Carl Seitz
Vorlage:Hinweisbaustein Carl Seitz, auch Karl Seitz (* 4. Februar 1858 in München; † 2. April 1942) war ein deutscher Pädiater, Hochschullehrer, Leiter der Münchner Kinderpoliklinik und Obermedizinalrat.<ref name="kinders" details="S. 10."><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eine gute Idee schreibt Geschichte ( vom 1. April 2017 im Internet Archive)</ref>
Leben
Carl Seitz war der Sohn des Mediziners und Hochschullehrers Franz Seitz.<ref>Würdigung von Max von Pettenkofer zum 80. Geburtstage von Dr. Franz Seraph Seitz, in: Münchener Medizinische Wochenschrift 38 (1891), S. 848 (Commons)</ref> und Fanny Seitz (geb. Faulhaber; * 9. Januar 1831; † 14. Januar 1917). Er wuchs in München auf und legte 1876 die Abiturprüfung am Münchner Maximiliansgymnasium ab, unter anderem mit Rudolf von Hößlin, Karl Schlösser, Gustav von Schoch und Ludwig Wüllner.<ref>Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1875/76</ref> Ab dem Wintersemester 1876/77 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Medizin, unter anderem bei Hugo von Ziemssen, Johann Nepomuk von Nußbaum und Max von Pettenkofer, und in Wien bei Kapisi und Eduard Heinrich Henoch, sowie bei Robert Koch. Anschließend arbeitete er als Assistent an der pädiatrischen Poliklinik in München, wobei er Erfahrungen machte, die sein Engagement für die Säuglingsfürsorge in München und Bayern begründeten.<ref name="mößm">Anton Mößmer: Vom Säuglingsfürsorge-Verein zum Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut: Beitrag zur Geschichte der Säuglings- und Kinderfürsorge in Landshut. Attenkofer, 2003, ISBN 978-3-936511-01-7, S. 119 (books.google.de).</ref>
Nach der Promotion 1882 und der Habilitation 1886 – der Titel seiner Habilitationsarbeit lautet „Bakteriologische Studien zur Typhusaetiologie“<ref name="mößm"/> – wurde er Privatdozent für Kinderheilkunde an der Universität München, 1896 außerordentlicher Professor und 1902 verbeamtet.<ref name="mu36">Münchener Universitätsreden. Neue Folge 36, S. 6.</ref>
Von 1890 bis zu seiner Emeritierung 1928<ref name="jgmenl" details=" S. 10.">Julia Gmelin: Die Chronik der Kinderklinik an der Lachnerstrasse - Lachnerklinik, (Dissertation).</ref> leitete Seitz die Kinderpoliklinik am Reisingerianum in München, nachdem er zuvor bereits ihr stellvertretender Leiter gewesen war.<ref name="mu36" />
1901 gehörte er zu den Unterzeichnern des Aufrufs von Georg Hirth zur Gründung eines „Vereins Kinderschutz“ und war 1902–1921 dessen Vorsitzender.<ref name="kinders" details="S. 10." /> Ab 1903 war er außerdem auch im Vorstand des Vereins „Säuglingsheim München“.
Seitz war auch Oberstabsarzt der Landwehr<ref>Johannes-Geert Hagmann: Das Deutsche Museum und der Bayerische Lazarettzug No. 2: Vorbild und Vorführprojekt, S. 3.</ref>, 1924–1925 erster Vorsitzender des Landesverbands für Mutterschafts-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge in Bayern<ref>Dominik S. Rahammer: Die öffentliche Säuglings- und Schwangerenfürsorge sowie Mütterberatung in München während der Weimarer Republik, S. 41, 160.</ref> und Geheimrat.<ref name="jgmenl" details=" S. 23." />
Schriften
- Die Behandlung der Varices, Ulcera und Elephantiasis cruris durch methodische Compression. Inaugurial-Dissertation der Universität München. C. Wolff & Sohn, München 1882.
- Multiple halbseitige Hirnnervenlähmung: Aus der medicinischen Poliklinik. Mitgetheilt von Carl Seitz, in: Festschrift dem ärztlichen Verein München zur Feier seines 50jährigen Jubiläums gewidmet von seinen Mitgliedern. M. Rieger, München 1883, S. 290–295.
- Grundriß der physikalischen Untersuchungsmethoden innerer Organe für Studierende. Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1890 (italienisch 1893).
- Die Behandlung kranker Kinder. 1893.
- Grundriß der Kinderheilkunde für praktische Ärzte und Studierende. Karger, Berlin 1894.
- Kurzgefasstes Lehrbuch der Kinderheilkunde. Karger, Berlin 1901. (Digitalisat der ersten Seiten).3 ., vermehrte und völlig umgearbeitete Auflage 1910.
- Erkrankungen in der Pubertät, in: Handbuch der Kinderheilkunde 1, Leipzig 1910.
Literatur
- Gerhard Lüdtke (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Bd. 4. de Gruyter, Berlin 1931.
- Isidor Fischer (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Bd. 2. Berlin und Wien 1933.
- Julia Gmelin: Die Chronik der Kinderklinik an der Lachnerstrasse - Lachnerklinik. München, Univ., Med. Fak., Diss. 2004.
- Dominik S. Rahammer: Die öffentliche Säuglings- und Schwangerenfürsorge sowie Mütterberatung in München während der Weimarer Republik. München, Univ., Med. Fak., Diss. 2009.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seitz, Carl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner und Pädiater |
| GEBURTSDATUM | 4. Februar 1858 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 2. April 1942 |