Cabernet Mitos
| Cabernet Mitos | |
|---|---|
| Synonyme | WE 70-77-4, WE 70-77-4 F, Weinsberg 70- 77- 4 F |
| Art | vitis vinifera linné subsp. sativa (de candolle) hegi |
| Verwendung | |
| Herkunft | Deutschland |
| Züchter | Schleip, Helmut; Hill, Bernd H.E. |
| Institut | Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau |
| Züchtungsjahr | 1970 |
| VIVC-Nr. | 15499 |
| Abstammung | |
|
Kreuzung aus | |
| Liste von Rebsorten | |
Cabernet Mitos ist eine deutsche, neu gezüchtete Rotweinsorte. Sie entstand aus der Kreuzung der Sorten Blaufränkisch und Teinturier du Cher. Die ursprünglichen Angaben der Züchter Helmut Schleip und Bernd H. E. Hill, es handele sich um eine Kreuzung von Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon, konnten in der Zwischenzeit durch eine DNA-Analyse widerlegt werden.<ref>“Die Kreuzungseltern deutscher Rebenneuzüchtungen im Fokus – Was sagt der genetische Fingerabdruck”, von Erika Maul, Fritz Schumann, Bernd H.E. Hill, Frauke Dörner, Heike Bennek, Valérie Laucou, Jean-Michel Boursiquot, Thierry Lacombe, Eva Zyprian, Rudolf Eibach und Reinhard Töpfer; in „Deutsches Weinjahrbuch 2013“ (64. Jahrgang) – Seite 128 bis 142, ISBN 978-3-8001-7783-7</ref>
Sie wurde 1970 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg vorgestellt. Am 24. Januar 2001 wurde der Sortenschutz beim Bundessortenamt bewilligt. Seitdem nimmt die Rebfläche ständig zu. In Deutschland waren im Jahr 2022 271 Hektar (≈0,3 % der deutschen Rebfläche) mit der Rebsorte Cabernet Mitos bestockt<ref name=":0" />, im Jahr 2007 waren es noch 320 Hektar (0,3 % der deutschen Rebfläche)<ref>Deutsches Weininstitut: Statistik 2008/2009. Mainz 2008 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />deutscheweine.de ( vom 23. März 2012 im Internet Archive)).</ref>. Im Jahr 2006 waren noch 317 Hektar<ref>Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008. Mainz 2007 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />deutscheweine.de ( vom 20. September 2008 im Internet Archive)).</ref> Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 2001 immerhin 102 Hektar<ref name="Statistics 04-05">Deutsches Weininstitut: Statistik 2004/2005. Mainz 2004 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />deutscheweine.de ( vom 20. September 2009 im Internet Archive)).</ref> erhoben wurden. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz und Ungarn bekannt<ref name="adelaide2">K. Anderson, N. R. Aryal: Database of National, Regional and Global Winegrapes Bearing areas by Variety, 1960 to 2016, Format: xlsx, (englisch), 1. September 2020.</ref>.
Die Rebe verfügt über eine gute Winterhärte, geschmacklich bestehen Parallelen zum Cabernet Sauvignon. Cabernet Mitos ist zum Ausbau im Barrique geeignet. Der Wein ist reich an Gerbstoffen und verlangt somit eine längere Lagerung.
Darüber hinaus kann der Wein zur Farbunterstützung anderer Rotweine eingesetzt werden, da der Cabernet Mitos der Familie der Färbertrauben zugeordnet werden kann. Die Beeren der Färbertrauben verfügen über eine rote Haut und rotes Fruchtfleisch, so dass auch im Saft ein erheblicher Anteil roter Farbpigmente vorhanden ist, was den daraus gekelterten Wein besonders farbkräftig macht. Die Farbpigmente sind im gesamten Pflanzengewebe vorhanden. Dadurch färben sich auch die Blätter relativ früh rot. Cabernet Mitos ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.
Aus einer ähnlichen Kreuzung entstammt die Rebsorte Cabernet Cubin.
Verbreitung
In Deutschland waren im Jahr 2023 264 ha mit der Rebsorte Cabernet Mitos bestockt<ref name=":1">GENESIS-Online. Abgerufen am 24. November 2024.</ref>, in der Schweiz rund 2,8 ha.<ref>Bundesamt für Landwirtschaft: Das Weinjahr 2022 - Weinwirtschaftliche Statistik. Bern (admin.ch [PDF]).</ref> In Ungarn wurden im Jahr 2016 rund 1 ha angebaut.<ref name="adelaide">K. Anderson, N. R. Aryal: Database of National, Regional and Global Winegrapes Bearing areas by Variety, 1960 to 2016, Format: xlsx, (englisch), 1. September 2020.</ref>
Die Rebflächen in Deutschland verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:<ref name=":0">Statistisches Bundesamt: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen -. In: Fachserie 3 Reihe 3.1.5. 27. Februar 2023 (destatis.de [PDF]).</ref>
| Weinbaugebiet | Fläche ha
2022<ref name=":0" /> |
Fläche ha
2023<ref name=":1" /> |
|---|---|---|
| Summe Deutschland | 271 | 264 |
| Ahr | 1 | 1 |
| Baden | 98 | 95 |
| Franken | 3 | 3 |
| Hessische Bergstraße | 3 | 3 |
| Mittelrhein | - | - |
| Mosel | 3 | 3 |
| Nahe | 3 | 3 |
| Pfalz | 68 | 66 |
| Rheingau | 3 | 3 |
| Rheinhessen | 56 | 55 |
| Saale-Unstrut | 3 | 3 |
| Sachsen | - | - |
| Württemberg | 30 | 30 |
Siehe auch
Literatur
- Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Cabernet Mitos in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)