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Mumpitz

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Mit Mumpitz war ab dem 17. Jahrhundert eine Schreckgestalt oder auch Vogelscheuche<ref name=":0">Mumpitz. In: DUDEN. Bibliographisches Institut GmbH, abgerufen am 15. Januar 2020.</ref> gemeint. Das Wort leitet sich ursprünglich von „Mummelputz“ und „Mombotz“ ab und verbindet die beiden Wörter vermummen und (hessisch) Booz oder Butzemann (eine Kinderschreckfigur, mit der man Kindern Angst einjagt).<ref name="SN_Brauer">Markus Brauer: Mumpitz. In: Stuttgarter Nachrichten, Sprach-Blog: Wortwörtlich. Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, 19. Juni 2017, abgerufen am 14. Februar 2021.</ref> Beim Mumpitz handelt es sich um eine Schreckgestalt für Toren.

Der Begriff erschien dann auf der Berliner Börse seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für „erschreckende Gerüchte“ oder „schwindelhaftes Gerede“.<ref name=":0" />

Heute steht Mumpitz umgangssprachlich für „Unsinn“, ist also eine abwertende Bezeichnung.<ref name="SN_Brauer" /> Mumpitz war ein gängiger Ausdruck des langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner, der gegenüber provokanten Journalistenfragen oft nur antwortete: „Das ist doch Mumpitz!“<ref>Silke Arning: Mumpitz – erklärt von Sandra Richter. In: SWR2, Wort der Woche. Südwestrundfunk, Stuttgart, 18. April 2020, abgerufen am 14. Februar 2021.</ref>

Der Begriff Mumpitz wird hin und wieder auch als Name gewählt. So ist beispielsweise die Figur „Der Große Mumpitz“ (im engl. Original: The Amazing Mumford) aus der Sesamstraße Namensgeber für mehrere deutsche Zauberkünstler.<ref>Still-Leben am Borsigplatz. In: Westfälische Rundschau. Funke Medien NRW GmbH, Essen, 22. August 2016, abgerufen am 14. Februar 2021.</ref>

Mumpitz hieß in den 1970/80er Jahren auch eine deutsche Folk-Band aus Dinslaken / Oberhausen, die 1979 eine LP mit dem Namen ihres Titelsongs Seifenblasen veröffentlichte.<ref>Mumpitz – Seifenblasen bei Discogs (englisch)</ref>

Siehe auch

Wiktionary: Mumpitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />