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Tscheburaschka

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. April 2026 um 22:19 Uhr durch imported>Hunding (Trickfilme: Box Office für Tscheburaschka 2).
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Datei:The Soviet Union 1988 CPA 5917 stamp (Gena the Crocodile. Cheburashka. Shapoklyak).jpg
Tscheburaschka und Krokodil Gena auf einer sowjetischen Briefmarke zum Trickfilm

Tscheburaschka ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) <phonos file="Ru-Cheburashka.ogg">anhören</phonos>/?) ist eine Film- und Roman­figur, die vom russischen Kinderbuchautor Eduard Uspenski 1966<ref>Sächsische Zeitung, 27. Januar 2026, Seite 10</ref> zur Zeit der Sowjetunion erfunden wurde. Uspenski war für seinen humorvollen und politisch unbelasteten Schreibstil bekannt.

Es handelt sich um ein Phantasie-Tier mit übergroßen Ohren, freundlichem Gesicht und zotteligem braunen Fell. Der Name ist dem umgangssprachlichen russischen Verb {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (tscheburachnutsja, deutsch hinfallen)<ref>чебурахнуться im Wörterbuch dict.leo.org (russ.-dt.)</ref> entlehnt: Als das Tier das erste Mal entdeckt wird, fällt es immer wieder um, als es hingesetzt wird. Gezeichnet wurde Tscheburaschka von Leonid Schwarzman.

In der deutschen Ausgabe des Kinderbuchs wird Tscheburaschka mit Kullerchen (1974)<ref>E. Uspenski; R. Katschanow: Kullerchen und seine Freunde. In: Treffpunkt Puppentheater. Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR, Leipzig 1974, DNB 207953856.</ref> und Plumps (1988) übersetzt.<ref>Eduard Uspenski: Krokokil Gena und seine Freunde, Der Kinderbuchverlag Berlin, 1988; aus dem Russischen von Irina Abelmann und Jeanette Poche, 1988, ISBN 3-358-00496-1</ref>

Enorm populär waren in der Sowjetunion auch die vier zwischen 1969 und 1983 umgesetzten Animationsfilme des Regisseurs Roman Katschanow. Katschanow erinnerte sich später an die Zensur: Beim ersten Film fand sie den gemeinsamen Bau eines Hauses der Freundschaft nicht konform mit der Führungsrolle der SU.

Zur Figur

Datei:Почтовая открытка СССР "C Новым годом", худ. В. Зарубин, 1987, лицевая сторона.png
Tscheburaschka auf der Postkarte „Frohes Neues Jahr“, Künstler: W. Sarubin, UdSSR 1987.

Tscheburaschka wird von einem Obsthändler in einer Orangen­kiste gefunden, er stammt vermutlich aus den Tropen. Er ist ein bisher „der Wissenschaft unbekanntes Tier“, vermutlich ist er nach dem Verzehr von Orangen in der Kiste eingeschlafen und wurde so in seine neue Heimat transportiert. Er hat braunes Fell und sehr große Ohren. Der Obsthändler bringt Tscheburaschka zunächst zum Zoo, welcher das Tier jedoch nicht aufnehmen will. Tscheburaschka gerät nun an einen Krämer, für den er im Schaufenster arbeiten soll, und bewohnt eine Telefonzelle. Als das einsame Krokodil Gena Freunde sucht und zu diesem Zweck Zettel in der Stadt aufhängt, lernen sich Tscheburaschka und Gena kennen und leben fortan zusammen.

Zwar kommen im Buch für die Sowjetunion typische Personen und Dinge vor, genau wird aber nicht präzisiert, um welches Land oder welche Stadt dieser Erde es sich handelt. Krokodil Gena wohnte in einer sehr großen Stadt und war als Krokodil im Zoo angestellt. Ein schadenfrohes Großmütterchen namens Chapeau-Claque spielt den beiden immer wieder böse Streiche.

Tscheburaschkas Ankunft im Zoo ist eine destillierte Version der sowjetischen jüdischen Erfahrung: Eine Kreatur mit ungültigen Papieren, die nicht wegen Fehlverhaltens abgelehnt wurde, sondern weil sie nicht hineinpasst. Das Krokodil Gena hat einen Job im Zoo; Tscheburaschka kann so etwas nicht erfüllen. Allgemein fallen die jüdischen Namen der Figuren auf.

Zu neuer Bekanntheit gelangte Tscheburaschka, als er 2004 zum offiziellen Maskottchen für die russische Olympiamannschaft für die Olympischen Sommerspiele 2004 erklärt wurde. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 war er – allerdings mit weißem Fell – das Maskottchen der russischen Teilnehmer. 2008 war er mit rotem Fell das Maskottchen der russischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 und 2010 mit blauem Fell bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi gab es Tscheburaschka als Maskottchen in allen drei Nationalfarben.

Tscheburaschka ist auch heute noch als Plüschtier in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu finden. Seit 2001 gibt es Tscheburaschka auch in Japan.

In Putins Russland kam es zu einer Flut von Unsinn von russischen Parlamentariern und Ideologen wie Alexander Dugin über Tscheburaschka. Dugin warf ihm vor, „bürgerliche Werte und Infantilismus“ zu verkörpern, also „niedrige moralische Standards“, und damit für den Zusammenbruch der Sowjetunion verantwortlich zu sein.<ref>https://www.themoscowtimes.com/2026/01/26/cheburashka-could-never-be-a-symbol-of-war-he-is-an-outsider-like-me-a91771</ref>

Bücher

  • Krokodil Gena und seine Freunde ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) (1966) – Buch (E. Uspenski)
  • Tscheburaschka und seine Freunde ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) (1970) – Theaterstück (E. Uspenski und R. Katschanow)
  • Krokodil Gena im Urlaub ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) (1974) – Theaterstück (E. Uspenski und R. Katschanow)
  • Das Business des Krokodils Gena ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) (1992) – Buch (E. Uspenski)

Deutsche Ausgaben

  • Tscheburaschka und das Krokodil. Wien: Betz, 1978. ISBN 978-3-7641-0141-1
  • Krokodil Gena und seine Freunde. Berlin: Kinderbuchverlag, 1988. ISBN 978-3-358-00496-8. Leipzig: Leiv, 2005. ISBN 978-3-89603-214-0

Englische Ausgaben

  • Topple and the Crocodile. London: Hutchinson, 1980. ISBN 978-0-09-141670-6

Hörbücher

Die Geschichte um Krokodil Gena und Tscheburaschka wurde auf Schallplatten, Kassetten und CD als Hörbuch oder als Songsammlung derselben veröffentlicht (u. a. bekannte Version von „skaska sa skaskoj“).

Trickfilme

Trickfilme mit Tscheburaschka sind Puppentrickfilme in klassischer Animationstechnik. Es gibt vier Tscheburaschkafilme:

2009 waren die Filme in Deutschland auf DVD erschienen. Russischsprachige Fassungen sind in Deutschland bei einigen russischen Buchversendern erhältlich. Für Oktober 2009 plant TV Tokyo den Start einer Anime-Serie zu Tscheburaschka.<ref>Anime News Network über die Anime-Serie</ref>

Musik

Der zweite Film von 1971 enthält das Lied des Krokodils Gena, auch Geburtstagslied genannt (Leider ist Geburtstag nur einmal im Jahr),<ref>Noten und Text vom Geburtstagslied mit Übersetzung (PDF-Datei; 1,6 MB)</ref> das zu einem der beliebtesten russischen Kinderlieder wurde und heute im russischsprachigen Raum vielerorts zu Geburtstagen gesungen wird. Eine deutsche Interpretation des Liedes wurde von Gerhard Schöne eingespielt. Der dritte Film enthält das ebenfalls sehr bekannte Lied Goluboi Wagon (Blauer Waggon). Diese Lieder wurden von Wladimir Schajinski komponiert. Zwei andere Lieder aus den Filmen, Ja – Chapeau-Claque (Ich bin Chapeau-Claque) und Teper ja Tscheburaschka (Nun bin ich Tscheburaschka), sind weniger bekannt.

Weblinks

Commons: Tscheburaschka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>