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Bayerischer Enzian

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Bayerischer Enzian
Datei:Gentiana-bavarica.jpg

Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Enziane (Gentiana)
Art: Bayerischer Enzian
Wissenschaftlicher Name
Gentiana bavarica
L.

Der Bayerische Enzian<ref name="FloraWeb" /> (Gentiana bavarica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung

Datei:Atlas der Alpenflora (10192619296).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Gentiana bavarica Ankogel 02.jpg
Blüten

Vegetative Merkmale

Der Bayerische Enzian ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimetern. Es werden generative und rein vegetative Stängel gebildet. Die Blütenstängel besitzen am Grund keine Blattrosette.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter haben einen glatten Rand und sind alle fast gleich groß. Die unteren können kleiner und genähert sein. Außer den dicht stehenden Rosettenblättern gibt es zwei bis vier Paare entfernt stehende Stängelblätter. Die Blattspreiten sind bei einer Länge von 10 bis 15 Millimetern kaum doppelt so lang als breit und spatelförmig oder verkehrt-eiförmig und im vorderen Drittel am breitesten.<ref name="Hegi1966" /> Das obere Ende ist stumpf und ohne Knorpelspitze.<ref name="Hegi1966" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen endständig einzeln oder einzeln bis zu dritt in den Achseln der oberen Blätter.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist 10 bis 16 Millimeter lang und aufgeblasen mit gekielten oder schmal geflügelten Kanten.<ref name="Hegi1966" /> Die Flügel der Kanten sind 1 bis 2 Millimeter breit.<ref name="Hegi1966" /> Die Kelchzähne sind bei einer Länge von 5 bis 6 Millimetern etwa zwei Drittel so lang wie die Kelchröhre und lanzettlich mit spitzem oberen Ende.<ref name="Hegi1966" /> Die Krone ist tief-blau bis hell-blau. Die Kronröhre ist walzenförmig und heller. Der SKronsaum ist ausgebreitet und bei einem Durchmesser von 16 bis 20 Millimetern stieltellerförmigt.<ref name="Hegi1966" /> Die Zipfel zwischen den Kronblättern sind nur kleine Zähnchen oder fehlen ganz. Die Staubblätter sind in der Mitte behaart. Die Staubbeutel sind gelb und frei.<ref name="Hegi1966" /> Der 3 bis 5 Millimeter lang gestielte Fruchtknoten ist vierkantig und 16 bis 20 Millimeter lang. Der Griffel ist tief zweilappig.<ref name="Hegi1966" />

Die Samen sind braunschwarz und spindelförmig; sie sind 1 Millimeter lang, 0,5 Millimeter breit und ungeflügelt.<ref name="Hegi1966" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Bayerischen Enzian handelt es sich um einen überwinternd grünen Hemikryptophyten.<ref name="FloraWeb" /> Blütenbesucher sind Bienen und Falter.<ref name="Hegi1966" />

Vorkommen

Der Bayerische Enzian kommt nur in den Alpen vor.<ref name="Euro+Med" /> Es gibt Fundorte in Frankreich, Italien, in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und im früheren Jugoslawien.<ref name="Euro+Med" /> Er wächst in feuchten Matten, Schneetälchen, Gesteinsschutt und in Quellbereichen auf frischen oder feuchten, meist kalkhaltigen, steinigen Böden. Er kommt von der subalpinen bis subnivalen Höhenstufe vor. Er gedeiht in Höhenlagen von 1800 bis 2500, selten bis zu 3600 Metern. Selten kommt er tiefer als 1800 Meter Meereshöhe vor.<ref name="Hegi1966" /> In den Allgäuer Alpen steigt er von 1400 Metern bis zu einer Höhenlage von 2300 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Wie alle Enzian-Arten ist der Bayerische Enzian in Deutschland gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Gentiana bavarica ist in den Alpen eine Charakterart des Arabido-Rumicetum nivalis aus dem Verband Arabidion caeruleae der Schneeboden-Gesellschaften. Er kommt aber auch im Caricetum frigidae vor sowie in Pflanzengesellschaften der Ordnung Montio-Cardaminetalia oder der alpinen Milchkrautweiden (Poion alpinae) bzw. bei der Varietät Gentiana bavarica var. subacaulis des Verbands Androsacion alpinae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Gentiana bavarica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 331.<ref name="Euro+Med" />

Botanische Geschichte

Von Gentiana bavarica gibt es je nach Autor bis zu zwei Varietäten:<ref name="Oberdorfer2001" />

  • Gentiana bavarica <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. bavarica: Sie kommt in Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich und im früheren Jugoslawien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Gentiana bavarica var. subacaulis <templatestyles src="Person/styles.css" />Cust. Sie unterscheidet sich durch deutlich verkürzte Stängel und zahlreiche dachziegelartig gedrängte Laubblätter.<ref name="Oberdorfer2001" /> Diese Varietät gedeiht besonders in Höhenlagen von 2400 bis 3000 Metern in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Österreich vor.<ref name="Hegi1966" /> Diese Varietät ist von anderen Autoren nicht anerkannt.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Gentiana bavarica L., Bayerischer Enzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Gentiana bavarica L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 343. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2021–2023. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Gentianaceae: Datenblatt Gentiana bavarica In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Jens G. Rohwer: Gentianaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 637. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien