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Merkur Group

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Merkur Group (Merkur.com AG)
Rechtsform verschiedene, darunter AG und GmbH
Gründung 1957
Sitz Espelkamp, Lübbecke
Leitung
  • Lars Felderhoff (Chairman; Finance & Administration)
  • Manfred Stoffers (Vice Chairman; Communication, Public & Legal Affairs)
  • Dominik Raasch
    (MERKUR Games)
  • Meik Sellenriek
    (MERKUR Operations)
  • David Schnabel
    (MERKUR Casinos)
  • Michael Gauselmann (Vorsitzendes des Aufsichtsrates)
  • Jürgen Stühmeyer und Stefan Meyer (Mitglieder des Aufsichtsrats)<ref name="Unternehmensführung">[1]</ref>
Mitarbeiterzahl 14.595 (2024)<ref name="GB2024">Geschäftsbericht 2024 der MERKUR GROUP</ref>
Umsatz 2,770 Milliarden EUR (2024)<ref name="GM-GB-2023">Informationen zur Unternehmensgruppe Abgerufen am 27. November 2025.</ref>
Branche Spielautomaten, Dienstleistungskonzepte, Sportwetten, Geldverarbeitungssysteme, Spielotheken, Spielbanken, Online-Gaming, Financial Services
Website merkur.group
Stand: 27. November 2025
Gauselmann Familienstiftung
Bestehen 21. Dezember 2015
Stifter Paul Gauselmann und Familie
Sitz Espelkamp
Zweck Halten der Stimmanteile an der Merkur Group und deren Unternehmen
Vorsitz Michael Gauselmann (Vorsitzender)

Manfred Stoffers (stellvertretender Vorsitzender)
Jürgen Stühmeyer (Mitglied)
Janika Gauselmann (Mitglied)

Website Auszug des Stiftungsregisters NRW

Die Merkur Group (amtlich: Merkur.com AG; bis 2023: Gauselmann AG) ist ein Unternehmen der Glücksspiel-Branche mit Sitz in Espelkamp und Lübbecke, das 1957 von Paul Gauselmann gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Spielautomaten, betreibt eine Spielhallenkette und ist darüber hinaus in den Bereichen Sportwetten, Online-Gaming, Finanzdienstleistungen und Spielbanken tätig.

Datei:Falk Oberdorf Gauselmann.JPG
Gebäude der Firma Gauselmann in Lübbecke

Unternehmensgruppe

Die Unternehmensgruppe ist seit 2016 eine Familienstiftung der vormaligen Inhaberfamilie Gauselmann.<ref>Andrea Frühauf: Der Chef bleibt an der Spitze. Abgerufen am 11. Juni 2021.</ref> Gründer der Unternehmensgruppe ist der 1934 geborene Paul Gauselmann, der bis Oktober 2024 auch Vorstandssprecher der Aktiengesellschaft war. Der Markenname, unter dem mehrere Unternehmen der Unternehmensgruppe auftreten, ist Merkur. Er wurde erstmals 1977 für den Spieleautomaten Merkur B verwendet.<ref>Die Gauselmann-Gruppe In: Casinoverdiener. 2012, abgerufen am 12. September 2022.</ref><ref>Gregor Brunner: Die neue Doppelspitze auf dem Merkur. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. November 2024.</ref>

Die Merkur Group ist (Stand 31. Dezember 2023) an 241 Unternehmen beteiligt.<ref>Geschäftsbericht 2023. In: Northdata. Abgerufen am 16. Dezember 2025.</ref> Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen der Merkur Group hat den Firmensitz in Deutschland.<ref name="GB2020" />

Die Umsatz der gesamten MERKUR Group lag für das Geschäftsjahr 2024 bei 2,77 Milliarden Euro.<ref name=":2">MERKUR GROUP (Hrsg.): Geschäftsbericht 2024. Espelkamp 2025, S. 14–15.</ref> Am Ende des Geschäftsjahres 2024 waren weltweit 14.595 Mitarbeiter bei der Merkur Group beschäftigt.<ref name=":2" /> Zum 31. Dezember 2020 betrug die Zahl der Mitarbeiter 13.029.<ref>Nortdata (Hrsg.): Gauselmann AG, Espelkamp, abgerufen am 12. September 2022.</ref>

Die Merkur Group ist an Spielbanken in Deutschland beteiligt<ref name="Gauselmann">Gauselmann-Gruppe übernimmt WestSpiel-Casinos. 30. Juli 2020, abgerufen am 7. August 2020.</ref><ref name="Stuke">Jörg Stuke: Das Casino wird kein Automatensaal, Neue Westfälische - Bad Oeynhausener Kurier, 22. Dezember 2021, S. 13</ref> und betreibt des Weiteren Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen.<ref name="Stuke" /> Darüber hinaus vermarktet und betreibt die Merkur Group auch Online-Casino-Lösungen, Online-Spiele und Sportwetten unter dem Dach der adp Merkur GmbH.

Geschichte

Datei:Merkur B.jpg
Der Merkur B ist das erste selbstentwickelte Geldspielgerät von Paul Gauselmann, das 1977 auf den Markt kam. Den Namen Merkur wählte er, da 1977 das Jahr des Merkurs war, dem Gott der Händler und Kaufleute.

Der Fernmelderevisor Paul Gauselmann begann seine Karriere im Spielautomatengeschäft 1956, als er kurzzeitig bei einem Spielautomatenimporteur in Coesfeld zu arbeiten begann. In seiner Freizeit entwickelte er einen Fernwähler für Musikboxen, was ihm rasch zu einer Anstellung in der Entwicklungsabteilung der Firma Harting in Espelkamp verhalf. Dort konstruierte Gauselmann elektronische Musik- und Zigarettenautomaten und wurde 1960 Abteilungsleiter der Entwicklungsabteilung für Automaten.<ref name="tagesspiegel" />

Aus Gauselmanns Hobby, der Musikautomatenentwicklung, wurde 1957 ein Gewerbe, dem er neben seiner eigentlichen Tätigkeit bei Harting nachging. Das Startkapital der Firma waren 17 Musikboxen, 100.000 DM quergeschriebene Wechsel und 2000 DM Erspartes. 1958 stieg Willi Gauselmann in das Geschäft ein, 1962 folgte Eugen Gauselmann. Das Unternehmen firmierte fortan unter dem Namen Gebrüder Gauselmann. 1964 gab Paul Gauselmann seine Arbeit bei Harting auf und konzentrierte sich vollständig auf seine Firma, die bereits 15 Mitarbeiter hatte. Das Geschäftsmodell war das Aufstellen von aus den Vereinigten Staaten importierten Musikautomaten in Gaststätten.<ref name="tagesspiegel" />

1970 gründete Gauselmann das Unternehmen Gauselmann Großhandel, das Automaten von Fremdherstellern vertrieb.<ref name="tagesspiegel" /> Nachdem es 1972 zu einem Lieferboykott eines Automatenherstellers gekommen war, entschloss Gauselmann, zusammen mit Friedel Horstmann eigene Spielautomaten zu entwickeln. 1972 gründete Gauselmann die adp Gauselmann GmbH und begann mit der Entwicklung eines eigenen Spielautomaten. 1974 eröffnete Gauselmann in Delmenhorst die erste Spielhalle mit dem Namen Casino Merkur-Spielothek. Unter der Marke Merkur betrieb das Unternehmen 2021 europaweit über 800 Spielhallen, davon etwa die Hälfte in Deutschland.<ref>Joern Spreen-Ledebur: Gauselmann begrüßt Wiedereröffnung von Spielhallen, Neue Westfälische, 11. Mai 2020, abgerufen am 12. September 2022</ref>

Im Dezember 1976 erteilte die Physikalisch-Technische Bundesanstalt die Zulassung für Gauselmanns ersten Spielautomaten, der ab 1977 unter dem Namen Merkur B vertrieben wurde. Durch den Merkur B konnte Gauselmann einen beträchtlichen Marktanteil auf dem deutschen Spieleautomatenmarkt gewinnen. Die Unternehmen der damaligen Gauselmann-Gruppe wurden 1980 in der damaligen als Holding auftretenden Gauselmann AG zusammengefasst.<ref name="tagesspiegel" /> Im Jahr 1985 verbuchte das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 19 % auf 560 Millionen Deutsche Mark, den es mit 2250 Beschäftigten erwirtschaftete.<ref>GAUSELMANN-GRUPPE / Mehr als 100 "Spielotheken". Position weiter ausgebaut., Handelsblatt Nr. 177/1986, 16. September 1986, S. 18</ref> Seit 1986 ist Gauselmann außerhalb Deutschlands unter der Marke Merkur aktiv.<ref name="tagesspiegel" /> Im selben Jahr setzte die damalige Gauselmann-Gruppe bundesweit 650 Millionen Deutsche Mark um und hatte mehr als 3250 Vollzeitbeschäftigte sowie 69 Auszubildende.<ref>Gauselmann setzte 1987 ueber 700 Mill. DM um., Handelsblatt Nr. 21/1987, 1. Februar 1988, S. 17</ref>

Nach der deutschen Wiedervereinigung konnte die damalige Gauselmann-Gruppe eine starke Umsatzsteigerung verbuchen. 1991 überschritt der Jahresumsatz erstmalig die Marke von einer Milliarde Deutsche Mark.<ref>Gauselmann-Gruppe. Kraeftiger Personalabbau. In: Handelsblatt. Nr. 187/1992, 28. September 1992, S. 1.</ref> In der Branche zeichnete sich ab Jahresende 1991 ein Umsatzeinbruch an, doch konnte die Gauselmann-Gruppe 1992 durch eine Strukturreform einen starken Umsatzrückgang vermeiden.<ref>Durch Kostensenkung und Innovation die Krise überwunden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 26/1993, 1. Februar 1993, S. 18.</ref> 1999 wurde die Paul und Karin Gauselmann Stiftung gegründet, die als Förderer sozialer und kultureller Projekte auftrat.<ref name="WB1">Westfalen-Blatt (Hrsg.): 450.000 Euro für mehr als 225 Projekte – Die Paul und Karin Gauselmann-Stiftung zieht eine Bilanz der vergangenen zwei Jahre. In: Westfalen-Blatt – Lübbecker Kreiszeitung. 27. November 2021.</ref> 2005 entstand die Merkur Gaming GmbH, die innerhalb der Gauselmann-Gruppe die Entwicklung und den Vertrieb von Geldspielgeräten übernahm. Das Geschäft wurde 2015 organisatorisch in die adp Gauselmann GmbH eingegliedert, der Markenname Merkur blieb aber erhalten.<ref name="tagesspiegel" />

Im Jahr 2013 stieg Gauselmann in den Spielbanken-Bereich ein.<ref>Wirtschaft Regional (Hrsg.): Gauselmann Gruppe erhält Zuschlag im Vergabeverfahren um die Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, 21. Juli 2021, abgerufen am 12. September 2022.</ref> Im April 2014 berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, dass eine Gruppe Krimineller zwei Monate zuvor in einer koordinierten Aktion eine Lücke in der Software der Merkur-Spielautomaten ausgenutzt hätte. Der entstandene Schaden habe „laut Brancheninsidern zehn Millionen Euro“ betragen.<ref>Michael Fröhlingsdorf: Glücksspiel: Beim Roulette gemolken. In: Der Spiegel. Heft 16, 14. April 2014, S. 47 ([2]).</ref> Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Manipulationsschutz von Spielgeräten wurden seitdem dahingehend geändert, dass die Daten der Spielgeräte dauerhaft so aufgezeichnet werden müssen, dass sie jederzeit elektronisch auslesbar und vor Manipulationen geschützt sind.<ref>Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Spielverordnung, abgerufen am 12. September 2022.</ref>

2016 erhielt Gauselmann eine Genehmigung für den Betrieb von vier Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen der Reederei TUI Cruises.<ref name="tagesspiegel" /> Insgesamt produzierte Gauselmann bis 2017 über 2 Millionen Spielautomaten der Marke Merkur.<ref name="tagesspiegel" /> 2020 wurde Gauselmann Hauptanteilseigner des Internetwettenanbieters Bede Gaming.<ref>contenteditor: Gauselmann acquires majority stake in Bede Gaming. In: iGB. 12. März 2020, abgerufen am 19. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2021 übernahm die Merkur Group die vier Westspiel-Casinos des Landes Nordrhein-Westfalen.<ref>Jörg Stuke: "Das Casino wird kein Automatensaal". In: Neue Westfälische. 23. Dezember 2021.</ref>

Zur Digitalisierung und Internationalisierung der Unternehmensgruppe hat die Gauselmann Gruppe 2022 erst die Umbenennung der adp Gauselmann GmbH in adp Merkur GmbH<ref>adp MERKUR GmbH | MERKUR GROUP. Abgerufen am 2. Januar 2024.</ref> und zum Jahresbeginn 2024 die Umbenennung der Gauselmann AG in Merkur.com AG bzw. der Gauselmann Gruppe in die Merkur Group vollzogen.<ref>Gauselmann heißt nun Merkur | MERKUR GROUP. Abgerufen am 2. Januar 2024.</ref> Zum 27. April 2022 eröffnete das Unternehmen über seine Tochterfirma DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH die ersten in Deutschland lizenzierten Online-Spielotheken JackpotPiraten und BingBong auf Basis einer Erlaubnis durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021)<ref>Whitelist: Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter | GGL – Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (AöR). Abgerufen am 7. November 2025.</ref>. Zum 1. Oktober 2024 ging Unternehmensgründer Paul Gauselmann in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Vorstandssprecher wurde Lars Felderhoff, welcher bisher für Finanzen, Immobilien und Personal zuständig war. Den Aufsichtsrats- und Stiftungsvorsitz übernahm sein Sohn Michael.<ref>Glücksspiel-Pionier Gauselmann geht nach 67 Jahren in Rente. In: Online-Ausgabe der FAZ. 27. September 2024, abgerufen am 29. September 2024.</ref> Zum 1. Juli 2025 übernahm die Merkur Group die Spielbanken in Niedersachsen von Casino Austria International.<ref>Stephanie Giesecke: Neuer Betreiber bringt Veränderungen. In: Wolfsburger Nachrichten. 6. November 2025.</ref> Im September 2025 kaufte die Merkur Group die amerikanische Software-Gamesfirma Gaming Arts auf.<ref>Glücksspielfirma Merkur kauft amerikanische Gamesfirma. In: Die Welt. 24. September 2025.</ref>

Auftritt als Sponsor

Die Merkur Group tritt bundesweit als Sponsor in Erscheinung – sie besitzt zum Beispiel die Namensrechte am Stadion Merkur Spiel-Arena, in dem Fortuna Düsseldorf seine Heimspiele austrägt und unterstützt verschiedene Vereine des deutschen Profifußballs, darunter RB Leipzig,<ref>Jessie Sale: Merkur new sponsor of RB Leipzig. In: SBC News. 21. August 2024, abgerufen am 27. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> DSC Arminia Bielefeld,<ref>Neue Westfälische: Partnerschaft zwischen Arminia Bielefeld und Gauselmann AG um drei Jahre verlängert. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> und FC Schalke 04.<ref>Zum Saisonstart: Merkur Group aus Espelkamp wird neuer Sponsor des FC Schalke 04. In: Neue Westfälische. 1. August 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> Neben dem Sport ist die Merkur Group Partner mehrerer Festivals in Deutschland wie dem Parookaville.<ref>Inga-Maria Glahn: Diese Marken dominieren den Festival-Sommer. In: absatzwirtschaft. 30. Mai 2024, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref><ref>Nicolai Cleve: "Enjoy the game": Merkur mit besonderem Give-away. In: games & business. 18. Juli 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> Im März 2026 wurde bekannt, dass die Merkur Group ab April 2026 für zehn Jahre Sponsor der Merkur Ostseehalle in Kiel werden wird.<ref>Merkur Ostseehalle in Kiel: Der traditionsreiche Name kehrt zurück. In: kn-online.de. 13. März 2026, abgerufen am 13. März 2026.</ref>

Kritik

Bauliche Veränderungen an Spielautomaten

Von August 2004<ref>Jörg Schmitt: Glaubwürdigkeit verspielt? In: Der Spiegel. 12. Dezember 2004, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> bis März 2009 mit einer Unterbrechung von Februar bis Juli 2007<ref>Weisung vom General. In: Der Spiegel. 15. Juli 2007, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> ermittelte die Staatsanwaltschaft Augsburg und später die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen fünf Unternehmen der Merkur Group wegen des Verdachts der Manipulation von Spielautomaten für ungleiche Gewinnchancen.<ref>Geheimnis im Goldpokal. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt stellte bis zum 7. Januar 2007 keine nachträglichen baulichen Veränderungen an den von ihr untersuchten Gauselmann-Automaten fest, die den Spielerschutz betroffen hätten.<ref>Gewährleistung des Spielerschutzes bei Geldspielgeräten. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Eine externe Steuerung von Gewinnauszahlungen wurde nicht nachgewiesen.<ref>Michael Fröhlingsdorf: Dressierte Schimpansen. In: Der Spiegel. 18. Januar 2009, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> Am 26. März 2009 wurden die Ermittlungen eingestellt.<ref>Mindener Tageblatt: Nachrichten für Minden, Porta Westfalica, Petershagen und Hille. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Parteispenden

Im Februar 2011 berichtete die Süddeutsche Zeitung in zwei Artikeln,<ref>Hans Leyendecker, Norbert Ott, Peter Richter: Dubiose Parteispenden aus Glücksspielkonzern. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref><ref>Hans Leyendecker: Clever, sehr clever! Zu clever? Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> dass es von Seiten der Merkur Group zu unerlaubten Parteispenden an Union, SPD, FDP und Grüne gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld nahm daraufhin Ermittlungen auf. Laut SZ soll Paul Gauselmann große offenlegungspflichtige Parteispenden gestückelt und im Namen seiner Führungskräfte in kleinen Beträgen an Abgeordnete verschickt haben, um so die Veröffentlichung der Spenden in den Rechenschaftsberichten der Parteien zu umgehen. In Jahren mit Bundestagswahlen sollen bis zu 70.000 Euro, in anderen Jahren bis zu 50.000 Euro geflossen sein. In Summe habe die Merkur Group von 1990 bis 2010 mehr als eine Million Euro an verschiedene Parteien gespendet. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld konnte keine Anhaltspunkte für die Anschuldigungen finden und stellte die Ermittlungen gegen Gauselmann im April 2011 ein.<ref>Spielhallenbetreiber Gauselmann von Betrugsverdacht entlastet. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Im September 2012 wurde der Merkur Group vorgeworfen, zu überhöhten Preisen Gesellschafteranteile von zwei Tochterunternehmen der FDP erworben zu haben und so eine undeklarierte Parteispende getätigt zu haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ARD: Die Einflüsterer (Memento vom 23. August 2012 im Internet Archive), Mo, 10. September 2012, 21:45 Uhr.</ref> In einer Erwiderung des Unternehmens wurde der Kaufpreis in Höhe von 1,3 Mio. Euro als angemessen in Relation zum Gewinn der Beteiligungen bezeichnet.<ref>Gauselmann zu Parteispenden: Wir haben nichts zu verbergen. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Die Bundestagsverwaltung erklärte nach einer Prüfung des Vorgangs, der Verdacht einer verdeckten Spendenzahlung sei unbegründet.<ref>Deutscher Bundestag, Pressemitteilung vom 6. Dezember 2012: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundestagsverwaltung: Verdacht einer verdeckten Spendenzahlung an die FDP unbegründet (Memento vom 9. Dezember 2012 im Internet Archive)</ref>

Paradise Papers

Auf Basis der Recherchen in den Paradise Papers wurde 2017 der Vorwurf erhoben, dass eine zur Merkur Group gehörende Tochterfirma auf der Isle of Man Lizenzen für Online-Casinos angeboten hätte, deren Nutzung in Deutschland illegal sei. Auch Verschleierungsvorwürfe zum Zweck der Steuerverkürzung wurden erhoben.<ref>Nina Kallmeier: Gauselmann: Halten uns ans Gesetz | NOZ. 6. November 2017, abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Beide Vorwürfe wurden durch die Merkur Group zurückgewiesen. Zu einer Strafverfolgung kam es nicht.<ref>Gauselmann AG - www.gauselmann.de: Gauselmann. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2017; abgerufen am 19. Januar 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gauselmann.de</ref>

Sicherheitslücke Online-Casinos

Im März 2025 wurde eine Sicherheitslücke in den drei von Tochtergesellschaften der Merkur AG betriebenen Online-Casinos bekannt. Durch eine öffentlich zugängliche GraphQL-Schnittstelle waren personenbezogene Daten von über 800.000 Spielern<ref name=":0">Nico Ernst: Online-Casinos wie „Slotmagie“ nach Datenverlust offline. In: Heise online. 15. März 2025, abgerufen am 15. März 2025.</ref> ungeschützt zugänglich. Die Tochtergesellschaften nutzten Casinosoftware der maltesischen Firma „the mill adventures“, die von der Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann untersucht wurde.<ref>Lilith Wittmann: Casinonutzer der Merkur-Gruppe verlieren nicht nur ihr Geld sondern auch ihre Daten. In: Medium. 21. März 2025, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref> Nach Aufdeckung der Lücke setzte die Merkur Group die Spielmöglichkeiten auf den drei betroffenen Plattformen aus<ref name=":1">Niklas Jan Engelking: Nach Merkur-Datengau: Weitere Online-Casinos mit „The Mill“-Software offline. In: Heise online. 23. März 2025, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref> und schloss die Lücken.<ref>Sicherheitslücke bei Merkur. In: Computer Bild. Nr. 825, 4. April 2025, S. 24.</ref> Wittmann gab an, neben den drei legalen und gemeldeten Online-Casinos auch illegal betriebene Instanzen auf Servern des Dienstleisters gefunden zu haben, die inzwischen durch diesen abgeschaltet wurden.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Haltung zur Spielsucht

In der Talkrunde Menschen bei Maischberger erläuterte Vorstandsvorsitzender Paul Gauselmann 2012, dass es für Spielsüchtige nichts bringe, sich in Kasinos für die Teilnahme sperren zu lassen. Vielmehr würden diese dann auf das Internet ausweichen.<ref>„Maischberger“: Wenn spielsüchtige Prominente all ihr Geld verzocken. In: Die Welt. 24. Oktober 2012, abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Bei der Eröffnung einer Fachmesse sagte Gauselmann: In allen Kinderzimmern wird genauso geballert wie an unseren Automaten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pfitzner, Florian: Gastauftritt bei Gauselmann - Kubicki verharmlost Gefahren der Spielsucht. In: Mindener Tageblatt - Blog. Beitrag vom 14. Januar 2014 (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)</ref>

Literatur

  • Barbara Dickmann: Der Spielemacher: Paul Gauselmann, die Biographie; erzählt von Barbara Dickmann, Econ, Berlin 2017, ISBN 978-3-430-20246-6

Weblinks

Commons: Merkur Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="tagesspiegel"> Tagesspiegel (Hrsg.): 1957 - 2017: 60 Jahre Gauselmann Gruppe / Vom Feierabend-Unternehmer in 60 Jahren zum Branchenprimus, 13. Juni 2017, abgerufen am 12. September 2022 </ref> <ref name="GB2020">Geschäftsbericht 2020 der Gauselmann-Gruppe (online)</ref> </references>

Koordinaten: 52° 22′ 24,8″ N, 8° 37′ 51,6″ O

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