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Seyal-Akazie

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Seyal-Akazie
Datei:Acacia seyal Bild0830.jpg

Seyal-Akazie (Vachellia seyal)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosaceae)
Tribus: Acacieae
Gattung: Vachellia
Art: Seyal-Akazie
Wissenschaftlicher Name
Vachellia seyal
(Delile) P.J.H.Hurter

Die Seyal-Akazie (Vachellia seyal <templatestyles src="Person/styles.css" />(Delile) P.J.H.Hurter, Syn.: Acacia seyal <templatestyles src="Person/styles.css" />Delile, Acacia stenocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst. ex A.Rich., Acacia flava var. seyal <templatestyles src="Person/styles.css" />(Del.) Roberty) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vachellia in der Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung

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Datei:Acacia seyal Taub66.png
Illustration; Dornen von Vachellia seyal var. fistula mit teils geschwollenen Ameisengallen an der Basis
Datei:Acacia-seyal-leaves.jpg
Gefiedertes Laubblatt

Vegetative Merkmale

Die Seyal-Akazie wächst als ein trockenheits- und feuerresistenter, andromonözischer, halbimmergrüner, dorniger und reich verzweigter Baum und erreicht Wuchshöhen von 6 bis 12(16) m. Er besitzt eine (hell-, weißlich-)grünliche oder eine orange-rötliche Rinde die sehr oft fein mit gelben oder rötlichen, pudrigen Flechten bedeckt ist.

An der Basis der gestielten, wechselständig oder wirtelig angeordneten, 3–10 cm langen, doppelt paarig gefiederten Blätter steht ein Paar hellbraun-graue, bis 8,5 cm lange, meist gerade und spitzige Nebenblattdornen. Die Dornen sind auch einzeln oder paarig am Stamm und an den Zweigen. An der Dornenbasis können geschwollene Ameisengallen vorhanden sein. Die kleinen, länglich bis elliptischen, rundspitzig bis abgerundeten, fast sitzenden Fiederblättchen sind bis etwa 8–10 mm lang und bis 1,5–2 mm breit. An der Stielbasis und an der Rachis bei den obersten zwei Fiedern können Drüsen (extraflorale Nektarien) vorhanden sein.<ref>James A. Duke: Handbook of Legumes. Plenum Press, 1981, ISBN 978-1-4684-8153-2, S. 14.</ref>

Generative Merkmale

Die intensiv gelben, meist zwittrigen oder männlichen, fünfzähligen Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen kompakt in runden, gestielten Blütenknäueln (dichte zusammengesetzte Zyme; Glomerule) von etwa 1,5 cm Durchmesser in rispigen (fascicle) Blütenständen mit bis zu acht Knäueln zusammen. An den Blütenstandsstielen sitzen in verschiedenen Höhen zwei kleine, ringförmig verwachsene Deckblätter.

Es sind in den einzelnen Blüten viele (40–50) büschelig angeordnete, lange und vorstehende Staubblätter mit fädlichen, gelbliche Filamenten und kleinen, gelben Antheren und ein langer, etwas kürzer Stempel mit kleiner, kopfiger Narbe vorhanden. Der längliche, oberständige Fruchtknoten ist kurz gestielt.<ref>Otto Karl Berg, C. F. Schmidt: Darstellung und Beschreibung sämmtlicher in der Pharmacopaea Borussica aufgeführten officinellen Gewächse. Erster Band, Förstner, 1858, T. VI d., eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref>

Die orange-braunen, abgeflachten, oft rundlich gebogenen, sichelförmigen, kahlen und ledrigen Hülsenfrüchte sind 7–20 cm lang und 0,5–0,9 cm breit, mit Einschnürungen zwischen den einzelnen Samen. Es sind 6–10, abgeflachte und elliptische, etwa 5–7 × 3–4 mm große und etwa 2 mm dicke, braune Samen vorhanden. Die Tausendkornmasse beträgt etwa 40–70 g.<ref>The CABI Encyclopedia of Forest Trees. CABI, 2013, ISBN 978-1-78064-236-9, S. 28 f.</ref><ref>Acacia seyal. In: Seed Leaflet.</ref> Die Samen sollen schneller keimen wenn die Samenschale durch Feuer geschädigt wird, dies konnte aber durch eine andere Quelle nicht oder nur bei tiefer eingegrabenen Samen bestätigt werden. Auch eine starke Erschütterung löst den Effekt einer schnelleren Keimung aus, hier muss man die Samen mit einer „Seed-Gun“ gegen eine Betonwand schießen. Auch eine Sakrifizierung mit Säuren oder heißem Wasser bewirkt eine schnellere Keimung.<ref>Journal of the College of Science. King Saud University, Vol 15, No. 2, 1984, S. 414.</ref><ref>Carol C. Baskin, Jerry M. Baskin: Seeds. Academic Press, 2014, ISBN 978-0-12-416677-6, S. 151, 154, 175, 554, 556.</ref><ref name="Fire" />

Die Hülsenfrüchte und die Rinde enthalten viel Tannin.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 104.<ref name="IPCN" />

Varietäten

Es werden zwei Varietäten unterschieden, sie unterscheiden sich durch die verschiedenen Dornen und der Farbe der Rinde, sowie dem Verbreitungsgebiet.<ref>Acacia in der Flora of Pakistan.</ref>

  • Vachellia seyal var. seyal <templatestyles src="Person/styles.css" />(Delile) P.J.H.Hurter: trockenere Standorte
  • Vachellia seyal var. fistula <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schweinf.) Kyal. & Boatwr.: feuchtere Standorte, Ostafrika; Sudan bis Mosambik, Uganda<ref>Frances E. M. Booth, G. E. Wickens: Non-timber Uses of Selected Arid Zone Trees and Shrubs in Africa. FAO, 1988, 1993, ISBN 92-5-102745-5, S. 8.</ref>

Vorkommen

Die Seyal-Akazie ist von Ägypten bis Mosambik und westlich bis Senegal, sowie in Israel, Saudi-Arabien, Yemen, Iran und Syrien verbreitet. In der Sahelzone steht sie oft in feuchten Niederungen.

Nutzung

Sie ist neben anderen Mimosengewächsen ein Lieferant für Gummi arabicum, ein natürliches Polysaccharid, das beim Anritzen der Rinde heraustropft und erstarrt. Allerdings ist die Qualität schlechter als das Gummi arabicum anderer Arten, weil es Tannine enthält.

Das Holz wird als Feuerholz genutzt, wobei es einen angenehmen Duft verströmt, und es wird auch zu Holzkohle verarbeitet. Der Rauch, der beim Verbrennen des Holzes entsteht, wirkt als Begasungsmittel gegen Insekten und Läuse. Das Holz ist auch als „Shittim“ bekannt, es wurde in der Antike für Pharaonensärge verwendet. Es wird auch in Bibel erwähnt, es soll eines der Hölzer sein, das für den Bau der Arche Noah verwendet worden sein soll.<ref>Geoffrey W. Bromiley: The International Standard Bible Encyclopedia. Volume One: A–D, Rev. Edition, Eerdmans Pub., 1979, ISBN 0-8028-3781-6, S. 22.</ref>

Die Rinde kann zum Rotfärben oder auch zum Flechten von Seilen verwendet werden. Blätter, Früchte und Blüten sind ein begehrtes Viehfutter.<ref name="Fire">Firewood Crops. Vol. 1, National Academy of Sciences, Washington D.C. 1980, S. 104.</ref> Das Wurzelsystem macht die Seyal-Akazie zu einem guten Bodenstabilisator. Die dornigen Zweige können zu Zäunen geflochten werden.

Literatur

  • Michel Arbonnier: Trees, Shrubs and Lianas of West African Dry Zones. CIRAD u. a., 2004, ISBN 2-87614-579-0, S. 376.

Weblinks

Commons: Seyal-Akazie (Vachellia seyal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Acacia seyal. In: Seed Leaflet. No. 34, 2000 (PDF), bei Danida Forest Seed Centre (DFSC), abgerufen am 28. Januar 2018.
  • Acacia seyal. In: Schmidt, M., Dressler, S., Faust, E.M., Gottschalk, G., Blanck, K., Veranso-Libalah, M.C., Zizka, G.: African plants – A Photo Guide. Senckenberg, Frankfurt/Main 2025.
  • Vachellia seyal bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 28. Januar 2018.
  • Acacia seyal auf worldagroforestry.org, abgerufen am 28. Januar 2018.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN">Acacia seyal bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>