Zum Inhalt springen

Prinovis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Januar 2026 um 19:17 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Prinovis GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Prinovis_Logo_2016.png
Rechtsform GmbH & Co. KG<ref name=":0" />
Gründung 10. März 2005<ref name=":0" />
Sitz Hamburg, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland<ref name=":1" />
Leitung
  • Niklas Darijtschuk<ref name=":2" />
  • Cord Schuster<ref name=":2" />
Branche Druckindustrie
Website www.prinovis.com

Prinovis war ein deutsches Unternehmen der Druckindustrie mit Sitz in Hamburg.<ref name=":2">Unternehmen. In: Prinovis. Abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Es entstand 2005 durch den Zusammenschluss der Tiefdruck­betriebe von Arvato, Gruner + Jahr und Axel Springer.<ref>175 Jahre Bertelsmann. Eine Zukunftsgeschichte. C. Bertelsmann Verlag, München 2010, ISBN 978-3-641-05406-9, S. 339.</ref><ref>Bernhard Niemela: Eine Druckerei der Superlative. In: Deutscher Drucker. 12. Oktober 2006, S. 33.</ref> 2015 dehnte Prinovis sein Geschäft auf den Offsetdruck aus.<ref>Gerd Bergmann: Prinovis liefert ersten Offset-Auftrag aus. In: Deutscher Drucker. 13. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Oktober 2017; abgerufen am 20. Januar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.print.de</ref> Seit dem Ausstieg von Axel Springer gehört das Unternehmen vollständig zu Bertelsmann.<ref>Axel Springer verkauft Druckereibeteiligung. In: Der Standard. 5. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Bertelsmann übernimmt Tiefdruck-Beteiligung von Springer. In: WirtschaftsWoche. 5. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Prinovis ist Teil der Bertelsmann Printing Group, Europas größter Druckereigruppe.<ref>Bertelsmann Printing Group. Geballte Druckkompetenz. Bertelsmann, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref><ref>Neue Print-Einheit: Bertelsmann baut Druckgeschäft um. In: Neue Westfälische. 5. November 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Geschichte

Zusammenschluss der Tiefdruckbetriebe

Anfang 2004 bestätigten Bertelsmann und Axel Springer Verhandlungen über die Zusammenlegung ihrer Tiefdruckbetriebe.<ref>Klaus Wonneberger: Entscheidung rückt näher. Konstruktive Fusionsgespräche der Tiefdruck-Giganten. In: Nürnberger Nachrichten. 6. Februar 2004.</ref> Grund dafür waren Überkapazitäten am Markt bei rückläufigen Auflagen und immer effizienteren Druckmaschinen.<ref>Günther Frech: Großfusion im Druckgewerbe geplant. In: Frankfurter Rundschau. 13. Februar 2004, S. 9.</ref> Parallel zu den Fusionsplänen fand eine Umstrukturierung bei Arvato statt, dem Dienstleistungsbereich von Bertelsmann.<ref>Arvato setzt auf Kooperation. In: Wiesbadener Kurier. 7. April 2004.</ref> Nach monatelangen Gesprächen war die Gründung eines Tiefdruck-Gemeinschaftsunternehmens Mitte 2004 praktisch besiegelt.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Bertelsmann-Tochter erwartet baldige Tiefdruck-Fusion. In: Handelsblatt. 7. April 2004 (genios.de [abgerufen am 20. Januar 2017]).</ref><ref>Tiefdruckfusion auf der Zielgeraden. In: Börsen-Zeitung. 4. Mai 2004, S. 10.</ref> Im September 2004 gaben die Chefs der beteiligten Konzerne schließlich offiziell grünes Licht für Prinovis.<ref>Bertelsmann und Springer schaffen neuen Druck-Riesen in Europa. In: Die Welt. 3. September 2004, S. 14.</ref> Die Bertelsmann-Töchter Arvato und Gruner + Jahr besaßen einen Anteil von jeweils 37,45 %, Axel Springer war mit 25,1 % beteiligt.<ref>Neuer Druck-Riese vor der Gründung. In: Hamburger Abendblatt. 3. September 2004, S. 23.</ref><ref>Bertelsmann und Springer planen Druck-Riesen. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 3. September 2004.</ref>

Kritik an der Gründung des Unternehmens kam vor allem von mittelständischen Druckereien.<ref>Gregory Lipinski, Hans-Peter Siebenhaar: Widerstand gegen Tiefdruck-Fusion wächst. In: 2004-12-07. S. 15.</ref> Die Europäische Kommission äußerte zunächst ebenfalls Bedenken<ref>Druckfusion auf Prüfstand. In: Kölnische Rundschau. 24. Dezember 2004.</ref>, genehmigte die Fusion aber im Mai 2005 ohne Auflagen.<ref>Burkhard Riering: Lizenz zum Drucken. In: Die Welt. 4. Mai 2005, S. 15.</ref><ref>Bertelsmann & Springer: EU nickt deutsche Druckfusion ab. In: Der Spiegel. 3. Mai 2005, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. Oktober 2024]).</ref> Mit 4300 Beschäftigten und einer Milliarde Euro Umsatz war Prinovis nicht nur das größte Tiefdruckunternehmen Deutschlands, sondern auch bereits Marktführer in Europa.<ref>Das größte Tiefdruckunternehmen Deutschlands. In: Sächsische Zeitung. 14. Oktober 2005, S. 21.</ref><ref>Marc Böschen: Druckkonzern Prinovis startet aggressiv. In: Financial Times Deutschland. 27. Juli 2005, S. 6.</ref> Die Geschäftsführung hatte ihren Sitz zunächst in Nürnberg,<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Der Kulturmanager. In: Handelsblatt. 26. Juli 2005 (genios.de [abgerufen am 20. Januar 2017]).</ref> als Sitz des Unternehmens wählte man aber Hamburg.<ref name=":1">Neuer Druckkonzern hat Sitz in Hamburg. In: Hamburger Abendblatt. 27. Juli 2005, S. 24.</ref> Neben den deutschen Standorten baute Prinovis im britischen Liverpool eine neue Druckerei auf.<ref>Birger Nicolai: Tiefdrucker Prinovis hat Ehrgeiz. In: Die Welt. 27. Juli 2005, S. 15.</ref> Während in Deutschland das Angebot die Nachfrage nach wie vor überstieg, war der Markt in Großbritannien noch nicht gesättigt.<ref>Gregory Lipinski, Hans-Peter Siebenhaar: Sparkurs bei neuem Druckriesen Prinovis. In: Handelsblatt. 25. Juli 2005, S. 15.</ref>

Konsolidierung und Umstrukturierung

2005 erhielt Prinovis 30 Prozent seiner Druckaufträge von Bertelsmann und Axel Springer, die Mehrheit des Geschäfts generierten unabhängige Kunden.<ref>Neuer Tiefdruckriese hat hohe Ziele. In: Neue Westfälische. 27. Juli 2005.</ref> Im selben Jahr kündigte Prinovis an, die verbleibenden Anteile seiner Nürnberger Druckerei (ehemals Maul-Belser) von KarstadtQuelle zu übernehmen. Der Essener Konzern besaß daran noch 25 Prozent<ref>Prinovis interessiert sich für Karstadts Druckerei-Anteile. In: Deutscher Drucker. 8. September 2005, S. 6.</ref>, der Verkauf wurde 2006 abgeschlossen.<ref>Karstadt verkauft Maul-Belser-Anteil. In: Deutscher Drucker. 11. Mai 2006, S. 7.</ref> Trotz diverser Sparmaßnahmen hatte Prinovis weiterhin wirtschaftliche Schwierigkeiten.<ref>Klaus Wonneberger: Tiefdruck-Markt leidet unter Überkapazitäten. In: Nürnberger Nachrichten. 21. April 2007.</ref><ref>Hans-Peter Siebenhaar: Bertelsmann macht Druck auf Prinovis. In: Handelsblatt. 14. September 2007, S. 24.</ref> Aufgrund dessen wurden in Ahrensburg und Itzehoe Arbeitsplätze abgebaut<ref>Nikos Späthnis: Druckkonzern Prinovis baut bis zu 250 Stellen ab. In: Hamburger Abendblatt. 28. September 2006, S. 28.</ref>, wobei man zunächst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskam.<ref>Prinovis baut Überkapazitäten und Personalkosten ab. In: Deutscher Drucker. 11. Oktober 2007, S. 7.</ref> 2008 musste das Unternehmen dann die komplette Druckerei in Darmstadt schließen, um nicht in die Verlustzone zu geraten.<ref>Bertelsmann-Tochter schließt Druckerei in Darmstadt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Februar 2008, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Sowohl der Oberbürgermeister als auch die Gewerkschaft Ver.di kritisierten diese Entscheidung.<ref>„Komplett-Schließungmuss nicht sein“. In: Darmstädter Echo. 7. Februar 2008.</ref><ref>Verdi rügt Prinovis. In: Frankfurter Rundschau. 7. Februar 2008, S. 10.</ref> Was die Druckerei in Nürnberg betraf, machte Prinovis zusätzlich die Insolvenz des Großkunden und früheren Gesellschafters Arcandor (ehemals KarstadtQuelle) zu schaffen.<ref>Ohne Katalog drohte Quelle der Herzstillstand. In: Nürnberger Nachrichten. 20. Juni 2009, S. 3.</ref><ref>Rüdiger Köhn: Druck- und Auslieferstopp des Katalogs belastet Quelle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Juli 2009, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>

Als Reaktion auf die Krise wurde Prinovis radikal vom klassischen Tiefdruckkonzern zum modernen Mediendienstleister umgebaut.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Druckkonzern Prinovis steht vor Umbau. In: Handelsblatt. 12. Februar 2009, S. 16.</ref> Dafür installierte das Unternehmen zum Beispiel flächendeckend Softproof-Stationen, um mehr digitale Freigaben zu ermöglichen.<ref>Michael Schüle: Medienbruch im Proofprozess gehört der Vergangenheit an. In: Deutscher Drucker. 4. November 2010, S. 20.</ref> Das Angebot im Bereich der Content-Management-Systeme wurde ebenfalls erweitert.<ref>Prinovis baut Portfolio aus. In: Deutscher Drucker. 4. November 2010, S. 4.</ref> Darüber hinaus war bei Prinovis zeitweise sogar eine Schließung der Hamburger Zentrale im Gespräch, was die Kosten mutmaßlich weiter gesenkt hätte.<ref>Will Prinovis seine Zentrale schließen? In: Deutscher Drucker. 19. Februar 2009, S. 7.</ref> Im Rahmen der Umstrukturierung verließ Gruner + Jahr das Gemeinschaftsunternehmen:<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Gruner + Jahr stößt Druckereigeschäft ab. In: Handelsblatt. 23. November 2011, S. 29.</ref> 2011 gingen die Anteile des Hamburger Verlagshauses innerhalb des Bertelsmann-Konzerns auf das Schwesterunternehmen Arvato über.<ref>G+J steigt bei Prinovis aus. In: Deutscher Drucker. 1. Dezember 2011, S. 7.</ref> Es kam zu weiteren Stellenstreichungen<ref>Druckriese Prinovis streicht massiv Jobs. In: Nürnberger Nachrichten. 27. Mai 2011, S. 1.</ref>, während Prinovis unter anderem Maschinen des insolventen Konkurrenten Schlott erwarb.<ref>Hans-Peter Siebenhaar: Prinovis kauft Maschinen von Schlott. In: Handelsblatt. 19. April 2011, S. 23.</ref> 2013 verkündete das Unternehmen die Auflösung seiner Druckerei in Itzehoe<ref>Prinovis-Standort Itzehoe vor dem Aus. In: Nürnberger Nachrichten. 6. Februar 2013, S. 19.</ref>, weil diese kontinuierlich Verluste schrieb.<ref>Prinovis-Druckerei Itzehoe wird im August 2014 geschlossen. In: Deutscher Drucker. 21. Februar 2013, S. 4.</ref> Dagegen demonstrierten mehrere tausend Menschen.<ref>Kai von Appen: „Kein Totentanz, sondern Neuanfang“. In: Die Tageszeitung. 25. Februar 2013, S. 21.</ref>

Im selben Jahr hatte Prinovis einen Großbrand in seiner Dresdner Druckerei zu verkraften.<ref>Großeinsatz der Feuerwehr bei der Firma Prinovis. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 21. Mai 2013, S. 13.</ref> 2014 verlor das Unternehmen einen wichtigen Kunden:<ref>Lutz Wendler, Birgit Jaklitsch: Ahrensburger Prinovis verliert den „Spiegel“ als Großkunden. In: Hamburger Abendblatt. 19. März 2014, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Der Spiegel wechselte zu Mohn Media, einer anderen Bertelsmann-Tochtergesellschaft.<ref>Der „Spiegel“ kommt künftig aus Gütersloh. In: Westfalen-Blatt. 21. Mai 2014.</ref> Das Nachrichtenmagazin wurde fortan im Offsetdruck produziert.<ref>Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ soll künftig im Offset gedruckt werden. In: Deutscher Drucker. 3. April 2014, S. 6.</ref> Weil ähnliche Entwicklungen bei anderen Kunden zu beobachten waren<ref>Gerd Bergmann: Das Tiefdruckgebiet schrumpft. In: Deutscher Drucker. 5. Juni 2015, S. 11.</ref>, dehnte Prinovis sein Geschäft 2015 auf den Offsetdruck aus.<ref>Simon Wörpel: Prinovis wird zum Druck-Hybriden. In: Sächsische Zeitung. 10. September 2014, S. 19.</ref> Dresden war der erste Standort, an dem beide Verfahren angeboten wurden.<ref>Michael Rothe: Prinovis macht jetzt mit Offset Druck – auch auf die Konkurrenz. In: Sächsische Zeitung. 22. Januar 2015, S. 24.</ref>

Neuordnung des Konzernbereichs

Prinovis sicherte sich weitere Aufträge in Millionenhöhe.<ref>Chance für Prinovis. In: Nürnberger Nachrichten. 2. August 2014, S. 32.</ref><ref>Prinovis sichert Millionenaufträge. In: Deutscher Drucker. 4. September 2014, S. 4.</ref> 2015 kündigte Axel Springer an, sich von seiner Beteiligung an Prinovis zu trennen<ref>Prinovis nun ohne Springer. In: Nürnberger Nachrichten. 6. Oktober 2015, S. 17.</ref>, aber weiterhin Kunde zu bleiben.<ref>Axel Springer verkauft restliche Anteile an Druckerei-Gruppe Prinovis an Bertelsmann. In: Meedia. 5. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Bertelsmann kaufte die verbleibenden 25,1 % und wurde damit alleiniger Gesellschafter des Unternehmens.<ref>Von Springer zu Bertelsmann. In: Luxemburger Tageblatt. 6. Oktober 2015.</ref> Die Kartellbehörden machten keine Einwände geltend.<ref>Stefan Schelp: Prinovis gehört jetzt ganz zu Bertelsmann. In: Neue Westfälische. 19. Dezember 2015, S. 6.</ref> Mit der Transaktion erhielt Prinovis größere Unabhängigkeit und der Mutterkonzern Gelegenheit, die Strukturen seiner Druckbetriebe zu vereinfachen.<ref>Bertelsmann übernimmt Tiefdruck-Beteiligung von Springer. In: Reuters. 5. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Aus dem 2012 geschaffenen Bereich Be Printers, der neben Prinovis bereits viele Druckereien des Konzerns umfasste<ref>Bertelsmann-Druckeinheit heißt jetzt Be Printers. In: Börsenblatt. 31. Oktober 2012, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref>, entstand zum 1. Januar 2016 die Bertelsmann Printing Group<ref>Bertelsmann baut um. In: Frankfurter Rundschau. 6. November 2015.</ref><ref>Bertelsmann vereinigt seine Drucksparte. In: Deutscher Drucker. 12. November 2015, S. 4.</ref>, in der alle Druckgeschäfte von Bertelsmann gebündelt wurden.<ref>Eike Horstmann: Europas größte Druckereigruppe. In: Neue Westfälische. 6. November 2015, S. 11.</ref>

Schließung der Standorte Nürnberg, Dresden und Ahrensburg

Mitte April 2019 gab die Unternehmensgruppe Bertelsmann gegenüber der Öffentlichkeit bekannt, dass auf Grund der Auftragsrückgänge im Druckbereich die Tochter Prinovis mit Standort in Nürnberg zum 30. April 2021 schließt. Von der Schließung sind rund 900 Mitarbeiter betroffen. Laut der Bertelsmanngruppe sind die anderen Standorte von dieser Entscheidung nicht betroffen.<ref>dpa: Aus für rund 900 Mitarbeiter: Prinovis schließt in Nürnberg. In: Nürnberger Nachrichten vom 10. April 2019 - online abrufbar</ref> An dem Standort in Nürnberg wurden u. a. folgende Printprodukte gedruckt: Glamour, Quelle-Katalog, ADAC-Mitgliederzeitschrift Motorwelt, IKEA-Katalog, Apotheken-Umschau und der letzte OTTO-Katalog im Frühjahr 2019.<ref>Schließung in Nürnberg: Diese Produkte druckte Prinovis. In: Nürnberger Nachrichten vom 11. April 2019 - online abrufbar</ref>

Im November 2021 teilte Prinovis mit, den Druckbetrieb in Dresden wegen überproportionaler Nachfragerückgänge bei Katalogen und Zeitschriften mit hoher Auflage Ende 2022 zu schließen. Davon sind etwa 470 Mitarbeiter betroffen.<ref>Dresdner Großdruckerei schließt Ende 2022. In sächsische.de vom 18. November 2021 - online abrufbar</ref>

Im Februar 2023 wurde bekannt, dass der letzte Standort Ahrensburg zum 31. Januar 2024 geschlossen wird, wovon 545 Mitarbeiter betroffen sind.<ref>Prinovis schließt in Ahrensburg. In: Hamburger Abendblatt, 20. Januar 2023, abgerufen am 9. Februar 2023</ref>

Struktur

Das Unternehmen wurde am 10. März 2005 unter der Firma Ink Druck Ltd. & Co. KG ins Handelsregister eingetragen und erst zwei Monate später in Prinovis umbenannt.<ref name=":0">Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 20. Januar 2017 (Amtsgericht Hamburg, HRA 101760).</ref><ref>Start für Prinovis. In: Nürnberger Nachrichten. 11. Mai 2005.</ref> Die Kombination der Rechtsformen einer deutschen Kommanditgesellschaft, der eine britische Kapitalgesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) vorgeschaltet wird, wählte man aus steuerlichen Gründen.<ref>Gregory Lipinski: Neuer Druckkonzern soll in London sitzen. In: Handelsblatt. 17. Juni 2004, S. 18.</ref><ref>Britisches Werk soll unter Holding-Dach. In: Deutscher Drucker. 21. Juli 2004, S. 6.</ref> Im Januar 2016 schied die Prinovis Limited mit Sitz in London wieder als Gesellschafter der Kommanditgesellschaft aus, an ihre Stelle rückte die Prinovis GmbH mit Sitz in Gütersloh. Heute ist Prinovis also eine GmbH & Co. KG, die sich komplett nach deutschem Recht richtet.<ref name=":0" />

Prinovis siedelte seinen Sitz in der Hansestadt Hamburg an.<ref name=":1" /> Die Zentrale des Unternehmens befand sich zunächst in der HafenCity.<ref>Prinovis in der HafenCity. In: Hamburger Abendblatt. 29. Oktober 2005, S. 46.</ref> Aktuell sitzt Prinovis in Hamburg-Bahrenfeld.<ref>Impressum. Prinovis, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Bei seiner Gründung unterhielt Prinovis fünf deutsche Druckereien in Ahrensburg, Darmstadt, Dresden, Itzehoe und Nürnberg.<ref>Prinovis stellt sich auf. Standorte bleiben. In: Handelsblatt online. Genios, 26. Juli 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Mit der Schließung der Betriebe in Darmstadt<ref>Prinovis macht in Darmstadt dicht. In: Darmstädter Echo. 6. Februar 2008.</ref> und Itzehoe<ref>Almut Kipp: Prinovis schließt Druckerei – 1.000 Jobs betroffen. In: Die Welt. 6. Februar 2013, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> reduzierte sich die Zahl der deutschen Druckereien auf drei.<ref name=":2" /> Die Geschäftsführung von Prinovis haben Niklas Darijtschuk, Dieter Simon und Ulrich Cordes inne.<ref name=":2" /><ref>Isabell Hülsen: Prinovis kämpft gegen flaues Wachstum. In: Financial Times Deutschland. 28. September 2006, S. 7.</ref> CEO der übergeordneten Bertelsmann Printing Group ist Axel Hentrei.<ref>Juliane Paperlein: Hentrei führt Bertelsmann Printing Group alleine. In: Horizont. 6. Oktober 2016, S. 12.</ref>

Produkte

Prinovis stellte unter anderem Zeitschriften, Kataloge und Prospekte für verschiedene Branchen her.<ref>Prinovis gehört jetzt Bertelsmann. In: Nürnberger Zeitung. 6. Oktober 2015, S. 17.</ref> Das Unternehmen bot dafür sowohl den klassischen Tiefdruck als auch Offsetdruck an.<ref name=":3">Leistungen. Prinovis, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Dies spiegelte den generellen Technologiewandel in der Druckindustrie wider.<ref>Gerd Bergmann: Bertelsmann: „Rückbau der Druckgeschäfte“ drückt Ergebnis. In: Deutscher Drucker. 1. April 2015, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Bereits 2007 produzierte Prinovis Europas ersten Tiefdruck-Katalog auf Papier nach dem FSC-Standard.<ref>Europas erster Tiefdruck-Katalog auf Papier nach FSC-Standard. In: Deutscher Drucker. 30. August 2007, S. 7.</ref> Seit 2016 kaufte das Unternehmen generell nur noch Papier, das nach den Nachhaltigkeitsstandards FSC oder PEFC zertifiziert ist.<ref>Prinovis: PEFC- und FSC-Papiere ohne Mehrkosten. In: Europäischer Wirtschaftsdienst. 24. März 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.</ref> Einige Druckerzeugnisse von Prinovis dürfen den Blauen Engel tragen.<ref>Martina Reinhardt: Blauer Engel für grüne Produkte. In: Deutscher Drucker. 10. November 2016, S. 22.</ref>

Neben dem Druck kümmerte sich Prinovis um die Veredelung und Weiterverarbeitung seiner Erzeugnisse, beispielsweise durch UV-Lackierung, Klebebindung, Sammelheftung oder Polybagging.<ref name=":3" /> Zu Prinovis gehörte mit der Nürnberger Firma MBS eine Kreativagentur, die sich auf Werbung, Fotografie und E-Commerce spezialisiert hat.<ref>Alle Kanäle, jederzeit, überall. In: Deutscher Drucker. 31. März 2011, S. 10.</ref> Dadurch konnten Kunden nicht nur Inhalte für ihre Druckerzeugnisse bei Prinovis produzieren lassen, sondern komplette crossmediale Kampagnen ordern.<ref name=":3" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />