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Orcagna

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Datei:Andrea orcagna, tabernacolo di orsanmichele, 1359, dormitio e assunta 11 berretto da pellegrino.jpg
Andrea Orcagna, Marientod (Ausschnitt mit mutmaßlichem Selbstporträt – Person rechts oben), Tabernakel, Orsanmichele, 1359, Marmor

Andrea di Cione (* 1308,<ref>Dizionario-Biografico gibt an: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „Das Jahr seiner Geburt ist unbekannt, es müsste auf 1308 fallen, wenn er tatsächlich in den Sechzigern starb, wie Vasari sagt.“) – Luisa Marcucci: Andrea di Cione Arcagnuolo, detto l’Orcagna. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 3: Ammirato–Arcoleo. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1961.</ref> 1320 oder 1329<ref></ref> in Florenz; † nach dem 25. August 1368 ebenda), genannt Orcagna, war ein in Florenz tätiger Maler, Bildhauer und Architekt des 14. Jahrhunderts. Zu seinen berühmtesten Werken zählen das Altarbild der Cappella Strozzi in S. Maria Novella und das reichverzierte marmorne Tabernakel in der Florentiner Kirche Or San Michele von 1359.

Leben

1343 ist Andrea, Sohn eines Goldschmiedes, erstmalig in einem Dokument einer Zunft nachweisbar. 1352 wurde er Mitglied der Zunft der Steinmetze und Zimmerleute (Arte dei Maestri di Pietra e Legname). Er unterhielt zusammen mit seinen jüngeren Brüdern Jacopo, Matteo und Nardo di Cione eine florierende Werkstatt in Florenz. In der Cappella Strozzi im Querhaus von Santa Maria Novella in Florenz befindet sich ein von ihm signiertes und auf 1357 datiertes Altarbild mit Christus, der den Heiligen Petrus und Thomas von Aquin Schlüssel und Buch überreicht; hierbei handelt es sich um das einzige ihm sicher zuzuschreibende Tafelgemälde. Bemerkenswert ist, wie Orcagna die Einzeltafeln des Altars durch eine gemeinsame Standfläche der Figuren miteinander verbindet und sie über die Tafelrahmen hinweg kommunizieren lässt. Die Kapelle wurde von seinem Bruder Nardo freskiert.

Die National Gallery in London besitzt von ihm ein großes Altarwerk mit der Krönung Mariä durch Christus. Giorgio Vasari schreibt ihm in seinen Viten irrtümlich die Fresken im Camposanto zu Pisa mit dem Triumph des Todes, dem Jüngsten Gericht und der Hölle zu.

Datei:Andrea Orcagna 001.jpg
Triumph des Todes, Freskofragment

Die Fresken, die er in der Basilika von Santa Croce ausgeführt hat und die Lorenzo Ghiberti später in seinen Commentarii erwähnt, sind weitgehend verloren. Lediglich ein von der Wand abgenommenes Stück, das den Triumph des Todes darstellt, befindet sich im Museum dieser Kirche.

Als Architekt war er am Bau von Or San Michele in Florenz, dessen östlicher Teil ihm zugeschrieben wird, und an der Loggia dei Lanzi beteiligt. 1356 wurde er als leitender Architekt von Or San Michele in Florenz eingesetzt. 1358 wurde er mit seinem Bruder Matteo nach Orvieto gerufen, um an der dortigen Kathedrale mitzuwirken. 1364 war er wieder in Florenz beschäftigt.

Als Bildhauer führte er das Tabernakel im Innern von Or San Michele (1359) aus. Das Flachrelief auf der Rückseite zeigt die Himmelfahrt Mariens; unter den dargestellten Personen befindet sich nach Ansicht von Kunsthistorikern ein mutmaßliches Selbstporträt des Künstlers.

Im Jahr 1368 übernahm auf Grund einer Erkrankung von Andrea Orcagna sein Bruder Jacopo die weitere Ausführung eines Altarstückes; Andrea dürfte im selben Jahr verstorben sein.

Familie

Andrea di Cione war mit Francesca di Bencino Azzucci verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte.<ref>Giorgio Vasari: Andrea Orcagna / pittore & scultore e architetto fiorentino. [Nato…; – nel 1376 era morto.] In: Le vite de’ piu eccellenti pittori, scultori, e architetti. 1846, S. 122–138 (Textarchiv – Internet Archive – Stammtafel auf S. 122).</ref>

  • Tessa, heiratete Ruggiero di Benedetto.
  • Romola, heiratete Cristofano di Ristoro.

Er hatte drei Brüder:

  • Bernardo, genannt Nardo di Cione, trat 1364 in die Compagnia de’ Pittori ein.
  • Ristoro di Cione war ein Beamter.
  • Iacopo di Cione, trat 1388 in die Compagnia de’ Pittori ein.

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Gert Kreytenberg: Andrea di Cione (o Orcagna). In: Enciclopedia dell’ Arte Medievale. 1991 (treccani.it).
  • Gert Kreytenberg: Orcagna (Andrea di Cione). Ein universeller Künstler der Gotik in Florenz. Philipp von Zabern Verlag, Mainz, München 2000, ISBN 3-8053-2693-9.
  • Luisa Marcucci: Andrea di Cione Arcagnuolo, detto l’Orcagna. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 3: Ammirato–Arcoleo. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1961.
  • Orcagna. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 26: Olivier–Pieris. E. A. Seemann, Leipzig 1932, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
  • Giorgio Vasari: Andrea Orgagna / pittore & scultore e architetto fiorentino. [Nato…; – nel 1376 era morto.] In: Le vite de’ piu eccellenti pittori, scultori, e architetti (= Raccolta artistica. Band 3). Band 2. Felice le Monnier, Florenz 1846, S. 122–138 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Giorgio Vasari: Vita di D’Andrea di Cione Orcagna. In: Vasari: Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti. Newton Compton Editori, Rom 2010, ISBN 978-88-541-1425-8, S. 212 ff.
  • Vasari: Das Leben des Taddeo Gaddi, Agnolo Gaddi, Buffalmacco, Orcagna, Spinello Aretino und Lorenzo Monaco. Neu ins Deutsche übersetzt von Victoria Lorini. Hrsg., kommentiert von eingeleitet von Fabian Jonietz, Wolf-Dietrich Löhr und Johannes Tripps. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2015, ISBN 978-3-8031-5063-9.

Weblinks

Commons: Orcagna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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