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gediegen

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Datei:Gold-221313.jpg
Gediegen(es) Gold

Als gediegen bezeichnet man in der Mineralogie das Vorkommen von reinen chemischen Elementen in der Natur. Die bekanntesten Beispiele sind die Edelmetalle Gold, Silber und die Platinmetalle sowie das Halbedelmetall Kupfer.

Auch viele Nichtmetalle wie Kohlenstoff, Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff sowie die Edelgase treten in der Natur in elementarer Form auf. Selbst das reaktionsfreudigste Element Fluor kann kurzfristig elementar auftreten, wenn es beim Anschlagen von Stinkspat austritt.

Gebräuchlich ist das Adjektiv gediegen jedoch vorwiegend bei Metallen. Traditionell wird es vor allem in der Mineralogie häufiger undekliniert verwendet, das heißt in der Form „gediegen Gold“,<ref name="Rösler" /> „gediegen Silber“<ref name="extraLapis" /> und andere<ref name="Werner" /> statt gediegenes Gold.<ref name="DWDS" />

Mineralogie

Datei:Copper-Silver-d06-202a.jpg
Gediegen(es) Kupfer und Silber auf einer Stufe
Datei:Platinum-nugget.jpg
Gediegen(es) Platin als Nugget
Datei:Iron-252608.jpg
Gediegen(es) Eisen, in Basalt gefunden (Bühl bei Ahnatal-Weimar)

Bisher konnten etwa 30 Elemente in der Natur in reiner Form vorkommend nachgewiesen werden (Stand: 2016) und wurden von der International Mineralogical Association (IMA) als eigenständige Minerale anerkannt.

Die Systematik der Minerale ordnet diese neben Legierungen, intermetallischen Verbindungen und Carbiden in die Klasse der „Elemente“. Etwa zehn Elemente sind auf der Erde in geologisch relevantem Umfang zu finden, darunter die bereits genannten Metalle Kupfer, Silber und Gold. Da gediegen vorkommende Elemente relativ leicht zugänglich sind, wurden sie bereits im antiken Bergbau gewonnen und verarbeitet.

Weitere Bedeutungen

Beim Adjektiv gediegen ‚rein, echt, dauerhaft, solide‘ handelt es sich etymologisch um ein altes Partizip Perfekt zum Verb gedeihen ‚wachsen und zunehmen, sich gut entwickeln‘ (gegenüber dem heutigen Partizip Perfekt gediehen mit erhaltenem grammatischem Wechsel).<ref name="DWDS" />

In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck gediegen zumeist ‚auf bewährte Weise stilvoll, elegant; rein und gut‘. Seltener wird der Ausdruck im Sinne von ‚gelassen, ruhig, angenehm‘ verwendet. Vor allem in Norddeutschland findet sich eine weitere, eher negative Bedeutung. Dort wird gediegen auch im Sinne von ‚seltsam‘ oder auch ‚eigenartig‘ gebraucht.<ref name="DWDS" />

2013 landete gediegen auf dem 3. Platz bei der Wahl zum deutschen Jugendwort des Jahres und wird allgemein als ‚super, cool, lässig‘ erklärt.<ref name="sueddeutsche.de" />

Literatur

  • Rudolf Graubner: Lexikon der Geologie, Minerale und Gesteine. Emil Vollmer Verlag, München 1980, ISBN 3-87876-327-1, S. 127.

Weblinks

Commons: Native element minerals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: gediegen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references> <ref name="DWDS"> gediegen. In: dwds.de. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, abgerufen am 24. Juli 2023. </ref> <ref name="extraLapis"> Christa Behmenburg, Günter Grundmann, Armin Hanneberg, Rupert Hochleitner, Peter Huber, Klaus-Peter Martinek, Fred Steinar Nordrum, Karl-Ludwig Weiner, Stefan Weiß, Otto Wolff: Gediegen Silber. Das Erz der Münzen, das Metall des Schmuckes, das Element mit dem Glanz (= Christian Weise [Hrsg.]: extraLapis. Band 8). Weise, München 1995, ISBN 3-921656-23-0. </ref> <ref name="Rösler"> </ref> <ref name="sueddeutsche.de"> Hey, Babo! Süddeutsche Zeitung, 25. November 2013, abgerufen am 15. Mai 2014. </ref> <ref name="Werner"> Abraham Gottlob Werner: Abraham Gottlob Werner's letztes Mineral-System. Hrsg.: Johann Carl Freiesleben. Craz und Gerlach, Freyberg und Wien 1817, S. 17 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>