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Ignatius Taschner

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Ignatius Taschner, auch Ignaz Taschner, (* 9. April 1871 in Kissingen; † 25. November 1913 in Mitterndorf bei Dachau) war ein deutscher Bildhauer, Medailleur,<ref>L. Forrer: Biographical Dictionary of Medallists. Taschner, Ignatius. Volume VI. Spink & Son Ltd, London 1916, S. 18.</ref><ref>Künstler. Ignatius Taschner. Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst e. V., abgerufen am 12. Oktober 2014.</ref> Grafiker und Illustrator.

Datei:Ignatius Taschner.JPG
Ignatius Taschner im Alter von 30 Jahren

Leben und Wirken

Bildhauergeselle und Studium

Datei:Signatur von Ignatius Taschner am Schleiden-Denkmal im Botanischen Garten Jena.jpg
Signatur
Datei:Ignatius Taschner-Heine-Goldenes Kalb.jpg
Illustriertes Gedicht von Heinrich Heine: Das goldene Kalb

Ignatius Taschner wurde 1871 in Kissingen als Sohn des aus Straubing stammenden Steinhauers Bartholomäus Taschner geboren.<ref>Zu allen biographischen Daten hier und später: Norbert Götz u. a.: Ignatius Taschner. Ein Künstlerleben zwischen Jugendstil und Neoklassizismus. (Katalog anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum 1992) München, Klinckhardt und Biermann 1992. S. 15–18</ref> Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Lohr am Main. Von 1885 bis 1888 absolvierte er eine Lehre als Steinmetz in Schweinfurt im Bildhauergeschäft von Wilhelm Kämpf und arbeitete dort noch ein Jahr als Geselle. Er studierte anschließend von 1889 bis 1895 an der Münchner Kunstakademie unter Syrius Eberle und Jakob Bradl. Zu seinen Studienfreunden zählten die Bildhauer Georg Wrba und Josef Rauch.

Erste Erfolge

1894 erhielt er seinen ersten Auftrag von der Stadt Schweinfurt für ein Kriegerdenkmal. Um die Jahrhundertwende machte Taschners Werk bei den Künstlern der Münchener, Wiener und Berliner Sezession großen Eindruck.

Das Jahr 1897 beendete die schweren Anfangsjahre Taschners. Karl von Marr vermittelte ihm den Auftrag zu einem Grabmal für den Berliner Maler Karl Bennewitz von Loefen den Älteren (1826–1895). Für die Architekten Henry Helbig & Ernst Haiger führte er 1898 dekorative Wandmalereien im Münchner Kunstgewerbehaus und für eine Ausstellung im Glaspalast aus. Der Wiener Verleger Martin Gerlach beauftragte ihn zur Jahrhundertwende mit den Illustrationen zum ersten Band der später berühmt gewordenen Gerlach’s Jugendbücherei. Für das Faschingsfest „Schwabinger Bauernkirchweih“ des Vereins deutscher Kunststudierender in München 1898 (und für alle weiteren „Schwabinger Bauernkirchweihen“ bis 1905) zeichnete er Einladungs- und Postkarten und modellierte Festzeichen. Er schuf die Figuren „Strauchdieb“ und „Hl. Cäcilia“.

1899 wurde der Bildhauer Hermann Nolte für sechs Jahre zu seinem Assistent.

1900 beteiligte er sich an der Konkurrenz für ein Kaiser-Friedrich-Denkmal in Oels (Oleśnica) und für ein Goethe-Denkmal in Straßburg (3. Preis), schuf die Gruppe „Rauhbein“, die Illustrationen zu „Grimms Märchen“ im Verlag Martin Gerlach und beteiligte sich mit den Figuren „Hl. Martin“ und „Strauchdieb“ an der Pariser Weltausstellung. 1902 beteiligte er sich an einer Brunnenkonkurrenz für Kempten (2. Preis), schuf ein Silberkruzifix, die Figur „Unterfranken“ für das Münchner Rathaus, die Radierungen „Kirchgang“ und „Botenfuhrwerk“ sowie einen weiteren Band zu Gerlach's Jugendbücherei: Die Nymphe des Brunnens.

Dozent in Breslau

1903 wurde Taschner Dozent an der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule Breslau. Er schloss in dieser Zeit enge Freundschaft mit Ludwig Thoma in München, damals Redakteur des Simplicissimus. Zu einigen Werken Thomas steuerte er Illustrationen bei, am bekanntesten wurden die Bilder zur Erzählung Der heilige Hies (bei Albert Langen, München 1904). Im Zusammenhang mit der Metallklasse der Breslauer Kunstschule entstand damals ein wesentlicher Teil seiner Schmuckarbeiten.

Berlin – Architekturplastiken

1904 ging Taschner nach Berlin und arbeitete für die bekannten Architekten Alfred Messel und vor allem für Ludwig Hoffmann, für die er viele Architekturplastiken anfertigte. Er war wesentlich an der Ausstattung des Alten Stadthauses beteiligt.<ref>Fortuna für die Stadt auf www.diegeschichteberlins.de</ref> Taschner entwarf das Tafelsilber des Kronprinzen Wilhelm und Gebrauchsgegenstände für die Industrie. Er war ein frühes Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Taschner, Ignatius (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 27. Mai 2016)</ref> Auf dessen dritter Jahresausstellung 1906 in Weimar<ref>Taschner, Ignatius, Kgl. Professor, Bildhauer, Berlin NW., Wohnung: Cuxhavenerstr. 8, Atelier: Sigmundshof 11. s. Mitgliederverzeichnis im Katalog 3. Deutsche Künstlerbund-Ausstellung, Weimar 1906. S. 44 online (abgerufen am 27. Mai 2016)</ref> zeigte Taschner die Parsival-Reiterstatuette in der ersten Version (noch ohne den später hinzugefügten Sockel mit Flachreliefs).<ref>dortige Abb. des Parzival ohne Sockel</ref>

Mitterndorf bei Dachau

1906 zog Taschner nach Mitterndorf bei Dachau, wo er sich auf einem großen Grundstück eine herrschaftliche Künstlervilla baute. Hier entstanden auch die Entwürfe für die zehn Figuren des Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain in Berlin. 1911 wurde die von Taschner gestaltete und im Inneren von ihm eingerichtete Villa in Dachau-Mitterndorf fertig. In Taschners Dachauer Lebensphase entstand auch der Fischerbuberl-Brunnen am Wiener Platz in München.

Familie und früher Tod

Ignatius Taschner heiratete am 27. April 1899 Helene Felber. Sie waren Eltern zweier Töchter, Maja (* 1901) und Antonie (* 1906). Ignatius Taschner starb am 25. November 1913 in Mitterndorf bei Dachau. Seine Frau Helene Taschner starb 1919.

Datei:Ig.Tasch.JPG
Grab von Ignatius Taschner in Dachau-Mitterndorf

Wichtige Werke

Nachwirken und Ehrungen

Literatur

Weblinks

Commons: Ignatius Taschner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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