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Halsgeige

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Datei:Fomfr single fiddle.jpg
Halsgeige für eine Person
Datei:50 000 Exponate aus 1000 Jahren Kriminalgeschichte zeigt das Kriminalmuseum Rothenburg ob der Tauber. 25.jpg
Halsgeige für zwei Personen

Eine Halsgeige (auch Schandkragen, Schandgeige, spanische Geige oder Zankbrett genannt) ist eine Fessel aus Holz oder Metall, die den Hals und die Handgelenke der zu fesselnden Person umschließt, wobei sich die Hände hintereinander vor oder seitlich am Körper befinden.

Die Halsgeige besteht in der Regel aus zwei symmetrisch angeordneten Teilen. Hinten befindet sich ein Scharnier, vorne ein Verschluss. Für die Fesselung wird die Halsgeige aufgeklappt und der Hals und die Hände in die entsprechende Position gebracht. Daraufhin wird die Halsgeige zugeklappt und verschlossen.

Vorkommen und Anwendung

Datei:Turkoman Prisoner LACMA M.2000.135 (2 of 2).jpg
Turkmenischer Gefangener, iranische Miniatur aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Archäologische Funde legen nahe, dass in der Antike die römische Armee Halsgeigen aus Metall mitführten, um Kriegsgefangene zu fesseln, die versklavt werden sollten.<ref>Klemes Handke: Jahrhundertfund in Niedersachsen: Forscher entdecken die älteste römische Rüstung der Welt. In: Business Insider Deutschland. Berlin 7. Oktober 2020.</ref><ref>Eiserne Fessel sog. Halsgeige. In: arachne.dainst.org. Abgerufen am 20. Februar 2021.</ref><ref>Römischer Schienenpanzer in Kalkriese entdeckt. In: NRD. 25. September 2020, abgerufen am 20. Februar 2021.</ref><ref>Nadja Podbregar: Jahrhundertfund: Römischer Schienenpanzer in Kalkriese entdeckt. In: damals.de. 28. September 2020, abgerufen am 20. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit wurden Halsgeigen in Europa, vor allem in Deutschland, eingesetzt. Sie waren meist aus Holz, seltener aus Eisen bzw. Stahl gefertigt. Die Halsgeige diente zur Durchführung von Ehrenstrafen. Der verurteilten Person wurde die Halsgeige umgelegt, woraufhin sie damit durch die Stadt geführt oder an den Pranger gestellt wurde, so dass sie dem Spott der Mitbürger ausgesetzt war und gedemütigt werden sollte. Die Halsgeige wurde nur bei leichten Vergehen verwendet, vor allem (aber nicht nur) Frauen und jungen Mädchen wurde sie umgelegt. Grund für die Bestrafung waren beispielsweise Zänkereien oder auch leichte Diebstähle.

Eine Sonderform war die Doppel-Halsgeige, in die zwei Personen gleichzeitig eingeschlossen wurden, die miteinander gezankt hatten. Die Doppel-Halsgeige war so konstruiert, dass sich die beiden Verurteilten von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen mussten.

Ähnliche Vorrichtungen sind auch auf frühneuzeitlichen und modernen Abbildungen aus dem nahöstlichen und asiatischen Raum zu finden.<ref>Suchergebnisse "Halsgeige". In: akg-images.de. Abgerufen am 20. Februar 2021.</ref><ref>Karma-Gerichtshof König Gokans. In: sammlung.mak.at. Museum für Angewandte Kunst Wien, abgerufen am 20. Februar 2021.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • J. J. Blumer: Staats- und Rechtsgeschichte der Schweizerischen Demokratien St. Gallen, 1858 S. 58.
  • D. Blüm: Wenn Steine erzählen könnten... Verlag der Wochenzeitung „Der Bensemer“ S. 154.
  • R. Dürr: Mägde in der Stadt: Das Beispiel Schwäbisch Hall in der frühen Neuzeit. Campus Verlag, ISBN 3-593-35389-X, S. 238.

Weblinks

Commons: Halsgeigen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />