass er Gewalt gegen sie wird anwenden lassen.<ref>Ulrich Hübner: Hypallage in Lucans Pharsalia. In: Hermes. Band 100, Heft 4, 1972, S. 577–600, hier S. 580.</ref>
  • Stéphane Mallarmé, « {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) » (deutsch: „Siegreich floh der schöne Selbstmord“) (1886) erwähnt das {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), das ‚abwesende Grab‘ – gemeint ist, dass das lyrische Ich nicht darin liegt, also selber abwesend vom Grab ist.<ref>William Kels: La science étymologique de Mallarmé. Une lecture de „Victorieusement fui… “. In: Études Stéphane Mallarmé. Nr. 4, 2016, S. 77–112, hier S. 82 f.</ref>
  • Paul Valéry, Le cimetière marin (1920): « {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) » (deutsch: „Wo so viel Marmor auf so viel Schatten zittert“) – gemeint sind eigentlich die sich bewegenden Schatten der Blätter auf dem an sich unbeweglichen Marmor.<ref>Sonia Branca-Rosoff, Thomas Zinsmaier: Hypallage. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 4, Max Niemeyer, Tübingen 1998, Sp. 106–110, hier 109.</ref>
  • „die schlanke Baukunst der Gotik“. Gemeint ist nicht, dass die Baukunst selbst schlank wäre, sondern die gotischen Bauten sind es.<ref>Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0, S. 285.</ref>
  • „der kalte Druck ihrer Hände“ (statt „… ihrer kalten Hände“).<ref>Elisabeth Vollers; Enallage. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 6., aktualisierte und überarbeitete Auflage, J.B. Metzler, Heidelberg/Berlin 2014, ISBN 978-3-476-05984-0, S. 164.</ref>

Literatur

Weblinks

Wiktionary: Hypallage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Metonymie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />