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Ulrike Draesner

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 25. März 2026 um 13:22 Uhr durch imported>Penguin Random House Verlagsgruppe (Schaffen in einem getrennten Abschnitt; irreführende Tätigkeit des Vaters entfernt.).
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Portrait von Ulrike Draesner
Ulrike Draesner, 2025

Ulrike Draesner (* 20. Januar 1962 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Ulrike Draesner wuchs in München auf. Nach dem Abitur studierte sie mit einem Stipendium der Stiftung Maximilianeum Rechtswissenschaften, Anglistik, Germanistik und Philosophie an den Universitäten in München, Salamanca und Oxford. Von 1989 bis 1993 war sie wissenschaftliche Assistentin am Münchner Institut für Deutsche Philologie. In dieser Zeit promovierte sie über ein mediävistisches Thema.

Schaffen

Im Jahre 1993 gab Draesner ihre wissenschaftliche Laufbahn zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf. Ulrike Draesner ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung<ref>Neue Akademiker. In: sueddeutsche.de. 17. Juni 2021, abgerufen am 26. November 2024.</ref> und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Seit 2018 ist sie Professorin für Deutsche Literatur und Erasmus-Koordinatorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. In der Zeitschrift Volltext hat Ulrike Draesner sich in ihren verschiedenen Rollen als Schriftstellerin und Professorin für literarisches Schreiben selbst interviewt. Sie reflektiert darin das Spannungsverhältnis zwischen diesen Rollen und gibt Auskunft über ihr Verständnis von der Lehrbarkeit des literarischen Schreibens.<ref>Ulrike Draesner: „Als ob“. In: Volltext. 24. März 2020, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Sie lebt in Berlin und Leipzig.

Ulrike Draesner verfasst in erster Linie Lyrik und Prosa. Sie arbeitet häufig zusammen mit bildenden Künstlern und Schriftstellerkollegen an sogenannten „intermedialen“ Projekten. Dabei treten Draesners Texte mit Kunstformen wie Bildhauerei, Aktionskunst und Musik in ein Spannungsverhältnis.

Draesner nimmt den Standpunkt ein, dass sich die Intelligenz eines Romans in seiner Form zeigt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sommerschreibkurs Architektur des Romans. (Memento vom 25. Juni 2015 im Internet Archive) In: draesner.de.</ref> In ihren Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2016/17 fragte sie danach, „was wir durch Literatur erfahren oder wissen können“.<ref>Leben schreiben. Die Schriftstellerin Ulrike Draesner wird neue Frankfurter Poetikdozentin. In: UniReport. Band 49, Nr. 6, 8. Dezember 2016, S. 13 (unireport.info [PDF; abgerufen am 26. November 2024]).</ref><ref>Poetikvorlesungen von Ulrike Draesner starten am 10. Januar. Goethe-Universität Frankfurt am Main. 6. Januar 2017, abgerufen am 26. November 2024.</ref> 2019 war Draesner mit ihrem Gedicht doggerland Preisträgerin des erstmals verliehenen Gertrud-Kolmar-Preises. 2020 erhielt sie den von der VGH-Stiftung ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord. Mit dieser Entscheidung würdigten Jury und Stifterin Ulrike Draesner sowohl für ihr bisheriges Werk als auch für ihren zuletzt erschienenen Roman Kanalschwimmer.<ref>Literatour Nord 2019/20. 2020, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Ebenfalls 2020 erhielt sie für ihren Roman Schwitters den Bayerischen Buchpreis.<ref>Eva Demmelhuber: Bayerischer Buchpreis 2020 für Ulrike Draesner. Ausgezeichnet für ihren neuen Roman "Schwitters". In: br.de. 19. November 2020, abgerufen am 26. November 2024.</ref>

Datei:Ulrike Draesner Frankfurter Buchmesse 2018.jpg
Ulrike Draesner auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Im Jahre 2021 erhielt Draesner den mit 50.000 Euro dotierten Großen Preis des Deutschen Literaturfonds: „Ulrike Draesner konfrontiert uns mit Unvereinbarem und Schmerz. Sie experimentiert mit literarischen Formen und fordert die Sprache heraus, ohne ihr Publikum dabei aus den Augen zu verlieren. Ihre Lust am Erzählen und an der Wirkungskraft des Wortes ist in jedem Band zu spüren – gleich ob Prosa, Lyrik oder Essay – und sie ist so ansteckend, dass ihr die Jury den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds 2021 zuspricht.“<ref>Großer Preis des Deutschen Literaturfonds 2021 an Ulrike Draesner. Deutscher Literaturfonds, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Der Preis wurde am 11. Oktober 2021 im Literaturhaus Leipzig verliehen. 2023 wurde Draesners Roman Die Verwandelten für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.<ref>Katja Weise: Ulrike Draesners "Die Verwandelten": Was Krieg mit Menschen macht. In: ndr.de. 23. März 2023, abgerufen am 26. November 2024.</ref> Von Draesner stammen auch einige Übersetzungen aus dem Englischen, darunter zwei Bände der 2020 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten amerikanischen Lyrikerin Louise Glück.

In der 2024 erschienenen Autofiktion zu lieben Roman erzählt Draesner von der Adoption ihrer auf Sri Lanka geborenen Tochter.<ref>Nürnberger Nachrichten vom 31. Mai 2025, S. 6</ref>

Zu ihren „späten Einsichten“ zählen für sie unter anderem:

  • Die Welt, in der ich lebe, ist so weiß, dass ich meine daraus entstandenen Privilegien nicht einmal mehr wahrnehme.
  • Wie viel Spaß es macht, von Jüngeren zu lernen.
  • Meine Eltern und Großeltern leben noch einmal durch mich hindurch. Die seltsamen Erinnerungen in meinem Kopf, die ich schon als Kind hatte, kommen von ihnen.
  • Alle anderen Menschen um dich herum haben ihre eigenen Seelen, Gefühle und Träume, auch wenn sie alles tun, um das vor dir zu verbergen.
  • Es ist erlaubt, keine Lust auf Sex zu haben, auch monatelang. Das ist kein Defizit.
  • Einen Mann, der sich darüber wundert, dass ich auf Anhieb zentimetergenau rückwärts einparken kann, sollte ich sofort aus dem Auto aussteigen lassen.<ref>Selbstauskunft: Was ich gern früher gewusst hätte. In: Zeitmagazin. 4. April 2024, Nr. 15, S. 46.</ref>

Werke (Auswahl)

Einzeltitel

Datei:Draesner Kugelblitz.jpg
kugelblitz. 2005
  • Wege durch erzählte Welten. Intertextuelle Verweise als Mittel der Bedeutungskonstitution in Wolframs Parzival (= Mikrokosmos. Band 36). Lang, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-45525-9. (Dissertation. Universität München 1992, über: Wolfram von Eschenbach, Parzival).
  • Gedächtnisschleifen. Gedichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-11948-6; überarbeitete Fassung: Luchterhand, München 2008, ISBN 978-3-630-62132-6.
  • Anis-o-trop. Gedichte. Rospo, Hamburg 1997.
  • Lichtpause. Roman. Volk und Welt, Berlin 1998.
  • Reisen unter den Augenlidern. Erzählungen. Ritter, Klagenfurt 1999.
  • für die nacht geheuerte zellen. Gedichte. Luchterhand, München 2001.
  • Mitgift. Roman. Luchterhand, München 2002.
  • Hot Dogs. Erzählungen. Luchterhand, München 2004.
  • kugelblitz. Gedichte. Luchterhand, München 2005.
  • Spiele. Roman. Luchterhand, München 2005.
  • Schöne Frauen lesen. Über Ingeborg Bachmann, Annette von Droste-Hülshoff, Friederike Mayröcker, Virginia Woolf u. v. a. Luchterhand, München 2007, ISBN 978-3-630-62121-0.
  • berührte orte. Gedichte. Luchterhand, München 2008, ISBN 978-3-630-87268-1.
  • Vorliebe. Roman. Luchterhand, München 2010, ISBN 978-3-630-87294-0.
  • Richtig liegen. Geschichten in Paaren. Erzählungen. Luchterhand, München 2011, ISBN 978-3-630-87324-4.
  • Heimliche Helden. Über das Nibelungenlied, Heinrich von Kleist, Jean-Henri Fabre, Thomas Mann, James Joyce, Karl Valentin, Gottfried Benn, Tania Blixen, Hans Joachim Schädlich, Gerd-Peter Eigner, Gerhard Falkner. Essays. Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87373-2.<ref>Rezension: Eberhard Geisler: Exakt getaktet. Ulrike Draesners gesammelte Essays über Literatur. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Juli 2013, S. 14.</ref>
  • Sieben Sprünge vom Rand der Welt. Roman. Luchterhand, München 2014, ISBN 978-3-630-87372-5.<ref>Vgl. Katharina Teutsch: Nicht einmal auf Affenempathie ist Verlass. In: FAZ. 8. Juli 2014, S. 10.</ref>
  • Subsong. Gedichte. Luchterhand, München 2014, ISBN 978-3-630-87461-6.
  • Mein Hiddensee. mare, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86648-213-5.
  • Die fünfte Dimension. Herausgegeben von Holger Pils und Frieder von Ammon. Lyrik Kabinett (Münchner Reden zur Poesie), München 2015, ISBN 978-3-938776-38-4.
  • Nibelungen. Heimsuchung. Mit den Illustrationen von Carl Otto Czeschka. Reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-011005-8.
  • Happy Aging. Ulrike Draesner erzählt ihre Wechseljahre. 2 Audio-CDs. Konzeption/Regie: Thomas Böhm u. Klaus Sander. supposé, Berlin 2016, ISBN 978-3-86385-011-1.<ref>Vgl. hierzu die Rezensionen von Sandra Kegel und Alexander Cammann, vgl. Perlentaucher.</ref>
  • Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch. Penguin, München 2018, ISBN 978-3-328-60002-2.<ref>Vgl. hierzu die Rezension von Frauke Meyer-Gosau in Süddeutsche Zeitung, 16. April 2019, S. 12.</ref>
  • Grammatik der Gespenster. Frankfurter Poetikvorlesungen. Reclam, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-011150-5.<ref>Vgl. hierzu die Rezension von Jörg Magenau in Süddeutsche Zeitung Nr. 102, 4. Mai 2018, S. 12.</ref>
  • Kanalschwimmer. Roman. mareverlag, Hamburg 2019, ISBN 978-3-86648-288-3.
  • Schwitters. Roman. Penguin, München 2020, ISBN 978-3-328-60126-5.
  • doggerland. Gedicht. Penguin, München 2021, ISBN 978-3-328-60166-1.<ref>doggerland. In: draesner.de. Abgerufen am 26. November 2024.</ref><ref>Ulrike Draesners „Doggerland“. In: Österreich 1. 11. Oktober 2021, abgerufen am 11. Oktober 2021.</ref>
  • Die Verwandelten. Roman. Penguin, München 2023, ISBN 978-3-328-60172-2.<ref>Eberhard Rathgeb: "Die Verwandelten" von Ulrike Draesner: In den Stromschnellen des Lebens. In: Die Zeit. 24. März 2023, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 2. März 2024]).</ref>
  • Poesiealbum 387. Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2024.
  • Brandenburg. Kurzgeschichte, DAS GRAMM #21, 2024.
  • zu lieben. Roman. Penguin, München 2024, ISBN 978-3-328-60341-2.
  • penelopes sch()iff, Penguin, München 2025, ISBN 978-3-328-60340-5.<ref>Michael Braun: Nach Homer - Ulrike Draesners postepisches Reiseabenteuer schickt Penelope: Ja, wohin eigentlich? : literaturkritik.de. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Herausgaben

Datei:Goldmann 2.png
Umschlagbild der Anthologie Verführung in zweiter, revidierter Auflage
  • Verführung. Deutschsprachige Novellen von Goethe bis Musil. Goldmann, München 1994, ISBN 3-442-07645-5. Gegen diese Ausgabe sind die Erben des Robert Musil aus grundsätzlichen Erwägungen juristisch eingeschritten. Deswegen erschien 1995 eine sogenannte zweite Auflage mit derselben ISBN unter dem Titel Verführung. Deutschsprachige Novellen von Goethe bis Thomas Mann.

Literarische Übersetzungen

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Karen Leeder, Lyn Marven (Hrsg.): Ulrike Draesner. A Companion. de Gruyter, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-047895-2.
  • Michael König: Poetik des Terrors. Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur. de Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-8394-2987-7. (Dissertation. Universität Münster (Westfalen) 2014, darin auch Interview mit Ulrike Draesner: »Ich wollte den Terrorismus niemals verstehen.« Ulrike Draesner über ihren Roman »Spiele« (2005), der die Ereignisse des Attentats während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München in den Mittelpunkt stellt, S. 389–395).
  • Ulrike Draesner. Herausgegeben von Susanna Brogi, Anna Ertel und Evi Zemanek. In: Text + Kritik. Heft 201, Januar 2014, ISBN 978-3-86916-341-3.
  • Anna Alissa Ertel: Körper, Gehirne, Gene. Lyrik und Naturwissenschaft bei Ulrike Draesner und Durs Grünbein (= linguae & litterae. Band 3). de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022910-3. (Dissertation Universität Freiburg im Breisgau 2008).
  • Stephanie Catani, Friedhelm Marx (Hrsg.): Familien – Geschlechter – Macht – Beziehungen im Werk Ulrike Draesners (= Poiesis. Band 2). Wallstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0342-3.
  • Cornelia Saxe: „Schöne Frauen lesen und schreiben – Die Ulrike-Draesner-Homestory“. In: Maike Stein (Hrsg.): Dünn ist die Decke der Zivilisation – Begegnungen zwischen Schriftstellerinnen. Ulrike Helmer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-89741-244-6, S. 21–32.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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