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Uwe Kockisch

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Datei:Uwe Kockisch 2014.jpg
Uwe Kockisch (2014)

Uwe Kockisch (* 31. Januar 1944 in Cottbus; † 22. Dezember 2025 in Madrid, Spanien) war ein deutscher Schauspieler. Einem breiten Publikum wurde er in der Titelrolle der Krimiserie Zappek (1995–1996), als Commissario Guido Brunetti in der Krimireihe Donna Leon (2003–2019) sowie als Stasi-Offizier Hans Kupfer in der ARD-Fernsehserie Weissensee (2010–2018) bekannt. Neben seiner Mitwirkung in zahlreichen Theaterinszenierungen trat er ab 1973 in über 100 Film- und Fernsehproduktionen vor die Kamera.

Leben

Jugend

Uwe Kockisch' Vater war Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg, der 1944 über der Normandie abgeschossen wurde. Kockisch erlernte den Beruf eines Tagebaumaschinisten.<ref>Commissario Brunetti wird 70. In: mdr.de. MDR, 4. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. März 2014; abgerufen am 25. Mai 2016.</ref> Als Jugendlicher versuchte er 1961 zusammen mit Freunden, mittels eines Kutters über die Ostsee aus der DDR zu flüchten.<ref>Katja Hübner: Schauspielerei ist Denken. In: Der Tagesspiegel. 29. September 2010, abgerufen am 24. September 2016 (Porträt).</ref> Die Gruppe wurde jedoch vorher verhaftet; Kockisch saß daraufhin ein Jahr in Cottbus in Haft.<ref>Hinweis in Bild. 9. Oktober 2013.</ref>

Ausbildung und Theater

Seine Ausbildung zum Schauspieler absolvierte Kockisch an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.<ref>Uwe Kockisch im Munzinger-Archiv, abgerufen am 4. Februar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Er nahm Engagements in Cottbus und Karl-Marx-Stadt an. Mehr als 20 Jahre spielte er ab 1971 in Berlin am Maxim-Gorki-Theater und später zwei Jahre an der Schaubühne. Sein Repertoire reichte von William Shakespeare (Ein Sommernachtstraum), Anton Tschechow (Drei Schwestern) bis hin zu modernen Bühneninszenierungen wie Schlusschor von Botho Strauß, Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten von Peter Handke oder Alice im Bett von Susan Sontag.

Film und Fernsehen

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Uwe Kockisch (rechts außen, 2017) mit anderen Darstellern am Filmset der Serie Weissensee

Ab 1973 wirkte Kockisch in Film- und Fernsehproduktionen.<ref>OFDb – Uwe Kockisch (Darsteller). Abgerufen am 24. Dezember 2025.</ref><ref>Uwe Kockisch | filmportal.de. Abgerufen am 24. Dezember 2025.</ref> Sein Debüt auf der Kinoleinwand gab er in Bernhard Stephans Jugend- und Musikfilm Für die Liebe noch zu mager?, in dem er einen der beiden Brüder der von Simone von Zglinicki dargestellten Protagonistin, der Textilfacharbeiterin Susanne, verkörperte. Unter Celino Bleiweiß gab er 1975 in dem DEFA-Märchenfilm Die schwarze Mühle neben Michael Kann und Bodo Krämer einen der Müllergesellen. 1981 übernahm er die Hauptrolle des gerade aus dem Konzentrationslager entlassenen Antifaschisten Arnold Clasen in der Literaturverfilmung Dein unbekannter Bruder von Ulrich Weiß. Im selben Jahr spielte er an der Seite von Simone Frost die Rolle ihres Ehemanns und einfachen Arbeiters Wolfgang in Lothar Warnekes Verfilmung des Brigitte-Reimann-Romans Franziska Linkerhand. 1989 besetzte ihn Michael Gwisdek in seinem Regiedebüt Treffen in Travers in der Rolle des sächsischen Dichters Ferdinand Huber. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Gwisdek und Kockisch folgte nach der Wende für Gwisdeks Tragikomödie Das Mambospiel im Jahre 1998.

Im wiedervereinigten Deutschland konnte Kockisch nahtlos an seine Laufbahn in der DDR anknüpfen. Bekannt wurde er dem gesamtdeutschen Publikum Mitte der 1990er-Jahre mit der 26-teiligen ARD-Krimiserie Zappek, in der er die Titelrolle eines Berliner Hauptkommissars übernahm. Von 2003 bis 2019 verkörperte Kockisch als Nachfolger von Joachim Król den Commissario Guido Brunetti in der ARD-Krimireihe Donna Leon, was ihm weitere Bekanntheit verschaffte.<ref>imfernsehen GmbH & Co KG: Filmografie Uwe Kockisch. 9. Mai 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.</ref>

Für seine Rolle des Dietrich Kalinke in Dominik Grafs Eine Stadt wird erpresst (2006) bekam Kockisch 2008 den Adolf-Grimme-Preis. Von 2010 bis 2018 spielte er als Stasi-Offizier Hans Kupfer eine der Hauptrollen in der ARD-Fernsehserie Weissensee, wofür er 2011 den Deutschen Fernsehpreis erhielt. In der Verfilmung des Romans Rubinrot (2013) aus der Buchreihe Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier übernahm er die Rolle des Großmeisters der Geheimloge Falk de Villiers. Ed Herzog besetzte Kockisch in seinem Historiendrama 3½ Stunden in einer Nebenrolle als Volkspolizei-Offizier Paul Fuchs.

Privates

Von 1995 bis 2005 war Kockisch mit der Schauspielerin Franziska Petri liiert.<ref>„Gibt’s hier eine versteckte Kamera?“ In: Der Tagesspiegel Online. 31. Oktober 2003, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 24. Februar 2022]).</ref> Mit seiner späteren Frau Christine Gautier lebte er in Madrid. Kockisch war Vater von zwei Söhnen.

Im Februar 2023 war Kockisch Erstunterzeichner der von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierten Petition Manifest für Frieden an Olaf Scholz, die zum Ende von Kampfhandlungen in der Ukraine und zur Aufnahme von Friedensverhandlungen aufforderte.<ref>Change.org: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Manifest für Frieden (Memento vom 24. Februar 2023 im Internet Archive)</ref>

Uwe Kockisch starb am 22. Dezember 2025 im Alter von 81 Jahren in Madrid.<ref>Er war Commissario Brunetti: Schauspieler Uwe Kockisch tot. In: dpa. 24. Dezember 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.</ref>

Filmografie (Auswahl)

Filme

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Fernsehserien und -reihen

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Donna-Leon-Reihe

Als ‚Commissario Guido Brunetti‘ war Kockisch unter der Regie von Sigi Rothemund von 2003 bis 2019 in folgenden 22 Folgen (von Folge 5 bis Folge 26, welche das Ende der Reihe darstellte) der Krimiserie Donna Leon zu sehen (bis zur mit der Autorin Donna Leon und der Produktionsfirma einvernehmlich vereinbarten Einstellung 2019).

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Theater (Auswahl)

Hörspiele

Uwe Kockisch wirkte in wenigen Hörspielproduktionen des Rundfunks der DDR mit:<ref>Hörspieldatenbank. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  • 1978: Die Soldaten (nach Jakob Michael Reinhold Lenz) als Baron Desportes
  • 1979: Die zwölf Monate (nach Samuil Marschak) als März
  • 1979: Sie ist doch kein Kind mehr (nach Franziska Pfaff) als Frank
  • 1982: Tessi (nach Walter Stranka)

Auszeichnungen

Literatur

  • Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7.
  • Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
  • Frank-Burkhard Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2.

Weblinks

Commons: Uwe Kockisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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