Streufdorf
Streufdorf Gemeinde Straufhain
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(990)&title=Streufdorf 50° 21′ N, 10° 41′ O
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| Höhe: | 314 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 16 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Streufdorf, Gemeinde Straufhain. In: GEOindex. Abgerufen im Januar 2026.</ref> | |||||
| Einwohner: | ca. 990 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Streufdorf Gemeinde Straufhain. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Januar 2026.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 62 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 23. März 1993 | |||||
| Postleitzahl: | 98646 | |||||
| Vorwahl: | 036875 | |||||
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Streufdorf ist ein Ortsteil der 1993 neugebildeten Einheitsgemeinde Straufhain im Landkreis Hildburghausen in Thüringen. Streufdorf ist der Verwaltungssitz der Gemeinde.
Geographische Lage
Streufdorf liegt im Heldburger Land in einer Vorgebirgslandschaft südlich vom Thüringer Wald und nordöstlich vom Grabfeld. Die Landesgrenze zu Bayern ist etwa zwei Kilometer entfernt. Zu Zeiten der deutschen Teilung lag Streufdorf in der Fünf-Kilometer-Sperrzone, was die Entwicklung deutlich behinderte. Streufdorf liegt an der Landesstraße 1134 in Richtung Hildburghausen. Von 1888 bis 1946 bestand eine Bahnverbindung nach Hildburghausen und nach Lindenau über Heldburg.
Geschichte
Am 3. Februar 799 wurde Streufdorf erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 277.</ref> Über die Geschichte gibt eine Niederschrift zur Burg Struphe Auskunft.
Die Ortschaft Streufdorf gehört zu den ältesten Ansiedlungen der Südthüringer Gegend. Dort war der Stammsitz der Ritter von Streufdorf. Streufdorf war 1614–1679 von der Hexenverfolgung betroffen. 36 Menschen gerieten in Hexenprozesse, von 23 Frauen wurden 15 hingerichtet, von 13 Männern fünf. Eine Frau verstarb in der Haft.<ref name="Lehmann_Füssel">Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Stressenhausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012.
Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Band 2). DOBU, Wissenschaftlicher Verlag Dokumentation und Buch, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 237 (Zugl.: Marburg, Univ., Diss., 2000).</ref>
Streufdorf war wie viele Orte nahe der innerdeutschen Grenze 1952 (Aktion Ungeziefer) und 1961 (Aktion Festigung) durch Zwangsaussiedlungen von Familien ins Innere der DDR betroffen. Ein Gedenkstein im Dorf erinnert daran.<ref>Was ist mit den Tätern passiert? In: Thüringische Landeszeitung. 11. Juni 2012.</ref> Im Ort hatte es 1952 mit Barrikaden und Straßensperren Widerstand gegen die Aussiedlung gegeben. Daraufhin wurden 18 statt 8 Familien ausgesiedelt, und es kam zu Verurteilungen mit mehrjährigen Gefängnisstrafen. Dutzende Bewohner flohen in den Westen.<ref>Hanno Müller: Als einziger Ort wehrte sich Streufdorf. In: Thüringische Landeszeitung. 16. Juni 2017.</ref>
Im Jahre 2012 lebten 850 Personen im Ortsteil.<ref>Website der Gemeinde Straufhain. In: gemeinde-straufhain.de. Abgerufen am 14. April 2012.</ref>
Die Kirche St. Marien ist ein historischer Bau.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kirchengemeinde Streufdorf. ( vom 2. Juli 2012 im Internet Archive) In: kirchenkreis-hildburghausen-eisfeld.de. Website des Kirchenkreises Hildburghausen, abgerufen am 14. April 2012.</ref> Am 8. November 2009 wurde das Zweiländermuseum Rodachtal eröffnet, das die Geschichte der Region zeigt.<ref>Zweiländermuseum Rodachtal. Abgerufen am 23. März 2025.</ref>
Persönlichkeiten
- Johannes Leib (* 28. April 1591 in Streufdorf; † 15. März 1666 in Coburg), Arzt, Jurist, Theologe und Parömiograph
- Mahr Gatzius (* 1595 in Streufdorf; † 1629), Opfer eines Hexenprozesses: die Schwangere wurde für die Niederkunft aus dem Kerker entlassen, 40 Tage nach der Geburt erneut verhaftet und bis zu einem Geständnis gefoltert, dann verbrannt.<ref name="Lehmann_Füssel" />
- Johann Caspar Rüttinger (* 1761 Streufdorf; † 1830), Violinist, Organist, Musiklehrer, Komponist
Literatur
- Norbert Klaus Fuchs: Das Heldburger Land. Fränkisch-thüringische Geschichte(n). Ein historischer Reiseführer. 2. Auflage. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-349-2.
- Hans Löhner: Das „Bimmelbähnle“ von Hildburghausen nach Lindenau-Friedrichstal. Eine Thüringer Schmalspurbahn ins Heldburger Land. 2., aktualisierte und erg. Auflage. Verlag Michael Resch, Neustadt/Coburg 2000, ISBN 3-9805967-5-3.
- Paul Lehfeldt: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens. Heft XXXI: Herzogthum Sachsen-Meiningen, Amtsgerichtsbezirke Heldburg und Römhild. Fischer, Jena 1904, Reprint: Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-378-2.
- Gerhard Schätzlein: Die Zwangsaussiedlungen und der Aufstand von Streufdorf. In: Volker Bausch, Mathias Friedel, Alexander Jehn (Hrsg.): Die vergessene Vertreibung. Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze. De Gruyter/Oldenbourg Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-11-066053-1, S. 221–230.
Weblinks
- Gemeinde Straufhain mit den Ortsteilen Streufdorf, Seidingstadt, Linden, Stressenhausen, Steinfeld, Eishausen, Massenhausen, Adelhausen und Sophiental. In: heldburgerland.de
- St. Marien. In: kirchenkreis-hildburghausen-eisfeld.de (mit Fotos)
Einzelnachweise
<references />
Adelhausen | Eishausen | Linden | Massenhausen | Seidingstadt | Sophienthal | Steinfeld | Stressenhausen | Streufdorf