Kronenwucherblume
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| Kronenwucherblume | ||||||||||||
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| Datei:Chartzit24-1-09.jpg
Kronenwucherblume (Glebionis coronaria var. coronaria) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Glebionis coronaria | ||||||||||||
| (L.) Cass. ex Spach |
Die Kronenwucherblume (Glebionis coronaria) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Kultursorten werden auch Garland-Chrysantheme, Salatchrysantheme oder Speisechrysantheme genannt.
Beschreibung
Die Kronenwucherblume wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 cm. Die unteren Laubblätter sind sitzend, die oberen mit geöhrtem Grund stängelumfassend. Die Blattspreiten haben einen länglichen bis verkehrt-eiförmigen Umriss, sind meist 3 bis über 5,5 cm lang und 1,5 bis über 3 cm breit und tief doppelt fiederschnittig<ref name="FCy" /> mit lanzettlichen, am Rand gezähnten, zugespitzten Endabschnitten.<ref name="Schönfelder" />
Die einzeln stehenden Blütenkörbe besitzen einen Durchmesser von 3 bis 6 Zentimeter. Die äußeren eiförmigen Hüllblätter sind stumpf und besitzen einen braunen, außen durchscheinenden Rand. Die Röhren- und Zungenblüten sind gelb. Die Zungenblüten besitzen längliche bis linealische, 1,5 bis 2,5 cm lange Zungen.<ref name="FNA" /><ref name="Schönfelder" />
Die gerippten Achänen sind 2,5 bis 3 mm lang und besitzen keinen Pappus. Die Früchte der Zungenblüten sind dreikantig mit etwas geflügelten Kanten; die der Röhrenblüten sind vierkantig, aber seitlich zusammengedrückt, die zur Achse gerichtete Seite oft mit einem an der Spitze in einen Zahn auslaufenden Flügel.<ref name="Hegi" /><ref name="FNA" />
Die Blütezeit ist abhängig von den lokalen Klimabedingungen; sie reicht beispielsweise im östlichen Andalusien von September bis Juli.<ref name="Fl Andal Or" />
Die Kronenwucherblume ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 18.<ref name="FNA" />
Systematik
Diese Art wurde 1753 von Carl von Linné unter dem Namen Chrysanthemum coronarium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. in Species Plantarum<ref name="Species Plantarum" /> erstveröffentlicht. Sie war ursprünglich Typusart der Gattung Chrysanthemum, bis ein Konservierungsvorschlag für den Namen und seinen Typus zugunsten der wirtschaftlich bedeutenderen Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum indicum), die aus einer engen Fassung der Gattung Chrysanthemum herausgefallen wäre, veröffentlicht wurde,<ref name=Trehane /> und dieser drei Jahre später akzeptiert wurde.<ref name="Brummitt" />
Den nunmehr stattdessen gültigen Namen Glebionis coronaria veröffentlichte Édouard Spach 1841 nach Alexandre Henri Gabriel de Cassini.<ref name="Spach" /> Ein weiterer Konservierungsantrag<ref name="Turland2004" /> musste gestellt werden, weil 1981 ein Exemplar der Saatwucherblume (Glebionis segetum) als Lectotypus für Chrysanthemum coronarium festgelegt worden war.
Synonyme für Glebionis coronaria (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Spach sind Pinardia coronaria (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Less.,<ref name="EuroMed" /> Xanthophthalmum coronarium (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) <templatestyles src="Person/styles.css" />P.D.Sell,<ref name="EuroMed" /> Chrysanthemum coronarium var. spatiosum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.H.Bailey, Chrysanthemum spatiosum (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.H.Bailey) <templatestyles src="Person/styles.css" />L.H.Bailey, Glebionis roxburghii (<templatestyles src="Person/styles.css" />Desf.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Tzvelev, Chrysanthemum roxburghii <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf.<ref name="GRIN" />
Es gibt zwei Varietäten, die oft gemischt in wechselnden Mengenverhältnissen auftreten:
- Glebionis coronaria var. coronaria: Die Zungenblüten sind dunkelgelb.
- Glebionis coronaria var. discolor (<templatestyles src="Person/styles.css" />d’Urv.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Turland: Die Zungenblüten sind nur in der Grundhälfte dunkelgelb, in der Spitzenhälfte blassgelb.<ref name="Turland2004" />
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst den gesamten Mittelmeerraum (außer Albanien und Bulgarien, einschließlich Malta),<ref name="hsw" /> östlich bis in den Iran und Pakistan.<ref name="Qaiser" /> Auf den Kanaren ist sie wahrscheinlich nur eingebürgert, auf den Azoren und Madeira sicher.<ref name="EuroMed" /> Eingebürgert ist die Art weiterhin beispielsweise im südlichen Nordamerika (Kalifornien, Arizona, Florida)<ref name="FNA" /> und in West-Australien.<ref name="Aust" /> Unbeständige Vorkommen von Gartenflüchtlingen gibt es auch in Mittel- und Nordeuropa.<ref name="EuroMed" /><ref name="Hegi" />
Die Kronenwucherblume ist ein charakteristischer und häufiger Bestandteil mediterraner Ruderalvegetation, wo sie oft Massenbestände bildet.<ref name="Schönfelder" /><ref name="FCy" /><ref name="Fl Andal Or" /><ref name="Turland2004" /><ref name="hsw" />
Verwendung
In Südost- und Ostasien, früher auch in Italien, werden vor allem die frischen Blätter als Gemüse verzehrt.<ref name="hager" /> Die Pflanzenteile sind vitamin-, kalzium- und folsäurehaltig. In China wird das Kraut bei Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen und Husten verwendet.<ref name="hager" /> In Indien wird die ganze Pflanze zur Behandlung der Gonorrhoe verwendet.<ref name="hager" /> Die Kronenwucherblume wird auch als Zierpflanze in Gärten kultiviert.<ref name="hager" />
Trivialnamen
Für die Kronenwucherblume bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Goldblume und Kretische Goldblume.<ref name="Pritzel-Jessen 1882" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="Pritzel-Jessen 1882">Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 94 (online).</ref> <ref name="FCy">Robert Desmond Meikle: Flora of Cyprus. Volume Two (Valerianaceae to Polypodiaceae). Bentham-Moxon Trust & Royal Botanic Gardens, Kew, London 1985, ISBN 0-9504876-4-3, S. 921.</ref> <ref name="Hegi"></ref> <ref name="Fl Andal Or">G. Blanca: Glebionis Cass. In: G. Blanca, B. Cabezudo, M. Cueto, C. Fernández López & C. Morales Torres (eds.), Flora Vascular de Andalucía Oriental 4. Consejería de Medio Ambiente, Junta de Andalucía, Sevilla 2009, S. 370 (PDF-Datei).</ref> <ref name="FNA">John L. Strother: Glebionis coronaria. In: </ref> <ref name="Species Plantarum">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 890, Digitalisat.</ref> <ref name="Trehane">Piers Trehane: (1172) Proposal to conserve Chrysanthemum L. with a conserved type (Compositae). In: Taxon. Band 44, Nr. 3, 1995, S. 439–441, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> <ref name="Brummitt">R. K. Brummitt (Hrsg.): Report of the Committee for Spermatophyta: 46. In: Taxon. Band 47, Nr. 2, 1998, S. 443, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> <ref name="Spach">Édouard Spach: Histoire Naturelle des Végétaux. Phanérogames. Band 10, 1841, S. 181, Digitalisat.</ref> <ref name="EuroMed">Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Glebionis coronaria. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Turland2004">Nicholas J. Turland: (1647) Proposal to conserve the name Chrysanthemum coronarium (Compositae) with a conserved type. In: Taxon. Band 53, Nr. 4, 2004, S. 1072–1074 (PDF-Datei).</ref> <ref name="hsw">S. M. Haslam, P. D. Sell, P. A. Wolseley: A Flora of the Maltese Islands. Msida (Malta) 1977, S. 333.</ref> <ref name="Qaiser">M. Qaiser, R. Khan: Chrysanthemum. In: S. I. Ali, M. Qaiser (Hrsg.): Flora of Pakistan. Volume 207. Asteraceae (I) – Anthemideae. Karachi 2002, S. 46 (online).</ref> <ref name="Aust"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />FloraBase – Flora of West Australia. ( des Vorlage:IconExternal vom 5. Mai 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="hager">O. Isaac: Chrysanthemum. In: W. Blaschek, R. Hänsel, K. Keller, J. Reichling, H. Rimpler, G. Schneider (Hrsg.): Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Folgeband 2. Drogen A–K. 5. vollständig neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 1998, ISBN 3-540-61618-7, S. 358–360.</ref> <ref name="Schönfelder"></ref> </references>