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Heinrich von Frauenberg

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Datei:Heinrich v. Frauenberg Manesse.jpg
Freiherr Heinrich von Frauenberg – Darstellung als Sieger über einem ritterlichen Gegner (Codex Manesse, 14. Jahrhundert)

Heinrich von Frauenberg (12./13. Jh.) war ein Bündner Adeliger, Lyriker (Schweizer Minnesänger) und einer der Freiherren auf der Burg Gutenberg.

Leben und historische Einordnung

Heinrich von Frauenberg stammte aus einem Bündner Geschlecht, dessen Stammburg die Burg Frauenberg bei Ruschein war. Die Familie besass zudem die Burg Felsberg mit Kirchensatz sowie Güter in Luven, Castrisch und Falera und ist wahrscheinlich ein Seitenzweig der Herren von Sagens.<ref name=":0">C. Jecklin: Heinrich von Frauenberg, ein bündnerischer Minnesänger. In: Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden. Band 36, 1906, ISSN 1011-2065, S. 118, doi:10.5169/seals-595961 (e-periodica.ch [abgerufen am 22. Januar 2026]).</ref>

In den Quellen erscheinen zwei Heinriche von Frauenberg (1257–1266 bzw. 1284–1305, † vor 1314), vermutlich Vater und Sohn. Welcher von beiden der Minnesänger war, lässt sich nicht sicher entscheiden, wenngleich Indizien, unter anderem auch die Miniatur im Codex Manesse, eher für den Jüngeren sprechen.<ref>Karl Bartsch: Die Schweizer Minnesänger. Hrsg.: Karl Bartsch. J. Huber, Frauenfeld 1886, S. XC.</ref>

Der jüngere Heinrich war politisch und militärisch aktiv und stellte sich auf die Seite des Churer Bischofs Friedrich von Montfort. Er beteiligte sich an regionalen Fehden, schloss 1288 ein Bündnis mit dem Abt von Disentis und Walliser Adeligen und befand sich 1298 im Gefolge König Adolfs von Nassau, mit dem er in der Schlacht bei Göllheim kämpfte. Nach dieser Niederlage verlagerte die Familie ihren Wohnsitz auf die Burg Gutenberg bei Balzers. Diese besass er zusammen mit Ulrich von Gutenberg (nicht der Minnesänger Ulrich von Gutenburg).

Heinrich starb zwischen 1305 und 1314; seine Kinder veräusserten anschliessend den Besitz, womit das Geschlecht bald erlosch.<ref name=":0" /><ref name=":1">Markus Burgmeier: Frauenberg, von – Historisches Lexikon. 31. Dezember 2011, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>

Wappen

Das Wappen auf der Miniatur im Codex Manesse zeigt im blauen Feld aufrecht einen goldenen Greif, mit roter Zunge und roten Krallen. Dasselbe Wappen kann auch den Herren von Frauenberg zugewiesen werden und zwar auf einem Siegel einer Urkunde von 1266 im bischöflichen Archiv Chur sowie einer Urkunde um 1315 im Züricher Staatsarchiv.<ref name=":0" />

Am 16. August 1956 wurde Balzers von Fürst Franz Josef II. von Liechtenstein ein neues Wappen verliehen, das der Freiherren von Frauenberg.

Dichtung und Werk

Von Heinrich von Frauenberg sind fünf Minnelieder überliefert, ausschliesslich in der Manessischen Liederhandschrift.

Die Lieder folgen vollständig den Konventionen des höfischen Minnesangs (Tagelied, Frühlingsmotiv, Minneklage, Lob der Geliebten). Ihre Bedeutung liegt weniger im literarischen Rang als in ihrem kulturhistorischen Wert, da Heinrich von Frauenberg zu den wenigen nachweisbaren Minnesängern aus Graubünden zählt.<ref name=":0" />

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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