Flachswickel
Als Flachswickel, Flachszopf oder Flachsknoten<ref>Josef Stolz: Aus Flachs wird Leinen. In: Heimatjahrbuch Vulkaneifel. 1994, abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> bezeichnete man die in der Flachsverarbeitung gewonnenen Zöpfe aus Flachsfasern, die zur Lagerung der gehechelten Fasern gewickelt wurden. Die Form der Wickel gilt als Vorlage für das im Schwäbischen und Hohenlohischen verbreitete Süßgebäck aus Hefeteig.
Flachswickel in der Flachsverarbeitung
Zur Gewinnung von Flachsfasern werden die Rohfasern mehrmals gehechelt, um Holzreste zu entfernen<ref>Schlichenmaier, Otto: Erinnerungen an Unterbrüden in den 1920er Jahren. In: Backnanger Jahrbuch. Nr. 14, 2006, S. 10 f. (wlb-stuttgart.de).</ref> und den gewünschten Feinheitsgrad der Fasern und dem späteren Garn zu erreichen. Zwischen den verschiedenen Grob- und Feinhechelschritten<ref>Handgesponnenes Flachsgarn, Flachszöpfe. In: Kulturverein Sigl.Haus St. Georgen. 27. Juni 2021, abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> sowie anschließend werden die Fasern zur Lagerung in einen losen Zopf geschlungen.<ref name=":0">Fritz Kalmbach: Das Verschwinden des Flachsanbaus im württembergischen Schwarzwald. In: Schwäbische Heimat. Band 65, Nr. 2, 2014, S. 189 f. (wlb-stuttgart.de).</ref>
Schwäbische Backspezialität
Im Schwäbischen und Hohenlohischen gilt der Flachswickel oder Flachszopf als regionale Backspezialität,<ref>Stephanie Ebner: „Das schmeckt nach Kindheit“: Flachswickel und Ofenschlupfer gab's schon bei der Oma. In: Merkur.de. 30. April 2023, abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> deren Benennung dem Vorbild aus der Leinenherstellung zugeschrieben wird.<ref name=":0" /> Dabei handelt es sich um eine Hefeteig-Rolle, die zu einem kurzen Zopf gewickelt und mit Hagelzucker bestreut wird. Gängige Bezeichnungen neben Flachswickel und Flachszopf sind auch Hefenschlick oder Riggeleszöpfle.
Weblinks
- Bilder der geflochtenen Flachsfaser, museum-digital baden-württemberg
- Rezept und Bilder
Einzelnachweise
<references />