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Zinksulfat

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Strukturformel
Zinkion Sulfation
Allgemeines
Name Zinksulfat
Andere Namen
  • Augenstein
  • Bianchit
  • Boyleit
  • (Weißer) Galitzenstein
  • Goslarit
  • Gunningit
  • (Weißer) Kupferrauch
  • Schwefelsaures Zinkoxid
  • Weißer Vitriol ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
  • Zincum sulfuricum (lat.)
  • Zink(II)-sulfat
  • Zinkmelanterit
  • Zinkosit
  • Zinkvitriol
  • Vorlage:INCI
Summenformel
  • ZnSO4
  • ZnSO4·xH2O
Kurzbeschreibung

farblose, rhomboedrische Kristalle<ref name=roempp>Eintrag zu Zinksulfat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
ECHA-InfoCard 100.028.904
PubChem 24424
ChemSpider 22833
DrugBank DB09322
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A12CB01

Eigenschaften
Molare Masse
  • 161,45 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 287,53 g·mol−1 (Heptahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
Schmelzpunkt

100 °C (Heptahydrat)<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

680 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

leicht in Wasser (Monohydrat: 350 g·l−1 bei 20 °C; Heptahydrat: 965 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.904">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​410
P: 273​‐​280​‐​305+351+338​‐​313<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten
  • 1260 mg·kg−1 (LD50Ratteoral, Heptahydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 1710 mg·kg−1 (LD50Ratteoral, wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Zinksulfat (ZnSO4) ist das Zinksalz der Schwefelsäure. Es bildet farblose Kristalle, in wasserfreier Form ist es ein weißes Pulver.

Vorkommen

Zinksulfat tritt relativ selten in Form von einigen Kristallhydrat-Mineralien (Zn[SO4] · xH2O), namentlich den Heptahydraten Goslarit und Zinkmelanterit, dem Hexahydrat Bianchit, dem Tetrahydrat Boyleit und dem Monohydrat Gunningit sowie sehr selten als wasserfreies Mineral Zinkosit auf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IMA/CNMNC List of Mineral Names; November 2017 (Memento vom 17. April 2018 im Internet Archive) (PDF 1,67 MB)</ref>

Gewinnung und Darstellung

Zinksulfat wird durch Auflösen von Zink oder Zinkoxid in verdünnter Schwefelsäure hergestellt:

<math>\mathrm{Zn + H_2SO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + H_2}</math>
<math>\mathrm{ZnO + H_2SO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + H_2O}</math>

Man kann es auch durch Einwirkung von Zink auf die meisten Schwermetallsulfate gewinnen, wobei das Schwermetall in elementarer Form ausfällt. Beispiele hierfür sind:

<math>\mathrm{Zn + CuSO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + Cu}</math>.
<math>\mathrm{Zn + FeSO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + Fe}</math>.

Es entsteht durch oxidative Verwitterung von Zinkblende (Zinksulfid, ZnS)

<math>\mathrm{ZnS + 2 \ O_2 \longrightarrow ZnSO_4}</math>.

Das so entstandene Mineral ZnSO4 · 7H2O wird als Goslarit bezeichnet.

Die Grillo-Werk AG betrieb in ihrem Werk Duisburg-Hamborn die größte Zinksulfat Produktion Europas.<ref>ZINKSULFAT. Grillo-Werke AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. November 2023; abgerufen am 5. November 2025.</ref> Diese Zink-Sulfat-Anlage wurde nach dem Großbrand von 2024 nicht wieder aufgebaut.<ref>Monique de Cleur: Großbrand bei Grillo: Brand ist gelöscht, Polizei ermittelt. 11. September 2024, abgerufen am 3. November 2025.</ref><ref>Brand in der Zinksulfat-Anlage der GRILLO Chemicals GmbH gelöscht. GRILLO, 21. Februar 2025, abgerufen am 5. November 2025.</ref>

Eigenschaften

Datei:Zinc Sulfate.jpg

Zinksulfat zersetzt sich bei Temperaturen oberhalb von 680 °C. Oberhalb von 930 °C verbleibt reines Zinkoxid.

<math>\mathrm{2 \ ZnSO_4 \longrightarrow 2 \ ZnO + 2 \ SO_2 + O_2}</math>

Es kristallisiert aus seinen wässrigen Lösungen als Zinkvitriol („Weißer Galitzenstein“<ref>Vgl. etwa Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 129.</ref>) in farblosen, rhombischen Kristallen mit 7 Molekülen Wasser (ZnSO4 · 7 H2O) (Heptahydrat). Es verliert beim Erhitzen seine Wasseranteile und zerfällt zu einem weißen Pulver („Kupferrauch“<ref>Vgl. Gundolf Keil: Randnotizen zum „Stockholmer Arzneibuch“. In: Studia neophilologica. Band 44, Nr. 2, 1972, S. 238–262, hier: S. 255 (zu kopperôk).</ref>). Zinksulfat zeigt in wässriger Lösung infolge teilweiser Hydrolyse eine schwach saure Reaktion. Beim Lösen des wasserfreien Salzes in Wasser tritt Erwärmung ein, beim Lösen von ZnSO4 · 7 H2O dagegen Abkühlung.

Es verwittert oberflächlich an der Luft durch Verlust von Kristallwasser und schmilzt beim Erwärmen in seinem Kristallwasser. Es verliert schon bei 39 °C ein Molekül Kristallwasser; bei 70 °C liegt nur noch ein Wassermolekül vor, das bei 240 °C abgespalten wird.<ref name=roempp />

Verwendung

Zinksulfat wird in der Färberei, zur Holzimprägnierung und zur Herstellung von Elektrolysezink verwendet. Auf Grund der bakterientötenden Wirkung von Zn2+-Ionen werden stark verdünnte Lösungen von ZnSO4 (0,1–0,5 %) als Augenwasser bei Bindehautentzündungen eingesetzt.

Man benutzt Zinksulfat ferner:

Es dient weiterhin als Brechmittel, Beize in der Textilindustrie, Spurennährstoff in Düngemitteln und ist in Fällungsbädern bei der Kunstseidegewinnung enthalten. Zinksulfat wird auch zur Herstellung von Zinksulfid-Pigmenten und anderen Zinkverbindungen, zur Flotation von Erzen, Beschweren von Baumwolle und in galvanischen Verzinkungsbädern verwendet.<ref name="GESTIS" />

Nachweis

Natronlauge (NaOH) gibt mit Zinksulfat einen gallertartigen Niederschlag von Zinkhydroxid, der nach Befeuchten mit einer verdünnten Cobaltsalzlösung und Glühen das sogenannte Rinmans Grün ergibt.

Bariumchloridlösung bildet einen weißen Niederschlag von Bariumsulfat:

<math>\mathrm{ZnSO_4 + BaCl_2 \longrightarrow ZnCl_2 + BaSO_4 \downarrow}</math>
Zinksulfat und Bariumchlorid reagieren zu Zinkchlorid und Bariumsulfat, das ausfällt.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein