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Landgericht Berlin

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Datei:Landgericht Berlin, Littenstraße, Eingangshalle, 160906, ako.jpg
Gerichtsgebäude Littenstraße: Eingangshalle (2016)

Das Landgericht Berlin war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Berlin in der Littenstraße im Ortsteil Mitte. Es bestand aus drei Baukomplexen im gesamten Stadtgebiet, die zu unterschiedlichen Bauetappen gehören. Es war mit über 900 Mitarbeitern das größte Landgericht Deutschlands und nach dem Amtsgericht München eines der größten deutschen Gerichte. Es wurde zum 1. Januar 2024 in zwei eigenständige Landgerichte aufgeteilt, das Landgericht Berlin I für Strafsachen und das Landgericht Berlin II für Zivilsachen.

Gerichtssitz und -bezirk

Der Sitz des Landgerichtes war Berlin; der Gerichtsbezirk entsprach dem Gebiet des Stadtstaates. Im Landgerichtsbezirk Berlin waren 13.020 Rechtsanwälte (Stand: 31. Dezember 2017)<ref>Rechtsanwaltskammer Berlin, www.rak-berlin.de: Jahresbericht 2017 der Rechtsanwaltskammer Berlin XVIII: Mitgliederstatistik, S. 33. (PDF) Abgerufen am 9. August 2018.</ref> zugelassen.

Geschichte

Mit Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes im Jahr 1879 bestanden zwei Berliner Landgerichte: das Landgericht I für den Stadtkreis, das Landgericht II für das Umland. 14 Amtsgerichte: Alt-Landsberg, Berlin (II), Bernau, Charlottenburg, Cöpenick, Königs-Wusterhausen, Liebenwalde, Mittenwalde, Nauen, Oranienburg, Rixdorf, Spandau, Strausberg, Zossen.<ref>siehe Verordnung, betreffend die Errichtung der Amtsgerichte vom 26. Juli 1878 (PrGS S. 275/276) und Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879 (PrGS S. 393/410 ff.); ferner <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />hier (Memento vom 19. Januar 2016 im Internet Archive) (Stand: 1894)</ref>

Im Jahr 1899 erfolgte die Aufteilung in Landgericht I (für den Bezirk des Amtsgerichtes Mitte), Landgericht II (südliches Umland)<ref>9 Amtsgerichte: Berlin-Schöneberg, Berlin-Tempelhof, Cöpenick, Groß-Lichterfelde, Königs-Wusterhausen, Mittenwalde, Rixdorf, Trebbin, Zossen</ref> und Landgericht III (übriges Umland).<ref>13 Amtsgerichte: Alt-Landsberg, Berlin-Wedding, Bernau, Charlottenburg, Kalkberge-Rüdersdorf, Lichtenberg, Liebenwalde, Nauen, Neu-Weißensee, Oranienburg, Pankow, Spandau, Strausberg; siehe Gesetz, betreffend die Gerichtsorganisation für Berlin und Umgebung vom 16. September 1899 (PrGS S. 391)</ref> 1920 wurden die Landgerichte II und III aufgrund der Zusammenfassung verschiedener Gemeinden zu Groß-Berlin (flächenmäßig etwa dem heutigen Stadtstaat entsprechend) für weitere Teile der Stadt zuständig.

Datei:Landgericht Berlin, Littenstraße, Eingangshalle, Seitliche Ansicht, 160906, ako.jpg
Gerichtsgebäude Littenstraße: Eingangshalle/Treppenaufgang

Das Landgericht I war anfangs in der Grunerstraße/Neue Friedrichstraße 16/17, heute Littenstraße, ansässig.

Das Landgericht II hatte seinen Sitz im Gebäude des heutigen Amtsgerichtes Tempelhof-Kreuzberg an der Möckernstraße 128–130/Hallesches Ufer 29–31.

Das Landgericht III befand sich am Tegeler Weg 17–21 in dem Gebäude, in dem nach der Teilung der Stadt das für die drei Westsektoren Berlins zuständige Landgericht Berlin eingerichtet wurde; zum Bezirk des Landgerichtes Berlin III gehörten die Amtsgerichtsbezirke Spandau, Charlottenburg, Lichtenberg, Pankow, Wedding. Alle Strafkammern der drei Landgerichte waren im Kriminalgericht Moabit an der Turmstraße, eingerichtet.<ref>Gerichte. In: Berliner Adreßbuch, 1933, Teil 3, S. 26 (detaillierte Zuständigkeitsangaben).</ref>

Im Juli 1933 legte der kommissarische preußische Justizminister Hanns Kerrl die drei Landgerichte zum einheitlichen Landgericht Berlin zusammen.<ref>Gesetz zur Umgestaltung des Gerichtswesens in Berlin vom 26. April 1933 (PrGS S. 125)</ref> Zum ersten Präsidenten des Landgerichtes Berlin ernannte er Richard Hoffmann, bis Mai 1933 Rechtsanwalt in Magdeburg.<ref>Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933–1940. Anpassung und Unterwerfung in der Ära Gürtner. München 1990; S. 229</ref>

Infolge der Teilung Berlins wurde auch das Landgericht geteilt. Im Osten wurde es 1952 in Stadtgericht umbenannt. Im Gerichtsgebäude in der Littenstraße waren neben dem Stadtgericht und den Stadtbezirksgerichten Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain auch das Oberste Gericht und die Generalstaatsanwaltschaft der DDR untergebracht.<ref>Ernst Reuß: Millionäre fahren nicht auf Fahrrädern. Justizalltag im Nachkriegsberlin. Berlin 2012.</ref>

Seit der Deutschen Wiedervereinigung war das Landgericht Berlin wieder für das ganze Stadtgebiet zuständig.

Zum 1. Januar 2024 wurde das Landgericht Berlin geteilt. Die Strafkammern am Standort Moabit wurden zum Landgericht Berlin I, die Zivilkammern an den Standorten Tegeler Weg sowie Littenstraße zum Landgericht Berlin II.<ref>https://www.rak-berlin.de/kammerton/ausgaben/ausgabe/ausgabe-11-2022/ab-1-januar-2024-zwei-landgericht-in-berlin/</ref> Damit sind alle Straf- und Zivilsachen an jeweils einem Landgericht konzentriert. Das Land Berlin verspricht sich davon eine bürgernahe, zugänglichere und effizientere Justiz.<ref>LTO: Berlin: Deutschlands größtes Landgericht wird geteilt. Abgerufen am 11. Januar 2024.</ref>

Gerichtsgebäudekomplex

Datei:Berlin Landgericht Tegeler Weg Fassade zur Osnabrücker Straße.jpg
Landgericht am Tegeler Weg (Fassade zur Osnabrücker Straße), 2009
Datei:Landgericht Berlin Tegeler Weg.jpg
Fassade zum Tegeler Weg (2012)

Das Landgericht Berlin war in insgesamt drei über das Stadtgebiet verteilten Gebäuden untergebracht.

Die meisten (erstinstanzlichen) Zivilkammern des Gerichtes befanden sich in dem Gebäude am Tegeler Weg 17–21 im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Dieses denkmalgeschützte Gebäude des Landgerichtes wurde 1901–1906 nach Entwürfen von Hermann Dernburg und Ernst Heinrich Petersen sowie von Paul Thoemer und Rudolf Mönnich in Anlehnung an einen romanischen Kaiserpalas als zweites Gebäude des Charlottenburger Amtsgerichts errichtet.<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref><ref>Königliches Landgericht III Berlin in Charlottenburg. In: Zeitschrift für Bauwesen, Jg. 66 (1916), Sp. 1–10, 169–180, Tafel 1–6. Digitalisat im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.</ref><ref>Architekturzeichnung zum Portal des Landgerichts in Charlottenburg in der Herschelstraße In: Architekturmuseum der TU Berlin.</ref>

Weitere Zivilkammern des Landgerichtes Berlin befanden sich in der Littenstraße (Ortsteil Mitte) im Geschäftsgebäude für die Zivilabteilungen des Landgerichts Berlin I (ebenfalls Zivilgerichtsbarkeit: Berufungs- und Beschwerdekammern, Verkehrskammern, Wettbewerbskammern, Kammern für Handelssachen) sowie in der Turmstraße 91 in Moabit die Strafkammern des Landgerichts im Gebäude Kriminalgericht Moabit.

Über- und nachgeordnete Gerichte

Dem Landgericht Berlin war zunächst das Kammergericht (Oberlandesgericht) und sodann der Bundesgerichtshof übergeordnet. Nachgeordnet waren die folgenden Berliner Amtsgerichte:

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Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landgerichtes wurde vom Kammergericht für den Bereich der gesamten ordentlichen Justiz Berlins wahrgenommen.<ref>Pressemitteilungen der ordentlichen Justiz. In: Berlin.de. Abgerufen am 19. Juli 2023.</ref>

Leitung (Auswahl)

Präsidenten des Landgerichtes waren

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Landgericht Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

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Koordinaten: 52° 31′ 37,5″ N, 13° 17′ 51,4″ O

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