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Michael Roth (Politiker)

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Michael Roth (2019)

Michael Helmut Roth (* 24. August 1970 in Heringen) ist ein Autor und deutscher Politiker (SPD) und studierter Politologe. Er war von 1998 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages und vom 17. Dezember 2013 bis 8. Dezember 2021 Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen in den Kabinetten Merkel III und IV.<ref>Bundesregierung geschäftsführend im Amt. Abgerufen am 26. Oktober 2021.</ref> Von Januar 2014 bis zu seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung am 8. Dezember 2021 war er außerdem Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit. Vom 15. Dezember 2021 bis zum 25. März 2025 war Michael Roth Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages.

Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur 1990 an der Werratalschule in Heringen und anschließendem Zivildienst begann Roth 1991 als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Studium der Politologie, des Öffentlichen Rechts, der Germanistik und Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, das er 1997 als Diplom-Politologe beendete.<ref name=":0">Michael Roth. Deutscher Bundestag, abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Von 2000 bis 2002 war er Dozent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin.

Partei

Datei:2019-09-10 SPD Regionalkonferenz Team Kampmann Roth by OlafKosinsky MG 0459.jpg
Michael Roth kandidierte gemeinsam mit Christina Kampmann für den SPD-Parteivorsitz (2019)

Roth trat als Schüler 1987 in die SPD ein. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war von 1993 bis 1995 deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Er galt dort als undogmatischer Reformsozialist.<ref name="Sozialismus">Jung & Naiv: Staatsminister Michael Roth (SPD) über Sozialismus, Europa & das Mittelmeer – Jung & Naiv: Folge 400 (ab 0:23:48) auf YouTube, 27. Januar 2019, abgerufen am 3. Juni 2022 (1:30:35).</ref> Von 1996 bis 2015 gehörte er dem Vorstand des SPD-Bezirks Hessen-Nord an und war von 2001 bis 2011 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hersfeld-Rotenburg. Von 2009 bis 2014 war Roth Generalsekretär des SPD-Landesverbands Hessen und von 2015 bis 2019 Mitglied des Landesvorstands.<ref>Landesvorstand. In: SPD Landesverband Hessen. Abgerufen am 18. April 2018.</ref>

Bei den SPD-Bundesparteitagen am 8. Dezember 2017<ref>Wahlergebnisse Parteivorstand 2017. (PDF; 77 kB) In: SPD.de. Lars Klingbeil, 8. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2017; abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref>, am 7. Dezember 2019<ref>Wahlergebnisse Parteivorstand. In: spd.de. Abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref> sowie am 11. Dezember 2021<ref>Das sind die neuen Mitglieder des SPD-Parteivorstands. In: Vorwärts. 11. Dezember 2021, abgerufen am 13. Dezember 2021.</ref> wurde Roth in den SPD-Parteivorstand gewählt. Ab Dezember 2021 war er auch Mitglied des Präsidiums der SPD. Beim SPD-Bundesparteitag am 9. Dezember 2023 wurde Roth nicht mehr in den SPD-Parteivorstand gewählt.

Roth sagte 2019 in einem Interview, er sehe sich als emanzipatorischen demokratischen Sozialisten.<ref name="Sozialismus" />

Am 2. Juli 2019 gab Roth seine Kandidatur als SPD-Vorsitzender im Duett mit seiner Parteigenossin Christina Kampmann bekannt. Unter dem Motto „Mit Herz und Haltung. gemeinsam den Aufbruch wagen“ warben beide in ihrer Kampagne u. a. für ein Ende der Schwarzen Null, mehr Geschlechtergerechtigkeit, eine umfassende Parteireform, Sicherheit im digitalen Wandel und die Vereinigten Staaten von Europa.<ref>Themen. In: Christina Kampmann und Michael Roth / Mit Herz und Haltung. Abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref> Das Duo Kampmann/Roth erhielt im ersten Wahlgang der Mitgliederbefragung 16,3 Prozent der Stimmen (Platz 3) und verpasste die Stichwahl.<ref>Ergebnisse der Mitgliederbefragung zur Wahl des neuen Parteivorsitzes. In: spd.de. Abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref> Gewählt wurde das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Mitglied des Deutschen Bundestages

Bei der Bundestagswahl 1998 zog Roth erstmals als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hersfeld in den Deutschen Bundestag ein. 2002 erhielt er 54,9 Prozent der Erststimmen des neu zusammengelegten Bundestagswahlkreis Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg und zog erneut in den Bundestag ein.<ref>Amtliches Endergebnis der Bundestagswahl 2002 vom 9. Oktober 2002. In: Landeswahlleiter Hessen (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 2002 Nr. 42, S. 4008, Punkt 1000 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,5 MB]).</ref> Auch bei den Bundestagswahlen 2005,<ref>faz.net: Das beste Ergebnis holt Michael Roth</ref> 2009, 2013 und 2017 gewann Roth mit 51,7 Prozent (2005), 40,4 Prozent (2009)<ref>Bundestagswahl 2009 in Hessen. In: statistik-hessen.de. Abgerufen am 21. Dezember 2017.</ref>, 43,1 Prozent (2013)<ref>Bundestagswahl 2013 in Hessen. In: statistik-hessen.de. Abgerufen am 21. Dezember 2017.</ref> und 41,2 Prozent (2017)<ref>Der Bundeswahlleiter: Ergebnisse Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg. In: bundeswahlleiter.de. Abgerufen am 18. April 2018.</ref> sowie 43,7 Prozent (2021)<ref>Ergebnisse Werra-Meißner – Hersfeld-Rotenburg – Der Bundeswahlleiter. In: bundeswahlleiter.de. Abgerufen am 13. Dezember 2021.</ref> der Erststimmen jeweils das Direktmandat.

Von 2010 bis 2013 war Roth europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.<ref name=":0" /> Von 2009 bis 2014 und von 2017 bis 2018 war er Vorsitzender der SPD-Landesgruppe Hessen im Deutschen Bundestag.<ref>Michael Roth als Vorsitzender der Landesgruppe Hessen gewählt. In: Osthessen-Zeitung. Abgerufen am 21. Dezember 2017.</ref><ref>Dr. Jens Zimmermann ist neuer Vorsitzender der SPD-Landesgruppe Hessen. In: jens-zimmermann.org. 20. November 2018, abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref> Er gehört der Parlamentarischen Linken der SPD-Fraktion an.<ref>Mitglieder der Parlamentarischen Linken. In: parlamentarische-linke.de. Abgerufen am 9. Juni 2018.</ref>

Roth wurde am 9. März 2013 zum Spitzenkandidaten der SPD Hessen bei der Bundestagswahl 2013 gewählt. Auf dem SPD-Landesparteitag in Hanau wählten ihn die Delegierten mit 89 Prozent auf Platz 1 der Landesliste.<ref>Roth führt die hessische SPD im Wahlkampf. In: HNA. 10. März 2013, abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD war Roth Mitglied der Arbeitsgruppe „Auswärtiges, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit“.<ref>Michael Roth bei Koalitionsverhandlungen: Standortentscheidung ist Thema. In: hna.de. 25. Oktober 2013, abgerufen am 21. Dezember 2017.</ref>

Für die Bundestagswahl 2017 wurde Michael Roth beim SPD-Landesparteitag in Kassel mit 95,4 Prozent auf Platz 1 der Landesliste Hessen gewählt.<ref>Michael Roth geht als Spitzenkandidat für Hessen-SPD ins Rennen. In: HNA. 22. April 2017, abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Bei den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD leitete er die Arbeitsgruppe „Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Medien“ und war Mitglied der Arbeitsgruppe „Europa“.<ref>Michael Roth redet mit bei den Koalitionsverhandlungen. In: HNA. 26. Januar 2018, abgerufen am 18. April 2018.</ref> Bei der Bundestagswahl 2021 trat Roth erneut als Spitzenkandidat der SPD Hessen an.<ref>Unsere Landesliste zur Bundestagswahl 2021 › SPD Landesverband Hessen. In: spd-hessen.de. Abgerufen am 13. Dezember 2021.</ref> Bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP war er wiederum Mitglied der Arbeitsgruppe „Europa“.<ref>Zuständigkeiten der SPD-Arbeitsgruppen für die Koalitionsverhandlungen. In: spd.de. Abgerufen am 13. Dezember 2021.</ref> Die Abgeordneten der Ampelkoalition wählten am 8. Dezember 2021 Olaf Scholz (SPD) zum Bundeskanzler.

Er war vom 15. Dezember 2021 bis zum 25. März 2025 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.<ref>SPD: Ex-Staatsminister Michael Roth soll Auswärtigem Ausschuss vorsitzen. In: Der Spiegel. 14. Dezember 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 15. Dezember 2021]).</ref>

Am 24. Februar 2022 begannen die russischen Streitkräfte auf Befehl von Staatspräsident Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine. Roth (als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses), Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender des EU-Ausschusses) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses) reisten am 12. April 2022 als erste hochrangige Vertreter des Bundestages nach Lwiw (Lemberg) in der Westukraine. Sie sprachen dort mit mehreren hochrangigen Vertretern des ukrainischen Parlaments und besuchten ein Krankenhaus mit Verwundeten des Krieges sowie eine von Russland zerstörte Raffinerie.<ref>Russland-Ukraine-Krieg: Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Michael Roth in Lwiw – So lief es. In: Der Spiegel. 12. April 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. März 2023]).</ref>

Roth, der seine pro-israelische Haltung betont, bekräftigte nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober sein Bekenntnis zum Selbstverteidigungsrecht Israels und warb um Unterstützung für das israelische militärische Vorgehen im Gazastreifen. In der TV-Sendung Markus Lanz warnte er beispielsweise im Oktober 2023 davor, Israel mit Belehrungen oder Ermahnungen gegenüberzutreten und forderte Verständnis für die militärische Vorgehensweise: „Dass das nicht mit schönen Bildern verbunden ist, und dass das auch schrecklich werden wird, muss uns allen klar sein.“<ref>ZDFheute Nachrichten: Israel: Debatte über mögliche Bodenoffensive in Gaza | Markus Lanz vom 11. Oktober 2023. 12. Oktober 2023, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Im November 2023 sprach er sich gegen einen Waffenstillstand im Gazastreifen aus, dieser ermögliche der Hamas eine Neuordnung.<ref>SPD-Außenpolitiker: Israel muss Gebiete von Hamas befreien. 13. November 2023, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Den vielzitierten Begriff der Staatsraison gegenüber Israel hält Roth für zu technisch und plädiert stattdessen für ein neues Verständnis der deutsch-israelischen Freundschaft. Dem Solidaritätsversprechen gegenüber dem jüdischen Staat sei die Bundesrepublik nicht ausreichend nachgekommen.<ref>deutschlandfunk.de: Mehr Freundschaft zu Israel statt "Staatsräson". 7. Oktober 2024, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> In einem Meinungsbeitrag für das israelische Medium ynet beklagte er im Oktober 2024 eine wachsende Distanz der deutschen Öffentlichkeit zu Israel und einen gegen Israel gerichteten Diskurs. Demnach würden Palästinenser in Deutschland zu einseitig als Opfer betrachtet.<ref>Michael Roth/Member of the German Bundestag: This is why I stand with Israel now more than ever. In: Ynetnews. 10. Oktober 2024 (ynetnews.com [abgerufen am 12. Mai 2025]).</ref> Der Jüdischen Allgemeinen sagte er: „Ich finde es schwierig, Israel permanent und lauter als andere zu ermahnen, das Völkerrecht einzuhalten. Das ist inzwischen auch in etablierten Kreisen zu einer Art Mantra geworden.“<ref>Detlef David Kauschke: »Maßstäbe verrutscht«. 15. Juni 2024, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Den Ende 2024 gegen Benjamin Netanjahu und Joaw Gallant ergangenen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs kritisierte Roth, bekannte sich jedoch zu dessen Gültigkeit.<ref>Anna Sauerbrey: Michael Roth: "Man muss da nichts verklausulieren. Wir sind verpflichtet". In: Die Zeit. 28. November 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 12. Mai 2025]).</ref>

Roth kündigte am 26. März 2024 seinen Rückzug aus der Politik zum Ende der Legislaturperiode an. Er begründete dies mit einer Entfremdung vom Politikbetrieb („Wenn man heute Spitzenpolitik betreibt, muss man sich fast komplett aufgeben“) und einer Entfremdung von seiner Partei („Sowohl Partei als auch Fraktion haben sich ihm [Bundeskanzler Olaf Scholz] faktisch untergeordnet“).<ref>SPD-Mann Michael Roth steigt aus – hier erklärt er warum. In: stern.de. 27. März 2024, abgerufen am 5. April 2024.</ref> Roth beklagte, „manche in der Fraktion“ hätten ihn „nicht einmal mehr gegrüßt“, nachdem er sieben Wochen nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine in das angegriffene Land gereist sei.<ref>tagesschau.de vom 26. März 2024: SPD-Außenpolitiker Roth will Politik verlassen</ref> In einem am 30. Mai 2024 im Deutschlandfunk geführten Interview befürwortete Roth den Einsatz westlicher Waffen bei Unterstützung der Ukraine gegen von russischem Gebiet ausgehende Angriffe auf Ziele in der Ukraine.<ref>SPD-Außenpolitiker Roth fordert mehr Unterstützung für Kiew, Interviewführung Friedbert Meurer. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 30. Mai 2024.</ref>

Am 6. November 2024 zerbrach die Ampelkoalition, und Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024 wurde bekannt. US-Präsident Biden gab am 17. November 2024 bekannt, der Ukraine den Einsatz weitreichender von den USA gelieferten Raketen zu erlauben. Roth, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, begrüßte Bidens Entscheidung und sagte: „Unsere rote Linie sollte immer das Völkerrecht sein – und das lässt den Einsatz weitreichender Waffen auch gegen militärische Ziele auf russischem Boden zu.“ Bundeskanzler Scholz blieb bei seiner Ablehnung.<ref>Einer bleibt beim Nein (18. November 2024)</ref>

Bei der Bundestagswahl 2025 trat Michael Roth wie angekündigt nicht mehr an.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig SPD-Politiker Roth: Nach der Bundestagswahl bin ich raus.] Hessenschau, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. September 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bye bye, Bundestag: Warum so viele Abgeordnete nicht mehr antreten wollen.] Augsburger Allgemeine, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. September 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Staatsminister für Europa

Vom 17. Dezember 2013 bis zum 8. Dezember 2021 war Michael Roth Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen in den Kabinetten Merkel III und IV.<ref>SPD in Hessen: Michael Roth wird Staatsminister für Europa. In: Frankfurter Rundschau. Abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Von Januar 2014 bis Dezember 2021 war er auch Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit.<ref>Auswärtiges Amt – Deutsch-französische Zusammenarbeit. In: auswaertiges-amt.de. Abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref>

Als Staatsminister für Europa im Range eines parlamentarischen Staatssekretärs war Michael Roth der politische Stellvertreter des Bundesministers des Auswärtigen. In dieser Funktion arbeitete Roth mit den drei Außenministern Frank-Walter Steinmeier (2013–2017), Sigmar Gabriel (2017–2018) und Heiko Maas (2018–2021) zusammen.

Als Staatsminister für Europa war Roth zuständig für alle EU-Angelegenheiten, Osteuropa, die Länder des westlichen Balkans, Russland, die Türkei, Menschenrechtsfragen, interreligiösen Dialog, jüdisches Leben sowie internationale Angelegenheiten der LGBTI und Roma.<ref>Organigramm Auswärtiges Amt. (PDF; 924 kB) Auswärtiges Amt, 4. Mai 2022, abgerufen am 18. April 2018.</ref>

Michael Roth nahm als Vorsitzender des Ausschusses der Europastaatssekretäre an den Kabinettssitzungen der Bundesregierung teil. Er vertrat die Bundesregierung im Rat für Allgemeine Angelegenheiten der Europäischen Union.

Im April 2017 wurde Roth zum Vorsitzenden des Netzwerkes sozialdemokratischer Ministerinnen und Minister im Rat für Allgemeine Angelegenheiten ernannt. Er folgte in dieser Position Harlem Désir.<ref>Progressive European ministers call for a Europe with strong social rights. In: PES.eu. 27. April 2017, abgerufen am 2. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „After the meeting, German Minister for Europe and newly appointed Chair of the PES GAC Ministers’ Network Michael Roth […]“</ref>

Im Dezember 2019 wurde Roth zum Sonderbeauftragten der Bundesregierung für den Vorsitz Deutschlands im Ministerkomitee des Europarats ernannt,<ref>Organisationsplan, Stand: 19. Mai 2020. (PDF; 924 kB) In: Organisationsplan des Auswärtigen Amts. Auswärtiges Amt, 19. Mai 2020, abgerufen am 2. September 2020.</ref><ref>Bericht der Bundesregierung über die Tätigkeit des Europarats im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018. (PDF) In: Drucksache 19/9444. Deutscher Bundestag, 5. April 2019, abgerufen am 2. September 2020: „Deutschland wird den Vorsitz von November 2020 bis Mai 2021 übernehmen […]“</ref> welcher im November 2020 begann. Im Jahr 2020 wurde er im Zuge der COVID-19-Pandemie zu einem maßgeblichen Repräsentanten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.<ref>Peter Müller: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Die One-Man-Show des Michael Roth. In: Der Spiegel. Nr. 43, 2020 (online).</ref>

Funktionen und Mitgliedschaften

Michael Roth ist Aufsichtsratsvorsitzender des Zentrums für internationale Friedenseinsätze (ZIF),<ref>ZIF-Aufsichtsrat benannt: Staatsminister Michael Roth neuer Vorsitzender. In: Zentrum für Internationale Friedenseinsätze. Abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Vorstandsmitglied des Deutsch-Französischen Instituts,<ref>Vorstand. dfi – Deutsch–Französisches Institut, abgerufen am 18. April 2018.</ref> Kuratoriumsmitglied des Instituts für Europäische Politik,<ref>Versammlung der Kuratoren. In: iep-berlin.de. Institut für Europäische Politik IEP Institut für Europäische Politik IEP, abgerufen am 18. April 2018.</ref> Mitglied im Beirat der Stiftung Adam von Trott Imshausen e. V.<ref>Die Stiftung – Gremien. Stiftung Adam von Trott, Imshausen e. V., abgerufen am 14. April 2022.</ref> sowie Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung<ref>Stiftungsrat. Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, abgerufen am 18. April 2018.</ref> und der Deutschen Stiftung Friedensforschung.<ref>Stiftungsrat. Deutsche Stiftung Friedensforschung, abgerufen am 18. April 2018.</ref>

Seit 2004 ist er Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck<ref>13. Landessynode. Berufene Mitglieder. In: ekkw.de. Landeskirche – Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. April 2018; abgerufen am 18. April 2018.</ref> und der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland.<ref>Kammer für Öffentliche Verantwortung. In: ekd.de. Abgerufen am 18. April 2018.</ref>

Zudem ist Michael Roth Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.<ref>Michael Roth. In: Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 5. November 2024.</ref>

Michael Roth ist Träger zahlreicher nationaler und internationaler Auszeichnungen und Orden. Unter anderem:

Buchautor

Im September 2025 veröffentlichte Roth ein autobiographisch geprägtes Buch Zonen der Angst, in dem er seinen persönlichen Werdegang im Lichte des Berliner Politbetriebs reflektiert. Im Mittelpunkt steht die kritische Betrachtung der seit der Jahrtausendwende gewandelten Politkultur. Beklagt wird die Unerbittlichkeit der kritischen Öffentlichkeit in der von digitalen Meinungsportalen geprägten Medienwelt. Er bedauert zudem die fehlende Solidarität innerhalb der SPD zu seinem eigenen, von christlich-moralischen Gerechtigkeitsmaßstäben geprägten politischen Standpunkt.<ref>https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2025/09/zonen-der-angst-michael-roth-rechnet-gefuehllose-politik-abgruende-aengste-634356. Abgerufen am 10. Oktober 2025.</ref>

Privates

Michael Roth heiratete am 24. August 2012 seinen langjährigen Freund Michael Klöppner. Die Segnung des gleichgeschlechtlichen Paares fand in der Stiftskirche in Rotenburg an der Fulda statt.<ref>Michael Roth heiratet seinen Lebensgefährten. In: HNA. 24. August 2012, abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref>

Roth ist evangelischer Konfession.<ref>Deutscher Bundestag - Abgeordnete. In: bundestag.de. Abgerufen am 28. November 2020.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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