Victoria (Gattung)
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| Lindl. |
Victoria ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae).<ref name="GRIN" /><ref name="Smith2022" /> Benannt wurde sie zu Ehren der britischen Königin Victoria. Sie wird aufgrund ihrer enormen Blattgröße im Deutschen Sprachraum auch Riesenseerosen<ref name="Zander2008" /> genannt. Die drei Arten sind in Südamerika verbreitet.<ref name="GRIN" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Victoria-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die kreisrunden Blattspreiten schwimmen auf dem Wasser. Sie besitzen nadelstichfeine Poren (Stomatoden) und je zwei, einander gegenüber liegende Einkerbungen im hochgewölbten Rand, so dass Regenwasser rasch ablaufen kann.<ref name="Kaul1976" /> Stabilität und Schwimmfähigkeit verdanken sie einem leistenförmigen Stützgewebe auf der Blattunterseite, das dem Adernetz folgt. Die Stützleisten enthalten große, lufterfüllte Interzellularen und sind mit Stacheln besetzt. Größere Stacheln können ebenfalls luftgefüllte Hohlräume besitzen, kleinere sind dagegen massiv.<ref name="Kaul1976" /> Alle unter Wasser liegenden Pflanzenteile (Unterseite der Blattspreiten, Blütenstiel und die äußeren Blütenhüllblätter)<ref name="Warner2008" /> sind mit harten, spitzen Stacheln besetzt, die vermutlich vor Pflanzenfressern schützen sollen.<ref name="Kaul1976" />
Generative Merkmale
Es ist ein langer Blütenstiel vorhanden. Die Blüten sind radiärsymmetrisch. Die Blütenhüllblätter sind in Form und Größe unterschiedlich. Es sind Staminodien und fertile Staubblätter vorhanden. Die radiärsymmetrisch strahlig angeordneten 25 bis 40 Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen.<ref name="Smith2022" />
Ökologie und Phänologie
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Blütezeit über das ganze Jahr.<ref name="Prance1975" /><ref name="Lamprecht2002" /> Alle Arten der Gattung blühen ausschließlich in der Nacht<ref name="Warner2008" /><ref name="Smith2022" /> und sind zur Thermogenese befähigt.<ref name="Lamprecht2002" /><ref name="Smith2022" /> Die Anthese dauert nur etwa zwei Tage.<ref name="Lamprecht2002" /> Die Bestäubung erfolgt durch Käfer, die in der ersten Nacht in die offenen Blüten krabbeln, am darauffolgenden Tag in der geschlossenen Blüte gefangen bleiben und erst in der zweiten Nacht wieder freigelassen werden.<ref name="Prance1975" /><ref name="Lamprecht2002" /> Während die Blüten tagsüber geschlossen sind, wechseln sie durch die Bildung von Anthocyanen ihre Farbe von weiß in der ersten Nacht zu einem dunklen purpur-rot in der zweiten Nacht.<ref name="Prance1975" />
Systematik
Die Gattung Victoria gehört zur Unterfamilie Nymphaeoideae innerhalb der Familie der Nymphaeaceae, früher Euryalaceae.<ref name="GRIN" />
Die drei Arten der Gattung Victoria <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. sind:<ref name="GRIN" />
- Amazonas-Riesenseerose<ref name="Zander2008" /> (Victoria amazonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poepp.) J.C.Sowerby, Syn.: Euryale amazonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Poepp., Nymphaea victoria <templatestyles src="Person/styles.css" />R.H.Schomb. ex Lindl. nom. inval., Victoria amazonica <templatestyles src="Person/styles.css" />Planch. ex Casp., Victoria regia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl., Victoria regia var. randii <templatestyles src="Person/styles.css" />hort. ex Conard nom. inval., Victoria regina <templatestyles src="Person/styles.css" />R.H.Schomb.): Die Heimat ist das Einzugsgebiet des Amazonas in Südamerika. Es gibt Fundorte in Guyana, in den brasilianischen Bundesstaaten Acre, Amazonas, südlichen Mato Grosso, westlichen Mato Grosso do Sul, Para sowie Rondonia und in Bolivien (Beni, Pando, Santa Cruz).<ref name="GRIN" />
- Santa-Cruz-Riesenseerose<ref name="Zander2008" /> (Victoria cruziana <templatestyles src="Person/styles.css" />A.D.Orb., Syn.: Victoria argentina <templatestyles src="Person/styles.css" />Burmeist. nom. nud., Victoria cruziana var. malmei <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Henkel et al., Victoria cruziana var. trickeri <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Henkel et al., Victoria regia var. cruziana <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.D.Orb.) C.Lawson, Victoria trickeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.Henkel ex Malme) hort. ex Mutzek): Die Heimat liegt im Flusssystem des Rio Paraná. Fundorte gibt es in Argentinien (Chaco, Corrientes, Entre Rios, Formosa, Santa Fe) und Paraguay<ref name="GRIN" />.
- Victoria boliviana <templatestyles src="Person/styles.css" />Magdalena & <templatestyles src="Person/styles.css" />L.T.Sm.: Sie wurde Mitte 2022 erstbeschrieben und wurde bisher im bolivianischen Amazonasgebiet nur in der Schwemmebene Llanos de Moxos im Mamoré Wassereinzugsgebiet gefunden.<ref name="Smith2022" />
Die Arten lassen sich miteinander kreuzen, was in botanischen Gärten stattfindet.
Folgendes Kladogramm spiegelt die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Gattung Victoria wider:<ref name="Smith2022" />
| Victoria |
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Botanische Geschichte
Entdeckt wurde das erste Victoria-Exemplar vor 1816 von Thaddäus Haenke, dann 1832 von Eduard Friedrich Poeppig, einem in Plauen im Vogtland geborenen Botaniker. Ihren Namen erhielt sie erst fünf Jahre später, als Sir Robert Schomburgk im Auftrag der Königlich Geographischen Gesellschaft von London in Guayana diese „Seerose“ ein weiteres Mal entdeckte und sie – zu Ehren der britischen Königin Victoria (1819–1901) – Nymphaea victoria nannte. John Lindley beschrieb sie dann gültig als Victoria regia.<ref name="IPNI" /><ref name="Knotts" />
Die Blätter tragen ein Gewicht von bis zu 60 Kilogramm.<ref name="Ripley1861p992" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Kaul1976"> R. B. Kaul: Anatomical Observations on Floating Leaves. In: Aquatic Botany, Band 2, 1976, S. 215–234, (Digitalisat). </ref> <ref name="Warner2008"> K. A. Warner, P. J. Rudall, M. W. Frohlich: Differentiation of perianth organs in Nymphaeales. In: Taxon, Band 57, Nummer 4, 2008, S. 1096–1109, (Digitalisat) </ref> <ref name="Prance1975"> G. T. Prance, J. R. Arias: A study of the Floral Biology of Viciaria amazonica (Poepp.) Sowerby (Nymphaeaceae). In: Acta Amazonica, Band 5, Nummer 2, 1975, S. 109–139, (Digitalisat). </ref> <ref name="Lamprecht2002"> I. Lamprecht, E. Schmolz, L. Blanco, C. M. Romero: Energy metabolism of the thermogenic tropical water lily, Victoria cruziana. In: Thermochimica Acta, Band 394, 2002, S. 191–204, (Digitalisat). </ref> <ref name="IPNI"> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nymphaeaceae Victoria Lindl.] In: Plant Name Details. International Plant Name Index, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 4. April 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="Knotts"> Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Victoria's History.] In: Victoria Adventure. Knotts, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. November 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="Ripley1861p992"> Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung </ref> <ref name="Smith2022"> Luca T. Smith, Carlos Magdalena, Alexandre K. Monro, et al.: Revised Species Delimitation in the Giant Water Lily Genus Victoria (Nymphaeaceae) Confirms a New Species and Has Implications for Its Conservation. In: Frontiers in Plant Science, Band 13, Nr. 883151, 4. Juli 2022; doi:10.3389/fpls.2022.883151. Dazu:
- Natali Anderson: New Species of Giant Waterlily Identified In: sci-news vom 5. Juli 2022.
- Akshata Kapoor: A New Species of Absolutely Enormous Waterlily Has Been Hiding in Plain Sight In: sciencealert vom 5. Juli 2022.</ref>
</references>
Weblinks
- Die Victoria - Victoria amazonica vom Botanischen Garten in Berlin-Dahlem.
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Victoria, die königliche Riesenseerose - www.botanischer-garten.uni-erlangen.de ( vom 3. Juli 2007 im Internet Archive)