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Rahab

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Datei:Tissot The Harlot of Jericho and the Two Spies.jpg
Rahab (mitte) in James Tissot's The Harlot of Jericho and the Two Spies
Datei:Schnorr von Carolsfeld Bibel in Bildern 1860 066.png
Rahab rettet zwei israelitische Kundschafter, Holzschnitt, 1860, von Julius Schnorr von Carolsfeld.
Datei:Jean Fouquet 001.jpg
Schlacht um Jericho, französische Buchmalerei um 1415–1420
Datei:München-Altstadt Karmeliterkirche Sakristei 770.jpg
Haus der Rahab, Malerei in der Sakristei der Karmelitenkirche St. Nikolaus, München um 1710

Rahab ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), rāḥāb) ist in der Hebräischen Bibel der Name der Frau, die nach dem Bericht von der Einnahme und Zerstörung Jerichos durch die Israeliten (Vorlage:Bibel/Link) zwei von Josua gesandte Kundschafter in ihrem Haus versteckt und gerettet haben soll. Dadurch habe sie nach Vorlage:Bibel/Link mit ihrer Familie das Massaker an allen übrigen Einwohnern und die vollständige Zerstörung der Stadt überleben können.

Genealogie

Nach Vorlage:Bibel/Link sei Rahab Frau des Salma bzw. Salmon und Mutter des Boas gewesen. Die anderen Genealogien und Stammeslisten erwähnen Rahabs Namen nicht (vgl. Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link).

Im Buch Josua (2,1 EU; 6,17.25 EU) und im Neuen Testament (Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link) wird Rahab als Hure bezeichnet. In dem entsprechenden Bericht von der Einnahme Jerichos des jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus wird diese Bezeichnung für Rahab nicht verwendet. Nach Josephus sei Rahab eine Wirtin gewesen und habe die zwei Kundschafter in ihrem Wirtshaus beherbergt (Ant. 5,7f<ref>Englische Version von W. Winston beim Perseus-Projekt: Ant. 5,1-119.</ref>). Der Tradition, Rahab sei eine Wirtin gewesen, folgt auch der Targum Jonathan (zu Jos 2,1).<ref>Vgl. Rahab. in: Jewish Encyclopedia. 1901–1906. (online)</ref>

Im Midrasch wird Rahab als eine der vier schönsten Frauen genannt, zusammen mit Sara, Abigail und Esther. In der rabbinischen Literatur wird weiterhin berichtet, dass Rahab nach ihrer Konversion Josua heiratete.<ref>Kohelet Rabbah 8:10. In: The Sefaria Midrash Rabbah. 2022, abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref> Im Talmud wird berichtet, dass acht Propheten, darunter Jeremia, Baruch, Hesekiel und die Prophetin Hulda zu den Nachkommen von Rahab zählen.<ref>Megillah 14b. In: The William Davidson Talmud. 1929, abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref> Jedoch wird im Buch Josua nichts darüber berichtet, dass der Josua jemanden geheiratet oder ein Familienleben gehabt hätte. Es gibt die These, dass die in Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link beschriebenen Genealogien dazu dienten, Vorwürfe zu widerlegen, Jeremia und Hesekiel seien Nachkommen Rahabs. Zu dieser Zeit diskriminierten die Israeliten diese Propheten wegen dieser angeblichen Abstammung.<ref>Tamar Kadari: Rahab: Midrash and Aggadah. In: Jewish Women's Archive. 27. Februar 2009, abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref>

Etymologie

Die Herkunft des Namens Rahab ist nicht geklärt. Es ist vermutet worden, dass der Name ein Eponym der Keniter sei<ref>Vgl. Rahab. in: Encyclopaedia Biblica. 1899–1903. (online).</ref> oder mit anderen nichtisraelitischen Stammes- oder Sippenbezeichnung der Form {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (bēt rāḥāb, „Dirnenhaus“) oder (Martin Noth) mit dem Ortsnamen Bet-Rehob ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), „Haus am öffentlichen Platz“, vgl.: Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link u. a.) in Zusammenhang stehe.<ref>HAL, 1130f. Dort zitiert: Martin Noth: Das Buch Josua (= Handbuch zum Alten Testament. Bd. I/7). 1953.</ref> Im Talmud wird der Name Rahab über eine Ableitung mit der hebräischen Verbalwurzel rḥb, „sich verbreiten, sich weit auftun“, erklärt.<ref>Rabbi Eliezer ben Jacob sagte: „Warum wurde ihr Name Rahab genannt? Weil sie größer gemacht wurde (rehubah) in/durch ihren Verdienst/Vorzug. Durch ihre Buße erwarb sie Größe und es kamen von ihr sieben Könige und acht Propheten.“ (Seder Eliahu Zuta, ms Vat, 22).</ref> Eine Deutung des Namens aus der hebräischen Verbalwurzel rḥb ist auch von neueren Interpreten vorgeschlagen worden.<ref>So M. Görg, Neue Echter Bibel 26, 1991 u. a. (zit. in: J. P. Floß, Rahab (PN)).</ref> Auf diesen Hypothesen zur Abstammung des Namens Rahab basieren vereinzelte weitergehende Interpretationen, die hier einen an den Beruf der Prostituierten anspielenden Spitznamen sehen wollen.<ref>Vgl. als Beispiel dieser Interpretation den Artikel Rahab (PN) von J. P. Floß im Theologischen Wörterbuch zum Alten Testament und Hans M. Barstad: Svensk Exegetisk Årsbok, 54, 1989, S. 43–49.</ref> Vorwiegend wird der Name als echter femininer Personenname verstanden, der nicht nach einer nachträglichen Deutung oder Ätiologie hervorgebracht wurde, und der mit ihm verbundenen Überlieferung ein hohes Alter zuerkannt.<ref>Vgl. J. P. Floß: Rahab (PN), S. 276.</ref>

Weitere Formen

Der Name Rahab findet sich auch als Wiedergabe des hebräischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (rahab; jüdisch-aramäisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), raha, „Ungestüm, Toben“<ref>Vgl.: HAL, 1113.</ref>) in den Übersetzungen von Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link und 26,12 EU, wo dieser als Name eines mythischen Ungeheuers aufgefasst wird, und in Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link als symbolische Bezeichnung für Ägypten. Ein weiteres Vorkommen dieses Wortes ist in Vorlage:Bibel/Link zu finden, wo es mit „Dränger, Feind“ u. ä. übersetzt wird. Dieser Name stammt aus der hebräischen Wurzel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (rhb, „bestürmen, zusetzen, bedrängen“), die Entsprechungen in vielen anderen semitischen Sprachen hat.<ref>Vgl.: HAL, 1112f.</ref>

Literatur

  • Ludwig Koehler, Walter Baumgartner: Hebräisches und Aramäisches Lexikon zum Alten Testament (HAL). 3. Auflage. Brill, Leiden 2004. ISBN 90-04-14174-X
  • Johannes P. Floß: Rahab (PN). in: Neues Bibel-Lexikon. Bd. 3. Benziger, Zürich 2001, S. 275f. ISBN 3-545-23076-7
  • Max Waldau: Rahab. Frauenbild aus der Bibel. Hoffmann & Campe, Hamburg 1855; Neuausgabe von Siegmar Döpp: Max Waldau: Rahab (1855). Speyer 2026, ISBN 978-3-911973-14-4
  • Rudolf von Gottschall: Rahab. Drama. Reclam, Leipzig 1898.

Weblinks

Commons: Rahab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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