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Sandbeiendorf

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Sandbeiendorf
Gemeinde Burgstall
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(252)&title=Sandbeiendorf 52° 24′ N, 11° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(252) 52° 23′ 35″ N, 11° 43′ 0″ O
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Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 8,95 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: ca. 252 (2011)<ref name="Gindex">Gemarkung Sandbeiendorf, Gemeinde Burgstall. In: GEOindex. Abgerufen im Oktober 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039364
Lage von Sandbeiendorf in Sachsen-Anhalt
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Sandbeiendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Burgstall im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geographie

Lage

Sandbeiendorf, ein erweitertes Rundplatzdorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt 7 Kilometer südwestlich der Stadt Tangerhütte östlich der Colbitz-Letzlinger Heide. Es wird vom Sandbeiendorfer Tanger, einem Tanger-Quellbach, der nahe Tangermünde in die Elbe fließt, durchzogen. Nordwestlich des Dorfes liegen die Flächennaturdenkmale „Möhrings Grund“ und „Weidendickicht am Oken“.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Die Umgebung Sandbeiendorfs ist leicht hügelig und steigt nach Westen allmählich an. Die Gemarkung des Ortsteils grenzt im Norden an den Landkreis Stendal.

Nachbarorte sind Burgstall im Nordwesten, das altmärkische Uchtdorf im Nordosten, Mahlwinkel im Westen, Wenddorf im Südosten und Blätz im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortsteilgliederung

Zum Ortsteil Sandbeiendorf gehören neben dem Dorf Sandbeiendorf auch die Wohnplätze Klein Magdeburg (1,5 Kilometer südwestlich) und Klein Sandbeiendorf (3 Kilometer südwestlich vom Dorf).<ref name="OT-LSA-2013" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Jahre 1121 wurde der Ort als Bindorp erstmals aufgeführt, als der Bischof Reinhard von Halberstadt den Augustiner-Chorherren von Schöningen einen Ort Calbe übereignete.<ref name="Riedel-17a" /><ref name="Holtzmann-1930" /> Weitere Nennungen sind 1137 Bintorp,<ref name="HOB-12" /> 1417 Beiendorf (wurde von Magdeburgern abgebrannt)<ref name="Riedel-2-3" /> 1540 Beidendorf<ref name="Abschiede-1, Heft 1" /> 1608 Bindurff, um 1650 Sand Bejerdorff und 1804 Sand=Beyendorf, Sand=Beyersdorf.<ref name="Bratring-1" />

Archäologie

Urnen-Scherbenfunde auf dem wendischen Kirchhof im Jahre 1852<ref name="Danneil-Wolmirstedt" /> und die Untersuchung von Resten eingetiefter Häuser im Jahre 1970 deuten auf eine slawische Siedlung des 9. oder 10. Jahrhunderts im Dorf und südwestlich davon. Nordöstlich des Dorfes liegen die Burgstücke, ein etwas erhöhter ebener Acker zwischen den Wiesen des Mühlengrabens (Sandbeiendorfer Tanger) und der Straße nach Uchtdorf. Auf dem Felde ist undeutlich ein ½ m hoher Wall zu erkennen, der eine rundliche Fläche von 80 bis 100 Meter einschließt.<ref name="HOB-12" />

Eingemeindungen

Sandbeiendorf gehörte bis 1807 zum altmärkischen Amt Burgstall, lag aber im Holzkreis im Herzogtum Magdeburg,<ref name="Heineccius-1785" /><ref name="Bratring-1" /> dann bis 1813 zum Kanton Rogätz im Distrikt Neuhaldensleben. Danach kam die Gemeinde kurz zum Kreis Neuhaldensleben. Ab 1815 gehörte die Gemeinde zum Kreis Wolmirstedt, dem späteren Landkreis Wolmirstedt.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 erfolgte die Umgliederung der Gemeinde Sandbeiendorf in den Kreis Tangerhütte. Am 1. Januar 1988 wurde sie dem Kreis Wolmirstedt zugeordnet. Am 1. Juli 1994 kam Sandbeiendorf zum Ohrekreis.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Nach dessen Auflösung kam die Gemeinde am 1. Juli 2007 zum heutigen Landkreis Börde.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Sandbeiendorf, Cröchern und Dolle mit Burgstall zur neuen Gemeinde Burgstall zusammen.<ref>Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 2010 Abgerufen am 26. Februar 2013</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1785 [00]215<ref name="Heineccius-1785" />
1801 231
1818 266
1840 293
1864 326
1871 327
1885 333
Jahr Einwohner
1895 283
1905 251
1925 279
1939 241
1946 446
1964 290
1971 254
Jahr Einwohner
1981 216
1993 269
2006 280

Quelle wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Sandbeiendorf gehörte früher zur Pfarrei Cröchern bei Burgstall.<ref name="Almanach1903" /> Sie wird heute betreut vom Pfarrbereich Angern<ref name="Pfarrbereich" /> im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Sandbeiendorf stammen aus dem Jahre 1644.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Christophorus in Haldensleben im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 29. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Blau; gekreuzt eine goldene Sense und ein goldener Dreschflegel begleitet von drei goldenen Sternen (2:1).“

Abgeleitet vom Wappen sind die Gemeindefarben der ehemaligen Gemeinde Gold (Gelb)-Blau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Sandbeiendorf Preussischer Rundsockelstein-02.jpg
Preußischer Rundsockelstein in Sandbeiendorf
  • Die evangelische Dorfkirche Sandbeiendorf, eine romanische Saalkirche, ist ein Granitquaderbau, der 1751 einen Westturm erhielt.<ref name="Dehio_I-Ohrekreis" />
  • Auf dem Ortsfriedhof ist für fünf unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch im April 1945 ihr Leben verloren haben, ein Sammelgrab angelegt.
  • Südlich der Kirche steht ein Kriegerdenkmal, eine Stele mit Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.<ref name="Denkmalprojekt" />

Wirtschaft und Infrastruktur

Sandbeiendorf wird vorwiegend von der Landwirtschaft geprägt, unter anderem mit Pferdezucht und Ökohof.

Schweineproduktion

Die Schweinezucht „van Gennip Tierzuchtanlage GmbH“ des niederländischen Großproduzenten umfasst über 60.000 Schweine<ref>Barbara Supp: Schweine bis zum Horizont. In: Der Spiegel. Nr. 36, 2007, S. 70–76 (online3. September 2007, (PDF; 1 MB)).</ref> Amtliche Kontrollen bestätigten Vorwürfe der Tierschutzaktivisten von Animal Rights Watch, die 2013 erhebliche Missstände dokumentiert hatten,<ref>Massives Tierleid in Schweinezucht Sandbeiendorf. ARIWA, 17. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2023.</ref> woraufhin der Betreiber der Anlage ein Zwangsgeld zahlen musste.<ref>Christoph Richter: Tierquälerei in ostdeutschen Schweinebetrieben. In: Deutschlandfunk. 10. Dezember 2013, abgerufen am 27. November 2017.</ref> Gegen die Tierschützer wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. In zweiter Instanz erfolgte vor dem Landgericht Magdeburg ein Freispruch wegen rechtfertigenden Notstands nach § 34 StGB. Nach der Revision vor dem OLG Naumburg wurde der Freispruch in 2018 bestätigt.<ref>Freispruch für Tierschützer nach Undercover-Recherche. Abgerufen am 6. Januar 2023.</ref>

Verkehrsanbindung

Von Sandbeiendorf aus führen Landstraßen nach Dolle an der Bundesautobahn 14 (MagdeburgSchwerin), nach Tangerhütte sowie über Uchtdorf nach Angern / Rogätz. Der nächste Bahnhof befindet sich in der sieben Kilometer entfernten Gemeinde Mahlwinkel an der Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Abschiede-1, Heft 1">Julius Müller, Adolf Parisius (Hrsg.): Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 1, Heft 1. Magdeburg 1889, S. 90 (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref> <ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 18. April 2021.</ref> <ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 274 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00296~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref> <ref name="Danneil-Wolmirstedt">Friedrich Hermann Otto Danneil: Beitrag zur Geschichte des Magdeburgischen Bauernstandes. Erster Teil. Der Kreis Wolmirstedt. Geschichtliche Nachrichten über die 57 jetzigen und die etwa 100 früheren Orth des Kreises. 1896, S. 597–601 (Digitalisat).</ref> <ref name="Dehio_I-Ohrekreis">Folkhard Cremer in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 824.</ref> <ref name="Denkmalprojekt">Sandbeiendorf, Gemeinde Burgstall, Landkreis Börde. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Januar 2020, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref> <ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> <ref name="Heineccius-1785">Johann Ludwig Heineccius: Ausführliche topographische Beschreibung des Herzogthums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld, Magdeburgischen Antheils. Berlin 1785, S. 206 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10709863~SZ%3D00212~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref> <ref name="Holtzmann-1930">Robert Holtzmann: Das Laurentius-Kloster zu Calbe. Ein Beitrag zur Erläuterung Thietmars von Merseburg. (= Sachsen und Anhalt. Band 6). 1930, S. 199 (uni-halle.de).</ref> <ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref> <ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> <ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 44 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref> <ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Angern. In: ekmd.de. Abgerufen am 9. Mai 2024.</ref> <ref name="Riedel-17a">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref> <ref name="Riedel-2-3">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref> </references>

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